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LOK Report – News von Mittwoch, 21.06.17

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report

Bericht zur Vergabepraxis im
Schienenpersonennahverkehr
Absatzlinie
Bombardier erhält Großauftrag
für das South Western Franchise

Absatzlinie
Zuschlag S-Bahn Rhein-Neckar
an DB Regio erteilt

Absatzlinie
Entwurf Landesmobilitätsplan
Südtirol ist jetzt online

Absatzlinie
Renfe investiert nach langer Pause
wieder in den AVE-Fahrzeugpark

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Torsten Liermann

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBundestag: Bericht zur Vergabepraxis im Schienenpersonennahverkehr
Die zum 1. Januar 1996 erfolgte Übertragung der Zuständigkeit für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf die Länder (Regionalisierung) hat den Wettbewerb in diesem Marktbereich befördert. Zu dieser Einschätzung gelangt die Bundesregierung in ihrem "Bericht zur Vergabepraxis im Schienenpersonennahverkehr nach der Änderung der Vergabeverordnung vom 1. Dezember 2002", der als Unterrichtung (18/12711) vorliegt.
Seit der Regionalisierung sei das Leistungsvolumen im SPNV von 498 Millionen Zugkilometern im Jahr 1993 auf mittlerweile 671 Millionen Zugkilometer im Jahr 2015 gestiegen, was einem Anstieg von mehr als einem Viertel entspricht, schreibt die Regierung. In den vergangenen Jahren habe dabei auch die Wettbewerbsintensität deutlich zugenommen. 2015 hätten die Wettbewerber der Deutschen Bahn AG etwa 30 Prozent der Betriebsleistung erbracht (2002: neun Prozent). Gemessen in Personenkilometern habe der Anteil der Wettbewerber nach Angaben der Bundesnetzagentur im Jahr 2015 bei etwa 22 Prozent gelegen (2002: vier Prozent), heißt es in der Unterrichtung.
Aus Sicht der Bundesregierung ist die positive wettbewerbliche Entwicklung vor allem auf die Weiterentwicklung des vergaberechtlichen Rahmens zurückzuführen. Es seien kontinuierlich Impulse für mehr Wettbewerb gesetzt worden. Wegen der Dauer der Verfahren bis zur Betriebsaufnahme werde die Änderung der Vergabepraxis der zuständigen Behörden jedoch mit deutlicher zeitlicher Verzögerung sichtbar.
Die Wirkung einzelner Maßnahmen, wie die Änderung der Vergabeverordnung (VgV) zum 1. Dezember 2002, lässt sich nach Aussage der Regierung "angesichts der Besonderheiten der SPNV-Vergaben und der Vielzahl der seitdem jedes Jahr durch die Länder durchgeführten Vergabeverfahren im Nachhinein nicht exakt bemessen". Der Wettbewerb werde auch nicht nur durch die vergaberechtlichen Regelungen befördert, sondern auch durch Reaktionen der Aufgabenträger auf die Marktentwicklung, wenn diese beispielsweise Maßnahmen zur Unterstützung der Fahrzeugfinanzierung ergreifen.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Vergabeverfahren durch die öffentlichen Auftraggeber erfolge immer im Rahmen des rechtlich Gebotenen und unter Berücksichtigung der konkreten Situation vor Ort, so dass mittlerweile die wettbewerblichen Verfahren überwiegen würden, heißt es in den Bericht weiter. Durch den Vergaberechtsschutz sei sichergestellt, dass mögliche Verstöße gegen die Vergabevorschriften zeitnah überprüft werden können. Nach Ansicht der Bundesregierung wird das 2016 novellierte nationale Vergaberecht "die Wettbewerbsintensität des SPNV auch für die Zukunft weiter wesentlich absichern" (Pressemeldung Bundestag, 21.06.17).

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Industrie

RechteckBombardier: Großauftrag für Schienenfahrzeuge in Großbritannien
Der führende Bahntechnikanbieter Bombardier Transportation hat einen Vertrag mit FirstGroup und MTR über die Lieferung und Wartung von 750 BOMBARDIER AVENTRA-Wagen unterzeichnet, die beim South Western Franchise in Großbritannien eingesetzt werden sollen. Hierbei handelt es sich um den bislang größten Einzelauftrag für AVENTRA-Züge weltweit.
Der Auftrag hat einen Wert von rund 895 Millionen britischen Pfund (1.1 Milliarden US-Dollar, 1 Milliarde Euro). Zudem wird Bombardier einen Vertrag über die Bereitstellung technischer Services und Ersatzteile (TSSSA, Technical Services and Spares Supply Agreement) für die Dauer der siebenjährigen Franchisevereinbarung unterzeichnen, der im Rahmen der bestehenden Franchiseoption für 11 Laufzeiten verlängert werden kann. Rock Rail, ein in Großbritannien ansässiges Investmentkonsortium für Schienenfahrzeuge, wird die millionenschwere Beschaffung finanzieren.
Steve Montgomery, Geschäftsführer First Rail, sagte: "Wir haben große Pläne für die South Western Railway und dieser Auftrag ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, unseren Fahrgästen ein verbessertes Reiseerlebnis zu bieten. Wir haben unseren Fahrgästen und anderen Interessenvertretern zugehört und wissen daher, dass sie, neben der Leistung, zusätzliche Sitzplätze wünschen. Die werden wir mit diesen modernen Zügen bieten."
Richard Hunter, Geschäftsführer bei Bombardier Transportation in Großbritannien, betonte: "Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Auftrag. Er verdeutlicht das anhaltende Vertrauen in diese marktführenden Schienenfahrzeuge, die in Großbritannien entwickelt und gefertigt werden. AVENTRA bietet eine erhöhte Leistung und Fahrgastkapazität, was bei der Unterstützung von First/MTR im Hinblick auf einen weiteren Fahrgastzuwachs im South Western-Netz eine wichtige Rolle spielen wird. Der Vertrag stützt sich auf unsere eindrucksvollen Referenzen, nachdem AVENTRA für Crossrail und LOTRAIN in London sowie für das East Anglia Franchise ausgewählt wurde. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit mit FirstGroup und MTR weiter vertiefen zu können."
Neben der deutlichen Leistungserhöhung durch innovative Energieerzeugung, beispielsweise dem regenerativen Bremssystem, sorgt der AVENTRA-Elektrotriebzug durch breite Wagenübergänge, 2 Klimaanlage, WLAN, 2+2-Sitzanordnung, an den Sitzen befindliche USB-Buchsen, Universaltoiletten und ein verbessertes Fahrgastinformationssystem für mehr Fahrgastkomfort. Die neuen Züge werden als fünf- und 10-Wagenzüge konfiguriert.
Die FirstGroup- und MTR-Partnerschaft wird das South Western Franchise am 20. August 2017 übernehmen. Die neuen Züge werden auf den Windsor-, Reading- und West London-Nahverkehrslinien ab Dezember 2019 den Betrieb aufnehmen und bis Dezember 2020 komplett ausgeliefert sein (Pressemeldung Bombardier, 21.06.17).

RechteckUsedSoft: Sicherheitsrisiko Cloud - so schützen sich Transportunternehmen
Immer mehr Software-Hersteller bieten ihre Computer-Programme nur noch als Cloud-Lösungen an. Für Unternehmen birgt das erhebliche Sicherheitsrisiken. Es gibt aber eine echte Alternative, die zum Beispiel die Magdeburger Verkehrsbetriebe, der Kärtner Flughafen und die Appenzeller Bahnen nutzen: den Secondhand-Markt für Software.
Unternehmen sind zunehmend gezwungen, Cloud-basierte Software zu nutzen. Wer neue Software braucht, hat immer öfter keine Wahl mehr. Doch die Nutzung der Cloud öffnet der Industrie-Spionage Tür und Tor. So hat z.B. ein US-amerikanisches Bundesgericht geurteilt, dass amerikanische Internetunternehmen den US-Sicherheitsbehörden auch dann Zugang zu E-Mails und gespeicherten Informationen gewähren müssen, wenn diese nicht auf Servern in den USA, sondern im Ausland gespeichert sind. Diesem Problem sind sich viele Unternehmen schmerzlich bewusst: Erst kürzlich hat eine Umfrage des IT-Branchenverbandes BITKOM ergeben, dass 60 Prozent der befragten Firmen einen unerlaubten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten befürchten, wenn sie Cloud-Software nutzen.
Dabei gibt es durchaus eine sichere Alternative: den Software-Gebrauchtmarkt. Hier können Unternehmen weiterhin Software-Lizenzen kaufen, die sie „lokal“ auf ihren Rechnern installieren und nutzen. Damit können sie sicherstellen, dass ihre hochsensiblen Daten auf ihren eigenen Servern mit eigener Firewall vor Cyber-Kriminellen geschützt sind. Ein Angebot, das eine wachsende Zahl von Unternehmen aus der Branche Logistik, Transport und Mobilität für sich entdeckt hat. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & CO. KG haben sich bewusst für Gebraucht-Software des renommierten Anbieters usedSoft entschieden – und damit sogar gespart. „Durch den Kauf von gebrauchten Software-Lizenzen über den Marktführer usedSoft konnten wir, ohne Abstriche bei der Qualität machen zu müssen, rund 30 % sparen – eine lohnenswerte Investition, mit der wir sehr gut ‚gefahren‘ sind“, resümiert Birgit Münster-Rendel, Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe.
Auf dem Gebrauchtmarkt sind auch ältere Versionen erhältlich, die die Hersteller selbst gar nicht mehr anbieten. Den meisten Unternehmen reichen diese nämlich völlig aus, vor allem wenn sie bereits eine ältere Version im Einsatz haben und lediglich Lizenzen aufstocken wollen. Wer beispielsweise Office 2013 Professional nutzt, für den bietet die neuere Version 2016 keinerlei Mehrwert. Im Gegenteil. Wer auf neuere Versionen umsteigt, muss oft neue Rechner kaufen und viel Geld in Schulungen investieren. Wer hingegen seine bewährte Version auf dem Gebrauchtmarkt bezieht, spart beim Kauf 50 % und mehr im Vergleich zur Anschaffung der aktuellen Version. Dies weiß auch Dipl.-Ing. (FH) Uwe Winkler, Referent in der Informationstechnik der Terminal 2 Betriebsgesellschaft: „Wir wollten die Anzahl der Lizenzen einer Software, die bereits bei uns eingesetzt wurde, weiter aufstocken und haben uns deswegen nach möglichen Anbietern umgesehen. Für unsere Anfrage an usedSoft haben wir einfach die entsprechenden Daten in das Internet-Formular auf der Homepage eingegeben und schon binnen weniger Tage lag uns das Angebot per Email vor. Und zwar eines, das deutlich unter dem Preis lag, den wir für Neulizenzen hätten bezahlen müssen.“
Aber auch aktuellste Versionen stehen auf dem Gebrauchtmarkt in großem Umfang zur Verfügung. Da sich Software nicht abnutzt, hat eine gebrauchte Lizenz dabei für den Käufer den gleichen Wert wie eine neue. Rechtlich sind Gebrauchtsoftware-Käufer auf der sicheren Seite – sofern man auf seriöse und renommierte Anbieter setzt: Längst haben Europäischer Gerichtshof und Bundesgerichtshof den Software-Gebrauchthandel grundsätzlich für rechtmäßig erklärt (Pressemeldung UsedSoft, 21.06.17).

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Buch-Neuerscheinung
Willkommen beim LOK Report
Thüringisch-Fränkischer Schieferbergbau

Willkommen beim LOK Report
Band 1: Überblick zu Historie und Technik
Band 2: Oertelsbruch und Staatsbruch - mit Werkbahnen
Schieferbergbau
Schlaglichter aus Band 2:
  • Weltpremiere 1886 für Schmalspur-Zahnradbahn System Abt
  • Fahrzeuge: mit SLM, Henschel, Hagans, Gmeinder, Diema, ...
  • Oertelsbruch 1943-46: Teststätte für V2-Raketentriebwerke
Zu beziehen bei: Verlag Barteld, per E-Post
Telefon/Fax: (03 66 23) 2 33 7 33 /-34

Aus den Ländern

RechteckBW: Zuschlag S-Bahn Rhein-Neckar, Los 2, an DB Regio
Die Nahverkehrsleistungen auf der S-Bahn Rhein-Neckar (Los 2) im Vergabenetz 6b des Landes Baden-Württemberg wurde an die DB Regio AG vergeben. Aufgabenträger sind das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) sowie der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rhein-land-Pfalz Süd (ZSPNV RLP Süd). Da keiner der unterlegenen Bieter während der 10-tägigen Einspruchsfrist einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer gestellt hat, wurde am Dienstag, 20. Juni, seitens der Aufgabenträger der DB Regio AG der Zuschlag erteilt.
Die Betriebsaufnahme mit Neufahrzeugen des Typs "Mireo" der Firma Siemens erfolgt ab Dezember 2020 in zwei Stufen: Die Linien in Baden-Württemberg und dem südlichen Hessen starten im Dezember 2020. Der fast ausschließlich in Rheinland-Pfalz liegende Abschnitt Mannheim – Mainz wird im Dezember 2021 in das Netz integriert. Der dann bis Ende 2034 gültige Verkehrsvertrag umfasst insgesamt rund sechs Millionen Zugkilometer.
Mit dem antriebsstarken Triebfahrzeug vom Typ Mireo der Firma Siemens kommt ein modernes und komfortables Fahrzeug der neuesten Generation zum Einsatz. Alle Fahrzeuge verfügen über einen für die Fahrgäste kostenfreien WLAN-Zugang und sind für einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg an allen Bahnsteigen mit 76 cm Höhe ausgerichtet. Fünf Mehrzweckbereiche im Fahrzeug bieten großzügige Stellflächen z.B. für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen. So sind zukünftig pro Zugeinheit bis zu 26 Fahrradabstellplätze vorgesehen (Pressemeldung Ministerium für Verkehr, 21.06.17).

RechteckHamburg: Trauer um ehemaligen HHLA-Vorstandsvorsitzenden
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz erklärt zum Tod des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der HHLA, Peter Dietrich:
"Mit Peter Dietrich verliert Hamburg eine Unternehmerpersönlichkeit, der Stadt und Hafen viel zu verdanken haben. Ob als Chef der HHLA oder als Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg – sein Wirken ist mit wegweisenden Projekten wie der HafenCity oder dem Bau des Container Terminals Altenwerder verbunden. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie." (Pressemeldung Senatskanzlei, 21.06.17).

RechteckMecklenburg-Vorpommern: Darßbahn und weitere Bahnstrecken jetzt sichern
Die Schweriner Landesregierung versucht derzeit der Öffentlichkeit erneut eine negative Entwicklung der Finanzen für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Mecklenburg-Vorpommern von 2016 bis 2031 darzustellen, indem rund 51,5 Mio. EUR an Regionalisierungsmitteln weniger zur Verfügung stehen sollen, als dies bei einem Weitergehen der bis 2014 gültigen Regelung mit der Zahlung dieser Gelder durch den Bund der Fall gewesen wäre.
Damit begründet das Land Überlegungen für eine mögliche Abbestellung des SPNV zwischen Velgast und Barth zum Dezember diesen Jahres. Tatsächlich fehlt der von der Landesregierung angegebene Betrag von 51,5 Mio. EUR in der Gesamtrechnung von 2016 bis 2031 nicht, da bis zum Anfang des Jahres 2016 bereits mehr als 66 Mio. EUR Rücklagen aus nicht ausgegebenen Regionalisierungsmitteln gebildet wurden. Dies ist aus Unterlagen der Landesfinanzplanung ersichtlich. Diese Rücklagen können nicht einfach ausgeblendet werden und müssen natürlich mitgerechnet werden, so dass sich im Finanzrahmen der insgesamt zur Verfügung stehenden Gelder von 2016 bis 2031 ein leichter Überschuss von rund 14,5 Mio. EUR ergibt.
"Der Fahrgastverband PRO BAHN in Mecklenburg-Vorpommern sieht daher keinerlei Gründe weitere Bahnverbindungen im Land in Frage zu stellen", erklärt der Landesvorsitzende Marcel Drews. Im Gegenteil, der von der Tourismusregion Fischland-Darß gewünschte Wiederaufbau der Darßbahn bis Prerow (in einem ersten Schritt bis Zingst) muss deshalb jetzt angegangen werden und die bestehende Bahnverbindung Vergast - Barth kann erhalten bleiben. Sie ist nicht nur ein wichtiges Bindeglied für den Tourismus, sondern auch für die Lebensqualität der in der Region wohnenden Menschen.
Neben der Darßbahn bedarf es auch einem Erhalt der Südbahn zwischen Waren (Müritz) und Malchow mit einer Wiederdurchbindung bis Parchim. Zudem muss die Landesregierung endlich ihre Hausaufgaben machen und SPNV-fremde Leistungen für den sonstigen ÖPNV von bisher jährlich mehr als 20 Mio. EUR aus landeseigenen Haushaltsmitteln aufbringen. Dann wären auch weitere Bahnprojekte, wie der Wiederaufbau der Karniner Brücke mit der Strecke Ducherow - Swinemünde für eine schnelle Südanbindung Usedoms an Berlin möglich. (Pressemeldung PRO BAHN Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V., 21.06.17).

RechteckSachsen: Eröffnung Video-Reisezentrum in Markkleeberg

Oliver Mietzsch (ZVNL), Frank Bretzger (DB Regio) und OBM Karsten Schütze (von links) bei der Eröffnung des Video-Reisezentrums am Bahnhof Markkleeberg. Oliver Mietzsch testet das neue Video-Reisezentrum.. Fotos ZVNL.
Deutsche Bahn (DB), Stadt Markkleeberg und Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) haben am Freitag (16.06.) das erste Video-Reisezentrum Mitteldeutschlands eröffnet. Es befindet sich im Bahnhof Markkleeberg am Übergang zum neuen Schwimmbad. "In der behindertengerechten Kabine können sich Fahrgäste über Bildschirm, Mikrofon und Lautsprecher von einem Servicemitarbeiter persönlich beraten und informieren lassen und natürlich auch Tickets kaufen. Technische Vorkenntnisse werden dafür nicht benötigt", so Frank Bretzger, Produktmanager bei der DB Regio AG. Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze konnte das nach einem ersten Test bestätigen: "Ein sehr guter Service, der unseren Bahnhof deutlich aufwertet."
Die Bedienung ist denkbar einfach: Der Kunde stellt auf Knopfdruck den Kontakt zu einem Reiseberater in der Video-Zentrale Braunschweig her. Dieser schaltet sich auf den Bildschirm des Video-Reisezentrums. Berater und Kunde sind über Webkamera und Sprachverbindung miteinander verbunden, sodass ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht möglich wird. Der Kunde kann außerdem die Auswahl des Reiseberaters auf einem Monitor neben dem Bildschirm verfolgen. Fahrkarten, Reservierungen und Reiseauskünfte werden sofort ausgedruckt. Abschließend zahlt der Kunde mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte. Ist das Video-Reisezentrum geschlossen, zeigt der Monitor die Öffnungszeiten an. Darüber hinaus steht am Bahnhof Markkleeberg der Fahrkartenautomat ohne persönliche Betreuung weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung.
"Das Video-Reisezentrum kann gerade in kleineren Bahnhöfen eine interessante Alternative zu den klassischen Reisezentren in den Großstädten bieten", würdigte ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch die Innovation der Bahn. "Die Resonanz in Markkleeberg wird zeigen, ob es sich lohnt, weitere solcher Zentren, insbesondere für den ländlichen Raum, für den Raum Westsachsen zu bestellen und einzurichten."
Das Markkleeberger Video-Reisezentrum ist das neununddreißigste im nunmehr neunten Bundesland. Im Osten Deutschlands gab es ein solches Zentrum bislang nur in Demmin, Mecklenburg-Vorpommern (Pressemeldung ZVNL, 21.06.17).

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Bahnberufe

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

Rechteck1111 Jahre Holzkirchen - BOB fährt Dampfzug
Holzkirchen wird 1111 Jahre und das muss gefeiert werden! Zahlreiche Unternehmen beteiligen sich mit einem bunten Rahmenprogramm und auch die Bayerische Oberlandbahn GmbH, die die BOB- und Meridian-Züge betreibt, steuert einige Programmpunkte bei. Unter anderem die feierliche Segnung eines Meridian-FLIRT am 13. Juli um 16:00 Uhr am Bahnhof Holzkirchen.
Besondere Höhepunkte sind jedoch die Fahrten im historischen Dampfzug. Zu verschiedenen Uhrzeiten können Groß und Klein von München Ost nach Holzkirchen, von Holzkirchen nach Rosenheim und jeweils in die Gegenrichtung unterwegs sein. Tickets für Erwachsene gibt es bereits für 11,11 € (einfache Fahrt), Kinder (sechs bis 14 Jahre) zahlen nur 5,55 € für eine einfache Fahrt.
Die Fahrtzeiten des historischen Dampfzugs stehen auf der Webseite der Bayerischen Oberlandbahn GmbH bereit (www.meridian-bob-brb.de). Tickets sind ab Mittwoch, 21. Juni, in den Kundencentern in Holzkirchen, München und Rosenheim erhältlich, sowie im Rathaus von Holzkirchen. Auch am Tag der Fahrt ist das Ticket erhältlich, dann direkt im Zug (Pressemeldung Bayerische Oberlandbahn GmbH, 21.06.17).

RechteckGrubenbahnen in Bad Gastein/Böckstein



Das Gasteiner Tal ist eine uralte Abbaustätte für diverse Erze - vor allem aber für Gold. Der Erzabbau wurde bis Anfang der 1980er Jahre betrieben. Ein Nebenprodukt der Suche nach ergiebigen Lagerstätten ist der Heilstollen Böckstein in welchem seit 1959 statt dem Abbau von Uran und Thorium Patienten Linderung ihrer Beschwerden erfahren. Der offiziell Paselstollen genannte Bergbaubetrieb des Erzbergbau Radhausberg besteht seit 1955 und hat eine Länge von rund 5 km.
Das für den Heilbetrieb der Gasteiner Heilstollen GmbH. genutzte Stollensystem umfasst als Kernstück ca. 2540m Grubenbahn mit 600mm Spurweite. Das Schienenprofil ist vom Typ S 18 - die Bahnanlage umfasst 109 Weichen. Die Patienten haben ausschließlich die Möglichkeit per Bahn die 5 Therapiestationen im Berg zu erreichen. Dazu verfügt der Betrieb über 4 Akkulokomotiven, 26 Personenwaggons - davon 5 für liegende Patienten, 4 Mannschaftswaggons, 2 Notfallwaggons und diverse Loren für den Materialtransport.
Drei der vier Lokomotiven stammen von SIG in der Schweiz und wurden 1982 ( B07ME-PS1H "Panzer") bzw. 1991 (B07SE-PS10 "Tandem") geliefert. Die beiden im Tandem eingesetzten Loks dienen ausschließlich dem Personenverkehr, während die beiden anderen Loks auch Materialtransporte durchführen. Die vierte Lokomotive trägt die Typenbezeichnung ER-III (Hydro) und wurde von Kritzer und dem Erzbergbau Radhausberg als elektrohydraulische Lokomotive konstruiert und gebaut.
Im Ort Böckstein liefert das dortige Montanmuseum weitere wichtige Informationen zum Bergbau im Gasteiner Tal. Dabei darf auch aus eisenbahnhistorischer Sicht nicht auf den Imhofstollen vergessen werden, der von 1911 bis 1945 in Etappen vom Naßfeld nach Kolm-Saigurn vorangetrieben wurde. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges erreichte im Jänner 1945 der erste Zug das Mundloch im Rauriser Tal am Fuß des Sonnblicks. Von 1947 - 1951 und neuerlich 1992/93 wurde öffentlicher Bahnbetrieb im 5 km langen Stollen zwischen den Tälern für touristische Zwecke angeboten. Letztlich scheiterte der Betrieb dieser interessanten Schmalspurbahn an der ablehnenden Haltung der Verantwortlichen in Rauris (Gunter Mackinger, 21.06.17).

RechteckSchulung für Feuerwehren und Hilfsorganisationen bei der HSB

Gemeinsame Schulung für den Ernstfall in der HSB-Einsatzstelle Nordhausen Nord. Foto HSB/Jessica Piper.
Am 17. Juni hat die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) in Nordhausen eine gemeinsame Schulung für die ortansässigen Feuerwehren und Hilfsorganisationen durchgeführt. Hintergrund der durch den Landkreis Nordhausen initiierten Veranstaltung war die umfassende Information über alle im Falle eines Unfalls unter Beteiligung der Eisenbahn zu beachtenden Faktoren.
An der sechsstündigen Veranstaltung nahmen insgesamt sechzig Kameraden der Berufs- sowie Freiwilligen Feuerwehr der Rolandsstadt, der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Harztor, des Technischen Hilfswerks, der Bergwacht Ilfeld sowie des Deutschen Roten Kreuzes aus Nordhausen teil. Die Mitarbeiter der HSB unterrichteten dabei über das bestehende Notfallmanagement des kommunalen Bahnunternehmens, die internen Abläufe sowie über die eingesetzten Fahrzeuge.
In einem praktischen Teil wurde dann in der Nordhäuser Einsatzstelle der Schmalspurbahn an zwei dort täglich eingesetzten Dieseltriebwagen anschaulich unter anderem erklärt, welche Betriebsstoffe benutzt werden, wie das Stromversorgungssystem funktioniert oder welche Notausgänge- bzw. –öffnungsmöglichkeiten bestehen. Entsprechende Erläuterungen wurden auch an einer ebenfalls bereit gestellten Zweisystem-Stadtbahn vom Typ "Combino Duo" der Verkehrsbetriebe Nordhausen GmbH (VBN) gegeben. Diese Fahrzeuge werden seit dem Jahre 2004 im Rahmen des "Nordhäuser Modells" zwischen Nordhausen und Ilfeld eingesetzt (Pressemeldung HSB, 21.06.17).

RechteckTag der Offenen Tür am 1. Juli im DB-Werk Neumünster
Wer einen "Blick hinter die Kulissen" nicht verpassen möchte, sollte den "Tag der Offenen Tür" am 1. Juli im DB-Werk Neumünster nutzen. In der Zeit von 10 bis16 Uhr steht ein buntes Programm für Groß und Klein an. Abgerundet wird die Veranstaltung durch die Kieler Band "Diebesgut" und Helene Nissen, Drittplatzierte des ESC-Vorentscheids.
Neben dem Bühnenprogramm gibt es für Kinder eine Spielmeile mit Hüpfburg, Streichelzoo, Torwandschießen. Kranführerdiplom und vieles mehr. Im DB-Instandhaltungswerk erhalten Interessierte Einblicke in den Arbeitsalltag.
Anbei das Bühnenprogramm:
10.00 – 10.05 Uhr Begrüßung
10.05 – 10.30 Uhr Eisenbahnmännerchor
10.45 – 11.30 Uhr Feuerwehrmusikzug Amt Nortorfer Land
11.35 – 11.50 Uhr Offizielle Eröffnung durch den Werksleiter, Dirk Fischer
11.50 – 12.15 Uhr Aufführung Tanzschule Prasse – Hip Hop       
12.30 – 13.15 Uhr Feuerwehrmusikzug Amt Nortorfer Land
13.30 – 14.15 Uhr Helene Nissen
14.30 – 15.45 Uhr Diebesgut
Das Werk Neumünster ist mit 600 Mitarbeitern einer der größten industriellen Arbeitgeber in Schleswig-Holstein. Zurzeit werden hier 34 junge Leute ausgebildet. Die Hauptaufgabe liegt in der schweren Instandhaltung und dem Umbau von Verbrennungstriebwagen (VT), Elektrotriebwagen (ET) sowie Reisezugwagen (RZW). Gemeinsam mit seinen 11 Partnerwerken gewinnt das Werk Neumünster im internationalen Wettbewerb auch (Projekt-)Aufträge regionaler und ausländischer Bahnen.
Der "Tag der Offenen Tür" findet im DB Fahrzeuginstandhaltungswerk Neumünster, Kieler Str. 119, 24536 Neumünster, Eingang über das Tor 3 (gegenüber vom Netto-Discounter) statt. Der kostenlose Einlass ist ab 9.30 Uhr. Es wird gebeten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen (Pressemeldung Deutsche Bahn, 21.06.17).

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IGE Werrabahn Eisenach e.V.

Mit der Kamera notiert

RechteckBrescia: TreNord-Regionalzugwagen für Badeanzug



Am 15. Juni wartet R 10920 von TreNord im Bahnhof Brescia noch eine Viertelstunde auf seine Abfahrt nach Sesto San Giovanni am "Rasengleis" binario 4. Im Inneren bietet der aus E 464.059 und "carrozze vicinale" ("Nachbarschaftswaggons", also Nahverkehrswagen) gebildete Wendezug als außergewöhnlichen Service im an der Lokomotive gereihten 50 83 20-39 059-6 I-TN einen Schwimmbereich.
Mindestens sieben Sitze verfügen statt Sitzflächen über einen kleinen See, eine Vielzahl angrenzender Sitze ist bei ca. 32 Grad Celsius Außentemperatur gut durchnässt (wassergekühlt). Die Innentemperatur war dabei angenehm kühl, das mittlere Drittel des Fußbodens schillerte unter der landestypischen Emulsion aus Schmutz und Kondenswasser.
Irgendwie hatte sich die Wasserableitung der am Dach montierten Klimaanlage einen eigenen Weg gesucht. Der als "carrozza vicinale" bezeichnete Wagentyp wurde von 1965 bis 1982 gebaut (ab 1972 mit Scheibenbremsen). Es waren die ersten Fahrzeuge mit tiefergesetzten Einstiegen in Italien (auf 600 mm über SOK) und auch einer der ersten Wendezugwagen "semipilota".
Auffällig waren die vierteiligen Falttüren. In der Homepage von TreNord ist diese Wagentype nicht mehr in deren Fuhrparkt enthalten. Das mag daran liegen, dass sie im Dezember 2015 (fünfzehn) im Rahmen eines Willkommensfestes für die neu angelieferten Alstom Coradia Meridian (ETR 526) offiziell verabschiedet wurde (GK, 21.06.17).

RechteckNossen


Unglaublich aber wahr: Der vor nicht allzu langer Zeit noch so wichtige sächsische Eisenbahknoten Nossen, ist seit Dezember 2015 für Reisende nicht mehr auf der Schiene erreichbar. Neben den Güterzügen von DB-Cargo zum Tanklager Rhäsa, verkehren neuerdings aber auch wieder Getreideganzzüge privater EVU zum reaktivierten Tarifpunkt Starbach am der ehemaligen Strecke nach Riesa. Die erst kürzlich vom EVU Pfalzbahn übernommene ex Mühldorfer 217 012 wartet am 13.6.2017 mit einem Getreideganzzug auf die Rückkehr des DB -Cargo Ölzuges aus Rhäsa, um im Anschluss zum dahinter liegenden Bahnhof Starbach zu fahren. Die klassische DB-Diesellok harmoniert hier hervorragend mit der originalen Reichsbahn-Infrastruktur und den alten sächsischen Bahnsteigdächern im langsam ergrünenden Bf Nossen.
Der einst bedeutende sächsische Eisenbahnknoten Nossen, in dem zu DDR-Zeiten sogar Schnellzüge hielten und der noch in den 90er Jahren mit 2 stündlich verkehrenden RE-Zügen an Dresden und Leipzig angebunden war, ist seit ca. 2 Jahren für den Reisenden nur mehr mit dem Schnellbus von Dresden, der über die Autobahn verkehrt, erreichbar. Sein Niedergang ist symptomatisch für den Niedergang der Eisenbahn in den neuen Bundesländern und die Verkehrspolitik im heutigen Freistaat Sachsen:
In Nossen trafen die eingleisige Hauptbahn Leipzig-Döbeln-Meißen-Coswig (-Dresden) und die Nebenbahn Riesa-Nossen-Freiberg-Holzhau (-Moldau )aufeinander, ferner zweigte in Nossen die Schmalspurbahn Nossen-Wilsdruff-Freital-Potschappel ab und machten den Bahnknoten so zum nördlichen Endpunkt des Wilsdruffer Schmalspurnetzes. Interessant ist, daß Nossen bis in die 90-er Jahre, buchmäßiges Heimat BW, der auf den verbliebenen Schmalspurbahnen um Dresden eingesetzten Maschinen war.
Verloren die Teilstrecken Nossen -Freiberg und die Schmalspurbahn nach Freital-Potschappel schon Anfang der 70er Jahre ihren Reiseverkehr (ein Reststück der Schmalspurbahn von Nossen bis Siebenlehn wurde im Güterverkehr noch bis 1974 betrieben), begann der eigentliche Niedergang erst nach der Wiedervereinigung. Nach Stillegung der Strecke von Nossen nach Riesa Ende der 90er Jahre und fortlaufender Ausdünnung des Verkehrs nach Leipzig und Meißen (-Dresden), bestellte der zuständige Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), trotz großer Proteste, zum Planwechsel Ende Dezember 2015, den zuletzt mit 642-Triebwagen abgewickelten Reiseverkehr zwischen Döbeln Hbf und Meißen ab. Geblieben ist seitdem lediglich ein relativ reger Güterverkehr von Coswig zum Tanklager Rhäsa, an der früheren Strecke nach Riesa der noch heute von DB-Cargo abgewickelt wird.
Dass dies heute noch so ist, ist vor allem das Verdienst, der privaten" Riesa-Nossener- Eisenbahncompanie", die Mitte 2016 den Betrieb der gesamten Eisenbahninfrastruktur um Nossen, inclusive der Zulaufstrecken von DB-Netz übernommen hat und sie mit einer relativ kleinen Truppe sehr effektiv betreibt. Beachtlich dabei ist, daß man auch die planmäßig derzeit nicht befahrenen Abschnitte weiter vorhält und bewusst auf Infrastrukturrückbauten verzichtet. So werden beispielsweise die Stellwerke an der Strecke und in Nossen weiter vorgehalten und bei Verkehren eines Güterzuges bedarfsweise besetzt, wobei der Mitarbeiter dann mit dem PKW neben dem Zug herfährt.
Auch erste Erfolge wieder mehr ( Güter-)Verkehr auf die Schiene zu bringen stellen sich gerade ein: So wurde im letzten Jahr, der über 20 Jahre stillliegende Abschnitt vom Tanklager Rhäsa in Richtung Lhommatsch freigeschnitten und bis zum Bf Starbach wieder befahrbar gemacht um dort ein Lagerhaus mit Getreideganzzügen bedienen zu können (Alexander Bauer, 21.06.17).

RechteckStetten bei Memmingen

Reichlich an der neuen Singaltechnik wird im Bf Stetten und in Sontheim gebaut. Ein Bahnhofsgleis in Stetten ist zur Zeit gesperrt. Die Formsignale lassen sich aber immer noch fast ohne Neusignale im Bild umsetzen wie bei 642 132 und 642 216 (Martin Wehmeyer, 21.06.17).

RechteckWiederitzsch

EBS 140 789, 140 815 & 140 772 wurden als 93303 Bad Schandau - Naumburg Hbf in Leipzig Wiederitzsch fotografiert (Torsten Liermann, 21.06.17).

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Tanago

Europa

RechteckItalien: Entwurf Landesmobilitätsplan Südtirol ist jetzt online
Nachhaltig, benutzerfreundlich und mit hohem Qualitätsstandard – das sind die Zielvorgaben für die öffentliche Mobilität in Südtirol laut Landesmobilitätsplan, der weiter auf die Stärkung und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ausgerichtet ist. Die Landesregierung hat den Entwurf des Landesmobilitätsplans am 9. Mai 2017 genehmigt. Innerhalb von 90 Tagen ab Veröffentlichung, also bis zum 15. September 2017, haben Institutionen und Interessierte die Möglichkeit, Einsicht zu nehmen und eventuelle Anregungen, Anmerkungen oder Änderungsvorschläge beim Landesamt für Personenverkehr einzureichen.
"Für die Ausarbeitung des Mobilitätsplanes wurden die aktuelle Situation und die künftigen Erfordernisse in Sachen öffentlicher Nahverkehr genauestens analysiert, wobei eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtig worden sind: die Nutzerfreundlichkeit, die Umweltverträglichkeit, die soziale Inklusion, die strategische Bedeutung für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung und vieles mehr", erklärt Mobilitätslandesrat Florian Mussner. Zentrale Elemente im Mobilitätsplan seien vor allem die Erreichbarkeit und die Vernetzung aller Landesteile, speziell der abwanderungsgefährdeten und touristisch wenig entwickelten Gebiete, sowie Maßnahmen zum Abbau der architektonischen Barrieren, erklärt der Landesrat. "Ziel ist es, die Qualität der Dienste weiter zu verbessern, sodass die öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr zu einer guten Alternative zum Privatauto werden", sagt Mussner.
Der Landesmobilitätsplan beinhaltet die strategischen Ziele und Qualitätskriterien für den öffentlichen Personenverkehr und stellt gemäß Landesgesetz Nr. 15 von 2015 das integrierte Planungs- und Programmierungssystem der Personenverkehrsdienste und der notwendigen Infrastrukturnetze dar. Zusätzlich definiert er die Einzugsgebiete und den Finanzbedarf im Einklang mit den sozioökonomischen Strategien und im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit. Das Hauptaugenmerk des Landesmobilitätsplans gilt der Organisation und Vergabe der außerstädtischen Buslinien, die in Bezug auf Organisation und Finanzierung in verschiedene Kategorien unterteilt werden (Pressemeldung Autonome Provinz Bozen-Südtirol, 21.06.17).

RechteckÖsterreich: Arbeitsgespräch mit dem tschechischen Verkehrsminister
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner traf am Montag, gemeinsam mit dem für Straßenbau zuständigen Landesrat Ludwig Schleritzko den tschechischen Verkehrsminister Dan Tok zu einem Arbeitsgespräch im Schloss Laxenburg. Im Zentrum dabei standen grenzüberschreitende Verkehrsprojekte, wie Mikl-Leitner, Tok und Schleritzko in der anschließenden Pressekonferenz informierten.
Bei ihrer Antrittsrede habe sie gesagt, dass man "in neuen Räumen denken" müsse, führte Landeshauptfrau Mikl-Leitner aus, dass das auch die Zusammenarbeit von Niederösterreich mit seinen Nachbarregionen betreffe. "Mit der Tschechischen Republik verbindet uns eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit", betonte Mikl-Leitner die gute Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, in der Notfallversorgung und im Verkehrsbereich – sowohl auf Straße als auch Schiene. Gerade die Projekte im Verkehrsbereich seien "wichtig für die dynamische Entwicklung Niederösterreichs".
"Wir haben uns heute auf zwei wesentliche Verkehrsprojekte konzentriert", führte die Landeshauptfrau aus, dass die Nordautobahn das Herzstück der niederösterreichischen Verkehrspolitik und wichtig für die Erschließung des Weinviertels sei. Der Abschnitt Schrick-Poybrunn sei Ende des Jahres fertiggestellt worden, als nächstes Stück werde das Teilstück Poysbrunn bis Drasenhofen umgesetzt werden. Begonnen werde damit 2018, 2020 wolle man damit fertig sein, hielt Mikl-Leitner fest, dass man sich dann an der österreichischen Staatsgrenze befinde und auch die Anbindung auf tschechischer Seite wichtig sei.
Der tschechische Verkehrsminister habe mitgeteilt, dass mit der Umfahrung von Mikulov 2018 begonnen werde und alle Vorbereitungsarbeiten dafür eingeleitet worden seien, so Mikl-Leitner.
Zweites großes Projekt, das im Zentrum des Gesprächs gestanden sei, sei die S 3, so die Landeshauptfrau. Von Hollabrunn Richtung Znaim gebe es ein großes Verkehrsaufkommen, betonte Mikl-Leitner, dass die Umfahrung von Znaim wichtig sei. Dieses Projekt bestehe aus drei Abschnitten: "Der erste Abschnitt ist bereits fertig, der zweite Abschnitt ist in Umsetzung und der dritte Abschnitt ist in der Detailplanung", so Mikl-Leitner.
Weiters habe man sich dem öffentlichen Verkehr gewidmet, führte die Landeshauptfrau aus, dass es bei der Franz-Josefs-Bahn, die von Wien über Gmünd bis hin nach Budweis führe, die große Herausforderung an der Staatsgrenze gebe, dass die Zuggäste umsteigen müssten. "Wir wollen, dass die Fahrgäste keinen Zug wechseln müssen", betonte Mikl-Leitner, dass man hier dahinter sei und, dass sie dies auch in ihre Gespräche mit den ÖBB einfließen lassen werde.
Die Landeshauptfrau bedankte sich bei Verkehrsminister Tok "für die wirklich gute Kooperation" und hob hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen den tschechischen Regionen und dem Wald- und Weinviertel bestens funktioniere. Mikl-Leitner bedankte sich auch bei Landesrat Schleritzko, dass er "mit sehr viel Kompetenz" die Projekte im Straßenbereich vorantreibe.
Verkehrsminister Tok bedankte sich herzlich für die Einladung in das wunderschöne Ambiente des Schlosses Laxenburg. Die Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Niederösterreich seien sehr gut, es gebe einen guten Austausch. Tok betonte, dass Tschechien mit Niederösterreich zwei wesentliche Straßenbauprojekte gemeinsam habe und, wie wichtig die Verbindung von Wien nach Brünn über Mikulov sei. Nächstes Jahr werde man mit den Bauvorhaben um Mikulov beginnen. Eine weitere wichtige Verbindung sei jene nach Prag über Znaim. Man werde sich bemühen, dass die gemeinsamen Projekte von Niederösterreich und Tschechien noch mehr Tempo bekämen, so der Verkehrsminister.
Landesrat Schleritzko hielt fest, dass mit den zwei großen Straßenbauprojekten drei wichtige Ziele erfüllt werden würden: Der überregionale Individualverkehr werde noch schneller vonstatten gehen, man erhöhe damit die Lebensqualität der Bürger an den Verkehrsverbindungen und außerdem seien die Projekte wichtig für die Verkehrssicherheit. Schleritzko bedankte sich für die gute Zusammenarbeit Niederösterreichs mit den angrenzenden Kreisen (Pressemeldung Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 21.06.17).

RechteckSpanien: Renfe investiert nach langer Pause wieder in den AVE-Fahrzeugpark
Der spanische Bahnbetreiber Renfe-Operadora hat zwischen 2011 und 2016 insgesamt 285,6 Mio. Euro in das Fahrzeugmaterial für den AVE-Verkehr investiert, wie aus der Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage des sozialistischen Abgeordneten Miguel Angel Heredia hervorgeht. Nach hohen Ausgaben im Jahr 2011 (171,7 Mio. Euro) nahmen die Investitionen von 2012 (51,5 Mio.) über 2013 (28,7 Mio.), 2014 (16,3 Mio.), 2015 (9,1 Mio.) und 2016 (8 Mio.) allerdings kontinierlich ab.
Ein Aufschwung an Investitionen ergab sich erst wieder mit der Bestellung von 15 Zügen bei Talgo (337,5 Mio. Euro) einschließlich der Wartung für 30 Jahre (448,9 Mio. Euro). Der Gesamtauftrag lag mit 786,4 Mio. Euro um 28,2% unter dem ersten Gebotspreis der Ausschreibung. Darüber hinaus hat Renfe mit der Option für den Kauf von 15 weiteren Einheiten und einer umfassenden Wartung über 40 Jahre für 1,495 Mrd. Euro ein um 43% günstigeres Angebot angenommen.
Renfe-Präsident Juan Alfaro hatte Anfang Mai für das Jahr 2017 den Betrag von 266 Mio. Euro für Investitionen in den Fahrzeugpark angekündigt, das sind 93% der gesamten AVE-Investionen in den sechs Jahren zwischen 2011 und 2016.
Demgegenüber sieht der Geschäftsplan der Güterverkehrssparte Renfe Mercancías einen Abbau der Anzahl der Lokomotiven von 319 auf 253 vor. Auf die Frage des Podemos-Abgeordneten Sergio Pascual zum Fortgang des Prozesses hieß es, dass dieser noch durchgeführt werde und die Analyse noch nicht abgeschlossen sei. "Es ist nicht möglich, diese Fragen zu beantworten." Der Verkaufspreis der einzelnen Einheiten hänge vom Ergebnis der technischen Bewertung ab (WKZ, Quelle El Economista, 21.06.17).

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