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LOK Report – News von Mittwoch, 19.11.14

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Foto Wilhelm Zahn

TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report

Neue Geschäftsführung
für ALSTOM Transport Deutschland

Absatzlinie

Bundesratsinitiative für Erhöhung
der Regionalisierungsmittel

Absatzlinie

DB Netz startet Marktkonsultation
zum Trassenpreissystem 2017

Absatzlinie
PRO BAHN zur Reaktivierung
des Nürnberger Nordrings

Absatzlinie

SNCF Logistics strebt 800 Mio.
Gewinn im Jahr 2020 an

Absatzlinie
82 Milliarden für die Infrastruktur
in den Niederlanden

Willkommen beim LOK Report
Foto links: Wilhelm Zahn

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBundesrat: Gesetzesentwurf für Erhöhung der Regionalisierungsmittel
Das Land Schleswig-Holstein hat die einstimmige Position der Bundesländer zur besseren Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in einem Gesetzentwurf (Bundesrats-Drucksache 557/14) zur Sitzung des Bundesrates am 28.11.2014 eingebracht. Anfang Oktober hatten die Verkehrsminister aller Bundesländer die Erhöhung der Mittel gefordert und sich auf einen neuen Verteilerschlüssel geeinigt. Die Regionalisierungsmittel sind die Mittel, die der Bund seit der Privatisierung der Bahn den Ländern zur Verfügung stellt, damit diese den Betrieb des Regionalverkehrs bestellen und bezahlen können.
Verkehrsminister Michael Groschek bedauert, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages die Voten der Ministerpräsidentenkonferenz und der Landesverkehrsminister nicht beachtet hat. Aber es sei auch noch nicht zu spät für eine vernünftige Lösung. "Alle Verkehrspolitiker sind sich einig: die hohen Fahrgastzuwächse, die wir im Regionalverkehr zum Glück zu verzeichnen haben, erfordern eine bessere Mittelausstattung. Sonst drohen Abbestellungen von Zugverbindungen und Ausdünnung von Fahrplänen. Die Länder haben sich auf der Basis einer verbesserten Mittelausstattung auf einen gerechten, aber moderaten neuen Verteilschlüssel geeinigt. Das darf der Bund jetzt nicht blockieren. Wer etwas für den ÖPNV erreichen will, muss jetzt in Berlin Druck machen, damit der Antrag der Länder noch erfolgreich sein wird."
Dem Beschluss der Landesverkehrsminister zufolge soll der NRW-Anteil an den Regionalisierungsmitteln künftig schrittweise auf 18,99 Prozent (von bisher 15,76 Prozent) ansteigen. Wenn der Bund den Beschluss der Verkehrsministerkonferenz umsetzt, bedeutet das, dass NRW im Vergleich zu den 1,15 Milliarden Euro in 2014 bereits im nächsten Jahr 200 Millionen Euro mehr, 2017 knapp 350 Millionen Euro mehr und 2019 eine halbe Milliarde Euro mehr zufließen. "Das ist gut und notwendig für alle Menschen in NRW, die heute schon den ÖPNV nutzen und für alle, die künftig noch zusteigen wollen", sagte Groschek (Pressemeldung Ministerium, Bauen, Wohnen, Verkehr, Stadtentwicklung NRW, 19.11.14).

RechteckEVG: Nach Spitzengespräch muss die Spaltung der Belegschaft ein Ende haben
"Wir werden am Dienstag lediglich über die Art und Weise reden, wie Tarifverhandlungen geführt werden können, nicht aber über die Inhalte von Tarifverhandlungen". Das hat der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, vor dem Spitzengespräch mit DB AG und GDL deutlich gemacht.
Gemeinsame Verhandlungen machen nur dann Sinn, wenn damit auch die gleichen Ziele verfolgt werden, erklärte Kirchner. Die EVG erwarte insofern, dass DB AG und GDL deutlich machen, wie dieses Ziel realisiert werden kann.
Wir wollen keine Spaltung der Belegschaft und halten deshalb daran fest, dass für alle Berufsgruppen am Ende gleichlautende Tarifverträge gelten, stellte der EVG-Vorsitzende fest. Dies sei beispielsweise auch bei den gemeinsamen Verhandlungen von verdi und dbb der Fall. Diese würden als konkurrierende Gewerkschaften stets gleichlautende Tarifverträge abschließen. Das müsse auch bei den Verhandlungen zwischen DB AG und GDL sichergestellt werden.
Das Verhandlungsprinzip im öffentlichen Dienst war vom dbb als ein Modell eingebracht worden, den augenblicklichen Tarifkonflikt zu lösen.
"Wichtig ist, dass von dem Spitzengespräch das Signal ausgeht, dass die Spaltung der Belegschaft ein Ende hat", so Kirchner. Vor diesem Hintergrund sei die EVG weiterhin zu einer fairen Kooperation bereit (Pressemeldung EVG, 19.11.14).

Industrie

RechteckAlstom: Neue Geschäftsführung der ALSTOM Transport Deutschland GmbH
Der Aufsichtsrat der ALSTOM Transport Deutschland GmbH hat auf seiner Sitzung vom 17. November 2014 Änderungen in der Geschäftsführung beschlossen. Zum neuen Sprecher der Geschäftsführung wurde Didier Pfleger, Vice President für Alstom Transport in Deutschland und Österreich, berufen. Er bildet die Geschäftsführung gemeinsam mit Dr. Martin Lange, der die Bereiche Geschäftsentwicklung und Vertrieb neben seiner Funktion als Vorstand Transport der ALSTOM Deutschland AG verantwortet.
Jörg Nuttelmann, bisher Standortleiter für den größten Standort von Alstom Transport in Deutschland, Salzgitter, und Achim Alles, bisher verantwortlich für das Servicegeschäft, haben die Geschäftsführung sowie das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen.
Seit Jahresbeginn hat Alstom Transport die Verantwortung der Länder gestärkt. So ist Didier Pfleger innerhalb dieser neuen Organisation seit August in einer neu geschaffenen Funktion als Vice President Germany & Austria für alle Standorte und Aktivitäten von Alstom Transport in Deutschland und Österreich verantwortlich. Er zeichnet sich damit verantwortlich für das gesamte Projektmanagement - von der Ausschreibung bis zur Auslieferung, von Infrastruktur über Systeme und Rolling Stock bis zu Services.
"Mit der Berufung des neuen Geschäftsführers und der Stärkung der Verantwortlichkeiten auf Landesebene sind wir in Deutschland gut aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen auf dem Markt der Bahntechnik anzugehen. Ich wünsche der Geschäftsführung viel Erfolg bei ihrer Arbeit", sagte Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender der ALSTOM Deutschland AG und Aufsichtsratsvorsitzender der ALSTOM Transport Deutschland GmbH
(Pressemeldung Alstom, 19.11.14).

RechteckDeutsche Bahn: DB Netz startet Marktkonsultation zum Trassenpreissystem 2017
Eine neue EU-Verordnung macht es erforderlich: Das Trassenpreissystem (TPS) der DB Netz AG muss angepasst werden und wird voraussichtlich Ende 2016 eingeführt. Im Vorfeld startet die DB Netz AG eine breite Marktkonsultation. Dr. Jörg Sandvoß, Vorstand Fahrplan und Vertrieb der DB Netz AG: "Aufgrund einer neuen Rechtslage müssen wir unser Trassenpreissystem weiterentwickeln. Kurz gesagt wird nicht mehr der Charakter der Strecke ausschlaggebend sein für den Preis, sondern die Art des Verkehrs – ob Güter- oder Personenverkehr. Damit die Umsetzung möglichst reibungslos gelingt, stimmen wir uns intensiv und frühzeitig mit dem Markt ab und sind bereits in intensiven Gesprächen mit der Bundesnetzagentur."
Das EU-Recht sieht künftig vor, dass jeder Zug mindestens die von ihm verursachten Kosten decken muss. Das EU-Recht sieht künftig vor, dass jeder Zug mindestens die von ihm verursachten Kosten decken muss. Hinzu kommen Kosten, die nicht unmittelbar einem Zug zugeordnet werden, etwa Investitionen in neue Brücken oder Instandhaltungsaufwendungen für Tunnel. Daher soll es nach EU-Recht Zuschläge nach Tragfähigkeit des Verkehrs geben. Die EU verspricht sich davon insgesamt mehr Verkehr auf die Schiene. So soll zum Beispiel verhindert werden, dass der wettbewerbsintensive Güterverkehr auf die Straße abwandert.
Auf Grundlage dieser Vorgaben hat Die DB Netz AG ein Grundkonzept für das TPS 2017 erarbeitet, das nun intensiv mit dem Markt diskutiert wird. Der Start war die zentrale Kundenveranstaltung im November 2014 in Kassel. Die Konsultation läuft bis März 2015 und beinhaltet eine Information über den Anlass der Weiterentwicklung, die neue Grundlogik sowie die einzelnen Entgeltkomponenten. Angesprochen werden alle Zugangsberechtigten. Die Konsultation bietet die Möglichkeit, durch Stellungnahmen aktiv an der Ausgestaltung mitzuwirken. Damit soll gewährleistet werden, dass das TPS den Bedürfnissen des Marktes bestmöglich gerecht wird. Im Anschluss wird das Feedback sorgfältig ausgewertet und geprüft, inwiefern Anpassungen an der Struktur des Preissystems möglich sind. Danach folgt der reguläre SNB Prozess, inklusive Stellungnahmeverfahren der Zugangsberechtigten.
In ersten Reaktionen begrüßten die Kunden sehr, dass die DB Netz AG den Markt so frühzeitig und transparent einbindet. Im Detail bestehen hingegen noch sehr viele Fragen, die viele Kunden in den kommenden Monaten ausführlich diskutieren und erörtern möchten (Pressemeldung Deutsche Bahn, 19.11.14).

RechteckBombardier: Neue Züge für Gatwick Express und Thameslink
Der fuhrende Bahntechnikanbieter Bombardier Transportation hat mit Govia Thameslink Railway (GTR) einen Vertrag uber die Lieferung von 27 neuen vierteiligen Zugen fur den Einsatz auf dem Gatwick Express abgeschlossen. Der Vertrag uber insgesamt 108 Wagen hat einen Gesamtwert von ca. 145 Millionen Pfund (182 Millionen Euro, 227 Millionen US-Dollar).
Gemass dem Vertrag wird Bombardier GTR die Elektrotriebzuge der BOMBARDIER ELECTROSTAR-Familie in ihrer modernsten Ausfuhrung zur Verfugung stellen. Fur den Einsatz als Flughafen-Zubringer verfugen diese Zuge uber komfortable Einstiege fur Fahrgaste mit Gepack, mehr Stauraum, 2er-Bestuhlung und WLAN. Die neuen Zuge der Serie 387/2 werden am Bombardier-Standort in Derby entwickelt und gefertigt.
Charles Horton, CEO von GTR und Managing Director von Southern, dazu: "Das sind tolle Neuigkeiten fur unsere Fahrgaste in Gatwick, aber auch fur die Reisenden aus Brighton. In der Nebensaison werden manche dieser Zuge bis nach Brighton fahren, wobei die schnelle Verbindung zwischen Victoria und Gatwick weiterhin erhalten bleibt."
Der neue Auftrag erfolgt zeitgleich mit der Ankunft einer anderen modernen ELECTROSTAR Triebzugflotte von Bombardier bei GTR, der Serie 387/1. Im Juli 2013 erhielt Bombardier von GTR einen Auftrag zur Lieferung von 116 neuernklimatisierten Wagen, die Anfang des nachsten Jahres den Betrieb aufnehmen sollen. Die neuen Zuge verbessern den Service auf der Strecke zwischen Bedford und Brighton, wo sie die 27 Jahre alten Fahrzeuge der Serie 319 ersetzen, die zurzeit auf der Strecke eingesetzt werden. Die aktuelle Bestellung von 108 zusatzlichen Wagen war eine Option innerhalb des ursprunglichen Vertrags von 2013.
Horton fugte hinzu: "Wir haben den Betrieb der Thameslink-Strecke im September ubernommen und fuhren bereits neue Zuge ein, die zwischen Bedford und Brighton die Reisen unserer Fahrgaste verandern werden."
Bahnministerin Claire Perry begrusste die heutige Ankundigung, dass Bombardier fur den Gatwick Express neue Zuge bereitstellt, deren Herstellung eine Erweiterung des bestehenden Auftrags uber 116 Wagen darstellt, mit den Worten: "Diese neuen, in Grossbritannien gebauten Zuge, sind eine grossartige Neuigkeit fur die Fahrgaste und eine Belebung fur die Wirtschaft. Sie werden die Fahrten auf den Gatwick Express- und Thameslink-Strecken verandern und an Bombardiers Produktionsstandort in Derby Arbeitsplatze sichern.
"Als Teil unseres langfristigen Wirtschaftsplans werden in den nachsten funf Jahren 38 Milliarden Pfund in die Verbesserung unserer Bahnstrecken investiert und es ist schon zu sehen, dass Unternehmen wie GTR in die Dienstleistungen investieren, die sie unseren Kunden bereitstellen.
Der ELECTROSTAR zeichnet sich nachweislich durch hohe Zuverlassigkeit und eine gute Umweltleistung aus und wird bereits von anderen britischen Bahnbetreibern fur den taglichen Fahrgastbetrieb eingesetzt, darunter c2c, Southeastern, London Overground und Stansted Express. Auf der Gautrain-Strecke im sudafrikanischen Johannesburg fahren ebenfalls ELECTROSTAR-Zuge. Mehr als 800 Zuge von Bombardier sind in London taglich im Einsatz, unterstutzt durch 700 Mitarbeiter an 12 Standorten.
Dieser Auftrag ist der aktuellste in einer Reihe von Vertragsabschlussen und erfolgreichen Projekten fur Bombardier in London. Das Projekt zur Modernisierung der Victoria Line fur die Londoner U-Bahn hat Bombardier fristgerecht und im Rahmen des vorgesehenen Budgets abgeschlossen. Zudem werden derzeit neue Zuge fur die U-Bahn-Linien ausgeliefert, die zum ersten Mal uber Klimaanlagen und Wagenubergange verfugen. Bombardier hat daruber hinaus samtliche neuen Fahrzeuge fur die London Overground geliefert. Die Zuge dieses Dienstes werden derzeit von vier auf funf Wagen erweitert und fur die im New Cross Gate-Depot von Transport for London befindlichen Zuge werden Wartungsdienstleistungen zur Verfugung gestellt.
Anfang dieses Jahres, im 175. Jahr der Zugherstellung in Derby, erhielt Bombardier den prestigetrachtigen Auftrag zur Lieferung einer wegweisenden Flotte aus 65 neuen Zugen fur das London Crossrail-Projekt. Diese neuen Hochleistungszuge, die 2017 vorgestellt werden, entstammen der aktuellen BOMBARDIER AVENTRA-Produktplattform und wurden fur Crossrail angepasst. Bombardier wird die Fahrzeuge ausserdem in einem neuen eigens errichteten Depot in Old Oak Common warten (Pressemeldung Bombardier, 19.11.14).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: Kabinettsbeschluss zur Regionalstadtbahn Neckar-Alb liegt vor
Das Landeskabinett hat der Förderung der Regionalstadtbahn Neckar-Alb zugestimmt. Damit erfüllt die Regierung ihren Teil der im Oktober zwischen dem Verkehrsminister Winfried Hermann, dem Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid und den kommunalen Vertretern der Region vereinbarten gemeinsamen Erklärung zur Umsetzung des ersten Moduls in diesem ÖPNV-Projekt. Eine entsprechende Kabinettsvorlage des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur billigte der Ministerrat am Dienstag, 18. November in Stuttgart. Der Beschluss sieht auch die Absicherung des Risikos eines geringeren oder ausfallenden Bundeszuschusses für den DB-Anteil des ansonsten überwiegend kommunalen Projektes vor.
Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: "Die Regionalstadtbahn Neckar-Alb ist ein zukunftsweisendes ÖPNV-Projekt für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in der Region Reutlingen/Tübingen. Deshalb meldet das Land dieses Vorhaben in der gleichen Weise wie elf andere große Infrastrukturprojekte im Öffentlichen Personennahverkehr beim Bund zur Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) an und unterstützt es durch die Übernahme des üblichen Landesanteils in Höhe von 20 Prozent der förderfähigen Kosten." Außerdem sichere das Land das Risiko geringerer Bundeszuschüsse für den Anteil der DB-Strecke zwischen  Tübingen und Metzingen ab. Dies betrifft die Einrichtung neuer Haltepunkte und die Anpassung der Gleisanlagen in Metzingen, Reutlingen und Tübingen an der Neckar-Alb-Bahn. "Damit ist das Land der Region weit entgegen gekommen. Wir sorgen dafür, dass sich der ÖPNV in der Region zwischen Herrenberg, Tübingen, Reutlingen, Metzingen und Bad Urach erheblich verbessern kann", betonte Minister Hermann.
Die Förderung von Projekten im Öffentlichen Personennahverkehr nach dem Bundes-GVFG läuft zum Jahr 2019 aus. Bund und Länder hatten diese Finanzierungsform im Zuge der Föderalismusreform zur Entflechtung der Aufgaben von Bund und Ländern vereinbart. Große Infrastrukturprojekte, deren Kosten mehr als 50 Mio. Euro betragen, werden nach dem GVFG Bundesprogramm bezuschusst. 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten kommen vom Bund, weitere 20 Prozent aus der Ko-Finanzierung des Landes. Die Vorhabenträger müssen einen Eigenanteil von 20 Prozent sowie die Planungskosten finanzieren. Eine Nachfolgeregelung für das Bundes-GVFG gibt es trotz des Drängens der Verkehrsminister der Länder bisher nicht. Deshalb müssen ÖPNV-Vorhaben bis 2019 geplant, finanziert, gebaut und abgerechnet sein, wenn für sie Mittel aus dem Bundes-GVFG zur Verfügung gestellt werden sollen.
Die Regionalstadtbahn Neckar-Alb ist ein geplantes Stadtbahnsystem, mit dem das Angebot des ÖPNV und die gesamte Verkehrssituation in der Region Neckar-Alb rund um Reutlingen und Tübingen deutlich verbessert werden soll. Nach dem Vorbild des Karlsruher Modells sollen unter anderem die Innenstädte von Tübingen und Reutlingen über umsteigefreie Stadtbahnverbindungen mit der umliegenden Region bis nach Herrenberg, Bad Urach, Balingen und Albstadt verbunden werden. Für das erste Modul (Elektrifizierung und Ausbau der Ammertalbahn und der Ermstalbahn sowie Ausbau der Neckar-Alb-Bahn) werden derzeit Gesamtkosten von 105,1 Mio. Euro veranschlagt. Die Vorhabenträger beziffern die zuwendungsfähigen Kosten auf 85,3 Mio. Euro (Pressemeldung Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, 19.11.14).

RechteckBayern: PRO BAHN zur Reaktivierung des Nürnberger Nordrings
Für große Verwirrung sorgt derzeit bei den Verantwortlichen die etwa 10 km lange Verbindung vom Nürnberger Nordostbahnhof nach Fürth Hauptbahnhof: 2007 kam das Aachener Ingenieurbüro IVV 2007 zu einer positiven Bewertung für Personenzüge im Halbstundentakt, woraufhin die Stadt Nürnberg das Projekt in ihren Nahverkehrsent-wicklungsplan aufnahm. Das Münchner Ingenieurbüro Intraplan errechnete aber 2013 im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) ein sehr schlechtes Ergebnis. Inzwischen liegen dem Fahrgastverband PRO BAHN beide Gutachten vor. Die Unterschiede, die zu den gravierend unterschiedlichen Ergebnissen führen, sind erkennbar:
• IVV ging davon aus, dass die Züge in Fürth Hbf und Nürnberg Nordost nur noch kurz halten. Deshalb würden über 6.000 Fahrgäste weiter fahren, um ihr Ziel über den Nordring schneller zu erreichen. Insgesamt prognostizierte IVV auf dem Nordring 8.843 Fahrgäste täglich.
• Intraplan nahm hingegen an, dass die Züge in Fürth Hbf etwa 8 Minuten warten und sich im Bahnhof Nürnberg Nord mit Zeitverlust kreuzen. Die meisten Fahrgäste würden deshalb in Fürth Hbf und Nürnberg Nordost in die U-Bahn oder andere Züge und Busse umsteigen, da diese dann schneller wären. Auf dem Nordring prognostizierte Intraplan deshalb nur 2.218 Fahrgäste pro Tag.
• IVV kalkulierte für die Streckenertüchtigung mit 3 neuen Stationen und Schallschutz recht pauschal 20 Millionen Euro (Preisstand 2006).
• Intraplan kam bei detaillierteren Berechnungen auf knapp 25 Millionen Euro (Preisstand 2012). Das sind "nur" 25% mehr in 6 Jahren, da ist man von anderen Projekten Schlimmeres gewohnt.
• Heftig zu Buche schlagen aber bei Intraplan der Kreuzungsbahnhof Nürnberg Nord (4,2 Mio. €) und Ausbauten in Heroldsberg (1,3 Mio. €) und Eschenau (3,3 Mio. €), um einen exakten 30-Minuten-Takt zu ermöglichen.
• Das Nutzen-Kosten-Verhältnisses der "Standardisierten Bewertung" fällt daher sehr unterschiedlich aus: IVV ermittelte bei 8.843 Fahrgästen täglich und 20 Millionen Euro Investitionen einen Wert von + 1,57, während Intraplan bei einem Viertel der Fahrgäste und 33 Millionen Euro Investitionen auf - 0,22 kam.
PRO BAHN sieht sich in der Kritik am Verfahren der standardisierten Berechnung bestätigt. "Je nachdem wie man die Parameter außen herum anpasst, kann man jedes Projekt gut oder schlecht rechnen", erklärt Lukas Iffländer, stellvertretender Landesvorstand von PRO BAHN in Bayern. "Das Verfahren hat inzwischen den Ruf, dass immer das heraus kommt, was der Auftraggeber sich wünscht."
Während die BEG das Projekt am liebsten gleich beerdigen möchte, sucht die Stadt Nürnberg nach Einsparungsmöglichkeiten. Zum Beispiel könnte der Verzicht auf einen nachfrageschwächeren Haltepunkt die Reisezeit zwischen Nürnberg Nordost und Fürth Hbf so verkürzen, dass man keinen Kreuzungsbahnhof braucht. Und da nach Eschenau nur zeitweise Züge im 30-Minuten-Takt fahren sollen, muss der Bahnhof vielleicht nicht so teuer ausgebaut werden, wie Intraplan meinte.
Zudem stellt sich die Frage, ob die Ausbauten in Heroldsberg und Eschenau überhaupt dem Lückenschluss zwischen Nürnberg Nordost und Fürth zugerechnet werden dürfen. Intraplan stellte nämlich ganz klar fest: "Unabhängig von der Durchbindung hat sich gezeigt, dass ein sauberes Taktraster auf der Gräfenbergbahn mit gleichzeitigen Einfahrten in Eschenau und Heroldsberg bereits eine nachfragesteigernde Qualitätsverbesserung brächte." PRO Bahn meint daher, dass diese Kosten nicht der Reaktivierung angerechnet werden dürfen.
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Verantwortlichen auf, eine angemessene Qualität für den Bahnverbindung auf dem Nordring zu finden. Man braucht keine 100 km/h schnellen Expresszüge, sondern ein pünktliches und verlässliches Angebot ohne Umsteigezwänge. Wichtig ist zudem, dass die Linienwege und Fahrpläne der städtischen Busse und Straßenbahnen so angepasst werden, dass man künftig mit kurzen Fußwegen und wenig Wartezeit umsteigen kann (Pressemeldung PRO BAHN Bezirksgruppe Mittel- und Oberfranken, 19.11.14).

RechteckNiedersachsen: Inbetriebnahme eines Kreuzungsgleises in Nordholz
Am Dienstag haben Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Ulrich Bischoping, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für die Länder Niedersachsen und Bremen, das neue Kreuzungsgleis in Nordholz feierlich in Betrieb genommen.
In Nordholz entstand seit dem Frühjahr ein neues 1.000 Meter langes Überholungsgleis mit zwei neuen Weichen. Diese Maßnahme steigert die Kapazität auf der Bahnstrecke Cuxhaven–Bremerhaven, da Güterzüge nun auch auf dieser Strecke kreuzen können.
Enak Ferlemann sagte: "Das neue Gleis erhöht die Kapazitäten der Strecke erheblich. Der Gütertransport zwischen den Häfen wird verbessert. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der ganzen Region. So kann noch mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden – zugunsten der Menschen, der Umwelt und des Wirtschaftsstandorts Deutschland."
Ulrich Bischoping ergänzte: "Der Ausbau des Bahnhofs Nordholz zum Kreuzungsbahnhof ist Bestandteil der Gesamtbaumaßnahme "Elektronisches Stellwerk (ESTW) Hechthausen" mit moderner innovativer Technik. Damit ist Cuxhaven nun rund um die Uhr auf der Schiene erreichbar."
Außerdem wurde in Nordholz der BÜ "Feuerweg", K 68 technisch erneuert, und der BÜ "Nordholzer Weg" (Rugenmoor) erhielt eine neue Lichtzeichenanlage (gelb/rot) mit Halbschranken sowie erstmalig einen getrennt über das Gleis geführten Gehweg.
Zum Schutz der Umwelt wurden ein Krötenschutzzaun erstellt und Ameisenhügel umgesiedelt. Für die Gesamtbaumaßnahme ESTW Hechthausen werden rund 16 Millionen Euro von der EU, dem Bund, der Bahn und der Gemeinde Nordholz investiert. Einige Restarbeiten werden noch bis voraussichtlich Frühjahr 2015 andauern (Pressemeldung Deutsche Bahn, 19.11.14).

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LOK Report 12/14

LOK Report Ausgabe 12/14

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Mit der Kamera notiert

RechteckBruchsal-Ost
Foto Wilhelm ZahnFoto Wilhelm Zahn
Foto Wilhelm ZahnFoto Wilhelm Zahn
Die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) setzt jetzt ihre neuen S-Bahnen der BR 450 als S9 zwischen Bruchsal und Mühlacker ein. Hier sind meine Sichtungen in Bruchsal-Ost (Schlachthof) an der KBS 770 vom 16.11.14 (Wilhelm Zahn, 19.11.14).

RechteckDer fehlende Stromabnehmer
Foto Norman GottbergFoto Norman Gottberg
Während man am 7. November die 140 003 nach ihrer Wiedergeburt auf Probefahrt von Dessau nach Seddin und zurück im kompletten Zustand erleben konnte, war 10 Tage später die 140 070 mit einem fehlenden Stromabnehmer in voller Fahrt unterwegs (Norman Gottberg, 30.08.13)
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Europa

RechteckFrankreich: SNCF Logistics strebt 800 Mio. Gewinn im Jahr 2020 an
Achtzehn Monate nach seiner Ernennung, hat der Generaldirektor Alain Picard von SNCF Geodis (kürzlich umbenannt in SNCF Logistics) der Zeitschrift Les Échos ein Interview über sein Unternehmen gegeben, das vier Unternehmensbereiche umfasst: Schienengüter- und multimodaler Verkehr, Logistikunternehmen der Automobilbranche (STVA), Mietwaggons und Lokomotiven (Ermewa) und Straßenverkehr, Spedition und Logistik (Geodis).
Die Rentabilität von SNCF Logistics sollte über zwei Äste wieder hergestellt werden: die Qualität der Dienste und das Betriebsergebnis. Bei Geodis waren 85 % der Kunden zufrieden oder sehr zufrieden, bei Fret SNCF konnte die Zufriedenheit von 50 % im Jahr 2010 auf 84 % gesteigert werden.
Im Jahr 2009 lag die operative Gewinnmarge noch bei Null. Sie erhöhte sich auf 130 Mio. Euro im Jahr 2012 und wird im Jahr 2014 400 Mio. Euro betragen, während der Umsatz im genannten Zeitraum stagnierte. Eine solche Verbesserung in zwei Jahren trotz einer schleppenden Konjunktur zeigt die Anpassungsfähigkeit der Branche.
Die betrieblichen Verluste betrugen im Jahr 2010 noch 450 Mio. Euro. Sie werden in diesem Jahr nur noch 150 Mio. Euro betragen und sollten im nächsten Jahr eine weitere Verbesserung erfahren. Zwischen dem Tiefstand 2010 und 2015 werden die Verluste damit auf ein Viertel des ursprünglichen Betrags heruntergegangen sein.
Die Verbesserung der Geschäftszahlen in den letzten Jahren beruht einerseits auf der Abgabe verlustbringender Gesellschaften (Eilgutverkehr in Italien, Ciblex) und andereseits der Verbesserung der Produktivität (Frachtbeförderung, Eilgutverkehr) und der Reduzierung von Fixkosten.
Im Jahr 2008 hatte die US-Firma IBM ihre gesamte Logistik Geodis anvertraut. Die Umsetzung dieses seinerzeit symbolartig dargestellten Vertrags erwies sich als sehr schwierig und einige sanktionsbehaftete Klauseln mussten neu überprüft werden. Der Vertrag wird nun nur bis 2016 laufen und nicht bis 2023, wie ursprünglich geplant. Er wird nachträglich aber nicht als Misserfolg gesehen, da man "viel gelernt" hätte, IBM ein sehr anspruchsvoller Kunde war und man aufgrund der gemachten Erfahrungen weitere Verträge dieser Art mit anderen Kunden unterzeichnen konnte.
Heute liegt die Priorität in einer Verbesserung der operative Marge mit einem Ziel von 800 Mio. Euro im Jahr 2020. Dieses hindert aber nicht die Ausschau nach weiteren Partnerschaften und Beteiligungen. Darüber hinaus umfasst der strategische Plan ein Programm von Land- und Immobilienverkäufen um freies geld verfügbar zu haben. (WKZ, Quelle Les Échos, 18.11.14).

RechteckNiederlande: 82 Milliarden für die Infrastruktur
Ministerin Melanie Schultz van Haegen (Infrastruktur und Umwelt) und Staatssekretärin Wilma Mansfeld haben am 17.11.14 das Mehrjahresprogramm für Infrastruktur, Raum-ordnung und Verkehr (Mirt) an die Tweede Kamer übermittelt. Bis 2028 sollen in Absprache mit den Regionen 82 Mrd. Euro in Bau, Verwaltung und Instandhaltung von Straßen, Schienen- und Wasserwegen investiert werden, das sind fast 6 Mrd. Euro pro Jahr, die als Anstoß zur Belebung der Wirtschaft gedacht sind. Der Bahnverkehr wird in folgenden Positionen ausgebaut:
• Neun Mio. Euro für die Kapazitäts- und Punktlichkeitsverbesserung im Pendlerverkehr auf der Maaslijn. Die Provinz Limburg wird dazu den gleichen Beitrag investieren, um die Strecke zwischen Venlo und Nijmegen zum Teil zweigleisig auszubauen und mit geschwindigkeits-steigernde Maßnahmen zu versehen. Veolia wird Ende 2016 zusätzliche Züge auf der Maaslijn fahren lassen.
• Zwischen Leeuwarden und Sneek wird ab 2018 in der Hauptverkehrszeit alle 15 Minuten ein Zug verkehren. Das Ministerium für Infrastruktur und Umwelt und die Provinz Friesland investieren gemeinsam 11,4 Mio. Euro.
• Für 20,6 Mio. Euro erfolgt die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke zwischen Zwolle und Wierden. Der Verkehr zwischen Zwolle und Enschede wird ab Dezember 2014 dezentralisiert und die neue Konzession mit elektrischen Zügen der Provinz Overijssel übertragen.
• Zwischen Zwolle und Emmen werden die Züge zur Hauptverkehrszeit ausgeweitet. Das Ministerium und die Provinz zahlen hier gemeinsam 6 Mio. Euro.
• Gemeinsam mit den Provinzen Groningen, Friesland, Drenthe, Gelderland, Limburg, Overijssel und der Region Twente werden knapp zwei Mio. Euro in Maßnahmen zur besseren Ausnutzung der Noordelijke lijnen, Valleilijn, Maaslijn, zwischen Zutphen, Hengelo und Oldenzaal sowie zwischen Zwolle und Emmen investiert (WKZ, Quelle Ministerium für Infrastruktur und Umwelt, 18.11.14).

RechteckÖsterreich: Jahreskarten-Rekord in Wien
"Ich freue mich riesig über den Erfolg des 365-Euro-Tickets in Wien. Wir haben damit einen neuen verkehrspolitischen Standard und ein Modell für ganz Österreich geschaffen, das nun vielfach kopiert wird", erklärte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.
"Das Wiener Öffi-Netz ist so dicht wie noch nie und der Ausbau schreitet ebenso voran. Mit der neuen U2/U5, mit der Taktverdichtung auf der U6, mit neuen Straßenbahnen und vielen anderen Maßnahmen wird das Wiener Öffi-Angebot immer besser. Die Herausforderung der kommenden Jahre wird es sein, die PendlerInnen auf die Öffis zu bringen." Dazu brauche es Verbesserungen bei der S-Bahn und eine Intervallverdichtung auf 10 Minuten auf den Schnellbahnverbindungen, so Vassilakou.
"Wien ist österreichweit Vorreiter in der Verkehrspolitik. Mit einem Anteil von 72% umweltfreundliche Mobilität ist Wien nicht nur europaweit, sondern auch weltweit ganz vorne dabei. Uns geht es darum, nicht nur diesen Platz zu halten, sondern weiter auszubauen. Bis 2025 werden 80% der Wege in Wien umweltfreundlich bestritten werden", so Vassilakou (Pressemeldung Stadt Wien, 18.11.14).

RechteckSchweiz: Streik bei den Genfer Verkehrsbetrieben
Am Mittwoch wird das Personal der Genfer Verkehrsbetriebe (Transports publics genevois TPG) streiken. In einer schriftlichen Umfrage, die am 14. November abgeschlossen wurde, haben 93% der SEV-Mitglieder bei den TPG für den Streik gestimmt. Der Streik ist ein erster Schritt des Protestes gegen den Abbau beim Service Public und den angekündigten Abbau von mehr als 100 Stellen bei den TPG. Ein Abbau in dieser Grössenordnung ist im Leistungsauftrag 2015-2018 vorgesehen, der von der Verkehrskommission und der Direktion der TPG akzeptiert wurde. Die Genfer Initiative zur Reduktion der öV-Tarife wird als Vorwand dafür benutzt, bei den TPG Sparmassnahmen durchzusetzen, die auch auf weitere Bereiche der öffentlichen Dienste ausgedehnt werden sollen.
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV bedauert die Unannehmlichkeiten, die den öV-Nutzer/-innen durch den Streik entstehen. Dem SEV ist bewusst, dass sie den TPG gegenüber positiv eingestellt sind. Doch der Streik ist unvermeidlich geworden. Die jüngsten Entscheide des Regierungsrates widersprechen jeglicher Vernunft. Die Frequenzen im öffentlichen Verkehr stiegen zwischen 1990 und 2010 um 65%. Es ist daher nicht zu erwarten, dass die Nachfrage künftig sinken wird. Die Eröffnung der CEVA ist in Sichtweite und die Bevölkerung hat deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der öffentliche Verkehr ausgebaut werden soll, unter anderem auch bei der jüngsten Umfrage des Genfer Verkehrsdepartementes.
Der Stellenabbau wird sowohl die Arbeitsbedingungen der TPG-Angestellten als auch die Leistungen der TPG weiter verschlechtern. Bereits um den früheren Leistungsverträgen genügen zu können, wurde der Arbeitsrythmus verschärft. Das Liniennetz wurde reorganisiert, der Fahrplan verdichtet und zusätzliche Fahrzeuge angeschafft. Gleichzeitig haben die Arbeiten an der CEVA den öffentlichen Verkehr behindert und die Einhaltung des Fahrplans erschwert. Die Zeche haben das Personal und die Passagiere bezahlt. Die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen führte beim Personal zu einer Zunahme der Absenzen. Um auf das dichtere Angebot reagieren zu können, wurden die Stundenpläne der Chauffeure flexibilisiert, aber die Personalressourcen wurden nicht den Erfordernissen angepasst. Bereits um den bestehenden Leistungsauftrag erfüllen zu können, fehlen 130 Chauffeure.
Der SEV macht sich Sorgen um die Sicherheit der Passagiere, da auch das technische Personal mehr und mehr unter der Unterbesetzung leidet. Das hat unmittelbare Konsequenzen auf Unterhalt, Sicherheitskontrollen der Fahrzeuge und den Unterhalt des Netzes.
Aus all diesen Gründen ist es für den SEV nicht vertretbar, dass die Genfer Bevölkerung und das Personal der TPG die Budget-Kürzungen ausbaden müssen. Der Streik wird am Mittwoch um drei Uhr früh beginnen und voraussichtlich bis Donnerstag um die gleiche Zeit dauern. Der SEV schliesst weitere Kampfmassnahmen vor der Budgetberatung im Grossen Rat Anfang Dezember nicht aus (Pressemeldung SEV, 18.11.14).

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