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LOK Report – News von Mittwoch, 17.12.14

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report

Regionalisierungsmittel
für 2015 sind Mogelpackung

Absatzlinie

Bombardier wartet Frecciarossa

Absatzlinie
SOB erhält Linienstern Mühldorf

Absatzlinie
DB Netz AG muss 7 Mio. Euro
an den SPNV-Nord zurückzahlen

Absatzlinie

Vinschger Bahn wird elektrifiziert

Absatzlinie
Konzessionsverträge für NS
und Prorail unterschrieben

Absatzlinie
Eilzug auf der Pinzgauer Lokalbahn
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Foto links: Volker Seidel

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckAllianz pro Schiene: Für einen innovativen Nachtreisezugverkehr
Während Bund und Länder gerade um eine Neufestsetzung der jährlichen Bundesmittel für den Nahverkehr ringen, fahren Deutschlands erfolgreichste Regionalbahnen Jahr für Jahr neue Fahrgastrekorde ein.
Die Allianz pro Schiene hat 13 Bahnen aus fast allen Bundesländern ausgewählt, die mit ihren Kundenzuwächsen den Beweis erbringen, dass sogar Stilllegungskandidaten zu regelrechten Fahrgastmagneten werden können. Wie das Erfolgsrezept lautet, lässt sich am Beispiel dieser Erfolgsbahnen studieren: ein dichter Fahrplan, gute Anschlüsse, moderne Fahrzeuge, einfache Tarife, eine leistungsfähige Infrastruktur, Kundenorientierung und regionale Verbundenheit des Unternehmens.
"Die Menschen strömen in die Züge, wenn das Angebot stimmt", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege bei der Vorstellung der Erfolgsbeispiele am Dienstag in Berlin. Umso bedauerlicher sei es angesichts der Fahrgastzahlen vieler Regionalbahnen, dass der Bund derzeit den weiteren Ausbau des Nahverkehrs finanziell ausbremse. "Umso wichtiger ist, dass der Bund jetzt zügig die Weichen auf Ausbau stellt."
• Regiobahn und UBB - Die Tausendprozenter: Klassenbeste bei den Fahrgastzuwächsen ist die Regiobahn (Nordrhein-Westfalen), die seit 1998 auf der Strecke Kaarst – Mettmann ein Plus von sagenhaften 4412 Prozent eingefahren hat und demnächst nach Wuppertal verlängert wird. Die Usedomer Bäderbahn (Mecklenburg-Vorpommern) brachte es seit 1992 auf Zuwächse von 1153 Prozent und bindet inzwischen sogar den polnischen Teil von Usedom an. Beide Strecken hatten nach jahrzehntelanger Vernachlässigung noch in den 90er Jahren unter Fahrgastschwund und Stilllegungsplänen zu leiden. Neue Fahrzeuge und eine sanierte Infrastruktur ermöglichen heute kürzere Fahrzeiten bei dichterem Takt. Der Erfolg der Angebotsverbesserung überflügelte sofort alle Erwartungen, Regiobahn und UBB fahren in Stoßzeiten hart an der Kapazitätsgrenze.
• Taunusbahn, Schönbuchbahn, Paartalbahn und RE 1 im Vorwärtsgang: Enorme Zuwächse verzeichnet auch die Strecke der Taunusbahn (Hessen) zwischen Brandoberndorf und Bad Homburg mit Anbindung nach Frankfurt am Main. Heute fährt die Taunusbahn so erfolgreich (plus 633 Prozent seit 1989), dass die Züge regelmäßig überfüllt sind. Die Strecke der Schönbuchbahn Dettenhausen - Böblingen, auf der heute die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) Fahrgastrekorde aufstellt (plus 300 Prozent seit 1998), konnte nur gerettet werden, weil Bürger die Ärmel hochkrempelten und Mitte der 90er Jahre die Gleise eigenhändig vom Gestrüpp befreiten. Heute gehört die Schönbuchbahn genauso wie die bayerische Paartalbahn (plus 72 Prozent seit 2008) zu den erfolgreichsten Regionalbahnen Deutschlands. Stilbildend war 1994 der erste Regionalexpress von DB Regio, der als RE 1 auf der Strecke Magdeburg – Berlin – Frankfurt/Oder ein neues Kapitel in der Geschichte des deutschen Nahverkehrs aufgeschlagen und seitdem ein Fahrgastplus von 463 Prozent eingefahren hat.
• Ballungsraum oder weites Land: Enorme Zuwächse sind drin: Erfolgsverwöhnt sind seit jeher die S-Bahnen in Ballungsräumen. Das Beispiel der S-Bahn Hamburg (Hamburg/Niedersachsen) zeigt für den Abschnitt Hamburg-Neugraben – Stade, wie sich auch auf hohem Niveau in kurzer Zeit neue Fahrgäste (plus 57 Prozent seit 2007) gewinnen lassen. Auch die Nordbahn in Schleswig-Holstein und die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) in Brandenburg fahren beachtliche Erfolge auf teils ländlichem Terrain ein: Nordbahn plus 267 Prozent, NEB auf der Heidekrautbahn plus 134 Prozent. Dass dünnbesiedelte Regionen mangels Nachfrage auf einen Personenverkehr auf der Schiene verzichten müssen, erweist sich nach der Aufstellung der Allianz pro Schiene als Vorurteil: Die Erzgebirgsbahn (Sachsen) konnte auf der Strecke Chemnitz – Annaberg-Buchholz seit 2007 beachtliche Fahrgastzuwächse von 99 Prozent verzeichnen.
• Kleiner Grenzverkehr gefällt den Fahrgästen: Den Einfallsreichtum regionaler Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen wussten die Fahrgäste regelmäßig zu schätzen – auch bei Fahrten ins Ausland. Die Saarbahn (Saarland) verkehrt seit 1997 grenzüberschreitend nach Lothringen und bietet Ansagen in Deutsch und Französisch: plus 88 Prozent. Die Euregiobahn (Nordrhein-Westfalen) befährt nach 20 Jahren Stillstand im niederländisch-deutschen Grenzverkehr die Traditionsstrecke Münster – Gronau – Enschede seit 2001 erstmals wieder durchgängig: Plus 92 Prozent lautet das Urteil der Fahrgäste in Zahlen. Die Erfurter Bahn (Thüringen) durchfährt auf der Strecke von Gera nach Hof drei Bundesländer: Thüringen, Sachsen und Bayern. Die Reisenden bedanken sich mit kräftigen Zuwächsen: plus 97 Prozent.
"Die Neufestsetzung der Regionalisierungsmittel steht jetzt an", sagte der Allianz pro Schiene Geschäftsführer. "Die Länder haben ihren Bedarf von 8,5 Milliarden Euro gutachterlich ermittelt, aber der Bund tritt auf die Bremse. Unsere Aufstellung zeigt eindeutig: Die Menschen in Deutschland wollen mehr Schienenverkehr", sagte Flege. "Die Fahrgäste erwarten, dass die Züge beim Takt und beim Komfort mit den Pendlerströmen mitwachsen. Eine Sparrunde im boomenden Nahverkehr wäre den Reisenden schwer zu vermitteln."
Ende November hatte der Bundesrat einen Gesetzentwurf beschlossen, der eine deutliche Erhöhung der jährlichen Bundesmittel für den öffentlichen Nahverkehr ab dem Jahr 2015 vorsieht. Auf Grundlage eines Gutachtens fordern die Länder vom Bund eine deutliche jährliche Erhöhung der Mittel für die Bestellung ihres Nahverkehrs, um die stetig steigenden Betriebs-, Energie- und Personalkosten aufzufangen und den Nahverkehr weiter auszubauen. Ab 2015 benötigen die Länder 8,5 Milliarden Euro pro Jahr, eine Dynamisierung von zwei Prozent für jedes Jahr und eine langfristige Planungssicherheit bis 2030. Im laufenden Jahr überweist der Bund 7,3 Milliarden Euro. Für das Jahr 2015 plant die Bundesregierung statt einer langfristigen Neuregelung nur eine Vertagung des Themas bei einer moderaten Erhöhung von 1,5 Prozent. Die Allianz pro Schiene unterstützt die Forderung der Länder, weil die Kürzungsrunden in den Jahren 2007 und 2008 und zu knapp bemessene Steigerungsraten seit 2009 bereits jetzt zu spürbaren Engpässen im Nahverkehr auf der Schiene geführt haben. Die Regionalisierungsmittel, die die Länder seit der Bahnreform erhalten, stammen aus dem Mineralölsteueraufkommen des Bundes. Im aktuellen Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung vorgenommen, den Schienenverkehr zu stärken
(Pressemeldung Allianz pro Schiene, 17.12.14).

RechteckBAG-SPNV: Fortschreibung der Regionalisierungsmittel für 2015 ist Mogelpackung
Wenn das Bundeskabinett am 17.12.2014 die Gesetzesinitiative des BMVI beschließen sollte, steigen die Regionalisierungsmittel, mit denen die Länder den Nahverkehr auf der Schiene bestellen, in 2015 mit 1,5%. Das ist auf jeden Fall besser als die bisherige Entscheidung des Bundes, die Mittel auf dem Niveau von 2014 zu belassen.
"Diese Aktion darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das neue Gesetz letztendlich eine Mogelpackung darstellt", sagte Dr. Thomas Geyer, Präsident der BAG-SPNV, "denn auf diesem Weg lenkt der Bund vom eigentlichen Problem ab, dass die Höhe der Regionalisierungsmittel als solche nicht ausreicht, um den Bestand des heutigen Personennahverkehrs auf der Schiene langfristig zu sichern."
Nach dem Regionalisierungsgesetz wäre der Bund verpflichtet gewesen, die Höhe der Regionalisierungsmittel beginnend ab dem Jahr 2015 langfristig neu festzusetzen. Hierzu gibt es zwei Gutachten. Eines der Länder, eines des Bundes, die beide seit mehreren Monaten vorliegen. Beide belegen die Notwendigkeit einer deutlichen Erhöhung der Regionalisierungsmittel sowie eine deutlich höhere Fortschreibung als die jetzt wieder aufgenommenen 1,5%.
Für die BAG-SPNV stellt sich die Frage ob der Bund bewusst zunächst jegliche Fortschreibung bei der Verabschiedung des Haushalts ausgesetzt hat, in der Hoffnung, dass sich die Länder mit einer nachgeschobenen geringfügigen Dynamisierung bereits zufrieden geben würden. Falls dies das Ziel gewesen sein mag, wurde es nicht erreicht, da die Länder zu Recht weiterhin ihre eigene Bundesratsinitiative als Verhandlungsgrundlage für eine langfristige Neufestsetzung aufrechterhalten.
"Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) braucht langfristige Verlässlichkeit und kein Stückwerk, wie es der Bund gerade vorlegt", so Geyer weiter. Die Verträge der Aufgabenträger mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen laufen bis zu 22,5 Jahre, damit wirtschaftliche Angebote überhaupt erzielt werden können. Zur Re-Finanzierung sind Regionalisierungsmittel in Höhe von 8,5 Mrd. € p.a. für eine langfristige Sicherung des SPNV notwendig. Dies bestätigt das Gutachten der Länder. Nur so werden die Aufgabenträger auch in den kommenden Jahren in die Lage versetzt, den Fahrgästen ein angemessenes, modernes und nachfragegerechtes Leistungsangebot bieten zu können. Mindestens genauso wichtig wie die absolute Höhe der Regionalisierungsmittel ist darüber hinaus eine Dynamisierung, die den tatsächlichen Kostenentwicklungen und dabei insbesondere den hohen Preisfortschreibungen der DB-Eisenbahninfrastrukturgesellschaften im Eigentum des Bundes entspricht.
Damit die Aufgabenträger in der Lage sind, fristgerecht ihre Leistungsbestellungen für 2016 vorzunehmen, ist es notwendig, bis Mitte März 2015 Sicherheit hinsichtlich der künftigen und langfristig gesicherten Höhe und Dynamisierung der Mittel zu haben. Anderenfalls müssen die Aufgabenträger Abbestellungen vornehmen, um nicht wie 2015 in das Risiko der Unterdeckung zu laufen. Entsprechende Szenarien befinden sich bereits in Vorbereitung.
Die BAG-SPNV fordert daher den Bund auf, nicht nur kurzfristig und ungenügend für 2015 nachzubessern, sondern endlich in Verhandlungen mit den Ländern auf Grundlage des Ländergutachtens zu treten und die hierbei erzielten Ergebnisse rückwirkend zum 01.01.2015 in Kraft treten zu lassen
(Pressemeldung BAG-SPNV, 17.12.14).

RechteckBMUB: Deutschland übernimmt Vorsitz der Alpenkonferenz
Deutschland hat den Vorsitz der Alpenkonferenz 2015-2016 übernommen. Bei der nationalen Auftaktveranstaltung im BMUB präsentierten hochrangige Vertreter des Bundes und Bayerns das deutsche Arbeitsprogramm. Es steht unter dem Motto "Die Alpen – Vielfalt in Europa". 
Die Vorsitzende der Alpenkonferenz, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Das Grüne Wirtschaften ist unser Leitfaden für alle alpenrelevanten Themen, vom nachhaltigen Tourismus, der Berglandwirtschaft oder dem Bergwald bis hin zum energieeffizienten Bauen und dem alpinen Verkehr. Weitere Schwerpunkte sind der Schutz der Natur im Alpenraum und der Klimaschutz." So soll es einen intensiven Austausch darüber geben, wie sich Alpenarchitektur, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz verbinden lassen. Ein entsprechender Architekturwettbewerb "Constructive Alps" wurde von der Schweiz und Liechtenstein im Rahmen der Veranstaltung in seiner 3. Auflage ausgelobt.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: "Die Alpen sind eine einmalige Kulturlandschaft und haben mit ihrer Berglandwirtschaft und Forstwirtschaft eine hohe Bedeutung, auf die ich mit meinem Ministerium 2015 und 2016 besonders aufmerksam machen will." Das BMEL wird im Frühjahr 2016 eine internationale Berglandwirtschafts-Konferenz zur Bilanzierung der Auswirkungen der Agrarreform 2013 auf die Berglandwirtschaft veranstalten und hier die derzeit bedeutendsten Herausforderungen für die Bergbäuerinnen und -bauern für weitere Handlungsschritte und Entscheidungen spezifizieren. Mit der Eröffnung des Deutschen Pavillons bei der EXPO 2015 in Mailand im Rahmen des Alpentages unterstreicht Minister Schmidt die hohe Bedeutung der Berglandwirtschaft und Forstwirtschaft. "Die Berglandwirtschaft und die Bewirtschaftung des Gebirgswaldes ist für den nachhaltigen Erhalt und die Nutzung der Alpenregion und ihre gesamte weitere Entwicklung von großer Bedeutung. Es geht um die Balance zwischen zeitgemäßen Bewirtschaftungstechniken, einer sinnvollen Ertragslage, einem ökologisch stabilen Gesamtzustand und einer touristisch stimmigen Kulturlandschaft", so Minister Schmidt. 
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Dorothee Bär: "Den Schutz der Berglandschaft und eine nachhaltige Entwicklung – beides erreichen wir nur, wenn wir uns eng abstimmen: So wollen wir die Elektromobilität grenzüberschreitend fördern und mehr Alpenbesucher für öffentliche Verkehrsmittel gewinnen. Zugleich arbeiten wir Hand in Hand, um schnelles Internet im Alpenraum möglich zu machen."
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, erklärte: "Die Entwicklung des ländlichen Raums liegt der Bundesregierung sehr am Herzen. Der Tourismus als Wirtschaftszweig kann hier zu stärkerer Wirtschaftskraft, besseren Versorgungsstrukturen und mehr Beschäftigung beitragen. Es lohnt sich daher, wenn Wirtschaft und Gesellschaft in den Alpenregionen sich eingehend dazu austauschen, wie Tourismus im Alpenraum gewinnbringend und gleichzeitig nachhaltig gestaltet werden kann."
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsminister, Peter Bleser, unterstrich in seiner Rede anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Vorsitzübernahme: "Wir stellen uns der Verantwortung, mit unterstützenden Aktivitäten des Agrarressorts dazu beizutragen, Siedlung und Verkehr, Tourismus, Umwelt- und Naturschutz gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung des Alpenraums voranzubringen. Die Erfahrungen werden wir auch in unsere Politik zur Stärkung ländlicher Räume einfließen lassen."
Die Vertreter der Bundesregierung betonten, dass die Alpenkonvention nur zusammen mit den Bewohnern des Alpenraums mit Leben erfüllt werden könne. Wichtige Partner für die praxisnahe Umsetzung werden daher der Freistaat Bayern, die alpinen Netzwerke der Gemeinden, der Alpenstädte, der alpinen Schutzgebiete sowie die Zivilgesellschaft sein (Pressemeldung BMUB, 17.12.14).

RechteckBundestag: Investorenschutz in CETA wird kritisiert
Das geplante europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) kann positive Effekte für die deutsche Wirtschaft haben. Die Regelungen zum Schutz von Investitionen und das geplante Investor-Staat-Schiedsverfahren in dem Abkommen wurden in einer Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie am Montag von einigen Sachverständigen als verbesserungswürdig eingestuft beziehungsweise ganz abgelehnt. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellte in seiner schriftlichen Stellungnahme für die Anhörung fest, zwischen Ländern mit entwickelten Rechtssystemen sei Investitionsschutz "nicht zwingend".
Von den wirtschaftlichen Effekten des Freihandelsabkommens dürfte Deutschland jedoch erheblich profitieren. Der DIHK wies darauf hin, dass CETA 99 Prozent aller Zölle zwischen der EU und Kanada abbaue. Unter Hinweis auf Berechnungen der EU-Kommission schrieb die Organisation, den Unternehmen würden Zusatzkosten von 500 Millionen Euro erspart. Professor Gabriel Felbermayr erklärte, die deutschen Exporte nach Kanada könnten sich langfristig von elf auf 33 Milliarden Euro verdreifachen. Besonders profitieren werde der Fahrzeugbau. Auch Rupert Schlegelmilch (EU-Kommission) erklärte, das heutige Handelsvolumen könne sich um ein Viertel erhöhen. Europa sei für Kanada nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner. Auf Fragen nach der Beteiligung des Deutschen Bundestages sagte Professor Franz Mayer (Universität Bielefeld), das Abkommen könne nur in Kraft treten, wenn alle Parteien, also Kanada und sämtliche 28 EU-Mitgliedstaaten, ratifizieren würden.
Die geplante Regelung zum Investor-Staat-Schiedsverfahren nannte Felbermayr nicht perfekt. Sie stehe auch einer echten Lösung der Problematik durch die Schaffung eines unabhängigen internationalen Gerichtshofes zur Klärung von Investitionsstreitigkeiten entgegen. Die Probleme seien aber nicht gravierend genug, um eine Ablehnung des gesamten CETA-Pakets zurechtfertigen. Stephan Schill (Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht) sagte, kanadischen Investoren werde durch CETA ein Status eingeräumt, der dem Schutz inländischer Investoren aus den Grundrechten oder dem Schutz von EU-Investoren aus den unionsrechtlichen Grundfreiheiten und Grundrechten bei Marktzugang und Bestandsschutz entspricht. Das CETA-Schiedsverfahren werde dem deutschen Verfassungsrecht und dem Unionsrecht gerecht.
Professorin Ursula Kriebaum (Universität Wien) erklärte, es gebe weltweit rund 3.500 bilaterale Investitionsschutzverträge (BIT). Deutschland habe besonders viele dieser Verträge. CETA verbinde ein klassisches Freihandelsabkommen mit dem typischen Inhalt eines BITs. Zu der Kritik an den Investitionsschutzverträgen sagte sie, es sei schwer vorstellbar, dass all diese Staaten ein halbes Jahrhundert lang unter einem wirtschaftspolitischen Irrtum gehandelt hätten oder im Interesse von mächtigen Multis vorgegangen seien. Der Anteil von EU-Investoren unter den Klägern vor Schiedsgerichten sei übrigens besonders hoch.
Dagegen stellte Professor Steffen Hindelang (Freie Universität Berlin) fest, das CETA-Abkommen binde nationale Gerichtssysteme nicht nur unzureichend ein, sondern "schwächt funktionierende nationale Gerichtsbarkeit". Die Besorgnis, die Schiedsgerichte könnten zu Gunsten von Investoren voreingenommen sein, werde nicht zerstreut. Nils Meyer-Ohlendorf (Ecologic Institut) nannte den Investitionsschutz einen "Notbehelf" für den Fall, dass ein Gaststaat einem Investor keinen hinreichenden Schutz seiner Investition bieten könne. Entsprechend gebe es keinen Investitionsschutz zwischen kapitalexportierenden Ländern. Vor diesem Hintergrund bedürfe es auch keines Investitionsschutzes in Freihandelsabkommen, "wenn die beteiligten Vertragsparteien über funktionierende Rechtssysteme verfügen, wie dies in der EU und in Kanada der Fall ist." Weder in Kanada noch in der EU gebe es ein systemisches Rechtsschutzproblem für Investitionen. Pia Eberhardt (Corporate Europe Observatory) erwartet investorenfreundliche Urteile durch die Schiedsgerichte und befürchtet unkalkulierbare Risiken. In diese Richtung argumentierte auch Meyer-Ohlendorf. Kein Richter in Deutschland dürfe gleichzeitig als Anwalt tätig sein oder Aktien von am Prozess beteiligten Unternehmen halten. Bei den Schiedsverfahren würden diese Beschränkungen nicht gelten. Das seien "Interessenkonflikte, die nicht aufzulösen sind". Investitionsschutzabkommen hätten noch nie mehr Investitionen ausgelöst und seien "eine Krücke".
Auch Maritta Strasser (Campact) erklärte in ihrer Stellungnahme, es gebe keine empirischen Belege, dass Investitionsschutzmechanismen mehr Direktinvestitionen zur Folge hätten. Dagegen betonte Rupert Schlegelmilch (EU-Kommission) in seiner Stellungnahme, der Investitionsschutz sei ein Instrument, "mit dem Staaten weltweit ausländische Direktinvestitionen anziehen und bei sich im Land halten, um ihre Wirtschaft zu stärken". Auch Reinhard Quick vom Verband der chemischen Industrie erklärte, durch CETA werde dafür gesorgt, dass deutsche Investoren in Kanada nicht schlechter gestellt würden als kanadische oder US-Investoren.
Thomas Fritz (PowerShift) kritisierte Ausnahmebestimmungen im CETA-Vertrag. So könne ein Dienstleister im Bereich der Abfallwirtschaft, der in Deutschland einmal einen Marktzugang erhalten habe, die CETA-Regeln zur Inländerbehandlung in Anspruch nehmen, wenn er sich diskriminiert fühle. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DBG) und die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie und Energie bezeichneten CETA als nicht zustimmungspflichtig, weil öffentliche Dienstleistungen nicht ausreichend geschützt würden.
Grundlage der öffentlichen Anhörung waren zwei Oppositionsanträge. So fordert die Fraktion Die Linke in einem Antrag (18/2604), dass die Bundesregierung soll das CETA-Abkommen, dessen Text bereits ausformuliert ist, vor der Paraphierung sowohl in den EU-Gremien als auch öffentlich als nicht annehmbar zurückweisen. Genauso wie die Linksfraktion wendet sich auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Antrag (18/2620) gegen Klageprivilegien für Konzerne durch die Einrichtung internationaler Schiedsgerichte und verlangt eine Ablehnung des Vertragsentwurfs
(Pressemeldung Bundestag, 17.12.14).

RechteckDeutsche Bahn: Kooperationsvertrag GIZ, DB International und DB Training
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, DB International sowie DB Training, Learning und Consulting arbeiten künftig beim Thema Berufsbildung zusammen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde gestern im Berliner Bahntower unterzeichnet.
Ziel ist es, den Rahmen für eine internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Berufsbildung und insbesondere beim Aufbau und Betrieb von Bildungsorganisationen im Eisenbahn-, Transport- und Logistiksektor im Ausland zu schaffen. Pilotprojekte dafür werden aktuell im Nahen Osten (Saudi Arabien, Oman) und in Kasachstan auf den Weg gebracht.
Berufliche Bildung ist ein deutscher Exportschlager. In mehr als 60 Ländern unterstützt die GIZ im Auftrag der Bundesregierung beim Aufbau und Betrieb von Berufsschulen und der Ausbildung von Lehrkräften. "Weltweit verhelfen wir 100.000 jungen Menschen im Jahr zu einer beruflichen Qualifikation. Diese Erfahrung wollen wir in die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn einbringen und gemeinsam ausbauen", sagt Carsten Schmitz-Hoffmann, Leiter des Bereichs Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bei der GIZ. "Als Partner können wir Länder, in denen der Eisenbahnsektor immer wichtiger wird, dabei unterstützen, qualifiziertes Personal auszubilden und so auch international wettbewerbsfähiger zu werden."
Die DB International, das internationale Ingenieurbüro und Beratungshaus der Deutschen Bahn, bringt insbesondere ihre Auslandserfahrung, ihre Kenntnis der Eisenbahn- und Verkehrsmärkte der Fokusländer und die fachliche Expertise im Bereich von Ingenieurdienstleistungen ein. "Unsere Experten in aller Welt stellen gerade in den letzten Jahren einen immer größer werdenden Bedarf an Bildungsleistungen im Eisenbahnsektor fest. Mit dieser Kooperation wird es uns gelingen, ganzheitliche Lösungen für diesen Bedarf zu entwickeln", so Dieter Michell-Auli, Geschäftsführer Internationale Märkte der DB International.
DB Training verantwortet als Bildungs- und Beratungsdienstleister der Deutschen Bahn die Lieferung von qualifizierungs- und wissensintensiven Dienstleistungen an Dritte. Stefan Riese, Geschäftsführer DB Training: "Wir freuen uns, dass wir unsere langjährige Expertise in der Berufsbildung, Qualifizierung und beim Aufbau und Betrieb von Bildungsorganisationen im Bahn- und Transportsektor in diese Kooperation einbringen können."
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.12.14).

RechteckEVG: Politik fährt Bahn aufs Abstellgleis
Der EVG- Vorsitzende Alexander Kirchner hat für den Verkehrsbereich eine "erschreckend enttäuschende Bilanz" der bisherigen Regierungsarbeit gezogen. "Die Politik fährt die Bahn aufs Abstellgleis", machte er in Berlin deutlich. Statt die Eisenbahnen als umweltfreundlichen Verkehrsträger zu stärken, habe die Bundesregierung die völlig falschen Prioritäten gesetzt, kritisierte Kirchner. Er warf insbesondere Bundesverkehrsminister Dobrindt vor, die Schiene - entgegen der Koalitionsvereinbarung - weiterhin zu schwächen und stattdessen den Straßenverkehr zu fördern.
Auf der einen Seite werde die Lkw-Maut mit durchaus zu hinterfragenden Begründungen abgesenkt - und der Güterverkehr auf der Straße damit noch billiger gemacht -, gleichzeitig werde der Bahnstrom durch die EEG-Umlage verteuert. Für eine solche Herangehensweise, die allein Energie-Mehrkosten von 120 Millionen Euro verursachen würden, gebe es weder eine ökonomische, geschweige denn ökologische Rechtfertigung. "Das ist verkehrspolitische Geisterfahrt", stellte Kirchner fest.
Scharfe Kritik übte der EVG-Vorsitzende auch am immer noch unregulierten Fernbusmarkt. Hier seien die politischen Rahmenbedingungen ebenfalls zuungunsten des Verkehrsträgers Schiene gesetzt. Während die Eisenbahnen Trassenpreise bezahlen müssten, würden die Busse mautfrei fahren; zudem gebe es Sozialdumping bei den Busfahrern, um im Wettbewerb überhaupt bestehen zu können. Außerdem seien Fernbusse nur auf "Rennstrecken" unterwegs seien, während die Bahnen auch Randlagen bediene, in denen sich kaum kostendeckend fahren ließe. Das Aus des InterConnex von Leipzig über Berlin nach Rostock/Warnemünde des Betreibers Veolia, stelle nur den Anfang der drohenden Einschränkung im Schienenfernverkehr dar.
"Eine Politik, die den Verkehrsträger Schiene stärken will, sieht anders aus", machte Kirchner deutlich. Der EVG-Vorsitzende bemängelte in diesem Zusammenhang, dass die entsprechenden Vereinbarungen im Koalitionsvertrag ganz offensichtlich nicht ernst genommen und somit auch nicht umgesetzt würden. Dafür zu sorgen sei eigentlich Sache des zuständigen Verkehrsministers. Dem fehle jedoch ein Konzept wie die im Koalitionsvertrag vorgesehene Verlagerung von Verkehrsleistung auf die Schiene umgesetzt werden solle.
Nach Einschätzung des EVG-Vorsitzenden sei jedoch nicht nur die verkehrspolitische Bilanz des ersten Regierungsjahres von schwarz/rot "eine Enttäuschung", in den nächsten Monaten drohe eine "weitere Weichenstellung in Richtung Abstellgleis". Das müsse in einer konzertierten Aktion verhindert werden.
So stehe die Finanzierung der Schieneninfrastruktur auf "tönernen Füßen", weil unter anderem die mit dem Bund vereinbarte Finanzierung über die Bahn-Dividende von unrealistischen Annahmen ausgehe. In der Frage der Regionalisierungsmittel gebe es weiterhin Streit um die Höhe der Mittel, die benötigt werden, um einen attraktiven Nahverkehr zu finanzieren. Zwischen den Notwendigkeiten aus Sicht der Länder und dem Vorstellungen des Bundes liege ein Delta von 1,2 Milliarden Euro.
"Wir fordern deshalb einen Schienengipfel, bei dem die Notwendigkeiten zur Stärkung des Verkehrsträgers Schiene geklärt werden", machte der EVG-Vorsitzende deutlich. Dazu müsse der Verkehrsträger Schiene endlich gesamthaft betrachtet werden. Dies insbesondere, da in nächster Zeit wichtige Entscheidungen anstünden, die Bezug aufeinander nähmen, aber stets isoliert getroffen würden. So würden beispielsweise bei der Dividende der DB AG Trassenpreise zugrunde gelegt, die sich in dieser Höhe bei den Regionalisierungsmitteln gar nicht finden würden.
"Die Zeiten, in denen die politisch Verantwortlichen links blinken und rechts abbiegen, müssen vorbei sein", machte Kirchner deutlich. Die EVG fordere für Verkehrsträger Schiene eine klare politische Strategie, die an den Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet sei. Schließlich ständen andernfalls zahlreiche Arbeitsplätze in der Industrie, vor allem aber bei den Eisenbahnen auf dem Spiel.
"Wer den Standort Deutschland stärken will, wer eine Energiewende will, auch um CO² Emissionen zu reduzieren, kann das nur mit mehr Eisenbahn machen - nicht aber mit weniger", so Kirchner
(Pressemeldung EVG, 17.12.14).

Industrie

RechteckBombardier: Wartungsvertrag für Frecciarossa 1000
Der Eisenbahntechnologie-Marktführer Bombardier Transportation hat einen 10-jährigen Vertrag über die Wartung der Trenitalia-Flotte aus 50 V300ZEFIRO-Hochgeschwindigkeits-zügen, die in Italien unter dem Namen Frecciarossa 1000 bekannt sind, geschlossen. Dieser Vertrag - einer der grössten Fahrzeugpark-Wartungsverträge in Italien in den letzten Jahren - wird in Zusammenarbeit mit AnsaldoBreda, einem italienischen Unternehmen für Eisenbahntechnik und Konsortialpartner von Bombardier, erfüllt. Der Anteil von Bombardier Transportation an diesem Vertrag liegt bei 154 Millionen Euro (191 Millionen US-Dollar).
Jean Baptiste Eyemoud, Head of Services Execution, Bombardier Transportation, Western Europe, Middle East, Africa (WMA), erklärte: 'Unser Ziel ist es, die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der neuen Fahrzeuge durch ein geeignetes Präventiv- und Korrekturwartungsprogramm zu gewährleisten, sobald die Fahrzeuge Mitte 2015 in den gewerblichen Betrieb genommen werden. Dieser Vertrag und seine Laufzeit stellen einen grossen Erfolg für den Frecciarossa 1000 dar und werden das langfristige Engagement von Bombardier in Italien festigen." Bombardiers italienisches Service- und Execution-Team ist bereits für die Wartung von mehr als 200 Fahrzeugen im Land verantwortlich.
Der Frecciarossa 1000 wird in Partnerschaft mit AnsaldoBreda gefertigt und ist das neueste Mitglied der Familie der BOMBARDIER ZEFIRO-Hochgeschwindigkeitszüge. Mit einer Höchstgeschwindigkeit im kommerziellen Bahnverkehr von bis zu 360 km/h ist der V300ZEFIRO der schnellste Zug in Europa und sein modernes Hochbeschleunigungssystem verkürzt Reisezeiten selbst auf kurvenreichen Strecken enorm. Dank seiner uneingeschränkten Interoperabilität kann der Zug im grenzüberschreitenden europäischen Bahnverkehr eingesetzt werden, ohne dass Fahrgäste umsteigen müssen. Der V300ZEFIRO kann darüber hinaus für den Einsatz in Schienennetzen in vielen anderen europäischen Ländern angepasst werden.
Bombardier ist einer der führenden Hersteller von Schienenfahrzeugen in Italien und wirkt an einigen der bedeutendsten Eisenbahnprojekte des Landes mit. Hierzu zählen verschiedene Elektrolokomotiven von Trenitalia wie die E464, die ETR500/Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszüge, das automatisierte Personentransportsystem BOMBARDIER INNOVIA 100 für den Flughafen Rom-Fiumicino, die BOMBARDIER FLEXITY-Strassenbahnen für Mailand und Palermo, Antriebssysteme für die neuen U-Bahn-Fahrzeuge in Rom und die in verschiedenen Abschnitten des italienischen Schienennetzes installierten Verkehrsmanagementsysteme (Pressemeldung Bombardier, 17.12.14).

RechteckHSB: Triebwagen 187 011 nach Generalreparatur wieder eingetroffen

Rückkehr und erste Meter des Triebwagens 187 011 mit eigener Kraft am 16.12.2014 im Werkstattgelände in Wernigerode Westerntor. Fotos HSB/Andreas Krause/Dirk Bahnsen.
Am Mittwoch kehrte der Triebwagen 187 011 der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) auf einem Straßentieflader wieder nach Wernigerode zurück. Gemeinsam mit dem Schwester-Triebwagen 187 013 war er im November 2012 zur Fahrzeugwerke Miraustraße GmbH (FWM) in Hennigsdorf bei Berlin überführt und anschließend einer Generalreparatur unterzogen worden.
In den zurückliegenden zwei Jahren erhielten beide Triebwagen im Zuge der entsprechenden Arbeiten bei der FWM jeweils eine vollständig neue Antriebsanlage. Dabei wurde u. a. der bisherige Deutz- gegen einen neuen MAN-Motor ausgetauscht sowie ein hydraulisches Voith-Getriebe eingebaut, welches das verschlissene mechanische Originalgetriebe der Triebwagen ersetzt. Aufgrund der hierfür erforderlichen konstruktiven Anpassungsmaßnahmen an den Fahrzeugkästen sowie langer Lieferzeiten für die Bauteile konnten die entsprechenden Arbeiten erst vor kurzem abgeschlossen werden. Die äußere Optik der fast 60 Jahre alten Triebwagen blieb erhalten, auch im Innenraum präsentieren sich beide Fahrzeuge nach wie vor im historischen, aber aufgearbeiteten Zustand mit den originalen Holzschalensitzen.
Während der heute nach Wernigerode zurück gekehrte 187 011 nach Absolvierung verschiedener Probefahrten vsl. bis Ende Dezember wieder für Einsätze im Harz zur Verfügung stehen wird, ist die Rückkehr des 187 013 aus Hennigsdorf im Laufe des kommenden Januars vorgesehen
(Pressemeldung HSB, 17.12.14).

RechteckSCI Verkehr: Geschäftsklima mit signifikanter Abwärtsentwicklung

Der SCI Global Rail Index basiert auf ca. 100 Meldungen von repräsentativen Unternehmen aus der weltweiten Bahnbranche. Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen.
Die Stimmung führender Unternehmen der weltweiten Bahnbranche, welche durch den SCI Global Rail Index erfasst wird, ist im vierten Quartal des Jahres 2014 erneut gesunken. Die Aussicht auf das nächste halbe Jahr wird zwar überwiegend positiv beurteilt, jedoch ist die Anzahl der pessimistischen Zukunftserwartungen seit dem letzten Quartal erheblich angestiegen. Ein Großteil der befragten Manager erwartet in den nächsten sechs Monaten zudem eine Stagnation bei den Beschäftigtenzahlen. Die Auswirkungen der Konflikte im Nahen Osten sowie die Sanktionen gegen Russland angesichts der Ukraine-Krise tragen neben der schwächelnden Konjunktur in Europa zu einer Verunsicherung in der Bahnindustrie bei
(Pressemeldung SCI Verkehr, 17.12.14).

RechteckThales: Zuschlag für drittes Stellwerk der Berliner U-Bahn
In der Berliner U-Bahn sorgt in Zukunft ein drittes elektronisches Stellwerk von Thales Deutschland für noch mehr Sicherheit. Im Rahmen des Stellwerkserneuerungsprogramms der Berliner Verkehrsbetriebe BVG erhielt Thales den Auftrag für das neue Elektronische Stellwerk Mehringdamm.
"Dieses Projekt ist ein großer Erfolg für unsere neue Stellwerkstechnologie im Nahverkehr", bestätigt Serge Bertrand, Vice President Transportation Systems bei Thales Deutschland. Zu den wesentlichen Vorteilen der neuen Stellwerke des Typs ESTW L90 5 NV zählen neben einem wesentlich größeren Stellbereich auch eine schnellere Störungsbeseitigung und geringe Wartungs-und Instandsetzungskosten.
In Berlin sorgen bereits an den Bahnhöfen Afrikanische Straße und Leopoldplatz der U-Bahnlinien 6 und 9 Elektronische Stellwerke von Thales für den reibungslosen Verkehr. Neben den neuen Elektronischen Stellwerken werden auch alle Relaisstellwerke durch die U-Bahn-Leitstelle der BVG mit dem System Command 900 von Thales Deutschland überwacht. Die Inbetriebnahme für das neue Stellwerk der U-Bahnlinie 6 ist für 2017 geplant (Pressemeldung Thales, 17.12.14).

RechteckVDEI: Präsident Thomas Mainka im Vorstand der Allianz pro Schiene
Der neue Präsident des Verbandes Deutscher Eisenbahn-Ingenieure - VDEI -, Thomas Mainka, wurde bei der Mitgliederversammlung am 11. Dezember 2014 in Berlin in den Vorstand der Allianz pro Schiene gewählt. Mainka folgt damit seinem Vorgänger, Frank Lademann, der den VDEI bisher im Vorstand der Allianz pro Schiene repräsentiert hat. Lademann bleibt weiterhin Vorstandsmitglied und vertritt künftig die Interessen der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).
Vorstandsvorsitzender wurde Alexander Kirchner von der EVG. Sein Stellvertreter ist Michael Ziesack, Bundesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Im neunköpfigen Vorstand des Verkehrsbündnisses sind außerdem: Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Susanne Kortendick, oberste Personalverantwortliche von Bombardier Deutschland, Richard Mergner, Verkehrspolitischer Sprecher des BUND, Wilfried Messner, Bundesvorsitzender der BF Bahnen sowie Herbert Sonntag, Vizepräsident der TH Wildau.
Mainka ist seit dem 17.Oktober 2014 Präsident des VDEI. Der promovierte Bau-ingenieur lebt in Münster, wo er als selbständiger Berater tätig ist. Außer seinem Sitz im Vorstand der Allianz pro Schiene ist Mainka Mitglied im Beirat der Akademie für Baumanagement der Hochschule Münster (Pressemeldung VDEI, 17.12.14).

RechteckVoestalpine: Bahnkompetenzzentrum in Australien gekauft

Fotos voestalpine/Stephen Green.
Der voestalpine-Konzern baut seine globale Führungsposition im Bereich Bahninfrastruktur weiter aus und erwirbt das australische Unternehmen Bathurst Rail Fabrication Center (BRFC). Der Spezialist für hochqualitative geschweißte Schienen, Weichen und Gleiskomponenten beschäftigt rund 60 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 34 Millionen Euro. Mit einem Weichen- und Schienenschweißwerk ist BRFC das zentrale Eisenbahnkompetenzzentrum für Sydney Trains, das wiederum einen Großteil des Bahnnetzes des australischen Bundesstaates Neusüdwales betreibt.
Die voestalpine VAE Railway Systems Pty Ltd., ein Tochterunternehmen der voestalpine VAE GmbH, die als Weltmarktführer in der Weichentechnologie zur Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns gehört, sichert sich mit dem 100%igen Erwerb der australischen Gesellschaft BRFC einen Spezialisten im Bereich Bahnsysteme. Die voestalpine ist in Australien bereits mit zwölf Standorten vertreten, die im Geschäftsjahr 2013/14 einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro erwirtschafteten und 200 Mitarbeiter beschäftigten. Mit dem Erwerb des BRFC baut der voestalpine-Konzern im siebtgrößten Bahnnetz der Welt seine bereits starke Marktposition in der Weichen- und Schienentechnologie weiter aus. Schon jetzt erzielt der weltweit tätige Technologie- und Industriegüterkonzern rund 13 Prozent des Gruppenumsatzes in diesem Segment. Die mit der Akquisition verbundene Erweiterung der lokalen Präsenz birgt gepaart mit dem hochinnovativen Know-how der voestalpine-Gruppe großes Potenzial für künftige australische Nahverkehrsprojekte, aber auch für den wichtigen Schwerlastbereich.
"BRFC gehört zu den fünf größten Bahnsystemanbietern in Australien. Mit dem Erwerb erweitern wir unser Produkt- und Kundenportfolio in Australien in Richtung Personen- und Nahverkehr und bauen unsere bereits jetzt sehr gute Marktposition weiter aus. Durch das angegliederte Schweißwerk ergeben sich zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten innerhalb des voestalpine-Konzerns", so Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Chef der Metal Engineering Division. Mit dem Zukauf in Australien diversifiziert der Konzern auch sein Produkt- und Kundenportfolio. "Wir erweitern damit auch unser Produktangebot auf personenbezogenen Bahnverkehr und erwarten uns im städtischen Infrastrukturbereich neue Partnerschaften", so Kainersdorfer
(Pressemeldung Voestalpine, 17.12.14).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBayern: Pendolino (VT 610) fährt in den Ruhestand
Foto Volker SeidelFoto Volker Seidel
Mit dem großen Fahrplanwechsel am letzten Wochenende wurden die VT 610 - genannt Pendolino - aus dem Verkehr gezogen. Die seit Einführung der RegionalSchnellBahn (RSB) am 31. Mai 1992 im Dienst stehenden - bei Eisenbahnfreunden und Fahrgästen sehr beliebten Triebwagen - erlebten in der Nacht vom 13. auf 14. Dezember 2014 ihre letzten Fahrten. Die offizielle Abschiedsfahrt von Hof nach Nürnberg fand am Dienstag, 16. Dezember 2014 auf der alten RegionalSchnellBahn-Ostbayern-Linie von Hof nach Nürnberg u.z. statt. Während der führende 610 519/019 den Ehrengästen vorbehalten war, konnten im zweiten Teil (610 515/015) viele Freunde des Pendolino die Abschiedsfahrt mitmachen. DB Regio Nordostbayern hatte hierzu extra ein Sonderticket für 20 Euro aufgelegt. Mit dem Eintreffen des Sonder-RE 39501 in Hof am späten Nachmittag des 16. Dezember 2014 ist die Epoche zu Ende: Lebewohl VT 610! Die Fotos entstanden beim Halt in Neuhaus (Pegnitz) und bei der Zwischenabstellung im Verkehrsmuseum Nürnberg. Fotos Volker Seidel, www.mec01.muenchberg.de.
Nach über 22 Jahren und einer Laufleistung von insgesamt rund 100 Millionen Kilometer, das entspricht in etwa 130 mal der Entfernung zum Mond und wieder zurück, verabschiedete sich der Pendolino (VT 610) heute vom Schienennetz in Oberfranken. Seit Sonntag, 14. Dezember, wird er nicht mehr im planmäßigen Zugverkehr eingesetzt.
Bei ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1992 waren sie die ersten Neigetechnik-Züge in Deutschland. Die Deutsche Bundesbahn hatte damals 20 Pendolino für die kurvenreichen nicht elektrifizierten Strecken in Nordostbayern bestellt. Ihr Vorteil: Sie legen sich wie ein Motorradfahrer in die Kurve und können dadurch bis zu 30 % schneller durch die Kurven fahren. Die Züge können in Mehrfachtraktion verkehren und wurden im Verlauf der Strecke geteilt, um verschiedene Ziele anfahren zu können.
Der Pendolino wurde seit seiner Einführung überwiegend auf folgenden Strecken im Regelbetrieb eingesetzt:
• Nürnberg - Hof mit Zugteil nach Bayreuth  
• Nürnberg – Weiden mit Zugteil nach Schwandorf –Regensburg
• Schwandorf – Furth im Wald Hof – Regensburg
Zuletzt waren von den ursprünglich 20 Fahrzeugen noch acht regelmäßig im Einsatz. Sie fuhren vor allem als Verstärkerzüge im Schüler- und Berufsverkehr von Nürnberg nach Schwandorf, Furth i.W. und Neustadt (Waldnaab).
Auf den Strecken des Pendolino verkehren zwischenzeitlich modernere Neigetechnik-Züge der Baureihe 612. Diese im Gegensatz zum Pendolino mit Klimaanlage ausgestatteten Züge fahren im gesamten Bundesgebiet. Im Freistaat verkehren sie zusätzlich zur Region Nordostbayern auch im Allgäu. Aktuell werden die Dieseltriebzüge VT 612 einer "Auffrischungs-Kur" unterzogen. Im Rahmen eines Werkstattaufenthaltes werden alle 52 Fahrzeuge aus Hof und 30 Fahrzeuge aus Kempten bis November 2015 erneuert. Hierbei werden rund 70.000 Euro pro Fahrzeug investiert
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.12.14).

RechteckBayern: Pro Bahn bemängelt fehlende Echtzeitkommunikation
Derzeit fehlt auf vielen Linien eine Echtzeitanzeige der Pünktlichkeit, Anwendungen die auf den DB Systemen basieren funktionieren nicht und bestimmte Fahrten wurden erst einen Tag nach Fahrplanwechsel eingetragen. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert zügige Korrektur und künftig bessere Abwicklung.
Wenn der Bahnkunde heute in's Internet schaute bekam er oft ein geschöntes Bild zu sehen. Kaum ein Zug hatte eine Verspätung. Woran lag dies? Der eine Teil der Züge wurde mit einer +0 (also pünktlich) angezeigt. Davon fuhren die meisten auch pünktlich doch bei einigen kamen die Verspätungsdaten gar nicht erst an. Bei den anderen stand nur ein k.A. (keine Angabe) dahinter, von diesen wurden also gar keine Daten eingespeist. In beiden Fällen liegen aber unterm Strich keine Echtzeitinformationen vor, sprich der Fahrgast muss zum Bahnhof gehen und auf gut Glück hoffen, dass der Zug fährt und dann auch pünktlich ist.
Wiso fehlen nun diese Angaben? Die erste Vermutung war, dass die Wettbewerber der Deutschen Bahn einfach das Angebot abbestellt hätten, da die DB sich die Dateneinspeisung in ihr so genanntes RIS (Reisenden Informationssystem) fürstlich vergolden lässt. Da die Fehler deutschlandweit auftraten und auch Unternehmen der DB betroffen waren (bei der S-Bahn München zeigte das Echtzeitradar nur Sollwerte) ist aber davon auszugehen, dass hier ein technisches Versagen vorliegt, durch den die Bahnen vom RIS abgetrennt wurden.
Ein weiteres Problem war, dass manche Linien, betroffen waren vor allem Busse, zum Fahrplanwechsel noch gar nicht in das System eingetragen waren. Suchte der Kunde am Samstag Abend beispielsweise eine Fahrt für den folgenden Tag von Gerbrunn nach Schweinfurt bekam er nur die lapidare Information, dass in den nächsten 24 Stunden keine Fahrmöglichkeit vorläge. Auf der Fahrplanwebsite der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) war der Bus dagegen aufgeführt und eine durchgängige Verbindung wurd angezeigt. Auf dieser Website können aber keine Fahrten gebucht werden. Also musste man wieder auf die Website der DB zurück und die Zugfahrt für die Teilstrecke neu heraussuchen und buchen.
Beim Fahrgastverband PRO BAHN ist man über die Zustände "not amused". Lukas Iffländer stellvortretender Vorsitzender von PRO BAHN in Bayern bringt das Problem auf den Punkt: "Die Informationsqualität ist nicht dem zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts angemessen und es kann nicht sein, dass nach 179 Jahren Eisenbahn in Deutschland man nicht in der Lage ist, Fahrpläne rechtzeitig zum Fahrplanwechsel bereit zu stellen!" Weiter ergänzt er: "Es darf nicht sein, dass der Kunde sich, um die richtige Information zu bekommen durch zig Apps oder Websites quälen muss oder gar keine Informationen bekommt. Wir von PRO BAHN fordern daher, dass ein deutschlandweit gültiges, unternehmensneutrales System mit garantierter Ausfallsicherheit geschaffen wird und die Verkehrsunternehmen verpflichtet werden, ihre Daten dort mindestens eine gewisse Zeit im Voraus und in Echtzeit zur Verfügung zu stellen, sowie den Verkauf von Fahrscheinen über diese Plattform anzubieten. Es muss gelten, eine Verkaufs- und Informationsplattform, ein Fahrplan, ein Fahrschein, aber alle Verkehre!"
(Pressemeldung Pro Bahn Bayern, 17.12.14).

RechteckBayern: Südostbayernbahn soll Zuschlag für Linienstern Mühldorf erhalten
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, hat den dieselbetriebenen Regionalverkehr im Linienstern Mühldorf im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens freihändig vergeben. Den Zuschlag hat der derzeitige Betreiber der Strecke, die Südostbayernbahn (SOB), erhalten, die zum DB-Konzern gehört.
Zum Wettbewerbsprojekt "Linienstern Mühldorf" gehören die Regionalverkehrsstrecken München Hbf - Mühldorf, Mühldorf - Simbach, Mühldorf - Burghausen, Mühldorf - Rosenheim, Mühldorf - Passau, Landshut (Bay) Hbf - Mühldorf - Salzburg Hbf, Traunstein - Garching (Alz)/Traunreut, Wasserburg (Bf) - Grafing Bf - München Ost, Rosenheim - Prien - Aschau und Traunstein - Waging sowie die Gäubodenbahn Bogen - Straubing - Neufahrn (Niederbay) - Landshut (Bay) Hbf.
"Mit der Vergabe an die SOB sichern wir nicht nur das für Nieder- und Oberbayern wichtige Regionalverkehrsangebot, sondern können zudem auf Teilstrecken einige Verbesserungen realisieren. Nicht zuletzt erhalten wir mit den Bestellungen wichtige Arbeitsplätze in der Region", so Johann Niggl, Geschäftsführer der BEG.
Die BEG sichert mit ihren Vorgaben das bestehende attraktive Fahrplanangebot im Linienstern Mühldorf, das bereits heute einen Stundentakt auf vielen Strecken umfasst. Im Knotenbahnhof Mühldorf wird es auch zukünftig sehr gute Anschlussverbindungen aus allen und in alle Richtungen geben. Das Angebot der SOB ermöglicht es der BEG ab Dezember 2016, das bestehende Fahrplanangebot zudem auf einigen Strecken zu verbessern. So werden Taktlücken zwischen München und Mühldorf geschlossen und ein zusätzlicher Spätabendzug bestellt. Zwischen Grafing Bahnhof und Wasserburg können Fahrgäste einen Stundentakt auch am Wochenende sowie zusätzliche Abendzüge nutzen. Ein zusätzlicher Abendzug zwischen Simbach und Mühldorf, zusätzliche Abendzüge zwischen Mühldorf und Burghausen und eine zusätzliche Fahrt je Richtung am frühen Abend zwischen Mühldorf und Freilassing runden das neue Angebot ab. Auch zwischen Rosenheim und Mühldorf ist ein täglicher Stundentakt mit erweitertem Abendverkehr vorgesehen. Hier sind jedoch noch technische Voraussetzungen zu schaffen.
Die SOB wird im gesamten Netz auch weiterhin die bewährten Dieseltriebwagen der Baureihe VT 628 einsetzen, die seit 1994 sukzessive beschafft wurden. Auf der Strecke München - Mühldorf werden ab Betriebsaufnahme neben diesen Dieseltriebwagen ausschließlich klimatisierte Doppelstockzüge zum Einsatz kommen, die größtenteils mit einem barrierefreien Steuerwagen mit Niederflureinstieg und rollstuhlgerechtem WC ausgestattet sind. Die Doppelstockzüge werden überwiegend mit neuen Diesellokomotiven der Baureihe 245 verkehren, zum Teil auch mit den bewährten Diesellokomotiven der Baureihe 218. Die aktuell eingesetzten Fahrzeuge wird die SOB für die Fahrgäste bis 2016 in einen neuwertigen Zustand versetzen und die Innenräume sowie die Außenhüllen einer intensiven Grundreinigung und Wiederauffrischung unterziehen.
Der Fahrgast muss ohne besonderen Aufwand jederzeit einen Fahrschein kaufen können und an jeder Station umfassende Informationen darüber erhalten, wo Tickets zu erwerben sind. Dazu zählen sowohl Verbundfahrscheine als auch Fahrscheine für Regionalzüge gemäß DB-Tarif. Auch den Verkauf von Fernverkehrsfahrscheinen hat die SOB zugesichert. DB-Tarife und Sonderangebote, wie z. B. das Bayern-Ticket, werden anerkannt. Dies gilt auch für Verbundfahrscheine. Sollten die Verkehrsverbünde erweitert werden, dürfen damit keinerlei wirtschaftliche Nachteile für den Betreiber und keine zusätzlichen Kosten für den Freistaat entstehen. Zudem wird es neu eine Freizeitkarte, und weiterhin zu den bisherigen Konditionen das Traun-Alz-Ticket und das Südostbayern-Ticket geben.
Der personenbediente Verkauf mit jeweils mindestens 70 Stunden pro Woche, davon mindestens 12 Stunden am Wochenende, wird den Fahrgästen in München Hbf, München Ost, Landshut (Bay) Hbf, Straubing, Passau, Rosenheim, Traunstein, Prien am Chiemsee und Mühldorf zugesichert. In Markt Schwaben, Dorfen, Altötting, Grafing Bahnhof, Freilassing und Wasserburg (Inn) wird eine Öffnungszeit von mindestens 45 Stunden pro Woche an Werktagen garantiert, in Burghausen und Vilsbiburg werden es an Werktagen mindestens 35 Stunden pro Woche sein. In Simbach, Pocking, Eggenfelden und Pfarrkirchen wird der personenbediente Verkauf durch die Fahrdienstleiter gewährleistet. Die SOB hat außerdem zugesichert, dass in den personenbedienten Verkaufsstellen die Nahverkehrstarife für die ausgeschriebenen Verkehre und darüber hinaus zu allen deutschen Tarifpunkten sowohl Nahverkehrs- als auch Fernverkehrsfahrscheine (IC/EC, ICE) sowie ausgewählte Auslandsrelationen verkauft werden. Die Einrichtung eines Kundencenters in Mühldorf hat die SOB ebenfalls zugesagt. Dort erhält der Fahrgast weitere Serviceleistungen und Informationen, wie z. B. Fundsachenverwaltung, Auskünfte über touristische Sehenswürdigkeiten oder aktuelle Kultur- und Sportveranstaltungen.
Auch in Sachen Qualität stellt die BEG detaillierte Anforderungen an die Südostbayernbahn. So müssen beispielsweise monatliche und jährliche Vorgaben für die Pünktlichkeit sowie konkrete Vorgaben zur Anschlusssicherung beachtet werden. Eine Teilnahme am BEG-Qualitätsmesssystem ist ebenso obligatorisch wie das Einspeisen von Echtzeitdaten in das "durchgängige elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem" (DEFAS) der BEG. Die Auskünfte werden im BEG-eigenen Auskunftsportal, dem Bayern-Fahrplan - sowohl auf www.bayern-fahrplan.de<http://www.bayern-fahrplan.de/> als auch in der Bayern-Fahrplan-App - zur Verfügung gestellt.
Deutliche Angebotsverbesserungen können Fahrgäste schon vor Inkrafttreten des neuen Vertrages nutzen. So fährt die SOB nach Fertigstellung des Streckenausbaus des sogenannten Filzenexpresses zwischen Wasserburg und Grafing Bahnhof schon seit Fahrplanwechsel im Dezember 2014 an Wochentagen im Stundentakt. Das Angebot wird durch zusätzliche Abendzüge und neue direkte Berufsverkehrszüge zwischen Wasserburg und München ergänzt. Zudem hat die BEG ab Mühldorf nachmittags zwei zusätzliche Fahrten in Richtung Rosenheim bestellt.
Außerdem sollen ab Dezember 2015 - nach Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes Traunstein-Klinikum und einer Neugestaltung des Busverkehrs - zwischen Traunstein und Trostberg zusätzliche Schülerzüge und zwischen Traunstein und Traunreut der bisher nur an Freitagen und Samstagen fahrende Abendzug täglich verkehren. Auf der Strecke von Mühldorf bis Freilassing hängt eine weitere Verdichtung des Angebots unter anderem vom Baufortschritt des Bundesprojektes "Ausbaustrecke 38", dem vollständigen Ausbau inkl. Elektrifizierung der Strecke München - Mühldorf - Freilassing - Salzburg für den Güter- und Personenfernverkehr, ab. Dieses Projekt beinhaltet u. a. den zweigleisigen Ausbau der Teilstrecke Mühldorf - Tüßling, der bis Ende 2017 beendet sein soll. Auf der Strecke Hörpolding - Trostberg - Garching (Alz) wird die BEG bis auf weiteres nur an Wochentagen einzelne Züge bestellen.
Bei dem Verfahren handelte es sich um eine freihändige Vergabe mit vorgeschaltetem Interessensbekundungsverfahren. Wie bei der öffentlichen Ausschreibung konnten sich alle interessierten Eisenbahnverkehrsunternehmen um die zu vergebende Verkehrsleistung bewerben (Pressemeldung BEG, 17.12.14).

RechteckBremen: Fahrgastbeirat jetzt auch in den sozialen Netzwerken aktiv
Der Fahrgastbeirat im Verkehrsverbund Bremen – Niedersachsen ist jetzt auch in den sozialen Netzwerken aktiv. Bereits seit einiger Zeit ist das Kundengremium bei Facebook und Twitter zu finden. Dort sind die beiden Blogs eingebunden, die regelmäßig über Probleme, deren Lösungen oder auch aktuelle Themen rund um den ÖPNV in VBN Gebiet sowie darüber hinaus informiert.
Neben der vollständigen Überarbeitung der Internetseite zum Jahreswechsel 2013/2014 www.Fahrgastbeirat-VBN.de ist dies ein wichtiger Schritt in Richtung eines zukunftsfähigen Kundenparlaments. Die Kunden können das Gremium somit über viele Wege erreichen und Ihre Anliegen loswerden
(Pressemeldung Fahrgastbeirat des VBN, 17.12.14).

RechteckRheinland-Pfalz: DB Netz AG muss 7 Mio. Euro an den SPNV-Nord zurückzahlen
Im Verfahren Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord gegen die DB Netz AG zur Rückforderung der Regionalfaktoren hat das Landgericht Frankfurt am 10. Dezember 2014 ein Urteil zu Gunsten des SPNV-Nord gefällt und damit der Klageforderung in voller Höhe entsprochen.
Infolge der Erhebung der sogenannten Regionalfaktoren waren die Kosten für die Nutzung der Schienenwege, und damit die Kosten im allgemeinen, auf vielen Strecken des SPNV-Nord überproportional gestiegen. Deshalb hatte der SPNV-Nord gegen die DB Netz AG als Betreiberin der Schieneninfrastruktur vor dem Landgericht Frankfurt Klage eingereicht und ist jetzt mit dem Urteil in seiner Rechtsauffassung bestätigt worden. Demnach muss die DB Netz AG nahezu 7 Mio. EUR an den SPNV-Nord zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig
(Pressemeldung SPNV-Nord, 17.12.14).

RechteckSchleswig-Holstein: Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung
Die Planungen zur Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung laufen bei der Deutschen Bahn AG auf Hochtouren. Teil des Planungs- und Genehmigungsprozesses ist eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei werden die Auswirkungen des Infrastrukturprojekts auf Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kulturgüter, sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern untersucht.
Das Scoping-Verfahren stellt sicher, dass alle Belange des Umwelt- und Naturschutzes abgedeckt sind. Im Projekt Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung hat die Bahn als Vorhabenträgerin die Scoping-Unterlage erstellt. In ihr wird beschrieben, welche Untersuchungen für die Umweltverträglichkeitsstudie entlang der geplanten Strecke zwischen Lübeck und Puttgarden notwendig sind. Dabei werden konkret Untersuchungsrahmen und Untersuchungsraum entlang der Linienführung aus dem Raumordnungsverfahren des Landes beschrieben. In den Bereichen, in denen mit erheblichen Natur- und Umweltschutzkonflikten zu rechnen ist (z.B. rechtlich geschützte Natura 2000-Gebiete), wurde der Untersuchungsraum vorausschauend auf mögliche Trassenalternativen erweitert.
Die Unterlagen wurden beim Eisenbahn-Bundesamt als zuständige Planfeststellungsbehörde eingereicht und werden an alle zu beteiligenden Stellen verschickt. Dazu gehören neben den so genannten Träger öffentlicher Belange, wie Behörden, Ministerien, Ämtern und Gemeinden, auch alle anerkannten Natur- und Umweltschutzvereinigungen. Im vorliegenden Projekt werden knapp 100 Institutionen beteiligt.
Im Februar wird das Eisenbahn-Bundesamt zu einem Scoping-Termin einladen. Gemeinsam wird dann auf Grundlage der eingereichten Unterlagen festgelegt, welche Untersuchungen, Gutachten und Betrachtungen für die Umweltverträglichkeitsstudie zu erstellen sind. So wird sichergestellt, dass alle Natur- und Umweltschutzbelange abgestimmt betrachtet werden.
Damit keine Planungszeit verloren geht, startet die Bahn schon im Frühjahr 2015, unter anderem aufgrund der Laichzeit, erste Untersuchungen und Kartierungen.
Mehr Informationen zum Scopingverfahren finden Sie auf den Seiten des Eisenbahn-Bundesamts und zum Projekt Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung auf www.fbq-anbindung.de (Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.12.14).

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Neuerscheinung Anfang Dezember
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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckFeuriger Elias GES
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Am Sonntag dampfte das "Sofazügle" der GES Stuttgart viermal mit der Dampflok 52 7596 auf der Tälesbahn zwischen Nürtingen und Neuffen hin und her. Im Fachwerkstädtchen Neuffen war Weihnachtsmarkt, der zum Verweilen einlud. Der erste bzw. letzte Zug begann bzw. endete in Ludwigsburg, mit Zwischenhalten in Esslingen und Plochingen, somit bestand auch die Möglichkeit eines größeren Tagesausflugs (Harald Becker, 17.12.14).

RechteckPostkartensammlung
Foto Günther KlebesFoto Günther Klebes
In meiner umfangreichen Postkartensammlung fand sich eine Karte aus Frankreich. Seine Nachforschungen ergaben, dass um 1995 im Auftrag der französischen Eisenbahnen ein Siemens-Team mit einem Pendolino eine Vorstellungfahrt durch Frankreich machte. So auch in den Sevennen, wie diese Jubiläumskarte zeigt (Günther Klebes, 17.12.14)
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RechteckRakovník
Foto Martin KubikFoto Martin Kubik
Foto Martin KubikFoto Martin Kubik
Am 13. Dezember fuhr der Dampfzug Sp 7701 aus Praha-Braník nach Křivoklát (Pürglitz) und als Dienstzug nach Rakovník mit Lok 475.179 (Heizhaus Děčín-Bodenbach). Der Zug war sehr gut besetzt. Im Bhf Rakovník wurde ein Videoklip mit 479.179 für ČD a.s. gedreht. Im Heizhaus Rakovník standen Lok 708 009-6 und Kran EDK III/2 (Martin Kubik, 17.12.14).

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LOK Report 01/15

LOK Report Ausgabe 01/15

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Mit der Kamera notiert

RechteckDuisburg Vorbahnhof
Foto Bernd PiplackFoto Bernd Piplack
Am 09.12. standen zwei Personenwagen im Duisburger Vorbahnhof, die aus der Stillstandsreserve aus Hamm kamen. Die Lauffähigkeitsbescheinigung sagt aus, dass die Wagen nach Dunakeszi/Ungarn überführt werden sollen (Bernd Piplack, 17.12.14)
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RechteckFahrplanwechsel auf der KBS 214
Foto Jonathan ChristophFoto Jonathan Christoph
Foto Jonathan ChristophFoto Jonathan Christoph
Foto Jonathan ChristophFoto Jonathan Christoph Fahrplanwechsel auf der KBS 214 zwischen Minden und Nienburg: Wie bereits am Freitag gemeldet, haben seid Sonntag Fahrzeuge der Br 628 von EVB (im Auftrag der DB Regio) den Verkehr der RB 76 zwischen Minden und Rotenburg/Wümme an Wochenenden übernommen. Am Samstag kamen letztmals Wendezüge bespannt mit 111 135 bzw. 143 574 zum Einsatz. Heute verkehrte außerdem die 01 150 vor einem Sonderzug der Bielefelder Eisenbahnfreunde nach Hamburg über die KBS 214, während gestern dort noch mehrere Güterzüge fuhren (Jonathan Christoph, 17.12.14)
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RechteckFahrzeugwechsel auf der S 5/S 8
Foto Joachim GottschlichFoto Joachim Gottschlich
Die bisher auf der strecke Dortmund - Witten - Hagen - Düsseldorf - Mönchengladbach eingesetzten Triebwagen der BR 422 wurden mit dem Fahrplanwechsel am 14.12. durch neue Coradia Continental des Typs 1440 ersetzt. Hier die entsprechenden Fahrzeuge, aufgenommen an einem kalten, aber sonnigen 3. Adventssonntag in Witten Hbf (Joachim Gottschlich, 17.12.14).

RechteckGmunden
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
In Gmunden erreichte um 8.04 Zug 207 mit dem IVB-Triebwagen 320 den Klosterplatz (Gunter Mackinger, 17.12.14).

RechteckLudmillas in Mühldorf
Foto Rainer HartmannFoto Rainer Hartmann
Foto Rainer HartmannFoto Rainer Hartmann
Foto Rainer HartmannFoto Rainer Hartmann
Der Betrieb im Dieselnetz rund um Mühldorf ist derzeit wieder besonders interessant. Nach jahrelanger Pause sind im schweren Güterverkehr auf der Strecke nach Burghausen wieder regelmäßig Ludmillas der Reihe 232/233 eingesetzt.
Bei einem Besuch am 9. und 10.12. bespannten sie zwei Fünftel der Züge, die anderen fuhren mit der Baureihe 247. Dies ergab optisch und akustisch interessante Gegenüberstellungen zwischen der bulligen Maschine aus Lugansk und der durch das englische Lichtraumprofil bedingt zierlicheren Kanadierin.
Zu Recht beliebter Fotopunkt ist (noch) der Bahnhof Tüssling, der im Gegensatz zu inzwischen umgebauten Unterwegsbahnhöfen wie z.B. Kastl noch das Flair der 70er Jahre ausstrahlt. Zwei Formsignalgruppen mit dazugehörigen Stellwerken, Läutewerkschranke und niedrige Bahnsteige bieten für die vielen Züge immer wieder neue Motive. Doch bald sollen auch hier die Bagger rollen im Rahmen des lange geplanten zweigleisigen Ausbaus der Strecke Mühldorf-Tüssling.
Der Personenverkehr wird dort übrigens ausschließlich mit 628-Triebwagen durchgeführt. Erwähnenswert ist noch, dass westlich von Mühldorf im Doppelstockwendezugbetrieb nach München neben den vertrauten 218 zunehmend die neuen 245 zum Einsatz kommen. Der Zufall wollte es, dass bei meiner Anreise nach Mühldorf eine 218 am Zug war, auf der Rückfahrt eine 245, jeweils vor einer Fünf Wagen Dostogarnitur.
So gewöhnungsbedürftig mir das Design der neuen 245 erscheint, so überzeugend war die Anfahrbeschleunigung: eine zwischenzeitliche kreuzungsbedingte Verspätung von mehreren Minuten konnte bis München vollständig ausgeglichen werden (Rainer Hartmann, 17.12.14).

RechteckWien
Foto Paul G. LiebhartFoto Paul G. Liebhart
Foto Paul G. LiebhartFoto Paul G. Liebhart
Seit Sonntag, den 14. Dezember 2014, halten, beginnen und enden Fernverkehrszüge in Wien Hauptbahnhof. Hier die ersten Eindrücke (Paul G. Liebhart, 17.12.14).

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Tanago

Europa

RechteckFinnland: Tetra könnte GSMR im Zugfunk ersetzen

Timo Lehtimäki (Suomen Erillisverkot Oy) und Hans Holmberg (Airbus Defence and Space Oy) signieren den Rahmenvertrag zur Aufrüstung von VIRVE.
Der finnische Betreiber des Tetra-Netzwerks Virve, Suomen Erillisverkot Oy, hat am 16.12.14 einen Vertrag mit Airbus Defence and Space abgeschlossen, um das Bündelfunk-Netz für 30 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren zu erneuern und auszubauen.
Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, will die finnische Staatsbahn VR-Yhtymä Oy das bisherige GSM-R Netz aufgeben und ab 2017 Tetraradio für den Zugfunk benutzen. Die Regierung will dazu 2015 einen Antrag stellen, Tetra in die technischen Spezifikationen mit aufzunehmen.
Die Erneuerung des Tetra-Netzes umfasst wichtige Funktionen des Kernnetzes wie 450 Basisstationen. VIRVE wird in Finnland von staatlichen Sicherheitsunternehmen wie Polizei, Feuerwehr Gesundheit und Ambulanz benutzt. Digitale Bündelfunknetze sind bisher in Europa bei verschiedenen Organisationen im Einsatz und erlauben hohe Datenraten und komplexe Datendienste (Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Suomen Erillisverkot Oy, 16.12.14).

RechteckItalien: Vinschger Bahn wird elektrifiziert
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Die Vinschger Bahn noch ohne Strom unterwegs und in Meran. Fotos Autonome Provinz Bozen-Südtiro, GK.
Die Vinschger Bahn wird elektrifiziert, die konkrete Planung im kommenden Jahr angegangen. Das hat die Landesregierung heute (16. Dezember) beschlossen. An Vorteilen bietet die Elektrifizierung einige: die Erhöhung der Kapazität, leisere Züge, weniger CO2-Ausstoß, einen dichteren Fahrplan und direkte Fahrten zwischen Bozen und Mals.
Pro Jahr befördert die Vinschger Bahn zwei Millionen Fahrgäste und riskiert damit, Opfer des eigenen Erfolgs zu werden. "Sie stößt an ihre Kapazitätsgrenzen", so Mobilitätslandesrat Florian Mussner, der zudem darauf verweist, dass es für eine Verbesserung des Angebots technische Grenzen gebe. Diesem Problem rückt die Landesregierung nun zuleibe: "Schon im Regierungsprogramm ist die Elektrifizierung der Vinschger Bahn ein wichtiger Punkt, heute haben wir nun die technischen Eigenschaften dafür festgelegt und auch die Kostenschätzung gutgeheißen", so Landeshauptmann Arno Kompatscher. Demnach werden die Elektrifizierung und die damit einher gehenden Anpassungen an Bahnhöfen, Strecke und Rollmaterial rund 56 Millionen Euro kosten.
"Das ist selbstverständlich viel Geld, aber auch eine gute Investition: für die Umwelt sowieso, aber auch finanziell", so Landesrat Mussner, der zum Beweis die Berechnungen der Experten anführt: Diese kommen zum Schluss, dass die Elektrifizierung bereits nach sechs Jahren ab Start der Planung im kommenden Jahr wirtschaftlich vorteilhaft sei. Die Vorarbeiten zur Elektrifizierung laufen deshalb schon seit Monaten. So habe man Gespräche mit den Stromversorgern aufgenommen, sogar Form und Aussehen der Masten für die Oberleitung seien bereits mit dem Heimatpflegeverband besprochen worden.
"Die Elektrifizierung wird zudem dazu genutzt, Anpassungen an Strecke und Bahnhöfen vorzunehmen", so Mussner. So müssten Bahnsteige verlängert und an einigen Bahnhöfen Unterführungen gebaut werden, um diese an die neuen Regelungen der Barrierefreiheit anzupassen und die Passagier-Ströme zu entflechten. Zwischen Schlanders und Laas müsse zudem ein zwei Kilometer langer Abschnitt der Strecke ausgebaut werden, damit die Geschwindigkeit der Züge erhöht werden kann. "Das ist die Voraussetzung dafür, den Fahrplan auf der Vinschger Strecke auf einen Halbstundentakt zu verdichten", so der Landesrat.
Die Vorteile der Elektrifizierung seien demnach, so der Mobilitätslandesrat, eine ganze Menge: Der Fahrplan könne verdichtet werden, künftig gebe es einen Halbstundentakt mit allen Halten. Zudem werde die Kapazität der Züge erhöht, und zwar auf bis zu 276 Sitzplätze pro Zug. "Stündlich werden außerdem direkte Züge von Mals bis Bozen fahren, ein Umsteigen in Meran ist nicht mehr nötig", so Mussner, der zudem an die Vorteile für Umwelt und Anwohner erinnert hat: Die Elektrozüge seien leiser als die dieselgetriebenen und durch die Umstellung würden jährlich 7800 Tonnen an Kohlendioxid-Ausstoß eingespart (Pressemeldung Autonome Provinz Bozen-Südtirol, 17.12.14).

RechteckNiederlande: Mansfeld schließt Konzessionsverträge mit NS und Prorail
Die niederländische Verkehrsstaatssekretärin Wilma Mansveld hat am 15.12.14 die für den Zeitraum 2015-25 gültigen neuen Betriebskonzessionsverträge mit Timo Huges, Präsident-Direktor der Staatsbahn NS und Patrick Buck, Präsident-Direktor des Infrastrukturbetreibers ProRail Mansfield geschlossen, die zu einer Verbesserung der Leistung und insbesondere auch der Zusammenarbeit beider Unternehmen führen sollen. 
So soll ProRail Störungen auf der Schiene schneller und transparenter beheben, damit Reisende, Verlader und Spediteure weniger beeinträchtigt werden.  ProRail muss auch sicherstellen, dass sich Güterkunden bei Kapazitätsanfragen, Trassenzuweisungen und Trassengebühren in den Niederlanden an eine einzige Agentur wenden können.
NS und ProRail müssen im Rahmen der Verträge besser miteinander und gemeinsam mit anderen Parteien in der Bahn- und Transportindustrie zusammen arbeiten.  Ziel der besseren Zusammenarbeit, auch mit regionalen Anbietern, ist die Hilfestellung bei Reisen "von Tür zu Tür".
Ferner müssen sich NS und ProRail mehr auf die öffentlichen Interessen konzentrieren. Deshalb hat die Regierung beschlossen, diese soziale Verantwortung zu kontrollieren und jährlich in einem politischen Prioritäten-Brief festzulegen. So soll NS im nächsten Jahr das Reiseinformationssystem in Richtung Tür-zu-Tür-Reisen verbessern und ProRail seine Leistung für die Außenwelt transparenter darstellen. Ebenfalls neu ist, dass die lokalen Regierungen, Verbraucherorganisationen, Verlader und Spediteure jährlich bei der Aufstellung der Jahresprogramme beratend mitwirken.
Die Verträge beinhalten auch Anreize zur Verbesserung der Leistung im Interesse der Reisenden. Wenn NS und ProRail die im jährlichen Verkehrsplan festgelegten Vereinbarungen nicht erfüllen, können sie jeweils mit 6,5 bzw. 2,75 Mio. Euro pro Jahr bestraft werden. Von den Geldbußen müssen die Reisenden profitieren. Die Passagier- und Verbraucher-organisationen können deshalb Vorschläge für die Verwendung der Mittel machen (WKZ, Quelle Ministerie van Infrastructuur en Milieu, 17.12.14).

RechteckÖsterreich: Eilzug auf der Pinzgauer Lokalbahn
Foto Walter StramitzerFoto Walter Stramitzer
Die Einführung von Eilzügen hat, gefördert durch die für eine schmalspurige Stichbahn doch recht lange Verkehrsstrecke - bei zahlreichen (mittlerweile 38) Zwischenaufenthalten - eine Tradition. Schon in der Zwischenkriegszeit hat es einst derartige flotte Züge, gezogen von den damals brandneuen Gepäcktriebwagen der Type 2041/s, gegeben.
Mit Fahrplanwechsel verkehrt an Werktagen außer Samstag wieder ein Eilzug über die Gesamtstrecke der Pinzgauer Lokalbahn. Mit der Abfahrt um 16:50h in Zell am See bedient dieses neue Angebot die Abend-Hauptverkehrszeit - bei besten Anschlüssen von der Giselabahn kommend. Der Eilzug ermöglicht die Bewältigung der Gesamtstrecke der PLB in 1h 05 min (Vergleich: planmäßiger Taktzug 1h 23 min). Das neue Angebot wurde schon am ersten Verkehrstag ausgezeichnet angenommen - der eingeteilte Triebwagen VTs 15 war mit Fahrgästen bestens gefüllt ... (Walter Stramitzer, 17.12.14).

RechteckÖsterreich: Qualitätssiegel für ÖBB-Lehrwerkstätten als TOP-Lehrbetriebe

Als der größte technische Lehrlingsausbilder Österreichs bieten die ÖBB jungen Menschen Top-Entwicklungschancen in vielen Berufen, das wurde nun erneut offiziell besiegelt. Die ÖBB sind mit dem Qualitätssiegel TOP-Lehrbetrieb der Stadt Wien und den Wiener Sozialpartnern ausgezeichnet worden, das gestern Abend feierlich verliehen wurde. Gemeinsam mit den Sozialpartnern Wirtschaftskammer Wien, Arbeiterkammer Wien, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Industriellenvereinigung Wien, hat die Stadt Wien insgesamt 101 vorbildliche Lehrbetriebe ermittelt. Das Zertifikat "TOP Lehrbetrieb" soll die  Bedeutung der Ausbildungsqualität in Wiener Lehrbetrieben unterstützen und hervorheben.
Der ÖBB-Konzern ist nicht nur eines der größten Unternehmen Österreichs, sondern mit mehr als rund 1.800 Lehrlingen auch einer der größten Ausbildungsbetriebe und größter technischer Lehrlingsausbilder in Österreich. Die Lehrlingsausbildung besitzt bei den ÖBB eine lange Tradition, ist staatlich ausgezeichnet und die Lehrabsolventen erreichen Jahr für Jahr zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei Berufswettbewerben. Der hohe Anteil an jährlichen positiven Lehrabschlüssen zeugt von einer hohen Qualität der Ausbildung und der Ausbilder.
"Die Qualität unserer Lehrlingsausbildung liegt uns ganz besonders am Herzen und ich bin überaus stolz, dass unser Engagement in diesem Bereich durch diese Auszeichnung bestätigt wird. Wir werden weiter Top-Lehrbetrieb mit Top-Entwicklungschancen sein, das offizielle Qualitätssiegel bestärkt uns in diesem Vorhaben.", freut sich Prof.Dipl.-Päd. Günter Hell, ÖBB-Bereichsleiter Lehrlingswesen & Technische Erwachsenenbildung
Am 15. Dezember 2014 nahmen Mag. Peter Truhlarovsky, Personalleiter der Rail Cargo Group mit Ausbildungsleiter Prof.Dipl.-Päd. Günter Hell und ÖBB-Lehrlingen die Auszeichnung für das Lehrlingswesen entgegen.
Für die Attraktivität der Lehre spielt die Qualität der Ausbildung eine entscheidende Rolle: Nicht nur für das positive Bestehen der Abschlussprüfung, sondern auch für die zukünftigen beruflichen Entwicklungschancen der Ausgebildeten.
"Eine fundierte und ganzheitliche Ausbildung ist die Basis für zukünftigen beruflichen Erfolg. Es freut uns sehr, dass wir als Rail Cargo Group zu einem der Top-Player in der Lehrlingsausbildung zählen. Unser Lehrlingsprogramm punktet durch die Praxisnähe und Abwechslung. Wir setzen auf eine qualitative und vor allem international ausgerichtete Ausbildung mit vielen Möglichkeiten zur Spezialisierung. Die Herausforderungen bei Aus- und Weiterbildung werden in den kommenden Jahren weiter steigen, sodass wir auch unser Ausbildungssystem permanent weiterentwickeln müssen und werden", so Rail Cargo Group Vorstand Reinhard Bamberger.
Das Top-Ranking bestätigt die Anstrengungen der ÖBB, als attraktiver Arbeitgeber zu punkten und jungen Menschen ein interessantes Ausbildungsangebot zu bieten. Die ÖBB nehmen jährlich rund 500 neue Lehrkräfte auf, wovon heute schon rund 50% im Unternehmen bleiben, dieser Wert soll in den nächsten Jahren auf 80 Prozent gesteigert werden (Pressemeldung ÖBB, 17.12.14).

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