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LOK Report – News von Mittwoch, 29.10.14

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report

Gesetzentwurf zur Tarifeinheit
Absatzlinie

Beschwerde der Deutschen Bahn
zum RRX abgewiesen

Absatzlinie
Auf HS2 folgt HS3
Absatzlinie
Durchschlag am Koralmtunneln
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Foto links: Christian Knögel

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Gesetzentwurf Tarifeinheit

RechteckBundesarbeitsministerium: Gesetzentwurf zum Vorhaben "Tarifeinheit"

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles informierte heute zum Vorhaben "Tarifeinheit". Der Gesetzentwurf dazu wird in Kürze in die Ressortabstimmung gehen. Das Gesetz stärkt die Tarifautonomie, es greift nicht ins Streikrecht ein, sondern schafft Möglichkeiten zur Konfliktlösung zwischen Gewerkschaften und in den Unternehmen in Fällen, in denen Tarifverträge unterschiedlicher Gewerkschaften aufeinanderstoßen.
Für den Fall, dass es auch mit diesen Mechanismen nicht zu Lösungen kommt, können dann Mehrheitsverhältnisse geklärt werden und im Zweifel Gerichte über die Verhältnismäßigkeit von Arbeitskampfmaßnahmen entscheiden (Pressemeldung Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 29.10.14).

RechteckDBB: Gesetzentwurf zur Tarifeinheit zeugt von politischer Feigheit

Der Presse ist zu entnehmen, dass der seit langem angekündigte Gesetzentwurf zur Tarifeinheit vorliegt. Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt reagierte am 28. Oktober 2014 in Berlin überrascht, dass die Bundesarbeitsministerin vor den Betroffenen zunächst die Presse informiert habe.
Der dbb Chef weiter: "Andrea Nahles löst mit dem Gesetzentwurf zwar ein Versprechen der Bundesregierung gegenüber den Arbeitgeberverbänden ein, verlagert jedoch zugleich alle problematischen Fragen von der Gesetzgebung auf die Rechtsprechung. Wenn man die wahren Absichten, Streikrechte zu begrenzen und Organisationsfreiheit aller Berufe zugunsten von Einheitsgewerkschaften einzuengen, hinter Formalitätsregelungen verbirgt, zeugt das von politischer Feigheit."
Die Bundesregierung scheine zu hoffen, dass Arbeitsgerichte künftige Arbeitskämpfe für unverhältnismäßig und damit rechtswidrig erklären würden, wage aber nicht, solche Konsequenzen selbst im Gesetz zu verankern. Dauderstädt: "Die neuen Maßeinheiten für Tarifverträge ‚Betrieb' und ‚Mitgliederstärke' bleiben ohne klare Definition oder gar praktikables Verfahren. Auch hier kneift die Koalition vor den unerlässlichen Konkretisierungen."
Entgegen allen Warnungen scheine die Große Koalition entschlossen, dieses in der vergangenen Legislaturperiode zu recht gescheiterte Projekt verabschieden zu wollen: "Sollte es dafür trotz aller Widerstände der Gewerkschaften eine Mehrheit im Bundestag geben, wird es nicht lange dauern, bis die Bundesverfassungsrichter dieses Gesetz für nichtig erklären. Auch hier nimmt die Koalition billigend in Kauf, dass wichtige politische Entscheidung auf die Justiz verlagert werden." (Pressemeldung DBB, 29.10.14).

RechteckDVF: Verkehrswirtschaft unterstützt Nahles-Vorschläge zur Tarifeinheit
"Das Deutsche Verkehrsforum unterstützt die Vorschläge von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für eine gesetzliche Regelung zur Tarifeinheit. 15 Streiks und Verluste von 200 Millionen Euro für die Deutsche Bahn und Lufthansa allein in 2014 führen drastisch vor Augen, wie dringend hier eine Lösung ist", so die erste Reaktion von Thomas Hailer, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums (DVF) auf die Ankündigung eines entsprechenden Gesetzesentwurfs.
"Die angekündigte gesetzliche Regelung zur Tarifeinheit ist im Koalitionsvertrag verankert und sollte jetzt zügig vorgelegt und verabschiedet werden, um weitere streikbedingte Schäden für die Bürger und die gesamte Volkswirtschaft abzuwenden", fordert Hailer in Vertretung der deutschen Verkehrswirtschaft.
"Es ist nicht akzeptabel, dass Arbeitskämpfe von Spartengewerkschaften auf dem Rücken von Reisenden, berufstätigen Pendlern und der gesamten Wirtschaft ausgetragen werden." Das geplante Gesetz zur Tarifeinheit sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, auch wenn dadurch nicht alle Probleme in Verbindung mit Spartengewerkschaften gelöst werden. Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hat heute verlautbart, dass sie Tarifkonflikte mittels einer Mehrheitsregel für konkurrierende Gewerkschaften im selben Unternehmen abmildern will.
Oberstes Ziel sei die Stärkung der Tarifautonomie. Bei Tarifkollisionen solle ein Konfliktlösungsmechanismus greifen. Das Gesetz hierzu soll ihrer Aussage nach spätestens im Sommer nächsten Jahres in Kraft trete (Pressemeldung Deutsches Verkehrsforum, 29.10.14).

RechteckEVG: Mit dem Gesetzentwurf zur Tarifeinheit kritisch auseinandersetzen
Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner hat den jetzt vorliegenden Gesetzentwurf zur Tarifeinheit grundsätzlich begrüßt. "Das konkurrierende Gewerkschaften zunächst klären sollen, ob sie bei Tarifverhandlungen nicht doch kooperieren, ohne dadurch ihre Eigenständigkeit aufzugeben, entspricht im Wesentlichen unserer Herangehensweise", machte Kirchner deutlich.
Mit Blick auf die von der EVG geforderte Tarifeinheit sei auch die Diktion, das - sollte es keine Einigung geben - am Ende der Tarifvertrag der Mehrheitsgewerkschaft gilt, der richtige Weg. Polarisierung und Spaltung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werde von der EVG entschieden abgelehnt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft stehe - gemeinsam mit allen DBG-Gewerkschaften - für Tarifeinheit in den Unternehmen. Die Tarifeinheit habe Deutschland über 60 Jahre geprägt und sei Teil des Erfolgsmodells der Sozialpartnerschaft in Deutschland.
Kirchner kündigte an, dass die EVG den Gesetzentwurf kritisch bewerten und auf seine Knackpunkte hinweisen werde. "Im Detail wird es sicher noch einige Fragen geben", so der EVG-Vorsitzende (Pressemeldung EVG, 29.10.14).

RechteckMarburger Bund: Regierung vor "offenem Verfassungsbruch" gewarnt
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund weist die jetzt bekannt gewordenen Überlegungen der interministeriellen Arbeitsgruppe zur gesetzlichen Regelung der Tarifeinheit entschieden zurück. "Jede diese Überlegungen ist darauf ausgerichtet, ein Zweiklassensystem von Gewerkschaften zu etablieren. Die Arbeitgeberlobby und die Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes haben offensichtlich ganze Arbeit geleistet, um nunmehr mit Hilfe des Gesetzgebers gut organisierte und selbstbewusst auftretende Berufsgewerkschaften an den Rand drängen zu können", sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes. Durch den Zwang zur Tarifeinheit greife die Regierung massiv in die grundgesetzlich geschützte Koalitionsfreiheit ein. "Es kommt einem offenen Verfassungsbruch gleich, wenn der Staat bestimmten Arbeitnehmergruppen das Recht verwehrt, unabhängig und eigenständig tarifpolitisch tätig zu sein", so Henke.
Ohne jede Chance auf einen wirksamen eigenen Tarifvertrag würden Minderheits-gewerkschaften im Betrieb zum Stillhalten gezwungen. Jeder Aufruf zum Streik sei dann grob rechtswidrig und würde von Arbeitsgerichten sofort als unverhältnismäßig eingestuft. "Damit entsteht ein implizites Streikverbot für Minderheitsgewerkschaften. Dass die Bundesarbeitsministerin sich in ihren Interviews alle Mühe gibt, diesen Umstand zu verschleiern, macht es nicht besser. Es ist im Übrigen ein Ausdruck von Schwäche, welche Verrenkungen der DGB unternimmt, um weiterhin sagen zu können, er habe keiner Einschränkung des Streikrechts zugestimmt. Die DGB-Spitze führt die eigenen Mitglieder hinters Licht", kritisierte der MB-Vorsitzende.
Die Grundannahmen und Begründungen für das Tarifeinheitsgesetz seien durchweg falsch. "Die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie ist völlig gewährleistet. Es gibt keinerlei Rechtfertigung, in ein notstandsfestes Grundrecht wie die Koalitionsfreiheit einzugreifen. Das Grundgesetz sieht ausdrücklich eine plurale Interessenvertretung vor – das gilt für Parteien genauso wie für Gewerkschaften", stellte Henke klar. "Das geplante Verbot wirksamer Tarifverträge für einzelne Berufe wirkt dort so, als würde man einer Minderheitspartei verbieten, im Parlament eigene Entscheidungen zu treffen."
"Berufsgewerkschaften haben die gleiche Existenzberechtigung wie Industriege-werkschaften. In Berufsgewerkschaften sind vielfach diejenigen Arbeitnehmer vertreten, deren Leistungen und berechtigten Ansprüche bei einer verordneten Tarifeinheit weitgehend unbeachtet bleiben würden. Die Erfahrungen aus der Zeit, als große Gewerkschaften noch allein über die Tarifpolitik bestimmen konnten, sind uns und anderen Berufsgruppen in unguter Erinnerung. Es macht daher auch einen grundlegenden Unterschied, ob man als kleinere Gewerkschaft im Bewusstsein eigener Stärke freiwillig Abmachungen mit der größeren Gewerkschaft treffen kann oder unter dem Druck der Verhältnisse einer sonst drohenden Tarifeinheit in eine Kooperation gezwungen werden soll", sagte Henke
(Pressemeldung Marburger Bund, 29.10.14).

RechteckVereinigung Cockpit: Verfassungsrechtliche Klärung angestrebt
Mit den Worten von Arbeitsministerin Nahles zu dem geplanten Gesetz einer staatlich erzwungenen Tarifeinheit hat die Große Koalition heute bestätigt, dass sie kleinen Gewerkschaften durch einen Verfassungsbruch mit Ansage durch die Hintertür essentielle und vom Grundgesetz geschützte Rechte absprechen will.
Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit erklärt dazu: "Die Ministerin weiß durch zahlreiche interne wie externe Gutachten und Expertenmeinungen sehr genau, dass ein direkter Eingriff ins Streikrecht verfassungsrechtlich auf keinen Fall möglich ist. Den Arbeitgebern geht es doch nicht um mehr Solidarität der Arbeitnehmer, sondern schlicht um das Brechen der Macht von kleineren Gewerkschaften. Da dieser Spagat rechtlich nicht möglich ist, hat Frau Nahles in ihrem Ministerium ein Gesetz erarbeiten lassen, welches das eigentliche Ziel nicht regelt, sondern bewusst eine Form von Rechtsunsicherheit erzeugt. Die Gewerkschaften sollen so handlungsunfähig gemacht werden. Den Eingriff in das Streikrecht verlagert sie somit zu den Arbeitsgerichten. Die Judikative soll so zum Handlanger und Erfüllungsgehilfen für die Aushebelung gewerkschaftlicher Rechte werden. 
Es ist schon eine bemerkenswerte Rechtsauffassung einer gewerkschaftsnahen SPD Ministerin, unverhohlen dafür zu kämpfen, eine Zweiklassengesellschaft der Arbeitnehmervertreter einzuführen. Unbeschädigt sollen durch das Gesetz zunächst die im DGB zusammengeschlossenen Großgewerkschaften bleiben. Das eigentliche Problem: Die Differenzierung der Arbeitsbedingungen und die dadurch unzureichende Vertretung einzelner Arbeitnehmergruppen werden in den Großgewerkschaften nicht gelöst. 
Stattdessen werden durch das Gesetz nun auch solche Gewerkschaften, die sich im Sinne Ihrer Mitglieder entschieden haben, sich aktiv gegen die vielerorts kampflos hingenommene Abwärtsspirale von Lohn- und Sozialstandards zu stellen, geschwächt.
Wer sich noch gegen das zunehmende Tarifdiktat der Arbeitgeber zu wehren weiß, soll nun von der Politik seiner Grundrechte beraubt werden.
Während die Ministerin in einem Interview mit der FAZ angibt, dass es das oberste Ziel des Gesetzentwurfs sei, die Tarifautonomie zu stärken, tut sie tatsächlich das Gegenteil. Dies ist ein klarer Fall von links blinken und rechts abbiegen. Nicht verwunderlich, dass Frau Nahles die Arbeitgeber in dieser Sache sicher auf dem Beifahrersitz weiß, aber schwer verständlich, dass der DGB diese Spritztour immer noch auf dem Rücksitz mitmacht, statt die Notbremse zu ziehen. Eins sollte auch den Großgewerkschaften im DGB klar sein: Es wird nicht lange dauern bis auch vermeintliche Großgewerkschaften in Folge einer politisch erzwungenen Tarifeinheit Einschränkungen ihres Streikrechts feststellen müssen. Hier sollte der DGB Vorsitzende Hoffmann aussteigen, denn spätestens vor dem Verfassungsgericht wird die Ministerin Schiffbruch erleiden." 
Die Vereinigung Cockpit bereitet sich derzeit schon gemeinsamem mit der Kanzlei des ehemaligen Bundesinnenministers Gerhart Baum, Baum, Reiter und Collegen, auf eine verfassungsrechtliche Klärung vor
(Pressemeldung Vereinigung Cockpit, 29.10.14).

Verkehrspolitik im Bund

RechteckEVG: Mehr Geld für das Schienennetz
Die EVG begrüßt die Bereitschaft der Bundesregierung, die Mittel für die Instandhaltung der Schieneninfrastruktur auf 4 Mrd. Euro zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis sind offenbar die Verhandlungen zwischen dem Bund und der DB über eine neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) gekommen. Eine Zwangsdividende für die DB lehnen wir allerdings ab.
Derzeit überweist der Bund für die Instandhaltung rund 2,5 Milliarden €. Die Mittel sollen im Laufe der fünfjährigen Laufzeit der LuFV II schrittweise angehoben werden. 4 Milliarden € sind das mindeste, was zum Erhalt einer zukunftsfähigen Infrastruktur erforderlich ist.
Die EVG lehnt es jedoch ab, die DB AG zur Gegenfinanzierung zu einer hohen Dividende zu verpflichten, die unabhängig von den Ertragsaussichten des Unternehmens abgeführt werden soll. Das schwächt die Eisenbahn zusätzlich im Wettbewerb mit dem Straßenverkehr und geht zu Lasten der Beschäftigten, auch der NE-Bahnen.
Die Finanzierungsgrundlagen für die kommenden Jahre müssen jetzt zügig geklärt werden, damit die Netzbetreiber neues Personal akquirieren können. "Geld allein baut keine Schienen", sagt EVG-Vize Regina Rusch-Ziemba. "Die Infrastrukturunternehmen brauchen ausreichendes Personal. Das ist über Jahre hinweg missachtet worden." (Pressemeldung EVG, 29.10.14).

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Aus den Ländern

RechteckBayern: Oberleitung Dachau - Altomünster wird unter Spannung gesetzt
Am Montag, 3. November, ab 10 Uhr wird die neue Oberleitung der Bahnlinie Dachau – Altomünster unter Strom gesetzt. Der Fahrdraht für die S-Bahnen steht ab diesem Zeitpunkt unter einer Spannung von 15.000 Volt.
Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei weisen aus diesem Anlass auf die für den westlichen Landkreis Dachau neuen Gefahren einer elektrifizierten Bahnstrecke hin. Wer auf Brückenvorbauten, Masten oder Waggons klettert, begibt sich in Lebensgefahr. Bereits eine Annäherung an die Oberleitung oder ihre Aufhängung kann zu einem Stromschlag führen, der meistens tödlich endet. Für einen Stromüberschlag braucht die Oberleitung nicht einmal berührt zu werden. Die Gefahren gelten auch für das Hantieren mit Luftballons, Drachen oder Wasserschläuchen. Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge müssen zum Beispiel beim Überqueren von Bahnübergängen die unter Spannung steheden Oberleitungen berücksichtigen
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 29.10.14).

RechteckNRW: Beschwerde der Deutschen Bahn zum RRX abgewiesen
Die Vergabekammer Münster hat am 28.10.14 die Beschwerde der DB Regio AG zum Ausschreibungsverfahren des Rhein-Ruhr-Express (RRX) zurückgewiesen. Das Urteil bestätigt das neue Verfahrensmodell und die Sichtweise des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), der federführend für die Vergabe zuständig ist. Die DB Regio hat auf weitere Einwände vor dem Oberlandesgericht verzichtet. Damit kommt es zu keinen Verzögerungen im Projekt. Die neuen RRX-Fahrzeuge können wie geplant ab 2018 eingesetzt werden. Gemäß dem RRX-Grundsatzvertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den fünf beteiligten Aufgabenträgern wurden die Beschaffung und Instandhaltung der Züge und der spätere Betrieb getrennt ausgeschrieben. Bei den Bietern stößt das RRX-Modell größtenteils auf Zustimmung: Am laufenden Verfahren beteiligen sich deutlich mehr Akteure als im bundesweiten Durchschnitt.
"Wir haben positiv zur Kenntnis genommen, dass die DB Regio das Urteil der Vergabekammer Münster akzeptiert. Das neue RRX-Modell ermöglicht einen fairen Wettbewerb und stellt die Qualität der Fahrzeuge und damit auch der angebotenen Nahverkehrsleistungen nachhaltig sicher", sagt Martin Husmann, Vorstandssprecher des VRR. "Im Bereich der Instandhaltung und dem Energieverbrauch gehen wir in der Vergabe neue Wege und können so nachhaltig wirtschaften, denn die neuen Fahrzeuge sind so entwickelt, dass sie möglichst energieeffizient betrieben werden können. Der Rhein-Ruhr-Express ist ein Mobilitätsprojekt mit Zukunft und kommt den Menschen in unserem Lande zugute."
Wesentliches Argument der DB Regio war, dass der Betreiber durch die Trennung der Leistungen keinen Einfluss auf die Qualität oder Verfügbarkeit der Züge habe. Da diese zur Durchführung des Betriebs benötigt werden, sei keine Kalkulation durchführbar. Die Vergabekammer entschied am 2. Oktober, dass die Beschwerde unbegründet ist. Es seien keine Rechtsverstöße ersichtlich. Den Aufgabenträgern stehe es frei, ein neues Ausschreibungsmodell einzuführen, solange die Konditionen nicht "unzumutbar" sind. Die Frist zum Einspruch gegen das Urteil ist vergangenen Mittwoch abgelaufen. "Ich persönlich begrüße es sehr, dass es durch die Zurückweisung des Nachprüfungsantrags nun zu keinen Verzögerungen im laufenden Vergabeverfahren kommt. Damit steht einer Einführung der ersten Neufahrzeuge in 2018 von unserer Seite nichts mehr im Wege", so Martin Husmann.
(Pressemeldung VRR, 29.10.14).

RechteckSachsen: Verkehrsinfrastruktur weiter entwickeln - "neue Wege" gehen
Das politische Forum "Mobilität neu denken – intelligent mobil?!" bildete heute den Auftakt der vom 27. bis 29.10. in Leipzig stattfindenden Fachmessen "euregia 2014" und der parallelen Kongressmesse "new mobility". Im Mittelpunkt stehen die nachhaltige Entwicklung der Städte und Regionen sowie die künftigen Anforderungen an eine wettbewerbsfähige Infrastruktur in Europa. Staatsminister Sven Morlok begrüßte die rund 140 Forumsteilnehmer und diskutierte im Rahmen einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit Bahnchef Dr. Rüdiger Grube und Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann, Präsident der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, über die verkehrspolitischen Herausforderungen vor dem Hintergrund der sich ändernden Mobilitätsbedürfnisse.
"Es wird vor allem darauf ankommen, vorhandene Strukturen und Technologien intelligent zu vernetzen und innovative Ideen und Konzepte entsprechend anzuwenden. So können wir allen Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf Mobilität ermöglichen und einen diskriminierungsfreien Wettbewerb schaffen", so Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) bei der Eröffnung. "Mit dem Landesverkehrsplan 2025 hat der Freistaat 2012 eine solche Strategie schon auf den Weg gebracht. In ihm sind viele Zukunftsthemen schon angelegt, zum Beispiel die Verkehrstelematik zur flexiblen und effizienten Steuerung von Verkehrsflüssen, oder die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger Straße und Schiene, in Ballungszentren und im ländlichen Raum. Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen, aber auch die technischen Möglichkeiten wandeln sich rasant – das muss eine moderne Verkehrspolitik immer berücksichtigen."
"Verkehr wird zukünftig in viel größerem Umfang als heute vom Zusammenwirken verschiedener Verkehrsträger bestimmt. Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien spielt dabei eine immer wichtigere Rolle", so Morlok weiter. "Ziel ist, mittels moderner rechnergestützter Systeme eine optimale Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsträger zu erreichen und damit die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Angebotes zu erhöhen. Diese Intermodalität fördert der Freistaat Sachsen."
Im Rahmen der Messe "new mobility" findet auch das internationale Fachforum Elektromobilität zum Thema "Elektromobilität im Kontext der Regionen" statt. Das Fachforum wird durch die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr organisiert. Die Konferenz bietet u.a. einen Überblick über die politischen Rahmenbedingungen und Initiativen im Bereich Elektromobilität in anderen Ländern und informiert über konkrete, in der Umsetzung befindliche, Projekte. Die Sächsische Energieagentur wird über die gesamte Zeit der Messe mit einem Stand vertreten sein und das Schaufenster Bayern-Sachsen und die Elektromobilität in Sachsen vorstellen (Pressemeldung Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, 29.10.14).

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Bahnberufe

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckFeuriger Elias der GES
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Foto Harald BeckerFoto Harald Becker
Am Sonntag war der historische Museumszug Feuriger Elias der GES Stuttgart auf der württembergischen Westbahn zwischen Bietigheim-Bissingen und Sachsenheim unterwegs. Gezogen wurde der Zug aus offenen Plattformwagen von der 1905 gebauten Tenderdampflok T3 930 und dem 1943 gebauten deutschen Krokodil der E94 088 und sorgte für volle Wagen und Bahnsteige (Harald Becker, 29.10.14).

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LOK Report 11/14

LOK Report Ausgabe 11/14

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Mit der Kamera notiert

RechteckHerálec
Foto  Martin KubikFoto  Martin Kubik
Am 27. Oktober wurden Uacs-Wagen des Inhabers Krkonošské vápenky Kunčice a.s. im Bhf Herálec (Heraletz) ausgeladen. Herálec liegt an der Strecke Havlíčkův Brod (Deutschbrod) - Humpolec (KBS 237). Es freut mich, Güterwagen auf einer Lokalstrecke zu sehen.
Auf der KBS 237 fährt an Werktagen ein Nahgüterzug und an Sonntagen ebenfalls (Martin Kubik, 29.10.1)

RechteckRosdorf
Foto Ferdinand JackschFoto Ferdinand Jacksch
Herbstimpressionen - gerodete Böschung im Herbstlicht (Ferdinand Jacksch, 29.10.14)
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RechteckUmleiter München -Salzburg
Foto Christian Knögel
Vom 25.-29.10. 14 war die Hauptbahn München - Salzburg zwischen Rosenheim und Freilassing wegen Brückenarbeiten unterbrochen. Sehr zur Freude der Fotografen übernahmen wieder die 232 die Umleitungen der EC über Mühldorf -Freilassing. Doch diesmal wurden keine einheimischen 232 genommen. Aus Berlin rückte die MEG 318 (ex 232 690) mit den letzten verbliebenen 234 (242 und 278) des GB Fernverkehr an, dazu gesellte sich 232 259.
Am 27.10. 14 entstand das Bild an der Staatsgrenze zwischen Bayern und Österreich am Fluß Salzach. Die 234 242 hat die Aufgabe, den EC 112 (Klagenfurt-Frankfurt /Main) von Salzburg nach München Hbf zu schleppen. Mitgeführt werden je ein Taurus an der Spitze und am Ende des Zuges, die ab München die Traktion nach Frankfurt übernehmen. Für mich persönlich ein "geschichtliches Bild", vor 25 Jahren hätte niemand geglaubt, weder im Osten noch im Westen, dass die Vertreter der russische 232 nach 25 Jahren noch exestieren werden und wie selbstverständlich EC-Züge zwischen Salzburg und München befördern werden (Christian Knögel, 29.10.14).

RechteckWuppertal
Foto Herbert VöllingFoto Herbert Völling
Schon seit einigen Tagen verkehren die neuen Triebwagen auf der S 68 von Montag bis Freitag. Ab dem Fahrplanwechsel werden sie den Verkehr auf der S 5 Dortmund Hbf - Hagen Hbf und auf der S 8 Hagen Hbf - Wuppertal Hbf - Mönchengladbach Hbf übernehmen.
Beide Aufnahmen entstanden am 24.10.14 in Wuppertal-Vohwinkel (Herbert Völling, www.herberts-eisenbahnbilder.de, 29.10.14)

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Fachhochschule Erfurt

Europa

RechteckGroßbritannien: Auf HS2 folgt HS3

Diese Linien könnten in HS3 eingebunden werden. Grafik Higgins-Report.
Der britische Premierminister David Cameron hat am 27.10.14 grünes Licht zur Entwicklung der Pläne zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke "High Speed 3" (HS3) im Norden von England gegeben. Er bezieht sich damit auf den von Sir David Higgins verfassten Bericht "Rebalancing Britain: From HS2 towards a national transport strategy" über den Ausbau von HS2, der sich für bessere Ost-West-Bahnverbindungen in Nordengland als "wünschenswert" und "möglich" ausspricht.
Die bestehende Station in Leeds soll demnach ausgiebig überarbeitet werden, um einerseits ein neues Highspeed-Terminal für den östlichen Schenkel der HS2 bereitzustellen und andererseits eine zentrale Drehscheibe für die Ost-West-Verbindung "HS3" von Liverpool nach Hull über Leeds und Manchester. Auch der Ausbau weiterer Hubs wie Crewe wird diskutiert.
Die Regierung sagte, es würde nun eine Strategie entwickeln, um Kosten und einen Zeitplan für HS3 zu bestimmen. Ein Bericht soll im März 2015 angefertigt werden. Herr Cameron nannte die Verbesserung der Verbindungen und Verkürzung der Fahrzeiten "entscheidend" für die langfristige Wirtschaftsplanung der Regierung für den Norden von England. Auch wenn der Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht immer in der Bevölkerung beliebt sei, so sei er richtig.
Neue Ost-West-Verbindungen im Norden sollen die Fahrzeiten von Manchester nach Leeds von 48 auf 26 Minuten verkürzen. Die neuen von von Sir David Higgins vorgeschlagenen Ost-West-Verbindungen würden zusätzlich zu dem "Y" der HS2 eine Ost-West-Verbindung von Manchester nach Leeds bereit stellen. Sir David schlägt dabei eine Mischung aus aktuellen und neuen Strecken vor.
In den zwei riesigen Städten Leeds und Manchester würden nur weniger als ein halbes Prozent der Menschen von jeder Stadt in der anderen arbeiten. In der Welt des Wettbewerbs sei es zur Bindung qualifizierten Personals aber entscheidend für die Städte, eine gute, zuverlässige und schnelle Eisenbahnverbindung zu erhalten.
Doch es gibt auch Gegenstimmen. Dr. Richard Wellings von der ältesten britischen marktliberalen Denkfabrik, dem Institut für Wirtschaft (Institute of Economic Affairs, IEA), beschreibt HS3 als "wenig mehr als ein kostspieliges Eitelkeits-Projekt". HS3 sei eine teure und ineffiziente Art, die nördlichen Städten zu verknüpfen, die relativ eng beieinander liegen. Ein Hochgeschwindigkeitsstrecke würde für die meisten Reisenden kaum einen Unterschied in den Tür-zu-Tür-Reisezeiten bringen, wobei die nördlichen Ballungsräumen um zahlreiche verschiedene Städte geografisch verteilt sind. Es wäre besser, mehrere weniger kostspielige kleinere Projekte auszubauen (WKZ, Volker Starrock, Quellen BBC, DfT, IEA, 29.10.14).

RechteckÖsterreich: Durchschlag am Koralmtunnel

Und wieder ist ein Abschnitt beim Koralmtunnel geschafft: Heute, Montag, erfolgte der Durchschlag vom Vortunnel Nord in die Baugrube Mitterpichling, den sich auch Landeshauptmann Peter Kaiser und seine Lebensgefährtin Tunnelpatin Ulrike Wehr nicht entgehen ließen. Der Koralmtunnel, er wird in drei Baulosen ausgeführt, ist das Herzstück der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt und zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten in Europa. Das letzte Baulos KAT 3 ist rund zwölf Kilometer lang und wird 2016 den Bauabschnitt KAT 2 erreichen. 
"Der heutige Tag bringt uns unserem Ziel, Kärnten im Rahmen der Baltisch-Adriatischen-Achse noch stärker europäisch wirtschaftlich zu vernetzen wieder ein Stück näher", sagte der Landeshauptmann und dankte allen Arbeitern, Bauleitern und Planern für ihr schwieriges und sehr verantwortungsvolles Engagement. Auch wenn es sich heute dabei "nur um ein Teilstück handle", hätten es sich die Mineure verdient, gebührend gefeiert zu werden. "Denn viele der hier beteiligten Menschen, die mit ihrer verantwortungsvollen Arbeit einen weiteren Baustein zum Tunnel beigetragen haben, sind bei der Fertigstellung der Vortriebsarbeiten vielleicht gar nicht mehr auf dieser Baustelle", so der Landeshauptmann. 
Kaiser bezeichnete den Koralmtunnel als Jahrhundertprojekt und unterstrich die Bedeutung und Wichtigkeit dieses riesigen Projektes als Kernstück der Baltisch-Adriatischen Verkehrsachse. "Die Koralmbahn als wichtiges Bindeglied zwischen den Ländern Süd- und Osteuropas sowie den Adriahäfen ist eine Lebensader mit enormer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Kärnten und damit für die Sicherung von Betriebsstandorten sowie die Neuansiedlung von Unternehmen", so Kaiser. Es sei eine große Zukunftschance für Kärnten im Schnittpunkt dreier großen Kulturen und als Herzstück des Alpen-Adria Raums", betonte der Landeshauptmann. "Pro Jahr finden hier 600 Menschen durchgehend Arbeit", sagte Kaiser. 
Unter den zahlreichen Anwesenden waren unter anderem Hans Köhler, Abteilungsleiter PORR Tunnelbau sowie ÖBB-Koralmbahn-Gesamtkoordinator und Projektleiter Klaus Schneider. 
Die Bauarbeiten für das Baulos KAT 3 werden bis 2020 dauern und rund 300 Millionen Euro kosten. Es besteht aus dem sogenannten Vortunnel und dem Haupttunnel, diese beiden Teilabschnitte werden durch die Baugrube Mitterpichling miteinander verbunden. Nach dem heutigen Durchschlag werden die Arbeiten auf der gegenüberliegenden Anschlagwand der Baugrube Mitterpichling am Haupttunnel Richtung Ost fortgesetzt. Die 130 km lange Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt kostet rund 5,4 Milliarden Euro und wird bis 2023 fertiggestellt. Der 32,9 km lange Koralmtunnel wird zu den längsten Tunnelbauwerken der Welt zählen. Weit mehr als die Hälfte der Neubaustrecke ist bereits in Bau bzw. in Betrieb. 
Aktuell sind auf der Baustelle KAT 3 180 Menschen beschäftigt, davon kommt ca. die Hälfte aus Kärnten. Derzeit läuft u.a. die Vergabe für die Tunnelkette Granitztal (Baubeginn im ersten Quartal 2014), diese grenzt unmittelbar an die derzeitige Baustelleneinrichtung an (Pressemeldung Amt der Kärntner Landesregierung, 29.10.14).

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