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LOK Report – News von Mittwoch, 27.07.16

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report

Bundesverkehrswege: VDV
kritisiert Schieflage der Schiene

Absatzlinie
Nationalparkbahn fährt
ab 3. August wieder planmäßig

Absatzlinie
EU-Kommission verklagt Griechen-
land, Luxemburg und Rumänien

Absatzlinie
Eine Milliarde für die SNCB
Absatzlinie
Bombardier verspielt in Kanada
das Vertrauen der Besteller

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Alexander Bauer

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckGDL: Verhandlungen zum Flächentarifvertrag mit Abellio Rail aufgenommen
In der ersten Tarifverhandlung mit der Abellio Rail GmbH am 22. Juli 2016 in Frankfurt am Main vereinbarte die GDL den Abschluss eines Flächentarifvertrags für das Zugpersonal (KoRa-ZugTV AB) für die Unternehmen Abellio Rail Mitteldeutschland, Abellio Rail NRW und Abellio Rail Südwest.
Die Verhandlungen sollen bis Mitte Oktober 2016 abgeschlossen sein. Zugleich sollen die Tarifverhandlungen zu den dazugehörigen Haustarifverträgen aufgenommen werden. Bis zum Jahresende soll für jedes Unternehmen das komplette Tarifvertragspaket stehen.
Das Verhältnis zwischen GDL und Abellio war in der Vergangenheit von einigen Spannungen begleitet. Diese wurden jedoch beigelegt. Beide Seiten wollen nicht nur eine Tarifpartnerschaft begründen, sondern auch eine Sozialpartnerschaft aufbauen. Die GDL wird – soweit noch nicht geschehen – in den Unternehmen Tarifkommissionen bilden und mit ihnen die haustarifvertraglichen Forderungen beraten. Außerdem werden die betrieblichen Tarifkommissionen Teilnehmer in die Tarifverhandlungen entsenden.
Es wird nicht einfach, Regelungen zum Flächen- und den Haustarifverträgen abzuschließen. Sehr viele und sehr deutliche Verbesserungen würden damit sofort wirksam werden. Daher müssen möglicher Weise Übergangsregelungen getroffen werden. Aber ganz unabhängig davon – der KoRa-ZugTV AB kommt
(Pressemeldung GDL, 27.07.16).

RechteckVDV: Ausbaugesetze für die Bundesverkehrswege setzen Schieflage zu Lasten der Schiene fort
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat in seiner Stellungnahme zu den Ausbaugesetzen für die Bundesverkehrswege seine Kritik an der Schieflage zu Lasten der Schiene erneuert: "Wie schon im Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan fehlt es auch bei den Entwürfen der Ausbaugesetze an einer konsequenten Schwerpunktsetzung zugunsten der Schiene. Nur mit einer solchen Gewichtung sind die klima- und umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung erreichbar", so VDV-Geschäftsführer Dr. Martin Henke.
Weiteren Nachbesserungsbedarf sieht der VDV bei der absehbaren Unterfinanzierung der Projekte, den fehlenden Nahverkehrsprojekten auf der Schiene, der mangelnden Priorisierung beim Ausbau des Schienennetzes für längere Güterzüge und beim Ausbau der Großknoten. "Zusammengefasst sind die Entwürfe der Ausbaugesetze, genau wie auch der Bundesverkehrswegeplan, geprägt von Unterfinanzierung und mangelnder Priorität für Schienenprojekte. Damit bleiben die Gesetzesentwürfe hinter unseren Erwartungen zurück", so Henke.
Gleichwohl sieht der VDV den systemorientierten Ansatz des Bundesverkehrswegeplans positiv: "Die Ausrichtung auf die Leistungsfähigkeit des Gesamtnetzes bzw. von Korridoren anstatt auf Einzelprojekte ist richtig. Die Ausbaugesetze weisen auf dieser Grundlage fachlich und planerisch deutlich mehr Substanz auf als die Vorgängergesetze. Diesem Ansatz muss im weiteren Gesetzgebungsverfahren aber auch durch entsprechende Veränderungen zugunsten der Schiene Rechnung getragen werden, sonst bleibt es nur beim guten Willen", so Henke abschließend (Pressemeldung VDV, 27.07.16).

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Industrie

RechteckDeutsche Bahn: Oliver Seidl wird neuer Finanzvorstand der Schenker AG
Oliver Seidl wird der neue "Chief Financial Officer" im Vorstand der Schenker AG in Essen. Der Aufsichtsrat der Schenker AG hat ihn in seiner heutigen Sitzung zum frühestmöglichen Zeitpunkt in seine neue Funktion bestellt. Der 53-Jährige ist derzeit Geschäftsführer Finanzen (CFO) bei der Media-Saturn-Holding in Ingolstadt.
Seidl bringt langjährige Erfahrung aus verschiedenen Führungs-positionen im Finanzbereich sowie als Geschäftsführer und Vorstand unter anderem bei börsennotierten internationalen Unternehmen mit. Von 2010 bis 2013 war er Vorstands-vorsitzender der Loewe AG, für die er zuvor mehrere Jahre als Vorstand Finanzen und Dienstleistungen tätig war. In den Vorjahren verantwortete er bei mittelständischen Unternehmen die Bereiche Controlling, Strategie und M&A.
Von 1990 bis 2001 arbeitete Seidl in diversen Funktionen für die Daimler AG in Bremen und Stuttgart, zuletzt als Leiter Konzern-Controlling im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Pkw. Seidl studierte nach seiner Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel an den Universitäten Göttingen und Marburg Betriebswirtschaftslehre und schloss als Diplom-Kaufmann ab.
Bei der Schenker AG löst Seidl den langjährigen Finanzvorstand Dr. Lutz Freytag ab, der das Unternehmen zum 30. November 2016 auf eigenen Wunsch verlässt, um sich anderen Aufgaben zu widmen und Freiräume für seine private Lebensgestaltung zu gewinnen. Dr. Freytag und sein Nachfolger werden einen nahtlosen Übergang sicherstellen.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Richard Lutz, freut sich über die Bestellung von Oliver Seidl: "Wir holen einen ausgewiesenen Experten an Bord, der einschlägige Erfahrungen als CFO international tätiger Unternehmen mitbringt." CEO Jochen Thewes sagt: "Mit seinem breiten Wissen und seiner Persönlichkeit wird Seidl das Vorstandsteam weiter verstärken."
Thewes würdigt ausdrücklich Vorgänger Dr. Lutz Freytag, der die Entwicklung der Schenker AG in den letzten neun Jahren als Finanzvorstand maßgeblich geprägt habe: "Er hat sehr viel für die Schenker AG geleistet. Wir danken Lutz Freytag für seinen immensen persönlichen Einsatz über Jahre und wünschen ihm für seine weitere Zukunft alles Gute." Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates dankt Dr. Freytag herzlich für seine Verdienste. Für die Schenker AG.
Zuvor war Dr. Freytag innerhalb der DB AG von 2004 bis 2008 als Vorstand Finanzen/Controlling für die Railion Deutschland AG in Mainz tätig (Pressemeldung Deutsche Bahn, 27.07.16).

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Aus den Ländern

RechteckSachsen: Nationalparkbahn fährt ab 3. August wieder planmäßig
Am 26. Juni wurden die Gleise der Nationalparkbahn zwischen Sebnitz und Bad Schandau durch starken Regen überspült und durch Erdrutsche und Geröll unpassierbar. Seitdem ist der Zugverkehr unterbrochen. Die DB Netz AG beendet die Sanierung der Strecke am 2. August. Die Züge der Nationalparkbahn fahren ab 3. August wieder planmäßig.
Die Nationalparkbahn wird von der Tschechischen Bahn České dráhy gemeinsam mit der DB Regio AG betrieben. Auf der Strecke zwischen Rumburk und Děčín verkehren Montag bis Freitag neun Züge, am Wochenende acht Züge, in jede Richtung. Für Ausflügler in die Sächsische und Böhmische Schweiz ist die Nationalparkbahn zudem an den Wochenenden in Mikulášovice an die Linie U 27 angebunden, die Anschluss an das Nationalparkzentrum in Krásná Lípa bietet (Pressemeldung VVO, 27.07.16).

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LOK Report 08/16

LOK Report Ausgabe 8/16

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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckSommerfest an der Talstation der Bergbahn am 30. und 31. Juli

Am kommenden Wochenende lädt die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS) gemeinsam mit der Gaststätte "An der Talstation" zum Sommerfest im und am Bahnhof Obstfelderschmiede ein.
Am Samstag ab 18 Uhr wird am Bahnhof Obstfelderschmiede gegrillt und werden leckere Cocktails an der Sommerbar serviert. Musikalische Unterhaltung für Jung und Alt gibt es von den "Albis". Seinen krönenden Abschluss findet der Sonnabend bei einem großen Höhenfeuerwerk mit Musik. Für die Heimfahrt zu später Stunde stehen für einen Umkreis von 10 Kilometern Taxis (gegen Gebühr) bereit.
Am Sonntag geht es ab 10 Uhr mit einem Frühschoppen zur Musik der "Cursdorfer Blaskaplle" weiter. Pünktlich zur Mittagszeit gibt es um 12 Uhr Thüringer Klöße und Rinderroulade. Musikalische Unterhaltung mit den "Albis" und dem Countrysänger Peter Held steht auf dem Programm, zudem gibt es Heidelbeerkuchen und leckeres Eis. Um 15 Uhr findet die Siegerehrung des großen Bergbahn-Fotowettbewerbes statt und ab 17 Uhr werden die Gäste mit einem köstlichen Schwein am Spieß verwöhnt.
Bei schönem Wetter ist an beiden Tagen das beliebte Cabrio im Einsatz. Mit dem Bergbahn-Tagesticket für 12 Euro kann man die Züge der Schwarzatalbahn zwischen Rottenbach und Katzhütte sowie die Bergbahn zwischen Obstfelderschmiede—Lichtenhain und Cursdorf beliebig oft nutzen (Pressemeldung Deutsche Bahn, 27.07.16).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Mit der Kamera notiert

RechteckSparprogramm bei DB-Cargo


Durch Sontheim/Schwaben werden, so Gott will, irdendwann elektrische ICE brausen. Ob dann noch nennenswerter Güterverkehr auf der zukünftigen Ausbaustrecke stattfinden wird, ist allerdings fraglich. 294 826 passiert mit einem gemischten Güterzug - wie aus dem Bilderbuch - auf der Fahrt von Memmingen nach Buchloe am 20.7.2016 gerade die südliche Bahnhofseinfahrt. Eigentlich soll der Zug hier planmäßig eine RB kreuzen, wegen Überlänge fährt man heute aber etwas vor Plan und über das Durchfahrtsgleis, um kreuzungsfrei bis Mindelheim durchzukommen.
Die"Ast Kleiner" an der Günzburger Strecke, wird bei der Hinfahrt nach Memmingen von Mindelheim aus bedient. Dabei bleibt der gesamte für Memmingen bestimmte Wagensatz am Zug. Dieser drückt von Mindelheim in den Anschluß. Hier ist er bereits wieder auf der Rückfahrt nach Mindelheim nachdem man "beim Kleiner" lediglich einen Wagen zugestellt hat. Ebenfalls am 20.7.2016 bespannt die Siemens-Dispolok 223 007 den über Memmingen umgeleiteten Alex Lindau - München in Sontheim/Schwaben.

Exemplarisch für das wieder einmal völlig" kopflose" aktuelle Sparprogramm bei der Gütersparte der DB ist die Situation des Güterverkehrs um Memmingen: Täglich verkehrt hier eine mit 294 bespannte, meist mehr als gut ausgelastete, Bedienfahrt vom Knoten Buchloe nach Memmingen. Auf der Hinfahrt wird, bei Bedarf, der "Anschluss Kleiner" an der KBS 978 Mindelheim - Günzburg bedient, nach Rückkunft in Buchloe wird von dort am frühen Nachmittag nochmals nach Türkheim Bf gefahren und von dort die Papierfabrik Lang in Ettringen am südlichen Teilstück der "Staudenbahn" (ex KBS 984) mit Wagen versorgt.
Im aktuellen "Sparkonzept" erscheinen zur allgemeinen Überraschung neben der Ast "Kleiner" mit wöchentlich 6-10 Wagen auch der Tarifpunkt Memmingen, der im Durchschnitt täglich für ca 8-15 Wagen unterschiedlicher Anschließer sorgt, in der Kategorie 2 (Einschränkung der Bedienung).
Lediglich Ettringen soll - wenn man dem der Liste glauben darf - ohne Einschränkung weiter bedient werden. Auch das überrascht, ist hier das Aufkommen (derzeit noch tägl.4-5 Wagen) durch Verlagerung von Teilen der Produktion der Papierfabrik Lang ins Schwesterwerk nach Schongau schon seit geraumer Zeit rückläufig. Vor Ort wollen gar die Gerüchte über eine mittelfristige Gesamtverlagerung nach Schongau nicht verstummen.
Auch beim ganz unvoreingenommenen Betrachten dieser Fakten drängt sich, ganz von selbst, der Verdacht auf, daß hier derzeit noch starke Tarifpunkte ganz gezielt geschwächt werden sollen, indem man die Kunden durch seltene Bedienung und ungünstige Bedienzeiten vergrault, um sie dann in einem nächsten Schritt irgendwann ganz aufgeben zu können. Ein seit Jahren erprobtes Procedere der DB Güterbahn, das leider bislang noch immer zum zweifelhaften Erfolg geführt hat.
Ein Initiativangebot der Firnengruppe Staudenbahn, die die Infrastruktur nach Ettringen betreibt und bundesweit im Güter- und Bauzugverkehr aktiv ist, die "Memminger Runde" als Subunternehmer mit eigener Lok und Personal zu fahren, wurde von DB Cargo jüngst äußerst brüsk abgelehnt: Man solle sich bitte um die eigene Infrastruktur kümmern und das wirtschaftliche Denken den Fachleuten von DB-Cargo überlassen ... Na dann! (Alexander Bauer, 27.07.16).

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Bahnberufe

Europa

RechteckEU: Kommission verklagt Griechenland, Luxemburg und Rumänien
Die Europäische Kommission hat am 22.07.16 beschlossen, vor dem Gerichtshof der Europäischen Union Klage zu erheben gegen Griechenland,Luxemburg und Rumänien wegen Nichtumsetzung der Richtlinie 2012/34/EU zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums in nationales Recht.
Ziel der Richtlinie ist die Stärkung der Rolle der nationalen Regulierungsstellen für den Eisenbahnsektor, insbesondere was ihre Zuständigkeit für Bahnanlagen, wie z. B. Terminals und Bahnhöfe, anbetrifft. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, ihre Beziehungen zu den Infrastrukturbetreibern über Mehrjahresverträge zu regeln, in denen die gegenseitigen Verpflichtungen in Bezug auf die Zahlungsmodalitäten und die Qualität der Fahrwegbereitstellung für die Eisenbahnunternehmen festgelegt sind. Diese Richtlinie enthält außerdem Vorschriften zur finanziellen Transparenz, damit Eisenbahnunternehmen und Infrastrukturbetreiber über ein getrenntes Rechnungswesen verfügen und getrennte Bilanzen veröffentlichen sowie die Finanzströme kontrollieren.
Um der Richtlinie nachzukommen, mussten die Mitgliedstaaten die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften bis zum 16. Juni 2015 in Kraft setzen. Da Griechenland, Luxemburg und Rumänien dieser Verpflichtung nicht nachgekommen sind, übermittelte die Kommission ihnen im Juli 2015 ein Aufforderungsschreiben und im Februar 2016 eine mit Gründen versehene Stellungnahme. Angesichts der Tatsache, dass die nationalen Umsetzungsmaßnahmen noch nicht erlassen worden sind, hat die Kommission beschlossen, diese Mitgliedstaaten vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen.
Auf der Grundlage des Verfahrens nach Artikel 260 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) wird die Kommission den Gerichtshof ersuchen, ein tägliches Zwangsgeld gegen Griechenland, Luxemburg und Rumänien zu verhängen, bis die Richtlinie vollständig in nationales Recht umgesetzt ist. Die Kommission schlägt ein tägliches Zwangsgeld in Höhe von 30 310,80 EUR fürGriechenland, 8 710,00 EUR für Luxemburg und 29 091,40 EUR für Rumänien vor.
Seit der Veröffentlichung der Richtlinie 2012/34/EU im Dezember 2012 hat die Kommission eine Reihe von Durchführungsbestimmungen erlassen. Durch die Nichtumsetzung der Richtlinie kann der Binnenmarkt fragmentiert und die kohärente Anwendung der erlassenen Sekundärrechtsakte behindert werden.
Wird die Richtlinie nicht oder unvollständig umgesetzt, kann der Gerichtshof ab dem Tag der Verkündung des Urteils oder ab einem anderen vom Gericht festgelegten Datum bis zur vollständigen Umsetzung der Richtlinie ein Zwangsgeld verhängen. Es steht dem Gerichtshof frei, das zu verhängende Zwangsgeld auf eine Höhe und in einer Form festzusetzen, die er für angemessen erachtet, um den Mitgliedstaat zu veranlassen, die Nichterfüllung der sich aus der Richtlinie ergebenden Verpflichtungen zu beenden, doch kann der Gerichtshof nicht über den von der Kommission festgelegten Betrag hinausgehen. Das Zwangsgeld wird anhand einer Formel berechnet, bei der folgende Faktoren multipliziert werden: Faktor für die Schwere des Verstoßes, Dauer des Verstoßes, Faktor "n" (der je nach Mitgliedstaat und unter Berücksichtigung des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP) variiert) und einem Pauschalbetrag, der auf 670 EUR pro Tag festgesetzt ist (Pressemeldung EU-Kommission, 27.07.16).

RechteckBelgien: Eine zusätzliche Milliarde für die SNCB
Der belgische Mobilitätsminister François Bellot (MR) kündigte am 26.07.16 gegenüber der Zeitung Le Soir an, dass die Regierung zusätzliche Mittel in Höhe von 1 Mrd. Euro bereit stellen wird, die die SNVB für Investitionen in die Infrastruktur verwenden soll. "Dies ist eine Investition von einer Milliarde Euro, mehr als das, was erwartet wurde oder im traditionellen Investitionsplan zu erwarten war", sagte er.
Schwerpunkte seien dabei - nach einem Schlüssel Nord/Süd = 60:40 - der Abschluss der Arbeiten am Réseau Express Régional (RER) als "qualitativer Sprung" für das Angebot der Pendler sowie der Zugang zum Hafen von Antwerpen.
Dennoch muss diese Investition noch mit den Regeln für öffentlichen Ausgaben mit der Europäischen Kommission abgestimmt werden. Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) werde dies auf europäischer Ebene vortragen. Die ersten Signale seien positiv.
Laut François Bellot ist diese Milliarde nur der Anfang. "Dies ist ein erster Schritt für eine breitere Strategie für die Mobilität", sagte er. Viel breitere Ziele werden für das Jahr 2017 in Aussicht gestellt: der Brüsseler Tunnel und die Verbesserung der Straßenverkehrs rund um die Hauptstadt und andere große Städte. Mit diesen Investitionen in die Infrastruktur für Mobilität, hofft die Bundesregierung, das Wachstum des Landes ansteigen zu lassen (WKZ, Quelle Le Soir, RTBF, 27.07.16).

RechteckBelgien: Headhunter soll Nachfolger für Jo Cornu finden
Am letzten Mittwoch (20.07.16) hat das Kernkabinett der belgischen Bundesregierung beschlossen, einen Headhunter zu beauftragen, um einen Nachfolger für den CEO der SNCB, Jo Cornu, zu finden, der das Schiff zum 31.08.16 verlassen wird. Der Headhunter soll mögliche Profile bewerten, aber nicht den zukünftigen Chef der Bahn bestimmen. "Am Ende wird die Politik entscheiden", hieß es in der Umgebung des Ministers für Mobilität, François Bellot (MR), der dies selbst nicht kommentieren wollte.
Wie "Le Soir" berichtete, wird Jo Cornu wahrscheinlich nicht bis spätestens 31. August ersetzt werden können. Durch die Länge des Ernennungsverfahrens über einen Headhunter wird die Ausschreibung möglicherweise nicht auf dem öffentlichen Markt durchgeführt. Man hofft deshalb, dass Jo Cornu sein Amt noch 14 Tage länger betreiben könnte (WKZ, Quelle Le Libre, RTBF, 27.07.16).

Europa

RechteckKanada: Bombardier verspielt das Vertrauen der Besteller
Am 25.07.16 berichtete der Toronto Star von einer Klage gegen Bombardier, wenn es weitere Verzögerungen bei der Lieferung von Stadtbahnfahrzeugen für Metrolinx kommt. Eine neue Folge der schlechten Presse wird für das Unternehmen erwartet, dass nach der Beteiligung der Regierung von Quebec in Höhe von 1 Mrd. CAD noch auf eine erhebliche Investition der Bundesregierung wartet.
Metrolinx organisiert den Transport im Großraum Toronto. Die Stadt wartet immer noch auf das erste Stadtbahnfahrzeug - insgesamt 182 wurden im Jahr 2014 als Teil eines Vertrags über 770 Mio. CAD zum Einsatz auf drei neuen Linien bestellt. Bombardier hat derzeit auch zwei weitere Tram-Projekte für die Toronto Transit Commission (TTC) laufen, die bisher nur zum Teil ausgeliefert werden konnten.
"Wiederholte und unverschämte Verzögerungen für die Toronto Transit Commission machen es schwer, Vertrauen in Bombardier zu haben", heisst es beim Toronto Star. Der Toronto Star zeigte auf, dass Metrolinx eine Mahnung an Bombardier geschickt hat, die den Auftakt für rechtliche Schritte sein könnte. Die TTC fordert bereits 51 Mio. CAD für die Verspätungen der Straßenbahn-Lieferungen.
Der Karikaturist Theo Moudakis fing an, Bombardier letzte Woche lächerlich zu machen. Er schlug vor, zwei letzte Woche wegen Trunkenheit verhaftete Piloten der Air Transat bei Bombardier anzustellen. "Herzlichen Glückwunsch! Ihr Jungs haben alle Voraussetzungen für eine glänzende Zukunft als Bombardier-Führungskräfte" (WKZ, Quelle Le Soir, RTBF, 27.07.16).

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