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LOK Report – News von Mittwoch, 15.10.14

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Aus für den InterConnex

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GDL streikt am Mittwoch

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Ausbau der Bielefelder Stadtbahn
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SJ AB gewinnt Västtågen
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FGV modernisiert seine
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Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Streik

RechteckGDL: Streik vom 15. Oktober um 14 Uhr bis zum 16. Oktober 2014 um 4 Uhr
Die Deutsche Bahn verweigert der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) immer noch inhaltliche Tarifverhandlungen für das Zugpersonal in der GDL Streik in München - trotz zweier dreistündiger und eines neunstündigen Arbeitskampfs, bei denen 90 Prozent der Züge ausfielen oder stark verspätet abfuhren.
Statt über die dringend notwendigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für das Zugpersonal zu verhandeln, wollte die DB die GDL zunächst in ein Kooperationsabkommen mit ihrer Hausgewerkschaft EVG zwingen. Nachdem das nicht funktioniert hat, sollen die Lokomotivführer mit einer nunmehr zweiprozentigen Zulage ruhiggestellt werden. Zugbegleiter, Lokrangierführer, Bordgastronomen, Ausbilder, Trainer/Instruktoren sollen ebenso fallen gelassen werden, wie alle tariflichen Forderungen der GDL: somit gibt es keine Überstundenbegrenzung, keine Arbeitszeitverkürzung, überhaupt keine Verbesserungen bei den Arbeitszeitregelungen, keine Mitarbeiterbeteiligung und auch keinen Beschäftigungsschutz.
Für das Zugpersonal dürfe die GDL laut DB erst dann verhandeln, wenn ein Gesetz zur Tarifeinheit verabschiedet wurde. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: "Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wir die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden." Die GDL wird mit den Tarifverhandlungen für das Zugpersonal jedenfalls nicht warten, bis es irgendwann ein Gesetz zur Tarifeinheit gibt, wie das die DB verlangt. "Wir werden die Wunschträume des Arbeitgebers nicht erfüllen, weil das Zugpersonal dringend bessere Entgelt- und Arbeitszeitregelungen braucht", so der GDL-Bundesvorsitzende.
Die GDL hat deshalb die Lokomotivführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten und Instruktoren/Trainer in allen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) der Deutschen Bahn am morgigen Mittwoch, dem 15. Oktober von 14 Uhr bis zum 16. Oktober 2014 um 4 Uhr zum bundesweiten Streik aufgerufen (Pressemeldung GDL, 15.10.14).

RechteckDeutsche Bahn: Kein Verständnis für erneuten Streikaufruf der GDL
"Die GDL sollte verhandeln statt streiken! Wenn die GDL es ernst meint mit ihrer Kompromissbereitschaft, dann sollte sie mit uns reden. Angesichts der Vielzahl an Angeboten und Vorschlägen, die seitens der Deutschen Bahn an die GDL gemacht worden sind, ist es ein starkes Stück zu behaupten, die DB wolle nicht über Inhalte sprechen. Jetzt zu streiken, ist völlig unverständlich und bringt uns in der Sache nicht weiter. " (Pressemeldung Deutsche Bahn, 15.10.14).

Aus für den InterConnex

Rechteck Veolia: Veolia Verkehr zieht sich aus dem Schienenfernverkehr zurück
Die Veolia Verkehr GmbH wird den Betrieb ihres täglich verkehrenden Fernverkehrszuges InterConnex zwischen Leipzig, Berlin und Rostock/Warnemünde wegen stetig zurückgehender Fahrgastzahlen zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember nach 12 Jahren einstellen. Der letzte Betriebstag des InterConnex wird Samstag, der 13. Dezember 2014 sein.
"Unter den aktuellen Bedingungen ist in Deutschland der Betrieb eines eigenwirtschaftlichen Fernverkehrsangebots auf der Schiene auf Dauer nicht mehr möglich", erläutert Christian Schreyer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Veolia Verkehr. "Wir können mit den parallel verkehrenden Fernbuslinien, die keine Straßenmaut bezahlen müssen, und deren Preisen nicht konkurrieren, wenn zugleich die Gebühren für die Nutzung der Schieneninfrastruktur der Deutschen Bahn (DB) immer weiter steigen. Alleine die an die DB zu zahlenden Infrastrukturkosten für die Fahrt des InterConnex belaufen sich pro Strecke und pro Richtung auf insgesamt 1.700 Euro. Für den InterConnex gibt es - im Gegensatz zum öffentlich geförderten Schienennahverkehr - als eigenwirtschaftliche Fernverkehrsleistung keine finanzielle Unterstützung."
Schreyer weiter: "Ich bedauere sehr, dass wir diese Entscheidung treffen mussten und wir damit auch langjährige Kunden enttäuschen müssen. Aber als wirtschaftlich handelndes Unternehmen können wir nicht Monat für Monat rote Zahlen schreiben." Veolia Verkehr habe zahlreiche Alternativen geprüft, leider ohne positives Ergebnis (Pressemeldung Veolia Verkehr, 15.10.14).

RechteckAllianz pro Schien: Preiskampf mit Fernbuslinien ruiniert Geschäft
Der harte Preiskampf zwischen Bahn und Fernbus hat mit dem Aus für den Interconnex-Zug ein erstes Opfer gefordert. "Für die Reisenden in Deutschland ist das ein trauriger Tag", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Dienstag in Berlin. "Mit dem Veolia-Zug Interconnex verlässt der einzige Konkurrent der Deutschen Bahn im Fernverkehr die Bühne. Solange Fernbusse von der Politik künstlich billig gehalten und von der Mautpflicht befreit bleiben, wird auch kein neuer Anbieter auf der Schiene diesen ruinösen Preiskampf aufnehmen können", sagte Flege. Veolia Verkehr hatte am Vormittag angekündigt, den Fernverkehrszug Interconnex auf der Strecke Leipzig – Rostock zum 13. Dezember einzustellen. Als Grund nannte das französische Unternehmen sinkende Fahrgastzahlen und einen wachsenden Preisdruck durch parallel verkehrende Fernbuslinien, deren Kampfpreise der Interconnex wegen steigender Trassengebühren nicht unterbieten könne.
Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer erinnerte daran, dass die Bundesregierung bei der Liberalisierung des Fernbusverkehrs vor drei Jahren versprochen hatte, dass die Deutschen ab sofort mehr Wahlfreiheit im Fernverkehr haben sollten. Kannibalisierungseffekte zwischen Bahn und Bus habe das Verkehrsministerium ausdrücklich ausgeschlossen. "Diese Versprechen haben sich nicht erfüllt. Die Fahrgäste profitieren nicht von einem Wettbewerb, der systematisch zu Lasten der Bahn verzerrt ist", sagte Flege. "Am Ende haben die Deutschen nicht mehr, sondern weniger Auswahl."
Die Allianz pro Schiene warnte auch vor möglichen Spätfolgen, die das weitgespannte Fernbusnetz für die Infrastrukturpolitik des Bundes haben könnte: "Beim Ausbau des Schienennetzes, kann sich der Bund künftig aus der Verantwortung stehlen", sagte Flege. "Der Fernbus fungiert dann als günstiger Bypass, um Löcher in dem ohnehin unzulänglich ausgebauten Schienennetz nicht flicken zu müssen", kritisierte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. "Die Konsequenz: Die Straßen verstopfen noch mehr als bisher, während der Steuerzahler die Zeche für die mautfreien Billig-Busse zahlen muss."
Angesichts des Interconnex-Rückzuges forderte die Allianz pro Schiene den Bundesverkehrsminister auf, die Fernbusse ab sofort in die Maut-Pflicht zu nehmen. Die im Koalitionsvertrag für 2017 angepeilte Evaluierung des Fernbusgesetzes solle vorgezogen werden. "Der Interconnex ist ein Menetekel: Ein eigenwirtschaftlicher Fernverkehr auf der Schiene ist in Deutschland zur Zeit kaum möglich. Das kann politisch nicht gewollt sein." (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 15.10.14).

RechteckDBV: Ein rabenschwarzer Tag
Ein rabenschwarzer Tag für den umweltfreundlichen Bahnverkehr in Deutschland ist der heutige Dienstag. Die Veolia Verkehr GmbH hat bekanntgegeben, dass sie ihren Fernverkehrszug "Interconnex", der täglich von Leipzig über Berlin nach Warnemünde an die Ostsee fährt, zum Fahrplanwechsel am 13.12.2014 einstellen wird.
12 Jahre fuhr der erste privatwirtschaftlich betriebene Fernverkehrszug in Deutschland. Die Verbindung stand fast jährlich "auf der Kippe", weil er nie im gewünschten Umfang rentabel war. Der Interconnex ist ein Opfer des Bundespolitik geworden, weil sie sich nie ernsthaft um den Wettbewerb im Schienenfernverkehr gekümmert hat und neuerdings den Fernbus lieber den päppelt.
Für den DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg kommt das Aus nicht völlig überraschend. Jetzt bleibt als einzige Möglichkeit für Berliner und Brandenburger zur Fahrt an die Ostsee der Regionalexpress, der aber eher durch Nahverkehrsstandards glänzt. In der Sommer- und Reisesaison heißt das über 2,5 Stunden Fahrzeit mit einer Bequemlichkeit, die an die Hamsterfahrten im Nachkriegsdeutschland erinnert.
Die Bundesländer sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Nach dem Rückzug der DB Fernverkehr sind sie allzuschnell mit der Bestellung eigener Nahverkehrsleistungen eingesprungen. Hier hätte es, Bayern hat es mit dem "Alex" und Niedersachsen mit dem "Metronom" vorgemacht, neuer Konzepte bedurft. Aber Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern waren hierzu nie bereit. Konzepte, bei denen sie solche Verkehre mitfinanziert hätten, hätten letztendlich sogar Geld gespart und tatsächlich die Bahnfahrt attraktiver gemacht (Pressemeldung DBV, 15.10.14).

RechteckDBV: Wettbewerb im Personenfernverkehr als Ziel der Bahnreform ist gescheitert
"Der Wettbewerb im Personenfernverkehr als Ziel der Bahnreform ist gescheitert" So kommentiert der Deutsche Bahnkunden-Verband e.V. das Aus für den privaten Fernverkehrszug InterConnex, der zwölf Jahre lang als preisgünstige und fast genau so schnelle Alternative zum ICE Sachsen, Berlin-Brandenburg und die Ostseeküste miteinander verband.
Die neu entstandene mautbefreite Fernbuskonkurrenz machte dem Betreiber Veolia Verkehr ebenso zu schaffen wie ständig steigende Preise für die Nutzung der durch den de-facto-Monopolisten Deutsche Bahn AG betriebenen Infrastruktur, die die Strecke und die Stationen umfasst.
Diese Nutzungsentgelte für die Schieneninfrastruktur sind auch eine Maut. Zur Gewährung der Chancengleichheit im intermodalen Wettbewerb fordert der DBV eine Befreiung des öffentlichen Personenverkehrs mit Bahnen von Maut, Trassenpreisen und Stationsentgelten. Das wäre ein überfälliges Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr als sozial- und umweltverträgliche Alternative zum Auto.
Die zweitbeste Lösung wäre es, auch die Busse mit einer Maut zu belegen. Damit hätte man wenigstens Chancengleichheit zwischen Bahn und Bus erreicht. Die gegenwärtige einseitige Bevorzugung des Busverkehrs durch die Politik ist durch kein sachliches Argument zu begründen. Vielmehr verhindert sie die Entwickung von Alternativen zur Deutschen Bahn im Personenfernverkehr und schadet dem Verkehrsmittel Eisenbahn insgesamt.
Bei Fortsetzung des gegenwärtigen Kurses ist das Verschwinden der wenigen verbleibenden privaten Fernzüge vermutlich nur eine Frage der Zeit. (Pressemeldung DBV, 15.10.14).

Verkehrspolitik im Bund

RechteckAllianz pro Schien: In Großstädten liegen Bus und Bahn vorne
In Deutschlands Großstädten sind in den vergangenen zwölf Monaten weniger Menschen ins Auto gestiegen als in Bus und Bahn: Laut einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa nutzten in Städten ab 100.000 Einwohnern 81 Prozent der Menschen den öffentlichen Verkehr, und 78 Prozent das eigene Auto. In Deutschland insgesamt rangiert das Auto allerdings weiterhin auf Platz eins der Nutzerskala: 83 Prozent der Bundesbürger haben in den letzten zwölf Monaten ein eigenes Auto genutzt, 70 Prozent fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 68 Prozent mit dem Fahrrad. Mit deutlichem Abstand folgten Taxi (42 Prozent), Motorrad (11 Prozent) und Carsharing (4 Prozent). Für die Mobilitäts-Befragung im Auftrag von Allianz pro Schiene, dem Fahrradclub ADFC, dem Bundesverband CarSharing (bcs) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) befragte Forsa zwischen Juni und August 2014 rund 4000 Bundesbürger zu ihrem Mobilitätsverhalten.
"Die Mobilität in Deutschland macht einen tiefgreifenden Wandel durch. Trendsetter sind hier die Großstädte, deren Bevölkerungsanteil in Zukunft noch weiter wachsen wird", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Dienstag in Berlin. "Dass Bewohner von Berlin und Hamburg inzwischen zu 90 Prozent den öffentlichen Verkehr nutzen und nur noch zu etwa 60 Prozent das eigene Auto, zeigt eine neue öffentliche Mobilitätskultur." Auch bei der Altersstruktur der Nutzer zeige sich dieser Wandel. "Laut Forsa ist der öffentliche Verkehr in Deutschland aufs Jahr gesehen jetzt schon die Nummer eins bei den unter 30-Jährigen", sagte Flege. "Hier wächst eine neue Generation heran, die nicht mehr auf den Autobesitz fixiert ist." Flege betonte, dass die Befragten die Verkehrsmittel Bahn, CarSharing und Fahrrad nicht als Konkurrenzangebote aufgefasst hätten, sondern als Ergänzung. "Es ist bemerkenswert, dass bei den CarSharing-Nutzern die größte Überschneidung mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel festzustellen ist."
Auch Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbandes CarSharing, strich die sich wandelnde Mobilitätskultur in Deutschland heraus. "CarSharing nutzen bislang nur vier Prozent der Befragten über 18 Jahre, und der Schwerpunkt dieser Nutzung sind die Großstädte, in denen die CarSharing-Dichte besonders hoch ist. Das verspricht uns auch in Zukunft hohe Wachstumsraten." Laut Forsa gehört CarSharing zu den Verkehrsangeboten, bei denen sich die Nutzungshäufigkeit besonders gut entwickelt. "Rund ein Drittel der CarSharing-Nutzer gaben an, Car-Sharing häufiger als im Vorjahr genutzt zu haben", sagte bcs-Chef Loose. "Viele Nutzer sind junge, gut vernetzte Großstädter, die auch Bahn und Bus gegenüber aufgeschlossen sind. Damit sind wir ein wichtiger Mosaikstein innerhalb der neuen Mobilitätstrends."
Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), verwies auf die steile Karriere des Fahrrads bei den Nutzerzahlen. "Das Fahrrad hat sich hinter dem Auto und dem öffentlichen Verkehr als die dritte große Säule der Alltagsmobilität etabliert", sagte Stork. Wachstumszentren der Fahrradmobilität seien laut Forsa die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, aber auch kleinere Städte mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern. Bei den Radfahrern weise die Nutzungshäufigkeit einen positiven Saldo auf. "Verkehrspolitisch interessant ist für uns, dass die Fahrradnutzer überdurchschnittlich häufig auch Bahn und Bus nutzen", sagte Stork. Hier habe die Politik Nachholbedarf.
Marion Jungbluth, Verkehrsexpertin bei dem Verbraucherzentrale Bundesverband, stellte fest, dass gegenwärtig die Kosten für Mobilität für einen Großteil der Deutschen kein Thema zu sein scheint. "Nur fünf Prozent der Befragten haben aus Kostengründen auf Fahrten verzichtet", sagte Jungbluth. Allerdings sei der Anteil der Menschen, die auf Mobilität verzichtet hätten bei der Gruppe mit einem geringeren Einkommen mit 13 Prozent deutlich höher. "Um Kostensteigerungen bei den Verbrauchern, die nicht nur für Kraftstoffe sondern auch für den öffentlichen Verkehr zu erwarten sind, abfedern zu können, bietet sich das Konzept der Nahmobilität an, das eine moderne am Menschen orientierte Siedlungsplanung vorsieht: Wenn alle wesentlichen Ziele im Alltag zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Verkehr erreichbar sind, ist das der beste Schutz vor steigenden Mobilitätskosten. Wir brauchen eine auch in Zukunft bezahlbare Mobilität, die gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und keine Gruppe der Gesellschaft ausschließt", sagte Jungbluth (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 15.10.14).

RechteckBMVI: Reformkommission Großprojekte tagt
Am Dienstag kam die Reformkommission Großprojekte unter der Leitung von Bundesminister Alexander Dobrindt zu ihrer vierten Sitzung zusammen. Ziel der Arbeit der Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Verbänden ist es, strukturelle Probleme bei großen Bauprojekten zu identifizieren und Vorschläge zu erarbeiten, wie Zeit- und Kostenpläne bei großen Bauprojekten künftig eingehalten werden können. Der Bericht soll 2015 vorgelegt werden. Thema der heutigen Sitzung war das Risiko- und Kostenmanagement.
Alexander Dobrindt: "Kein Bauprojekt ist ohne Risiken. Sie sind aber beherrschbar, wenn sie frühzeitig identifiziert und systematisch gemanagt werden. Mögliche Risiken wie zum Beispiel Klagen gegen ein Projekt und damit verbundene Verzögerungen, geologische Besonderheiten und damit verbundener Aufwand für Alternativplanungen oder die Risiken innovativer, unerprobter Technik müssen über die gesamte Dauer des Projekts solide in die Planung einbezogen werden. Durch Risikopuffer und professionelles Risikomanagement können Kosten- und Zeitpläne verlässlicher eingehalten werden. Wir werden bei größeren Projekten der Verkehrsinfrastruktur künftig moderne Risikomanagementmethoden anwenden."
Vorgestellt werden die in der letzten Sitzung zum Thema Digitalisierung des Bauens angekündigten Pilotprojekte. An diesen Projekten werden moderne digitale Planungsmethoden (Building Information Modeling, BIM) in der Praxis erprobt.
Alexander Dobrindt: "Große Bauprojekte werden immer komplexer. Die Anforderungen an technische Qualität, Umweltschutz und Bürgerbeteiligung steigen. Modernstes, digitales Bauen kann helfen, Kosten- und Zeitpläne im Griff zu behalten. Mit vier Pilotprojekten testen wir die Potenziale der Digitalisierung jetzt in der Praxis und werten die Erfahrungen wissenschaftlich aus." (Pressemeldung BMVI, 15.10.14).

RechteckBundestag: Unrecht bei EEG-Umlage betrifft nicht nur Verkehrsunternehmen
Im Zusammenhang mit der EEG-Umlage sehen die deutschen Bäcker ein "hohes Maß an Ungerechtigkeit am Markt". Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks, Armin Werner, am Montag vor dem Petitionsausschuss. Während Produzenten von industriell gefertigten Teiglingen, die tiefgefroren ausgeliefert später in Discount-Backshops aufgebacken werden, von der Umlage zur Förderung des Ausbau der Erneuerbaren Energien befreit seien, hätten kleine Bäckerbetriebe durch die EEG-Umlage Kostensteigerungen bis zu 1.422 Prozent zu verkraften, sagte Werner bei der Vorstellung einer Petition des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks. Darin wird gefordert, "schnellstmöglich zu einer Finanzierung der Energiewende aus Mitteln des Bundes überzugehen - ohne dass es zu einer zusätzlichen Belastung der Verbraucher und Unternehmen kommt".
Um im Wettbewerb mit großen Teigling-Produzenten bestehen zu können, bräuchte man faire Rahmenbedingungen, sagte Werner. Als "sachgerecht" bewertete er die Anfang des Jahres von der bayrischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ins Spiel gebrachte kreditfinanzierte Fondlösung für die EEG-Umlage. "Wir brauchen eine Deckelung als einen verlässlichen Wert, damit die Betriebe planen können", sagte Werner.
"Wir haben darüber nachgedacht, sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Fondlösung nicht funktioniert", machte hingegen die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries (SPD), deutlich. Die benötigten Summen wären nicht einzusammeln, was die Sorge mit sich brächte, "dass es am Ende doch der Haushalt zahlen muss". Auch eine Steuerförderung für erneuerbare Energien lehnte Zypries ab. "Das ist für uns kein Weg."
Auf Nachfrage erläuterte die Staatssekretärin, weshalb einige größere Teigling-Produzenten auf der Liste der von der Umlage zu befreienden Unternehmen stünden und kleinere Bäckereien nicht. Entscheidend sei, ob es ein stromkostenintensives Unternehmen ist, das im internationalen Wettbewerb steht. "Das ist beim kleinen Bäcker um die Ecke in aller Regel nicht der Fall", sagte sie (Pressemeldung Bundestag, 15.10.14).

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Industrie

RechteckDeutsche Bahn: Internationale Konferenz zur Eisenbahnsicherheit eröffnet
Die 24. International Railway Safety Council (IRSC) ist am Montag in Berlin eröffnet worden. Die renommierte internationale Konferenz zur Eisenbahnsicherheit wird zum ersten Mal gemeinsam von der Deutschen Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt ausgerichtet. Zu den hochrangigen Teilnehmern gehören Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, Dr. Gerald Hörster, Präsident des Eisenbahn-Bundesamtes sowie die DB-Vorständin für Technik und Umwelt, Dr. Heike Hanagarth und Jean-Piere Loubinoux, Generaldirektor des Internationalen Verbandes der Eisenbahnen (UIC).
Ziel des IRSC ist es, in einem weltweiten Expertennetzwerk das Thema Eisenbahnsicherheit umfassend zu erläutern und von den gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren, um möglichen Gefahrentrends frühzeitig zu begegnen.
Die diesjährige Tagung des IRSC, die bis zum 17. Oktober dauert, steht unter dem Motto: "Eisenbahnsicherheit in Zeiten des Wandels". Die Sicherheitsexperten von Eisenbahnen, Aufsichtsbehörden und Verbänden erläutern unter anderem das Schwerpunktthema "Methoden zum Erhalt des Wissens über Eisenbahnsicherheit".
"Die Globalisierung macht vor dem Eisenbahnsektor nicht Halt. Deshalb wird der internationale Austausch zur Sicherheit im Bahnbetrieb immer wichtiger, denn die Sicherheit im Schienenverkehr steht über allem", so Dr. Rüdiger Grube.
Die Eisenbahn ist in Deutschland das mit Abstand sicherste Landverkehrsmittel. Die Zahl der Unfälle aller Bahnunternehmen, die dem Internationalen Eisenbahnverband UIC angeschlossen sind, ist seit 2006 um 20 Prozent rückläufig.
Weitere Themen des IRSC sind Auswirkungen standardisierter Sicherheitsmanagement-systeme auf den Eisenbahnverkehr und Instrumente für die Verbesserung von Eisenbahnsicherheit (Pressemeldung Deutsche Bahn, 15.10.14).

RechteckVABU: 4. Anschlussbahn-Fachtagung
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Mit 160 Teilnehmern war die diesjährige Fachtagung der VABU außerordentlich gut besucht. Bei der nachmittäglichen Fahrt mit der Himmelstreppe konnten die Teilnehmer das Betriebszentrum Laubenbachmühle von oben betrachten.
Am 17. Oktober 2013 diskutierten namhafte Referenten im Betriebszentrum Laubenbachmühle (NÖ) über Bahninfrastruktur, Bahnbetrieb und Eisenbahnrecht für Anschlussbahnen.
Die Fachtagung, die alle wichtigen Themen rund um den Betrieb von Anschlussbahnen abdeckt, wurde 2011 vom Verband für Anschlussbahnunternehmen (VABU) ins Leben gerufen und findet jedes Jahr im Herbst statt. Die mittlerweile dritte Anschlussbahn-Fachtagung fand auf Einladung der NÖVOG am 17. Oktober im Betriebszentrum Laubenbachmühle statt – ein optimaler Rahmen für die Veranstaltung, die diesmal mit 160 Teilnehmern außerordentlich gut besucht war. Die NÖVOG wurde 1993 gegründet, um eine gute öffentliche Anbindung aller Regionen an die Landeshauptstadt St. Pölten zu gewährleisten. Mit der Übernahme der Neben- und Anschlussbahnen durch das Land Niederösterreich und deren Eingliederung in die NÖVOG im Jahr 2010 wurde aus einer strategischen Einheit ein operatives Eisenbahnunternehmen.
Die diesjährige Tagung thematisierte verkehrspolitische Auswirkungen sowie zukünftige Anforderungen für die Anschlussbahnen. Denn die Anforderungen an die Sicherheit von Eisenbahnen verändern sich in Europa stetig, was zu laufenden Änderungen der europäischen und nationalen Gesetze führt und den Informationsbedarf der Eisenbahnen erhöht. Zudem sind Bau, Betrieb und Instandhaltung von Eisenbahninfrastrukturen sehr aufwendig und kostenintensiv. Wissenslücken können gravierende Auswirkungen für die Eisenbahnen haben. Ein Schwerpunkt war die Diskussion über den Generalverkehrsplan-Plan und dessen Auswirkungen auf die ÖBB-Infrastruktur und deren Anschlussbahnen. Die Rail Cargo Austria (RCA) berichtete über die zukünftige Bedienung in Österreich sowie den Stellenwert von Anschlussbahnen im Güterverkehr. Besonders interessant in diesem Zusammenhang war der Blick über die Grenze nach Deutschland, wo die Anschlussbahn-Landschaft in den letzten Jahren stark reduziert wurde, was auch Auswirkungen auf den gesamten Güterverkehr hat und nicht zuletzt auch die Verlagerung von Transporten von der Schiene auf die Straße begünstigt.
Seitens des Verbandes wurde über die laufenden Aktivitäten berichtet. Die Überarbeitung des Infrastruktur-Anschlussbahn-Vertrages mit der ÖBB Infrastruktur wird demnächst abgeschlossen. Dieser Mustervertrag regelt wichtige Parameter rund um die Vernetzung zwischen Infrastruktur und Anschlussbahn. Der Bedienvertrag mit der Rail Cargo Austria wurdeebenfalls in den letzten Monaten neu überarbeitet und bei der Tagung präsentiert. Die neue Vereinbarung zielt vor allem auf die Partnerschaft zwischen Anschlussbahn-Unternehmen und bedienendem Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ab. Eine angeschlossene Fachausstellung von Dienstleistern und Herstellern rundete das Informationsangebot ab.
Die Anschlussbahnen sind das Rückgrat des Güterverkehrs: Zwei Drittel des Güterfrachtvolumens werden auf Schienen und somit über die Anschlussbahnen befördert. Hauptziele des Verbandes für Anschlussbahnunternehmen (VABU) sind neben der Interessensvertretung die Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene durch Ressourcenöffnung, Sichern der Kostenwahrheit bei den Verkehrsträgern und Einforderung des fairen Wettbewerbs; zudem Arbeitnehmerschutz und Unfallverhütung sowie Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe.
Die jährlich stattfindende Anschlussbahn-Fachtagung ist eine Kommunikationsplattform und ein Netzwerk von Experten, Dienstleistern und Herstellern. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Informationsaustausch betreffend gesetzlicher Veränderungen, Förderungsmöglichkeiten und technischer Neuerungen. (Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich, Verband der Anschlussbahnunternehmen, 15.10.14).

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LOK Report Reiseführer 2014/2015

Aus den Ländern

RechteckBayern: MVG-Ticketautomaten buchen zuviel ab
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat am dienstag zahlreiche Kundenbeschwerden zu Doppelabbuchungen erhalten: Dabei geht es nach den bisherigen Erkenntnissen um Tickets, die seit 9. Oktober bargeldlos mit Girocard an MVG-Ticketautomaten gekauft wurden.
Die Nachforschungen der MVG haben ergeben, dass die Ursache dafür ein technischer Fehler bei einem Dienstleister war, der unter anderem für die MVG den bargeldlo-sen Zahlungsverkehr abwickelt. Der Fehler, der im Übrigen nicht nur in München auftrat, wurde nach Angaben des Zahlungsdienstleisters inzwischen behoben.
Alle betroffenen Kunden erhalten das zu viel abgebuchte Geld zeitnah und automatisch, also ohne Antrag, zurück. Der Zahlungsdienstleister hat heute mit den Gutschriften begonnen. Die MVG geht im Moment davon aus, dass mehrere Tausend Kunden betroffen sind.
Ein solcher Fehler ist bisher noch nie aufgetreten. Die MVG dringt bei dem Dienstleister auf weitere Aufklärung und entschuldigt sich bei ihren Kunden für die Unannehmlichkeiten (Pressemeldung MVG, 15.10.14).

RechteckBerlin/Hamburg: Nahverkehrsplanung zum Mitmachen
Anfang Juli 2014 startete in Hamburg das Projekt "Linie Fünf" mit einer Website, auf der Vorschläge für den zukünftigen Ausbau des Nahverkehrs in der Elbmetropole gesammelt werden (www.liniefuenf.de). Initiator Johannes Bouchain schuf eine offene Ideensammlungs- und Diskussionsplattform, bei der alle Interessierten mitmachen können. Jetzt startet das Projekt in Kooperation mit dem Berliner Fahrgastverband IGEB auch in Berlin, hier unter dem Namen "Linie Plus" (www.linieplus.de).
Generationen von Verkehrsplanern haben für Berlin visionäre Netze für S-Bahn, U-Bahn oder Straßenbahn entwickelt, die nie 1:1 umgesetzt wurden, aber oft wichtige Denkanstöße und Orientierungslinien für den Ausbau der Bahnnetze gaben. Derzeit steht zwar der Erhalt der bestehenden Strecken im Vordergrund, aber die wachsende Einwohnerzahl Berlins, die Verteuerung der Energie und der Klima- bzw. Umweltschutz lassen erwarten, dass die Erweiterung der Bahnnetze mittel- bis langfristig wieder ein wichtiges Thema werden wird. Schneller und preiswerter umsetzbar sind Verbesserungen im Busnetz, sei es durch veränderte Linienführungen, sei es durch Verlagerung einzelner Haltestellen.
Bisher haben sich um diese Themen fast ausschließlich Fachleute aus Verwaltungen, Ingenieurbüros, Verkehrsunternehmen, Wirtschaft und Wissenschaft gekümmert. Eine Beteiligung der Fahrgäste war nicht erwünscht, auch dann nicht, wenn diese sich in Fahrgastverbänden organisierten und sich mit viel Engagement und Sachverstand in die Planungsverfahren einbrachten. Fahrgastbeteiligung gab es (in einem begrenzten Umfang) am ehesten noch beim Fahrplan und bei der Fahrgastinformation. Dabei bietet das Thema "Öffentlicher Nahverkehr" in Verbindung mit dem Internet ein besonderes Potenzial für die Bürgerbeteiligung.
Ging es bisher also hauptsächlich um Mängel und Probleme, sollen bei "Linie Plus" Problemlösungen und Ideen für die Zukunft eingebracht werden – ganz gleich, welcher Größenordnung. Die Nutzer haben die Möglichkeit, auf einer Kartengrundlage Linien zu zeichnen, Haltestellen zu setzen und Haltestellennamen einzugeben – neben den textlichen Angaben von Titel und Beschreibung. Daneben wurde die bei anderen Projekten bisher nicht mögliche Bearbeitung vorhandener Beiträge eingerichtet – was bei der Komplexität der Streckenvorschläge sehr wichtig ist, um nachbessern zu können.
Nach dem Sammeln der Vorschläge folgt eine Phase der Expertenbewertungen und der Priorisierung. Gleichzeitig wird es den Nutzern dann ermöglicht, ihre eigenen Vorschläge oder die anderer zu Gesamtkonzepten zusammenzufassen. In dieser Phase können dann erstmals Bewertungen der Vorschläge erfolgen, wobei hier auch Experten zu Wort kommen sollen: Verkehrsplaner von Seiten der Stadt oder aus Planungsbüros, Experten aus dem universitären Umfeld und weitere mit dem Thema professionell befasste Akteure werden um Statements zu ausgewählten Vorschlägen gebeten.
In der dritten Phase werden die am besten bewerteten Vorschläge und Konzepte gemeinschaftlich zu einer Zukunftsvision zusammengestellt, die dann möglichst in gedruckter Form erscheinen soll. Und danach geht es wieder von vorne los mit einer neuen Sammlungsphase.
Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie in Kürze im neuen SIGNAL 5/2014 sowie unter www.signalarchiv.de
Der Berliner Fahrgastverband IGEB lädt alle Interessierten herzlich ein mitzumachen. Einfach auf www.linieplus.de vorbeischauen und loslegen (Pressemeldung IGEB, 15.10.14).

RechteckNRW: 13,56 Mio. Euro für den Ausbau der Bielefelder Stadtbahn
Bielefeld ist die achtgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens (NRW) und die zwanziggrößte in der Bundesrepublik Deutschland mit gut 325.000 Einwohnern. Das Nahverkehrsangebot in der Stadt ist beispielhaft, wie das jährliche TNS Infratest "ÖPNV-Kundenbarometer" mit guten Noten für moBiel seit Jahren belegt. Dementsprechend positiv haben sich die Fahrgastzahlen in Bielefeld entwickelt: so auch in der Stadtbahn-Linie 2, die von Milse nach Altenhagen verlängert wird.
Das Projekt der Verlängerung der Stadtbahnlinie 2 von Milse nach Altenhagen umfasst eine zusätzliche Streckenlänge von 1,2 km und zwei neue Haltestellen. Geplant sind die Haltestelle Buschbachtal und die Endhaltestelle Altenhagen. Beide Haltestellen werden 70 m lang und als Mittelbahnsteig gebaut. Die Haltestellen werden grundsätzlich barrierefrei sein.
In einem Radius von 800 m zur Streckenverlängerung leben derzeit rund 4.000 Menschen und durch die geplante weitere Verdichtung der Wohnbebauung in den nächsten Jahren ist mit einem weiteren Anwachsen von rund 1.000 Einwohnern zu rechnen. Somit ist von einer entsprechend hohen Fahrgastnachfrage auf dem neuen Abschnitt der Stadtbahn auszugehen.
Die Gesamtkosten der Ausbaumaßnahmen an der Linie 2 betragen 15.103.300 Euro, bei zuwendungsfähigen Kosten von 15.073.300 Euro beträgt die Zuwendung des NWL 13.566.000 Euro, dies entspricht einer Förderquote von 90 %.
Christian Manz, Verbandsvorsteher des NWL: "Die Entwicklung des Nahverkehrsangebotes in Bielefeld ist beispielhaft für die gesamte Region. Mit den geplanten Maßnahmen wird ein weiterer wesentlicher Bestandteil für einen modernen städtischen Nahverkehr realisiert."
Martin Uekmann, Geschäftsführer moBiel, bedankt sich für die Förderung des Ausbaus der Linie 2 durch den NWL: "Wir freuen uns sehr, hier ein zukunftsweisendes Beispiel für einen modernen Nahverkehrs zeigen zu können. Mit der Verlängerung der Stadtbahnlinie 2 haben mehr Menschen die Möglichkeit, die Vorteile der umweltfreundlichen Stadtbahn zu nutzen. Dabei ist es für uns wichtig und selbstverständlich, dass Stadtentwicklung und Verkehrsentwicklung Hand in Hand gehen." (Pressemeldung NWL, MoBiel, 15.10.14).

RechteckSachsen-Anhalt: Vorinformation Merseburg – Querfurt und Weißenfels – Zeitz
Das Land Sachsen Anhalt, vertreten durch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, vertreten durch die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, hat im Amtsblatt der Europäischen Union eine Vorinformation zu SPNV-Leistungen auf den Strecken Merseburg – Querfurt und Weißenfels – Zeitz gegeben (2014/S 197-348174).
Der Auftrag umfasst insgesamt ca. 755 000 Zugkm. p. a. vom 09.12.2018 bis 14.12.2024. Geplant ist ein wettbewerbliches Vergabeverfahren nach Art. 5 Abs. 3 VO (EG) 1370/2007, das in Gestalt einer freihändigen Vergabe nach § 5 Abs. 5 lit. h) VOL/A mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb in Anlehnung an § 3 Abs. 3 VOL/A durchgeführt werden soll (Quelle EU-Amtsblatt, 15.10.14).

RechteckSchleswig-Holstein: Qualität der Bahnhöfe

Das historische Wetterschutzhaus wurde bei der Bahnsteigerneuerung in Prisdorf in den Zugang zum Bahnsteig Richtung Hamburg integriert. Auffällig ist die Zunahme von in den Zugän- gen angeschlossenen Fahrrädern. In Aukrug standen an einer Stelle sogar zwei Räder nebeneinander.
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Wie hier in Wedel ist häufig eine Verschmutzung der Bahnsteigoberflächen in Unterständen zu beobachten. Seit der Schließung des Warteraums stehen in Raisdorf weder Sitzgelegenheiten noch ein Wetterschutz in dem Bereich zur Verfügung, wo sie benötigt werden.

Bereits seit dem Sommer 2013 hängt diese tote Wespe in der großen Vitrine des Pavillons von Friedrichstadt. Der Eigentümer des Bahnhofsgebäudes in Preetz hat unter dem Vordach am Bahnsteig Pflanzen zur Gestaltung eingesetzt.
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Gesamtbewertung der Bahnhöfe.
Die Qualität der Bahnhöfe in Schleswig-Holstein hat sich seit dem Winter verbessert. Zum 26. Mal haben von der LVS beauftragte Gutachter die 173 Stationen im Land unter die Lupe genommen. Sie vergaben die Durchschnittsnote 2,41 – und bewerteten die Bahnhöfe damit besser als im Winter (Note 2,50).  
30 Stationen machten auf die Gutachter einen besseren Eindruck als bei der letzten Qualitätskontrolle. Nur an 16 Stationen stellten sie eine schlechtere Qualität fest. Anders als im Winter vergaben sie diesmal kein "mangelhaft". Die Note "ausreichend" bekamen sechs Stationen.
Mit "sehr gut" in allen Bereichen wurden in diesem Sommer sieben Stationen bewertet: Bad Bramstedt, Barmstedt, Barmstedt Brunnenstraße, Boostedt, Großenaspe, Holstentherme und Nützen. Alle sehr guten Stationen liegen im Bereich der AKN.
Auf der Mängelliste der Tester landeten häufig die Bahnhofsuhren, die an vielen Stationen nach wie vor nicht funktionieren. Auch für fehlende oder beschädigte Schilder, die an einigen Stationen seit über einem halben Jahr nicht ersetzt wurden, gab es Punktabzug.
Für die 26. Qualitätskontrolle waren die Tester vom 13. Mai bis 19. Juni 2014 tagsüber unterwegs. Die Überprüfungen der 173 dem Personennahverkehr dienenden Bahnhöfe und Haltepunkte führten sie gemeinsam mit Vertretern der Infrastrukturunternehmen durch (Pressemeldung Nah.SH, 15.10.14).

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Bahnberufe

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckSchönbuchdampf der GES
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Am Sonntag war Dampf im Schönbuch angesagt, und so mussten sich die Triebwagen der Schönbuchbahn die Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen mit dem Dampfzug der GES Stuttgart teilen. Deren Museumszug wurde von der 1921 gebauten preußischen P8, der 38 3199 des Süddeutschen Eisenbahnmuseum Heilbronn gezogen (Harald Becker, 15.10.14).

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LOK Report 10/14

LOK Report Ausgabe 10/14

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Mit der Kamera notiert

Rechteck Norden/Ostfriesland
Foto Dirk Plum
In Norden kam mir der Müller-Touristikzug mit den Norderneyer Partygästen vor die Linse (Dirk Plum, 15.10.14)
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RechteckOldenburg
Foto Jonathan ChristophFoto Jonathan Christoph
Momentan fuhren bis einschließlich Dienstag (14.10.) die beiden Oldenburger 225 117 und 073 vor dem Kohlezug von Bremen Rbf (Leerzug 60182) nach Wilhelmshaven Ölweiche und retour (Vollzug 60181), anschließend weiter mit Ellok nach Oberhausen West.
Die Bilder von Sonntag dem 12.10.14 zeigen den Vollzug 60181 bei Fedderwarden (Foto Jonathan Christoph) zwischen Ölweiche und Sande sowie auf der zweigleisigen Strecke zwischen Sande und Oldenburg in Jaderberg (Foto Jan Christoph), wo bereits seit zwei Jahren teilweise Lärmschutzwände sowie Oberleitungsmasten stehen (Jonathan Christoph, Jan-Nicolas Christoph, 15.10.14).

RechteckLoktaufe 146 127

Am 10. Oktober waren rund hundert Gäste aus der Samtgemeinde Marienhafe (südlich von Norddeich) in das Regio-Werk Bremen eingeladen. Im Wettbewerb "Machen sie ihr Kreuz für das Expresskreuz" hatte die Gemeinde im Bezug auf die Einwohnerzahl die meisten Stimmen abgegeben und bekam ein Lokbranding für die nächsten zwei Jahre.
Seit der offiziellen Vorstellung der Lok am Freitag fährt sie nun zwischen Hannover - Bremen - Norddeich bzw. Osnabrück - Bremen - Bremerhaven und bedient dabei die 30 Städte und Gemeinden entlang der Strecke.
Das Foto zeigt den Sonderzug RE 14059, der die Gäste zurück nach Hause brachte, beim Warten auf Zugkreuzung im Betriebsbahnhof Stickhausen-Velde zwischen Oldenburg und Leer (Ole Kroczek, 15.10.14).

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Fachhochschule Erfurt

Europa

RechteckDänemark: Regionaler Anschluss zu dänischem Bahnschnellverkehr gefordert
Foto Volker Heesch
Die im Ausbau befindliche Bahnstrecke Kolding-Tingleff könnte in den künftigen Schnellverkehr der dänischen Bahn einbezogen werden. Derzeit wird bei Kestrup nördlich von Woyens ein zweites Gleis verlegt. Foto Heesch.
Zuammen mit dem Vorsitzenden des Verbandes Danske Regioner, Bent Hansen (Soz.), hat der Regionsvorsitzende in Süddänemark, Carl Holst (Venstre) ein Konzept zur Ergänzung des von der Regierung präsentierten "Stundenmodells" mit Hochgeschwindigkeitszügen zwischen den größten Städten Dänemarks bei Fahrzeit von einer Stunde zwischen Kopenhagen und Odense, Århus-Odense und Esbjerg-Odense vorgestellt.
Beim Verband der Regionen weist man darauf hin, dass 1,8 Millionen Einwohner Dänemarks mehr als eine Stunde von den nächsten Haltestellen der neues Superschnellzüge (Superlyntog) entfernt wohnen. Dazu zählen auch weite Teile Nordschleswigs vor allem in den Kommunen Tondern und Sonderburg. "Ich halte an meiner alten Forderung fest: Auch Flensburg und Nordschleswig müssen in das Stundenmodell einbezogen werden", so Carl Holst gegenüber dem Nordschleswiger.
Für das westliche Nordschleswig wird laut Regionskonzept in Zukunft neben den Buslinien, die von Linienführung und Fahrplan auf Esbjerg als nächstem Bahnhof mit Hochgeschwindigkeitszügen eingerichtet werden, die Bahn Niebüll-Tondern-Esbjerg als Zubringer für den Schnellverkehr dienen, so Carl Holst. Die neuen Schnellzüge, die ab Mitte der 2020er Jahre fahren werden, halten nicht in Bramming.
Wichtig sei es, dass die Bahn Tondern-Bramming-Esbjerg, auf der in den nächsten Jahren im Zuge der Modernisierung des Signalsystems die Züge schneller fahren sollen und die Fahrzeiten schrumpfen, vernünftig mit dem Takt der Schnellzüge im Stundenmodell verknüpft wird. Das gleiche gilt für die Bah Flensburg-Kolding.
Wie berichtet sind die Streckenabschnitte Vamdrup-Tingleff von der Gleistechnik her für Tempo 200 geeignet, allerdings nicht signaltechnisch (Volker Heesch, mit freundlicher Genehmigung des Nordschleswigers, 15.10.14).

RechteckFrankreich: Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaftler Jean Tirole
Der französische Wirtschaftswissenschaftler Jean Tirole von der Toulouse School of Economics und vom l'Institut d'économie industrielle (IDEI) erhielt am 13.10.14 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2014. Jean Tirole wurde für seine Analysen von "Marktmacht und Regulierung" geehrt. Tirole habe mit seinen Forschungen gezeigt, wie Märkte, die von wenigen Unternehmen beherrscht werden, verstanden und reguliert werden könnten.
Der Nobelpreisträger hatte sich schon an der ersten Wirtschaftskonferenz der ARAF im Mai 2013 mit dem Thema der Überlastung und Trassenzuweisung in der Bahnindustrie beteiligt (WKZ, Quelle ARAF, 15.10.14).

RechteckÖsterreich: Verkehrsentwicklung ‚für Semmering-Basistunnel stagnierend‘
Im Laufe der bereits nun jahrelang andauernden Genehmigungsverfahren zum Vorhaben „Semmering-Basistunnel neu“ (SBTn) haben dessen Gegner, die Bürgerinitiative „STOPP dem Bahn-Tunnelwahn“ sowie die Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation „Alliance For Nature“ (AFN) die Verkehrsprognosen über den Semmering, die zugunsten des umstrittenen Tunnelprojektes ins Treffen geführt wurden, immer wieder als falsch und überzogen kritisiert.
Abgeordnete der Grünen haben deshalb eine parlamentarische Anfrage an die (damalige) Verkehrsministerin Doris Bures gestellt, in der es u.a. heißt: „Wie hat sich der Schienengüterverkehr über den Semmering im letzten Jahrzehnt entwickelt? Wieviele Personenzüge und wieviele Güterzüge verkehren derzeit täglich über die Semmeringbahn?“ Da Doris Bures diese Anfrage nicht beantwortet hat, bevor sie ihr Amt als Verkehrsministerin abgab, hat ihr Nachfolger nun diese kritischen Fragen beantwortet.
Die parlamentarische Anfragebeantwortung von Alois Stöger zeigt auf, dass sich der Schienengüterverkehr keineswegs dramatisch steigert, wie so manche Tunnelbefürworter glauben machen wollen - im Gegenteil.
Die „Kleine Zeitung“, die keineswegs tunnelkritisch berichtet, schreibt in ihrer Ausgabe vom 8. Oktober 2014 dazu: „Man erfährt, dass der Güterverkehr über den Berg im Jahr 2004 bei 9,6 Millionen Tonnen gelegen ist. Er stieg bis 2007 auf 11,8 Millionen Tonnen, zwei Jahre später waren es durch die Wirtschaftskrise aber nur noch 9,3 Millionen Tonnen. Seit 2010 pendelt die Menge zwischen 11 und 11,9 Millionen Tonnen - sie stagniert also.“
Auch über die Zahl der über den Semmering verkehrenden Personen- und Güterzüge berichtet der neue Verkehrsminister aufschlussreich: „Gemäß den aktuellen Aufzeichnungen werden durchschnittlich rund 200 Züge täglich über den Semmering geführt, davon ca. 100 Güterzüge und ca. 30 Dienst- und Lokzüge.“ „
Somit ist die Verkehrsentwicklung über die Semmeringbahn tatsächlich stagnierend“, konstatiert Alliance-Generalsekretär Christian Schuhböck, der in der jüngst erschienenen 2. Auflage seines Buches „Weltkulturerbe Semmeringbahn“ Angaben über die Kapazität der Semmeringbahn folgendermaßen auflistet: lt. Rechnungshof 252 Züge, lt. Technischer Universität Wien 316 Züge und mit Hochleistungsblocks 550 Züge. „
Nicht nur die Genehmigungsbescheide kippen wie Dominosteine weg, sondern auch die seit Jahren widersinnigen Argumente zugunsten dieses unnötigen Tunnelprojekts sind mittlerweile Schall und Rauch“, ergänzt Peter Derl von „STOPP dem Bahn-Tunnelwahn“ Pressemeldung Allianz pro Schiene, 15.10.14).

RechteckSchweden: SJ AB gewinnt Västtågen
Wie die Verkehrsverbünde Västtrafik, Jönköpings länstrafik und Hallandstrafiken am 14.10.14 bekannt gaben, wird die schwedische Bahn SJ AB in Westschweden ab Dezember 2015 weiterhin alle regionalen und S-Bahn-Verkehre (region- och pendeltågstrafik) rund um Göteborg betreiben, die unter der Marke "Västtågen" fahren. Von den vier Unternehmen, die Angebote eingereicht hatten, war SJ in der Lage, die höchste Qualität zum besten Preis anzubieten. 
Die Vereinbarung umfasst ein erweitertes Entschädigungssystem, dass auf Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit basiert. Daneben werden Sicherheit, Komfort und Informationen Bestandteil der Verträge sein.
Neu ist, dass SJ die Energiekosten übernehmen wird, für die zuvor Västtrafik verantwortlich war. Dadurch will Västtrafik die Motivation von SJ erhöhen, den Energieverbrauch im öffentlichen Verkehr zu reduzieren. Es sollen bevorzugt umweltfreundliche Stromquellen genutzt werden.
Ebenfalls neu ist, dass Västtrafik die volle Verantwortung für die Ersatzleistungen mit Bus und Taxi übernehmen wird. Dies bedeutet, dass für den Notfall eine Flotte von Bussen bereitgestellt wird.
Die neue Vereinbarung erstreckt sich über neun Jahre mit einer möglichen Verlängerung von bis zu drei Jahren und ist etwa 5 Mrd. SEK wert. Es wird erwartet, dass sich das Verkehrsaufkommen innerhalb des Vertragszeitraums bis 2025 verdoppeln wird (WKZ, Bengt Dahlberg, Quelle Västtrafik, 15.10.14).

RechteckSpanien: FGV modernisiert seine Dieseltriebwagen

Baureihe 2500 neben der Reihe 2300 in El Campello. Fotos hd.
Für einen Betrag von 2,425 M€ lässt die regionale valencianische Bahngesellschaft FGV seine sechs Dieseltriebwagen der Baureihe 2500 überholen. Diese Baureihe entstand in den Jahren 2005 bis 2006 durch Umbau von älteren MAN Triebwagen der Reihe 2300. Sie werden auf dem 51 km langen nicht elektrifizierten Abschnitt Benidorm – Denia des Netzes Alicante eingesetzt.
Die Arbeiten an den Fahrzeugen umfassen eine Grundüberholung der Drehgestelle und des Antriebes sowie der Telekommunikationseinrichtungen. Der Auftrag erging an ein Firmenkonsortium. Dieser Auftrag ist Teil eines Investitionsprogramms in Höhe von 43 Millionen Euro, welches die FGV bis zum Jahre 2020 für die Modernisierung ihrer Netze in Valencia und Alicante ausgeben wird (hd, 15.10.14).

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