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LOK Report – Freitag, 17.02.17

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
Schlichtung erneut ausgesetzt
Absatzlinie
Erster Abschnitt für Ausbau
München - Zürich genehmigt

Absatzlinie
NWL und NVV wollen IC-Züge
auf der Hellwegstrecke mit
Nahverkehrstickets nutzen

Absatzlinie

SNCF Logistics kauft
45 Prozent von BLS Cargo
Absatzlinie
Noch keine Mehrbahnenlösung
im Schweizer Fernverkehr
Absatzlinie
Spanien: Talgo gründet
Bahnbetriebsgesellschaft

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Wolfgang Mauser

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckDeutsche Bahn/GDL: Schlichtung erneut ausgesetzt
Die Schlichtung in dem von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und dem Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister e.V. (Agv MoVe) unter Leitung von Ministerpräsident Bodo Ramelow und Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck geführten Verfahren wird durch einstimmigen Beschluss der Schlichtungskommission erneut ausgesetzt und verlängert sich dadurch bis zum Ende der 10. Kalenderwoche und soll nunmehr zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen werden.
Die komplexen Sachverhalte bedingen diese erneute Verlängerung, um im beiderseitigen Interesse beschlussreife Ergebnisse zu erzielen.
Weiterhin gilt das Prinzip von Schlichten und Schweigen. Die Tarifpartner und Schlichter werden sich vor Ablauf der Schlichtung nicht öffentlich äußern (Pressemitteilung der beiden Schlichter Matthias Platzeck und Bodo Ramelow, 17.02.17).

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LOK Report

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• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8
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Industrie

RechteckBaltic Port Service: Revision von Waggons beendet und Portfolio erweitert

Die Baltic Port Service GmbH (kurz BPS) hat die Revision von 24 Eanos-Wagen für die VTG AG beendet und die fertigen Wagen heute an das Unternehmen übergeben. „Der Auftrag der Revision der 24 Eanos- Wagen war für uns ein Erfolg.“, teilt BPS-Geschäftsführer Ulrich Rudler mit. „Damit konnten wir erneut einen Auftrag von Dritten für uns gewinnen und unseren Standort auf Rügen festigen und zum Ausbau dieses weiter beitragen.“, so Rudler weiter.
Die 24 Eanos- Wagen der VTG AG wurden vor Ort in Sassnitz / Neu Mukran abgestellt und nach und nach für das Unternehmen einer Revision unterzogen. Der Zeitraum der Revision umfasste 10 Wochen. Damit die BPS diese Untersuchungen für die VTG AG durchführen konnte, wurde das Unternehmen von der VTG AG zertifiziert und hat diese Zertifizierung erfolgreich bestanden.
Zusätzlich zu der Fertigstellung der Eanos- Wagen für die VTG AG, konnte die BSP bereits in der letzten Woche die mittlerweile fünfte Lok an die EGP Eisenbahngesellschaft Potsdam GmbH übergeben. Die Lokomotiven wurden in Sassnitz / Neu Mukran einer umfassenden HU unterzogen.
Seit dem Erwerb der BPS durch die Deutsche Eisenbahn Service AG, eine Tochter der ENON GmbH & Co.KG mit Sitz in Putlitz, im Jahr 2014 ist das Unternehmen trotzt schrumpfender Infrastruktur vor Ort gewachsen. Begonnen wurde vor Ort mit vier Mitarbeitern und der Hauptaufgabe der Umachsung von russischen Breitspurwagen auf Normalspur. Trotz des Wegfalls der Umachsungsleistungen für die Russische Staatsbahn konnte die BPS ihr Portfolio vor Ort weiter ausbauen. Zuerst vorrangig mit der Erfüllung von Leistungen für die Unternehmensgruppe, in den letzten Monaten aber immer mehr durch die Erbringung von Leistungen für Dritte. Das Geschäft der Schienenfahrzeuginstandhaltung und –wartung erfreut sich einer sehr positiven Resonanz und konnte dadurch zu einer Erhöhung der Personale auf mittlerweile insgesamt zwölf beitragen und für eine Festigung von Arbeitsplätzen in der Region sorgen (Pressemitteilung Deutsche Eisenbahn Service AG, 17.02.17).

RechteckBombardier: Konzernergebnis oberhalb der Erwartungen für 2016
Bombardier hat am Donnerstag die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2016 vorgelegt. Das Unternehmen hat außerdem seine Prognosen für 2017 bestätigt und kann im Zuge der Umsetzung des Turnaround-Plans ein weiteres Quartal mit solider Performance vorweisen.
"Unser Turnaround-Plan läuft auf Hochtouren", sagte Alain Bellemare, President und Chief Executive Officer von Bombardier Inc. "Bombardier hat seine Finanzzusagen für 2016 gehalten. Wir haben unsere Programm-Meilensteine erreicht und das Unternehmen so positioniert, dass wir sämtliche Finanzziele unseres Fünfjahres-Turnaround-Plans, einschließlich eines Break-Even beim Cashflow in 2018, auch wirklich umsetzen können."
Bombardier hat im Geschäftsjahr 2016 die eigenen Zielvorgaben für das konsolidierte EBIT vor Sondereffekten übertroffen; die Cash Performance verbesserte sich im Jahresvergleich um USD 778 Mio.; die Margen in den Geschäftsbereichen Transportation, Business Aircraft und Aerostructures stiegen um rund 200 Basispunkte. Mit der erfolgreichen Refinanzierung durch das Schuldscheindarlehen in Höhe von USD 1,4 Mrd. hat das Unternehmen im vierten Quartal 2016 außerdem die Risikoabbauphase des Turnaround-Plans erfolgreich abgeschlossen. Bombardier hat so die notwendige Liquidität zur vollständigen Umsetzung der beiden letzten Planphasen - Steigerung von Erträgen und des Cashflows sowie Entschuldung und damit Stärkung der Bilanz - gesichert.
Ein weiteres Highlight im Rahmen des Unternehmensergebnisses im vierten Quartal war die erfolgreiche Inbetriebnahme des CS300 Flugzeugs durch airBaltic, gefolgt von der starken Leistung des CS100 Flugzeugs bei SWISS seit Aufnahme des kommerziellen Flugbetriebs vor etwas mehr als sechs Monaten. Die Flugerprobung des brandneuen Weitstrecken-Businessflugzeugs Global 7000, das eine ganz neue Klasse definiert, hat im vierten Quartal ebenfalls begonnen. Die Weichen für die Inbetriebnahme des Flugzeugs in der zweiten Jahreshälfte 2018 sind damit gestellt.
"Wir starten mit unserer Strategie, unserem Turnaround-Plan und mit der Fähigkeit zur Freisetzung des vollen Werts unseres Portfolios voll Vertrauen in das Jahr 2017", sagte Alain Bellemare. "Unser Hauptaugenmerk richtet sich weiterhin auf die Verbesserung der operativen Effizienz, auf den reibungslosen Anlauf unserer neuen Programme sowie auf die Beibehaltung eines disziplinierten und proaktiven Ansatzes zur Schaffung von Werten für Kunden und Aktionäre in sämtlichen Marktumgebungen."
Im Geschäftsjahr 2016 lag die EBIT-Marge im Bereich Transportation vor Sondereffekten mit 7,4% oberhalb unserer Prognose. Der Umsatz lag in 2016 mit USD 7,6 Mrd. unterhalb der Prognose, was in erster Linie auf unser proaktives Projektmanagement mit der Folge einer Abgrenzung bestimmter Umsätze im Rahmen des Kontokorrents langfristiger Verträge zurückzuführen ist. Ein starker Auftragseingang in Höhe von USD 8,5 Mrd. in sämtlichen Produktsegmenten und geografischen Regionen führte im Geschäftsjahr 2016 zu einem Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz von 1,1. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei USD 30,1 Mrd. Am 11. Februar 2016 haben wir den Verkauf einer 30%-igen Beteiligung an Bombardier Transportation (Investment) UK Limited (BT Holdco) in Form von wandelbaren Aktien an die CDPQ durch deren Kapitalbeteiligung in Höhe von USD 1,5 Mrd. abgeschlossen.
Die Bombardier Transportation (Investment) UK LTD (BT Holdco) ist nach Abschluss der gesellschaftlichen Neuorganisation wesentlich Alleineigentümerin sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Segments Bombardier Transportation. Die BT Holdco wird weiterhin von Bombardier Inc. kontrolliert und in das Finanzergebnis von Bombardier konsolidiert.
Für 2017 erwartet das Unternehmen in Übereinstimmung mit den im Dezember vorgelegten Prognosen eine Fortsetzung des Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Bereich. Erzielt wird dies durch einen Umsatzanstieg bei Transportation sowie durch eine Zunahme der Auslieferungen des C Series Flugzeugs.
Die Prognose für das EBIT vor Sondereffekten im Geschäftsjahr 2017 liegt bei einem Anstieg um 35%, d.h. bei einem Wert zwischen USD 530 Mio. und USD 630 Mio. Gleichzeitig werden sich die Margen in sämtlichen Geschäftsbereichen verbessern. Der eingesetzte Free Cashflow dürfte sich im Zuge der Lernkurve beim C Series Flugzeug ebenfalls um bis zu USD 300 Mio. verbessern und so auf eine Größenordnung zwischen USD 750 Mio. bis USD 1,0 Mrd. weiter absinken
(Pressemitteilung Bombardier, 17.02.17).

RechteckKombiverkehr: Neue Verbindung zwischen Rostock und Wels
Mit einer neuen Zugverbindung zwischen dem Rostocker Seehafen und Wels in Österreich bietet die Frankfurter Kombiverkehr KG, Europas Marktführer im intermodalen Schienengüterverkehr, den Kunden aus Spedition und Logistik ab sofort eine weitere Möglichkeit, Waren und Güter effizient und wirtschaftlich auf der Schiene befördern zu lassen. Der ab sofort verkehrende Direktzug verbindet Österreich einmal pro Woche mit dem Norden Deutschlands. Versandtag in Rostock ist Montag (Annahmeschluss 1:45 Uhr) und in der Gegenrichtung ab Wels Freitag (Annahmeschluss 20:00 Uhr). Die 930 Kilometer lange Bahnstrecke legt der Zug in rund 24 Stunden zurück. Bei entsprechender Nachfrage soll das neue Angebot auf zwei wöchentliche Rundläufe aufgestockt werden.
"Der Zug zwischen Rostock und Wels ist ein Paradebeispiel für die von Kombiverkehr forcierte Netzwerkstrategie. Sowohl ab Rostock als auch ab Wels bestehen vielfältige Anschlussmöglichkeiten auf dem Schienen- und Wasserweg, welche es Spediteuren ermöglichen, intermodale Verkehre auf weitreichenden Transportkorridoren zu realisieren", sagt Peter Dannewitz, Leiter Vertrieb des Unternehmens mit Sitz in Frankfurt am Main. So sind ab Rostock per Fähre Finnland, Schweden und Dänemark erreichbar, ab Wels bestehen Anschlussverbindungen auf der Schiene von und nach Wien, Curtici, Thessaloniki, Budapest und dem Seehafen Triest.
Traktioniert wird der Zug auf deutschem und österreichischem Schienennetz durchgängig von der DB Cargo AG. Inklusive des neuen Angebotes zwischen Rostock und Wels bietet Kombiverkehr heute insgesamt 38 Zugabfahrten pro Woche im bilateralen Verkehr Deutschland-Österreich an (Pressemitteilung Kombiverkehr, 17.02.17).

RechteckPilotfish: Erwerb von Appello Technologies AB
Pilotfish setzt verstärkt darauf, den Bedarf von Kunden an modernsten Anwendungen zur effektiveren Gestaltung von Buss- und Zugbetrieb zu decken. Das in der schwedischen Stadt Göteborg basierte Unternehmen erwarb 100 % der Aktien des ebenfalls dort ansässigen Unternehmens Appello, welches sich in Zusammenarbeit mit Pilotfish auf modernste Applikationen und benutzerfreundliche Anwendungen für Busfahrer spezialisiert hatte.
Pilotfish bietet standardisierte Kommunikationsplatformen sowie weitere Dienstleistungen, die auf unterschiedliche Weise die Produktivität des Nahverkehrs verbessern. Der Nahverkehr in den nordischen Ländern und Europa ist momentan mit raschen Veränderungen konfrontiert, die Herausforderungen in Form von wachsender Konkurrenz, neuer Technik, Elektrofahrzeugen und neuen Informationstechnoligen mit sich bringen. Cloud-basierte Apps, standardisierte Plattformen sowie effektiv vernetzte Fahrzeuge sind wichtige Werkzeuge, um den schnellen Veränderungen im Nahverkehr zu begegnen zu können.
Tomas Gabinus, Geschäftsführer von Pilotfish, über Appello: "Das Team von Appello ist exzellent und verfügt über umfangreiche Kompetenz in der Entwicklung von Apps, Karten und Navigationsdiensten, die von Millionen von Benutzern verwendet werden, und ergänzt somit das Team von Pilotfish perfekt." Weiter sagt er, dass Pilotfish "auch weiterhin Appellos Navigierungsdienst Wisepilot, der an unterschiedliche internationale Telekomunternehmen geliefert wird, weiterentwickelt wird."
"Wir bei Appello freuen uns auf unsere Arbeit bei Pilotfish, um zusammen mit Pilotfish unsere Arbeit mit Navigationsdiensten und unsere Rolle als Zulieferer von modernen Anwendungen für den Nahverkehr fortsetzen zu können", so Lars Szakaly, Geschäftsführer von Appello (Pressemitteilung Pilotfish Networks AB, 17.02.17).

RechteckSiemens: DB Regio bestellt 39 Regionaltriebzüge

Die DB Regio AG wird ab 2020 das Rheintal-Netz im Südwesten Deutschlands ausschließlich mit Neufahrzeugen von Siemens betreiben. Die Nahverkehrssparte der Deutschen Bahn hat hierfür insgesamt 39 Regionaltriebzüge bestellt. Der Auftrag umfasst 15 Desiro-HC- und 24 Mireo-Züge. Dies ist die erste Order für Fahrzeuge aus der neuen Regionaltriebzugplattform Mireo, die erst kürzlich auf der weltgrößten Bahnmesse Innotrans vorgestellt wurde.
"Nach dem Produktlaunch ist uns innerhalb kürzester Zeit der Markteintritt mit unserer neuen Zugplattform Mireo gelungen. Der Mireo vereint Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit und bietet höchste Flexibilität über den gesamten Lebenszyklus hinweg", sagte Sabrina Soussan, Leiterin des Geschäfts mit Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie Lokomotiven.
Das Zugangebot im Rheintal wird neu strukturiert. Es besteht dann eine klare Trennung zwischen einem schnellen Zugsystem für den überregionalen Verkehr zwischen den großen Orten und einem S-Bahn-ähnlichen Regionalzugsystem mit Halt auf allen Stationen. Gleichzeitig erfolgt eine deutliche Ausweitung des Zugangebotes. Für diese speziellen Anforderungen wurden die entsprechenden Fahrzeuge bestellt.
Der Mireo wird als Regionalbahn (RB) auf der Strecke Offenburg –Freiburg – Basel/Neuenburg (Schweiz) sowie sonntags im Kaiserstuhl von Freiburg nach Endingen/Breisach eingesetzt. Das Fahrzeug ist als skalierbarer Gliederzug konzipiert. Die Leichtbauweise, energieeffiziente Komponenten und ein intelligentes Bordnetzmanagement führen zu einem um 25 Prozent reduzierten Energieverbrauch im Vergleich zu Vorgängerfahrzeugen. Durch die neue aerodynamische Gestaltung und das laufruhige Drehgestell wird eine Geräuschreduzierung erreicht. Die dreiteiligen Züge verfügen über 220 Sitzplätze.
Auf der Strecke Karlsruhe – Offenburg –Freiburg –Basel wird der Desiro HC als Regionalexpress verkehren. Jeder Zug besteht aus vier Wagen, von denen der erste und der letzte als Endwagen jeweils ein Deck für die Fahrgäste haben und die beiden mittleren als Doppelstockwagen ausgeführt sind. Über 50 Prozent des Raumes für die Fahrgäste sind barrierefrei begehbar, in den beiden einstöckigen Endwagen sogar komplett stufenlos und für die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Reisender ausgestattet. Durch die zweistöckigen Mittelwagen wird pro Zug auf nur 105 Metern Länge ein Angebot von 410 Sitzplätzen mit reichlich Beinfreiheit geschaffen. Beide Regionalzüge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt (Pressemitteilung Siemens, 17.02.17).

RechteckStadler: Auftrag für Bau und Unterhalt von 52 Metro-Zügen für Liverpool

Am Donnerstag hat Stadler mit Merseytravel einen geschichtsträchtigen Vertrag im Wert von gegen 700 Millionen Pfund Sterling abgeschlossen. Stadler baut für das Merseyrail-Bahnnetz in der Liverpool City Region 52 Metro-Züge und übernimmt ab 2020 für 35 Jahre deren Wartung. Die neuen Züge ersetzen eine der ältesten Flotten Grossbritanniens. Sie werden mit einem völlig stufenlosen Zugang ausgestattet. Dies macht das Bahnnetz am Mersey zu einem der zugänglichsten des Landes. Im Stadtteil Kirkdale baut Stadler einen komplett neuen Service-Standort auf.
Die Verkehrsbehörde Merseytravel bestellt bei Stadler 52 Metro-Züge und deren Wartung für 35 Jahre. Die derzeitige Fahrzeugflotte des Bahnbetreibers Merseyrail gehört mit einem Durchschnittsalter von knapp 40 Jahren zu den ältesten in Grossbritannien. Im Rahmen des abgeschlossenen Vertrags soll die vorhandene Flotte vollständig ersetzt werden. Darüber hinaus dürfen sich Fahrgäste auf ein neues Reiseerlebnis freuen. Die Züge werden bei gleichbleibendem Sitzplatzangebot 60 Prozent mehr Fahrgäste aufnehmen können und die Reisezeit um bis zu 10 % verkürzen.
Die neuen vierteiligen Züge werden ab dem Jahr 2021 im Einsatz sein, die erste Testeinheit soll jedoch bereits Mitte 2019 geliefert werden. Der Wert der Bau- und Instand-haltungsverträge für die 52 Züge beläuft sich auf gegen 700 Millionen Pfund Sterling und Merseytravel hat sich die Option gesichert, weitere 60 Züge abrufen zu können.
Die Züge sollen mit einem niedrigeren Wagenboden ausgestattet werden, der nur 960 Millimeter über der Schienenebene liegen wird. Darüber hinaus werden alle Züge durchgängig begehbar sein und auf diese Weise Platz für 486 Fahrgäste bieten (182 Sitzplätze, 302 Stehplätze und zwei Rollstuhlplätze). Die in verwindungssteifer Aluminium-Leichtbauweise gefertigten Wagenkasten machen die Züge sicherer und energieeffizienter.
Die 64,98 Meter langen und 2,82 Meter breiten Züge werden auf einem Stromschienennetz mit 750 Volt Gleichstrom betrieben werden und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen können. Die Einheiten werden auch mit Batterien ausgestattet sein, damit sie in der Werkstatt und auf dem Werkgelände autonom bewegt werden können. Ferner können die Züge auch für Wechselstrombetrieb mit 25 kV und den ETCS Level II nachgerüstet werden.
Die neuen Züge werden speziell für die Anforderungen der Fahrgäste konzipiert, die das Bahnnetz der Region Liverpool nutzen. Die Anforderungen der Fahrgäste wurden in einer Kundenbefragung – ausgeführt durch passenger watchdog, Transport Focus –, im Jahr 2013 ermittelt. Der Einsatz von Schiebetritten, welche die Lücke zwischen Plattform und Zug schliessen, soll an allen Eingängen in Kombination mit infrastrukturellen Massnahmen eine neue Art der Sicherheit und einen stufenlosen Zugang ermöglichen. Dies macht die Ansage "Please Mind The Gap" wohl in Zukunft überflüssig. Die neue Flotte bietet allen Fahrgästen höchste Barrierefreiheit – sowohl Rollstuhlfahrern als auch älteren Fahrgästen, Personen mit Kinderwagen und solchen mit Gepäck oder Fahrrädern. Während die hochempfindlichen Türsensoren zur Feststellung von Blockierungen eingesetzt werden, soll die Türbeleuchtung den Fahrgästen signalisieren, wann sie sicher ein- und aussteigen können.
Die Sicherheit im Zug wird durch die offenen und geräumigen Abteile ohne Trenntüren, die Über-wachungskameras und eine transparente Wand zum Führerstand erhöht. Die Züge werden breitere Mittelgänge, mehr Platz im Einstiegsbereich und mehr Haltegriffe haben, was das Reisen auch für stehende Fahrgäste sicherer machen wird.
Die Inneneinrichtung wird gegen Beschädigungen resistent, das Aussendesign graffiti- und sprayfarbenresistent ausgeführt. Der Fahrerraum bietet dank verbesserter Sichtlinien und einer ergonomischen Fahrpultanordnung eine komfortable Arbeitsumgebung und ist mit sämtlichen Funktionen eines flexiblen, modernen Zugs ausgestattet.
Im Rahmen des Instandhaltungsvertrags, der für den 35 Jahre währenden Lebenszyklus der Züge gilt, wird Stadler alle leichten und schweren Instandhaltungsarbeiten an den Einheiten ausführen. Im Stadtteil Kirkdale konzipiert und baut Stadler ein neues modernes Instandhaltungswerk. Im Betrieb wird auf grösstmögliche Verfügbarkeit der Züge bei möglichst geringen Stillstandzeiten geachtet werden. Darüber hinaus wird Stadler auch für die Instandhaltung der vorhandenen Flotte zuständig sein, die im derzeitigen Werk in Birkenhead durchgeführt werden soll.
Stadler wird vom Bahnbetreiber Merseyrail 155 beschäftigte Wartungskräfte für seinen eigenen Betrieb übernehmen und somit die Anzahl seiner Mitarbeiter in Grossbritannien bis 2019 auf mehr als 200 erhöhen (Pressemitteilung Stadler, 17.02.17).

RechteckTÜV Rheinland: Asset-Management-System für VGF Technikbereiche
Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main GmbH (VGF) bewirtschaftet ein komplexes, von langlebigen Anlagen und unterschiedlichen Technologien geprägtes Gesamtsystem im schienengebundenen Nahverkehr. So kommen mehr als 400 Schienenfahrzeuge auf über 300 Gleiskilometern und mehr als 600 Weichen und Kreuzungen zum Einsatz. Für den langfristig wirtschaftlichen und sicheren Betrieb des Gesamtsystems und der einzelnen Systemelemente sind technisch fundierte, ganzheitliche Investitions- und Instandhaltungsstrategien erforderlich, welche über einen längerfristigen Zeitraum planerisch abgebildet werden müssen.
TÜV Rheinland InterTraffic GmbH (TRIT) und BSL Transportation Consultants (BSL) wurden mit der Entwicklung und Einführung eines Asset-Management-Systems beauftragt. Mit dem System werden u.a. folgende Ziele für die Technikbereiche der VGF erreicht:
• Abbildung der Auswirkungen reduzierter Investitionen auf die Substanz, die Qualität und den Instandhaltungsaufwand.
• Darstellung und Abbildung der jeweiligen Instandhaltungsstrategien für die einzelnen Anlagenklassen in einem anpassbaren Datenmodell.
• Systematische Abbildung langfristiger Finanzierungsbedarfe.
• Erhöhung und Steigerung der Planungs- und Datenqualität.
• Vermeidung weiterer "Datenfriedhöfe" durch Aufbau eines praxisorientierten, handhabbaren Modells, das auf dem zentralen Instandhaltungsplanungssystem (IPS) der VGF aufsetzt.
Gegenstand des Auftrags waren auch die Schulung zur Anwendung des Asset-Management-Systems sowie die Begleitung der VGS-Fachbereiche bei der Erarbeitung der spezifischen Anlagenstrategien. TRIT und BSL freuen sich über den Erfolg der gemeinsamen Arbeit und sind sicher, dass das System zu einem TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Am Grauen Stein 51105 Köln Tel +49 221 806-2290 Fax +49 221 806-361347 Mail wolfgang.partz @de.tuv.com Web www.tuv.com ganzheitlich optimierten und integrierten Investitions- und Instandhaltungskonzept für die VGF führen wird. (Pressemitteilung TÜV Rheinland InterTraffic GmbH, 17.02.17).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBayern: Erster Abschnitt für Ausbaustrecke München – Lindau – Zürich genehmigt

Gute Nachrichten für den Ausbau der Bahnstrecke von München über Memmingen und Lindau nach Zürich. Das Eisenbahn-Bundesamt hat für den ersten der insgesamt 21 Planfeststellungsabschnitte die Genehmigung erteilt. Ab  der bayerisch-württembergischen Landesgrenze bis Aichstetten im Landkreis Ravensburg herrscht nunmehr Baurecht. Außerdem hat das Projektteam der DB Netz AG gemeinsam mit den Bezirksregierungen die Anhörungsverfahren der übrigen Planfeststellungsabschnitte weitgehend abgeschlossen. "Damit sind die Voraussetzungen für eine zügige Erteilung der weiteren Genehmigungen durch das Eisenbahnbundesamt geschaffen. Dort, wo die Planfeststellung erfolgt, gehen wir sofort in die Ausschreibung der Bauleistungen", erklärt der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Klaus-Dieter Josel. "Wir können aktuell den Zeitplan für die Inbetriebnahme Ende 2020 bestätigen – auch weil wir mit unseren Finanzierungsgebern Freistaat Bayern, Bund und Schweizer Eidgenossenschaft  hervorragend zusammenarbeiten", so Josel.
Auch aus Sicht des auf Schweizer Seite zuständigen Bundesamts für Verkehr (BAV) ist der erste Planfeststellungsbeschluss ein wichtiger Schritt: "Dies ist ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf ein verbessertes Bahnangebot auf der Strecke Zürich - Lindau - München".
Die Kostenfortschreibung für das gesamte Projekt inklusive Inflations- und Risikozuschlägen liegt nun bei 440 Millionen Euro. So werden nun unter anderem allein für die Lärmvorsorge rund 100 Millionen Euro kalkuliert.
Vom Jahr 2020 an soll sich die Reisezeit zwischen München und Zürich von derzeit 4:20 Stunden auf unter 3:30 Stunden reduzieren. Durch den Ausbau erhöht sich Zahl der Fernverkehrsverbindungen um 50 Prozent. Im Regionalverkehr will der Freistaat Bayern die Reisezeit zwischen München und Memmingen durch die Einführung von zusätzlichen zweistündlichen schnellen Expresszügen auf der Ausbaustrecke um ein Drittel auf gut eine Stunde verkürzen (Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.02.17).

RechteckBayern: MVG beförderte 2016 rund 2 Prozent mehr Fahrgäste
Keine Selbstverständlichkeit: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verzeichnet den zwölften Nachfrage-Rekord in Folge. 2016 waren erneut so viele Menschen mit den MVG-Verkehrsmitteln U-Bahn, Bus und Tram unterwegs wie nie zuvor. Das städtische Verkehrsunternehmen beförderte nach vorläufigen Ergebnissen rund 578 Millionen Fahrgäste. Dies entsprä-che einer Steigerung von rund 2,1 Prozent bzw. 12 Millionen zusätzlichen Fahrten. 2015 hatte die MVG rund 566 Millionen Fahrgäste. Bundesweit nahm die Zahl im vergangenen Jahr nach den jüngst vom Verband deut-scher Verkehrsunternehmen (VDV) veröffentlichten Angaben um 1,8 Pro-zent zu. Die Steigerung bei der MVG übertraf damit auch im Jahr 2016 den Bundesschnitt. Seit 2004 (mit damals rund 442 Millionen MVG-Fahrgästen) ist die Nachfrage inzwischen um insgesamt fast ein Drittel (31 Prozent) gestiegen.
Der neue Fahrgastrekord ist neben dem Bevölkerungswachstum sowie der erfolgreich bewältigten Großveranstaltung "Bauma" mit ihrer hohen Besu-cherzahl vor allem auf weitere Angebotsausweitungen zurückzuführen, darunter Verbesserungen auf der U4 und der U6, auf den Tramlinien 22 und 25 und auf zahlreichen Buslinien. Auch wurde 2016 die MetroBus-Linie 56 beschleunigt, was eine erhebliche Verkürzung der Fahrzeit für die Fahr-gäste dieser Linie bedeutet.
Bemerkenswert ist, dass die erneute Fahrgaststeigerung gelang, obwohl die Besucherzahlen beim Oktoberfest rückläufig waren und obwohl zahlrei-che unvermeidliche Baustellen im Tramnetz und zuletzt bei der U-Bahnlinie U3 zu Angebotseinschränkungen geführt haben. Die MVG bedankt sich an dieser Stelle für das Verständnis und die Geduld ihrer Kunden (Pressemeldung MVG, 17.02.17).

RechteckBayern: Weiter steigende Fahrgastzahlen bei der MVG
In 2016 sind die Fahrgastzahlen bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in den Verkehrsmitteln U-Bahn, Bus und Trambahn um 2,1 Prozent gestiegen. Im Dezember stieg das Leistungsangebot um 2,3 Prozent, die Preise wurden jedoch um 2,9 Prozent erhöht. "Die MVG hätte noch einen viel größeren Fahrgastzuwachs verzeichnen können, wenn nicht wichtige Fahrtrouten wie der Stachus oder die U3 zwischen Münchner Freiheit und Scheidplatz monatelang gesperrt wären", so Stefan Hofmeir von der Aktion Münchner Fahrgäste.
Wo früher teilweise unter rollendem Rad gebaut wurde, wird heute im Ein-Schicht-Betrieb monatelang umgebaut. Und Komplettsperrungen werden in den kommenden Jahren zunehmen, denn auch die U-Bahn-Strecken kommen in die Jahre. In den Verkehrsmitteln merkt man inzwischen die Fahrgastzunahme deutlich.
Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert deshalb für das kommende Leistungsprogramm 2018 eine deutliche Ausweitung der Angebote bei U-Bahn, Trambahn und Bus! Dabei müssen auch besonders Tangentialverbindungen verstärkt werden, die die meist bereits überlasteten Innenstadtverbindungen entlasten! (Pressemeldung Aktion Münchner Fahrgäste, 17.02.17).

RechteckBayern: Hohe Schäden beim Meridian durch Aufbrüche von Fahrkartenautomaten
Fahrkartenautomaten der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, die die Züge des Meridian betreibt, waren in jüngster Vergangenheit gehäuft Ziele für Diebe. Der Schaden für das Unternehmen liegt im oberen fünfstelligen Bereich, wobei den größten Anteil daran die Sachbeschädigung durch die Zerstörung der Geräte hat.
Nun reagiert die Bayerische Oberlandbahn GmbH, indem sie den Bargeldbestand der Automaten drastisch reduziert. Dies kann für Fahrgäste bedeuten, dass an den Automaten nur noch Kartenzahlung möglich ist bzw. sie passend bezahlen müssen. Zusätzlich wird bestelltes Sicherheitspersonal vermehrt die Fahrkartenautomaten überwachen. Alle Diebstähle wurden polizeilich erfasst und Spuren wurden sichergestellt. Die Ermittlungen laufen aufgrund des hohen Sachschadens auf Hochtouren.
Fahrkartenautomaten, an denen Fahrgäste Vandalismus oder Einbruchsspuren feststellen, können direkt der zuständigen Bundespolizeidirektion (telefonisch unter 0800 6 888 000) gemeldet werden (Pressemeldung Bayerische Oberlandbahn GmbH, 17.02.17).

RechteckBrandenburg: Auftaktveranstaltung zum Landesnahverkehrsplan 2018
Die neue Mobilitätsstrategie wurde vergangene Woche im Kabinett verabschiedet, jetzt startet die Umsetzung. Ein erster Schritt ist die Erarbeitung des neuen Landesnah-verkehrsplans 2018-2022. Dazu fand heute in Potsdam die Auftaktveranstaltung mit Kommunen, Interessensverbänden und Verkehrsunternehmen statt.
"Die Mobilitätsstrategie ist das Leitbild für die Mobilitätspolitik der kommenden Jahre. An den Zielen der Strategie wird sich der neue Landesnahverkehrsplan orientieren. Unter anderem werden konkrete Bedienkonzepte für die kommenden Jahre entwickelt, mit denen wir das Angebot für die Fahrgäste verbessern wollen. Auf der Grundlage der vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erstellten Korridoruntersuchung, erarbeiten wir den Landesnahverkehrsplan. Das tun wir im Dialog mit  den Verbänden, den Kommunen, den Verkehrsunternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern", sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider.
Das ÖPNV-Gesetz des Landes sieht alle fünf Jahre eine Fortschreibung des Landesnahverkehrsplans vor. Ab jetzt laufen die Abstimmungen und die Beteiligung. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Steuerung von Angebot und Nachfrage auf den Pendlerstrecken und den Bahnlinien in den ländlichen Regionen.  Mit dem Landesnahverkehrsplan werden die langfristigen Infrastrukturprojekte (Trassenkapazitäten, S-Bahn-Erweiterungen) auf den Weg gebracht. Für die Fahrpläne werden neue Bedienkonzepte entwickelt, die bessere Anschlüsse gewährleisten sollen.
Der Landesnahverkehrsplan dient auch den kommunalen Aufgabenträgern des übrigen ÖPNV als Rahmen und Orientierung für ihre eigenen Angebots- beziehungsweise Nahverkehrsplanungen.
Die Erarbeitung des Landesnahverkehrsplans erfolgt auf der Grundlage der bereits erarbeiteten Korridoruntersuchung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Sie wurde von den Ländern Berlin und Brandenburg beauftragt. Erhoben und ausgewertet wurden aktuelle Daten der Bevölkerungsprognose und der Nachfrageerhebung zu Berufs-, Ausbildungs- und Freizeitverkehren auf den Korridoren des ÖPNV im Berliner Umland und dem weiteren Metropolenraum. Aus dieser Bestandsaufnahme werden dann unter Berücksichtigung der Finanzierbarkeit, Konzepte für die weitere Entwicklung der Bahn- und Busnetze im Land erarbeitet.
Im Sommer sind weitere Veranstaltungen in allen Landesteilen mit den Verbänden, Kommunen und Verkehrsunternehmen vorsehen. Dann werden die Zielkonzeptionen vorgestellt, die beschreiben, wie der Nahverkehr in den kommenden Jahren aussehen soll. Für den September ist eine Onlinebeteiligung geplant. Im Spätherbst soll der Entwurf für den neuen Landesnahverkehrsplan in den Landtag eingebracht und bis Ende des Jahres verabschiedet werden (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 17.02.17).

RechteckNiedersachsen: Wieder durchlaufende metronaom-Züge Hannover - Hamburg?
Bei der Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover wird derzeit daran geknobelt, zumindest einen Teil der zwischen Hamburg und Hannover fahrenden OHE-Tochterzüge metronom durchfahren zu lassen. Bisher ist immer Völkerwanderung in Uelzen in dem nach dem österreichischen Künstler Hunderwasser genannten Bahnhof. Friedensreich Hundertwasser hatte einen Entwurf für das historische Gebäude gemacht, die Einweihnung aber nicht mehr erlebt.
Bei der Hinfahrt nach Hamburg müssen die Fahrgäste in der Regel lange Fußmärsche machen und eine halbe Stunde warten. Das ist bei der Rückfahrt nicht ganz zu schlimm, aber umgestiegen werden muss auch dann. Gerade im Winter wird das von Behinderten, älteren Menschen und Frauen mit kleinen Kindern als sehr unangenehm empfunden, zumal um 21.30 Uhr auch der Bahnhof geschlossen wird und die Fahrstühle Nachtruhe verordnet bekommen (WR, 17.02.17).

RechteckNRW: Nutzung der IC-Züge auf der Hellwegstrecke mit Tickets des Nahverkehrs
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wurde die Angebotskonzeption auf der Hellwegstrecke zwischen Hamm – Paderborn - und Kassel Wilhelmshöhe erneuert. Der Rhein Hellweg Express (RE 11) bedient vom Grundsatz zweistündlich den Korridor Kassel Wilhelmshöhe – Paderborn – Lippstadt – Soest – Hamm und verkehrt ab dort stündlich über Dortmund nach Düsseldorf. Viermal am Tag verkehren in dieser Relation allerdings keine Züge des Nahverkehrs, sondern in fast identischer Zeitlage und mit gleichen Anschlüssen in den Knotenbahnhöfen IC-Züge der DB Fernverkehr (IC Linie 51), die aus Sachsen bzw. Thüringen kommend über Kassel Wilhelmshöhe, Warburg, Altenbeken, Paderborn, Lippstadt, Soest und Hamm, weiter über Dortmund, das Ruhrgebiet bis nach Düsseldorf verkehren. Fahrausweise des Nahverkehrs dürfen in diesen IC Zügen nicht genutzt werden.
Um den Fahrgästen in diesen Relationen nicht nur ein abgestimmtes Fahrplanangebot, sondern auch eine durchgängige Nutzung mit Nahverkehrsfahrausweisen zu ermöglichen, hatte der NWL gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Nordhessen (NVV) europaweit angekündigt, dass man die schrittweise Öffnung dieser IC Züge zur Nutzung mit Nahverkehrstarifen ab 2018 mit der DB vereinbaren wolle. Da NWL und NVV keine Möglichkeit sahen, in diesen Zeitlagen Züge des Regionalverkehrs anzubieten, sieht man in der tariflichen Öffnung der Züge des Fernverkehrs die einzige Möglichkeit, den Fahrgästen ein transparentes durchgängiges Angebot zu bieten.
Da NWL und NVV nach intensiver Prüfung nicht davon ausgegangen sind, dass neben der DB Fernverkehr keine anderen Anbieter in der Willens und Lage sind, die Leistungen anbieten zu können, sollte über den Auftrag mit DB Fernverkehr im Wege eine Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb verhandelt werden.
Gegen die Möglichkeit der Nutzung des IC-Angebotes für die Fahrgäste des Nahverkehrs hat das Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer Westfalen eingeleitet und die Rechtmäßigkeit der angekündigten Vergabe angezweifelt. Mit ihrem Beschluss vom 25.01.2017 untersagt die Vergabekammer dem NWL und NVV zwar die tarifliche Anerkennung von Nahverkehrsfahrausweisen in IC Zügen im Rahmen einer Direktvergabe mit der DB Fernverkehr zu vereinbaren, bestätigt aber die rechtliche Zulässigkeit, Leistungen des Fernverkehrs für Nahverkehrskunden zu öffnen und fordert NWL und NVV auf, die Leistungen im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens auszuschreiben.
Der NWL, der wie kaum ein anderer Aufgabenträger in Deutschland für den Wettbewerb steht – sämtliche SPNV Leistungen in Westfalen wurden bereits in europaweiten Wettbewerbsverfahren vergeben – wird unter Berücksichtigung der einzuhaltenden Fristen nun ein entsprechendes europaweites Vergabeverfahren vorbereiten.
NWL und NVV geht es in dem Verfahren darum, den Fahrgästen im Hellwegkorridor fahrplantechnisch und tariflich das bestmögliche Angebot zu bieten. Sollte im europaweiten Vergabeverfahren, anders als es die Aufgabenträger NWL und NVV bisher eingeschätzt haben, auch andere Unternehmen diese tarifliche Lücke mit wirtschaftlichen Angeboten schließen können, wird dies begrüßt.
In diesem Zusammenhang sehen es auch NWL und NVV sehr positiv, dass die Vergabekammer Westfalen klargestellt hat, dass die SPNV Aufgabenträger mit den ihnen zur Verfügung stehenden Regionalisierungsmitteln auch die Nutzung von Nahverkehrstickets in bestimmten Fernverkehrsangeboten finanzieren dürfen. Die Vergabekammer bestätigt die Ansicht von NWL und NVV, dass auch auf diesem Wege die Aufgabe der Daseinsvorsorge, die Bevölkerung mit Verkehrsdienstleistungen im Nahverkehr zu versorgen, erfüllt wird (Pressemeldung NWL, 17.02.17).

RechteckSachsen: Ausbau Sachsen-Franken-Magistrale
Die Deutsche Bahn (DB) arbeitet weiter intensiv am Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale. Im Abschnitt Neukieritzsch—Regis-Breitingen plant die DB ab Mai 2017 die Modernisierung der Gleis-, Weichen- und Oberleitungsanlagen. Im Zuge der Baumaßnahme ist weiter vorgesehen, die Außenbahnsteige in Deutzen zu erneuern und die dortige Fußgängerbrücke zurückzubauen. In Vorbereitung der Hauptbaumaßnahme werden seit 1. Januar bis Ende Februar bauvorbereitende Arbeiten durchgeführt. Sie beinhalten Freischnittarbeiten zur Bewuchsbeseitigung für die Herstellung der Baustelleneinrichtungsflächen und zur Baufeldfreimachung entlang der Bahngleise in diesem Abschnitt.
Bauarbeiten ab Mai 2017: Die Modernisierung des Streckenabschnitts umfasst Erd-, Kabel-, Tief- und Oberbauarbeiten auf einer Länge von insgesamt rund sechs Kilometer Länge. Im Südkopf des Bahnhofs Neukieritzsch erfolgen Erneuerungs- und Anpassungsarbeiten der Oberleitung und der Einbau einer zusätzlichen Weichenverbindung.
Am Haltepunkt Deutzen werden die beiden Außenbahnsteige auf einer Länge von 155 Metern neu errichtet. Die Bahnsteige und Zugänge sind damit zukünftig barrierefrei erreichbar, der Einstieg in die Züge stufenlos möglich. Zusätzlich erhalten die Bahnsteige eine neue Ausstattung (Beschilderungen, Wetterschutzhäuser, Blindenleitsysteme). Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt künftig von der Heuersdorfer Straße sowie von der Straße "Am Bahnhof". Das vorhandene Stellwerksgebäude und die Fußgängerbrücke werden zurück gebaut.
Weiter ist vorgesehen, entlang der Strecke vier Durchlässe zurück und einen Durchlass neu zu bauen.
Das Bauvorhaben: Der Streckenabschnitt Neukieritzsch—Regis-Breitingen, südlich von Leipzig, wird umfassend modernisiert und für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgebaut und den modernen technischen Anforderungen des Eisenbahnverkehrs angepasst. Die Arbeiten sind Bestandteil des Ausbaus der Sachsen-Franken-Magistrale. Diese verbindet auf einer Länge von rund 288 Kilometern die Städte Leipzig und Dresden über Werdau mit Hof. Die Inbetriebnahme des Streckenabschnitts erfolgt im Dezember 2018 (Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.02.17).

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RechteckTermine am Wochenende
Termine am Wochenende finden Sie auf unserer Terminseite (LOK Report, 17.02.17).

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LOK Report 2/17

LOK Report Ausgabe 2/17

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Mit der Kamera notiert

RechteckBřvany

Am 10. Februar fuhr ich mit dem Zug aus Most (Brüx) nach Břvany (Weberschan). Der Bhf Břvany ist mit einem Fahrdienstleiter besetzt. In Břvany ist ein Mineralwasserquelle namens Praga, seit 2005 Jahre ist die Mineralfabrik geschlossen, der jetzige Inhaber ist Karlovarská Korunní (Karslbaderkrönugsquelle GmbH). Vom Bhf Břvany zur Mineralfabrik existieren noch Anschlußgleise - 851 m lang. Ich schrieb dem Generaldirektor von Korunní, Dipl Ing Libor Duda, und er antwortete: "Korunní ist seit 2016 neuer Inhaber von Mineralwasser Praga, wir wolten den Betrieb renovieren, aber unsere Produktion per Bahn zu transportieren ist unrealistisch, nahe Břvany wird die neue Autobahn D7 gebaut."
Die Fotos zeigen den Bhf Břvany und die Anschlußgleise in das Mineralwasserareal. Es ist möglich Mineralwasser aus der Quelle kostenlos mitzunehmen. Ich nahm zwei Flaschen (Martin Kubík, 17.02.17).

RechteckWiesental

Bei Wiesental konnten 186 262-2 AKIEM SAS/CTL Logistics mit Kewa und 186 422-2 Railpool/RTB CARGO mit KLV fotografiert werden (Wolfgang Mauser, 17.02.17).

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Europa

RechteckFrankreich: Industrielle Tragikkomödie zum TGV-Kauf bei Alstom
Als "Epilog einer industriellen Tragikkomödie, die den Aktionär Staat in den Augen derer, die ihn anprangern, nicht in ein besseres Licht rückt" bezeichnet der Kommentator des Wirtschaftsblattes Les Echos, Daniel Fortin, das Arrangement, mit dem die SNCF 15 TGV-Züge zur Rettung von Alstom Belfort kaufen soll.
Zusammengefasst stellt er fest, dass letztendlich die Regierung, nach Wochen der Verzögerung, Stunden von Sitzungen, Hinzuziehung von Rechtsgutachten und unter Beteiligung von Batterien an Juristen an der höchsten Spitze des Staates auf die Idee kam, die TGV-Züge ... auf TGV-Linien fahren zu lassen, und nicht im Intercités-Verkehr.
Die SNCF benötigte die Züge nicht wirklich, hatte kein Geld, um sie zu finanzieren. Unter juristischen Gesichtspunkten verhindert, die Bestellung selbst zu unterzeichnen, hat der Staat diese der SNCF übertragen. 400 Millionen Euro auf Kosten der SNCF, sind 1 Million für jeden Angestellten bei Alstom Belfort.
Ein "Zaubertrick" über Kompensationen für Intercités-Dienste sorgt dafür, dass die Konten der SNCF voll und ganz in Höhe des Auftrags ausgeglichen werden. Letztlich stellt diese "Last-Minute-Bastelei" sogar eine gute Nachricht für die SNCF dar, die neue TGV erhält, ohne einen Pfennig zu bezahlen.
Ein Problem könnte aber noch zu einer Belastung für die SNCF führen: Wenn sich die nächste Regierung nicht mehr durch eine solche Verpflichtung gebunden fühlt, ... (WKZ, Quelle Daniel Fortin, Chefredakteur von Les Echos, 17.02.17).

RechteckFrankreich/Schweiz: BLS verkauft 45 Prozent von BLS Cargo an SNCF Logistics

Einflussgebiete von SNCF Logistics (links) und BLS Bargo (rechts).
Die BLS AG hat sich im Zuge ihrer Partnersuche für ihre Güterverkehrstochter, die BLS Cargo AG, für SNCF Logistics entschieden. SNCF Logistics verantwortet innerhalb der SNCF-Gruppe die Bereiche Logistik und Güterverkehr. Die Beteiligung in Höhe von 45 Prozent untersteht der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Die BLS bleibt mit 52 Prozent Aktienanteil Mehrheitsaktionärin. Unverändert an der BLS Cargo AG beteiligt bleibt die Ambrogio-Gruppe (IMT) mit einem Aktienanteil von 3 Prozent.
SNCF Logistics ist bereits heute aktiv auf dem Güterverkehrsmarkt tätig und hält mit ihren Tochtergesellschaften Captrain Deutschland und Captrain Italia nach den jeweiligen Staatsbahnen die zweitstärksten Akteure im deutschen und italienischen Markt. In der Schweiz und auf dem Güterverkehrs-Korridor Nord-Süd ist die SNCF-Gruppe bisher weniger stark tätig, so dass die gute Position von BLS Cargo vor allem im internationalen Kombinierten Verkehr die Geschäftstätigkeit der SNCF ideal ergänzt. «Mit der SNCF-Gruppe haben wir die richtige Partnerin gefunden», sagt Bernard Guillelmon, Verwaltungsrats-präsident von BLS Cargo. «Damit können wir das Gütergeschäft im internationalen Umfeld weiter nachhaltig und zukunftsorientiert gestalten.»
BLS Cargo und SNCF Logistics werden die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Verkehren stärken, gegenseitig von der Partnerschaft profitieren und am Markt mit internationalen und durchgängigen Angeboten auftreten. «BLS Cargo ist ein äusserst attraktives und gut aufgestelltes Unternehmen», betont Sylvie Charles, Generaldirektorin des Geschäftsbereichs Eisenbahngüter- und intermodaler Verkehr der SNCF Logistics. «Wir glauben an das grosse Potenzial des Nord-Süd-Korridors», präzisiert Sylvie Charles. «Die enge Zusammenarbeit zwischen BLS Cargo und unseren Captrain-Gesellschaften wird uns erlauben, optimierte grenzüberschreitende Angebote für die Kunden auf dem Korridor zu erstellen.»
Alle drei Aktionäre BLS, SNCF und IMT stützen das erfolgreiche Geschäftsmodell von BLS Cargo und den unabhängigen und neutralen Marktauftritt gegenüber Kunden und Lieferanten. Die bisherigen Unternehmensstrukturen, der Standort Bern und das bestehende Management bleiben unverändert, ebenso die wichtigen Leistungsbeziehungen mit der BLS in den Bereichen Lokführer, Lokomotiven und Werkstätten.
BLS Cargo hat sich in den vergangenen Jahren auf dem Kernmarkt zwischen Nordsee und Mittelmeer (Rhine-Alpine-Korridor) eine gute Marktposition erarbeitet und bei Kunden und Partnern eine starke Reputation aufgebaut. Dank des schlanken Geschäftsmodells und den innovativen grenzüberschreitenden Lokeinsatz-Konzepten gelingt es BLS Cargo als eine der wenigen europäischen Güterbahnen, seit Jahren finanziell erfolgreich zu arbeiten. Dies ist auch im vergangen Jahr mit einem gesteigerten Umsatz und einem positiven Ergebnis gelungen. Im Geschäftsjahr 2016 erarbeitete BLS Cargo einen Umsatz von CHF 190,6 Mio. (Vorjahr CHF 170,4 Mio.) und schloss bei einem EBIT von CHF 2,1 Mio. (Vorjahr CHF 2,1 Mio.) mit einem Gewinn von CHF 1,5 Mio. (Vorjahr CHF 0,3 Mio.) ab (Pressemeldung BLS, 17.02.17).

RechteckÖsterreich: UmweltschützerInnen entsetzt über einseitige Bewertungen
Vor einer Woche hat der Gerichtsentscheid zur dritten Flughafenpiste in Wien-Schwechat für Aufsehen gesorgt. Das Bundesverwaltungsgericht gewichtete dabei das öffentliche Interesse an Klimaschutz höher als das öffentliche Interesse an einer verbesserten Flug-Infrastruktur in Ostösterreich.
Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ist entsetzt, wie einseitig und undurchdacht seither die Kommentare von Teilen der Politik und diverser WirtschaftsvertreterInnen ausfallen und wie wenig Lösungskompetenz an den Tag gelegt wird: "Die Entscheidung der Richter ist ein Grund zur Freude und öffnet die Tür für eine nachhaltige Ausrichtung unserer Mobilität", ist Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000, überzeugt.
"Die Politik muss jetzt Lösungskompetenz beweisen und für schnelle, angenehme und günstige Bahnverbindungen in unsere Nachbarländer sorgen, anstatt sorgfältig ausgearbeitete Gerichtsentscheide zu bekämpfen!"
Die Umweltschutzorganisation veröffentlicht heute ein Factsheet mit einer Analyse der wichtigsten Abwägungen des Gerichtsurteils und kommt zum Schluss, dass sehr genau und sehr sorgfältig verschiedene öffentliche Interessen abgewogen wurden. In einigen Punkten kommt GLOBAL 2000 aber zu anderen Schlussfolgerungen. So wird seitens des Gerichts der Einschätzung gefolgt, dass in Zukunft ein starkes Wachstum des Flugverkehrs zu erwarten ist. Dies ist aus Sicht von GLOBAL 2000 zu hinterfragen, denn in den letzten Jahren war ein Trend zu weniger Abflügen in Wien-Schwechat zu verzeichnen: Laut Statistik Austria gab es im Jahr 2008 rund 266.206 Flugbewegungen, im Jahr 2015 waren es noch 226.811, ein Rückgang um immerhin rund 40.000 Flugbewegungen. Die Anzahl der Passagiere erhöhte sich in diesem Zeitraum allerdings. "Es ist kein Naturgesetz, dass der Flugverkehr immer weiter wächst. Schon jetzt geht ein großer Teil der Flugverbindungen in Städte von Nachbarländern, zu denen auch direkte Bahnverbindungen bestehen. Die Politik muss jetzt gestaltend eingreifen und nachhaltige Mobilitätsformen ausbauen, anstatt stur an der fixen Idee von weiteren Flugpisten festzuhalten", fordert Wahlmüller.
Auch der Aspekt der Schaffung von Arbeitsplätzen wurde im Urteil andiskutiert. Letztendlich kamen die Richter aber zu dem Schluss, dass eine abschließende Bewertung nicht möglich war, weil die Gefahr besteht, dass Arbeitsplätze in anderen Transportzweigen verloren gehen. Aus Sicht von GLOBAL 2000 ist es mehr als wahrscheinlich, dass gerade die Bahn, die auf der Mittelstrecke in direktem Konkurrenzkampf mit den Fluglinien steht, unter einem weiteren Ausbau des Flughafens leiden würde. Der Grund dafür ist vor allem steuerlicher Natur, denn beim Flugverkehr fallen keine Steuern für Kerosin an, es gibt keine Mehrwertsteuer auf Tickets und der Flughafen selbst ist von der Grundsteuer befreit. Diese Steuerprivilegien haben laut Berechnungen des WIFO einen Wert von jährlich mehr als 500 Mio. Euro und bescheren dem Flugverkehr einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil. Demgegenüber wurde vor einigen Jahren eine lächerlich geringe Ticketsteuer eingeführt. "Wir müssen die völlig absurden Steuerprivilegien für Fluglinien abschaffen und nicht auch noch die ohnehin geringfügige Ticketsteuer halbieren, wie es die Regierung kürzlich angekündigt hat. An den immer spärlicher werdenden Nachtzugverbindungen innerhalb Europas ist längst ersichtlich, dass durch diese fehlgeleiteten Anreize Arbeitsplätze bei der Bahn in Gefahr sind. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gibt uns jetzt die Möglichkeit, diesen Trend zu drehen und Arbeitsplätze in nachhaltigen Transportzweigen zu schaffen. Wir haben eine große Chance bekommen, nutzen wir sie", appelliert Wahlmüller abschließend (Pressemeldung Global 2000, 17.02.17).

RechteckSchweiz: BLS bedauert Scheitern der Gespräche über Fernverkehrskonzessionen
Unter der Führung des Bundesamts für Verkehr (BAV) haben seit Herbst 2016 Gespräche über die künftigen Fernverkehrskonzessionen stattgefunden. Die BLS bedauert, dass kein konstruktiver Abschluss erzielt werden konnte, der auf diesem Weg die angestrebte Mehrbahnenlösung ermöglicht hätte. Die BLS begrüsst dagegen, dass das BAV das Konzessions-verfahren sofort eingeleitet hat und wird nun ihr Gesuch in den nächsten Monaten ausarbeiten.
Die BLS stützt den Wunsch nach einer Mehrbahnenlösung im Fernverkehr. Umso mehr bedauert sie, dass im Rahmen der intensiven Gespräche über die anstehende Erneuerung der Konzessionen mit den teilnehmenden Bahnen kein gemeinsames Verständnis erarbeitet werden konnte. Damit sieht sich die BLS nun bezüglich Fernverkehrskonzessionen einer Konkurrenzsituation ausgesetzt.
Die BLS strebt ein Zielbild an, in dem sie gewisse Fernverkehrslinien aus ihrem Marktraum heraus betreibt. Dieses soll gemäss BAV insgesamt ausgeglichen sein, so dass unterdeckte Linien durch gewinnbringende gegenfinanziert werden können. Dank innovativen Ansätzen leistet die BLS in Kombination mit erweiterten Regio-Express-Linien einen Beitrag, damit der öffentliche Verkehr (öV) wettbewerbsfähiger wird und zudem finanziell entlastet werden kann – also Bund, Kantone und die Kunden davon profitieren. Die BLS will das Angebot mit mehr und attraktiveren Linien deutlich verbessern.
Die BLS wird nun ihr vorliegendes Zielbild für den Fernverkehr und die RE-Linien vertiefen und mit den zuständigen Bestellerkantonen im Regionalverkehr weiter abstimmen. Nach erfolgter Bereinigung, Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeits-prüfung wird die BLS ihr Konzessionsgesuch ausarbeiten und beabsichtigt, dieses termingerecht beim BAV einzureichen. Die BLS erwartet, dass die betriebliche Machbarkeit der eingebrachten Fernverkehrslinien mit hoher Priorität und diskriminierungsfrei geprüft wird. Damit die Bahnen bei der Offerterstellung gleichberechtigt sind, müssen insbesondere die Verkehrsdaten allen in derselben Weise zugänglich gemacht werden.
Zu ihrem Angebotskonzept äussert sich die BLS aufgrund der neuen Konkurrenzsituation im Konzessionsverfahren nicht detaillierter und wird dieses mit der Eingabe ihres Konzessionsgesuches beim BAV der Öffentlichkeit präsentieren. CEO, Bernard Guillelmon hält fest: «Die BLS blickt auf eine lange Geschichte im Fernverkehr zurück und ist überzeugt, dass Kunden und Besteller von einer guten Konkurrenz unter partnerschaftlich verbundenen Bahnen spürbar profitieren werden.» Mit einer Mehrbahnenlösung gewinne die öV-Branche die notwendige Wettbewerbsfähigkeit für die Mobilität der Zukunft, so Guillelmon (Pressemeldung BLS, 17.02.17).

RechteckSchweiz: SBB bedauert, dass «Mehrbahnenlösung mit einheitlicher Konzession» nicht zustande gekommen ist
In den letzten Wochen hat die SBB unter der Leitung des BAV mit den zwei Bahnen BLS und SOB über eine Weiterentwicklung des Fernverkehrs in der Schweiz verhandelt. Dabei hat die SBB einen Vorschlag zur Erneuerung der Fernverkehrskonzession in Kooperation mit BLS und SOB eingebracht: Diese «Mehrbahnenlösung» würde die Gesamtsystemkosten und somit die Belastung für Bund und Kantone nochmals weiter reduzieren. Während die SOB für diese partnerschaftliche Lösung votierte, hat die BLS an ihrem Zielbild mit eigener Konzession festgehalten. Die SBB bereitet nun zuhanden des BAV ein eigenes Gesuch für die Fernverkehrskonzession vor und bleibt mit der SOB bezüglich Kooperation im Gespräch.
Der Vorschlag der SBB einer «Mehrbahnenlösung unter einer einheitlichen Fernverkehrskonzession» tariert wie bisher rentable und unrentable Fernverkehrslinien schweizweit aus und würde Bund und Kantone zusätzlich um bis zu CHF 30 Mio. jährlich entlasten. Er würde Kostenvorteile nutzen und die anderen Bahnen in ihren Markträumen stärken, ohne das bewährte System einer nationalen Netzkonzession über Bord zu werfen. Die SBB hat in vielen Besprechungen betont, alle Varianten ergebnisoffen zu prüfen – mit dem Ziel, die Gesamtsystem-kosten des öffentlichen Verkehrs weiter zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn zu stärken. Die BLS hat an ihrem Zielbild mit eigener Konzession festgehalten. Die SBB bedauert dies.
Aus Sicht der SBB ist bei jeder Weiterentwicklung anhand messbarer Kriterien die betriebliche Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Reduktion der Gesamtsystemkosten sowie der höhere Kundennutzen sorgfältig zu prüfen. Das Konzept der BLS für eine eigene Fernverkehrskonzession, das der SBB nur in groben Zügen bekannt ist, würde die Gesamtsystemkosten um CHF 20 bis CHF 30 Mio. jährlich erhöhen; diese Mehrkosten müssten durch Kunden sowie die Besteller Bund und Kantone gedeckt werden. Zusätzliches Rollmaterial müsste beschafft und der Zugverkehr neu geplant werden (Dienstpläne, Einsatz von Zügen, Abstell- und Dienstlokale, Unterhaltsstandorte, etc.). Auch müssten Mitarbeitende den Arbeitgeber wechseln, was neue Arbeitsbedingungen zur Folge hätte. 
Dies würde auch dazu führen, dass die SBB die wirtschaftlichen Zielsetzungen des Bundes nicht einhalten könnte: Für die SBB hätte die Umsetzung des Vorschlages der BLS bis zu CHF 100 Mio. weniger Gewinn zur Folge, die Einhaltung des SBB Schuldendeckungsgrads würde erschwert, geplante Investitionen und Innovationen würden tangiert. Die Forderung der BLS nach einer eigenen Fernverkehrskonzession widerspricht der gültigen Vereinbarung zwischen SBB und BLS zur Steigerung der Effizienz und zur Nutzung von Synergien im Regional- und Fernverkehr. Darin ist u.a. festgelegt, dass die BLS den Regionalverkehr im Raum Bern betreibt und die SBB den Fernverkehr übernimmt. Das von der BLS eingebrachte Konzept bevorzugt aus Sicht SBB die Eigentümerkantone der BLS auf Kosten der anderen Kantone. Durch diese Ungleichbehandlung würde das Angebot einseitig auf die Bedürfnisse einzelner Regionen ausgerichtet.
Die SBB wird nun mit der SOB weiterhin Gespräche über mögliche Kooperationen führen. Gleichzeitig bereitet die SBB zuhanden des BAV das Gesuch vor, die SBB Fernverkehrskonzession zu erneuern.
Die Fernverkehrskonzession der SBB ist ein seit Jahrzehnten erfolgreiches und leistungsfähiges nationales System. Sie ist ein Eckpfeiler der Erfolgsgeschichte des öffentlichen Verkehrs und trägt zur Verbindung der Schweiz und ihrer Landesteile bei. Im Vergleich zu europäischen Eisenbahnnetzen hat der Fernverkehr der Schweiz in einem hochbelasteten und komplexen Mischverkehrsnetz den Charakter einer in sich geschlossenen «S-Bahn Schweiz».
Die Fernverkehrskonzession ist das Recht und die Pflicht, die der Bund einem Transportunternehmen zur Betreibung der in der Konzession enthaltenen Fernverkehrslinien vergibt. Das BAV erteilte der SBB am 25. Februar 2000 erstmalig diese Konzession, rückwirkend ab 01.01.1999. Sie wurde im Dezember 2007 um 10 Jahre erneuert. Die neue Konzession wird gültig sein ab dem 10.12.2017 (Pressemeldung SBB, 17.02.17).

RechteckSchweiz: Dieter Schwank neuer Vorsitzender der AlpTransit Gotthard

Der Verwaltungsrat der AlpTransit Gotthard AG hat Dieter Schwank zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt. Dieter Schwank leitet heute den Bereich Rechtsdienst und übernimmt am 1. Juli 2017 zusätzlich die Aufgaben des Vorsitzenden der Geschäftsleitung. Bereits Ende 2016 hat Renzo Simoni seinen Rücktritt als CEO bekannt gegeben. Simoni hat die ATG in den letzten zehn Jahren mit grossem Erfolg geführt.
Infolge des Ausscheidens des langjährigen CEO Renzo Simoni per Mitte 2017 und im Hinblick auf die kommenden Erfordernisse hat der Verwaltungsrat der AlpTransit Gotthard AG die Struktur der obersten operativen Führung angepasst. Dieter Schwank, Leiter Rechtsdienst, übernimmt ab 1. Juli 2017 zusätzlich zu seiner Bereichsverantwortung die verbleibenden Aufgaben des Vorsitzenden der Geschäftsleitung und ist in dieser Funktion direkt dem Verwaltungsrat der AlpTransit Gotthard AG unterstellt.
Dieter Schwank (56), Rechtsanwalt, leitet seit 1. Mai 2009 den Rechtsdienst der AlpTransit Gotthard AG. Mit der Wahl von Dieter Schwank zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung wird für Kontinuität in der Führung gesorgt. "Wir sind davon überzeugt, mit Dieter Schwank eine optimale Lösung im Hinblick auf die Fertigstellung der Flachbahn durch die Alpen gefunden zu haben und wünschen Dieter Schwank viel Erfolg und Befriedigung mit der neuen, zusätzlichen Aufgabe", sagt Verwaltungsratspräsident Werner Marti zur Wahl.
Renzo Simoni war seit April 2007 Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG. Unter seiner Führung haben sich die Baukosten stabilisiert und der Zeitplan bis zur feierlichen Eröffnung am 1. Juni 2016 konnte eingehalten werden (Pressemeldung AlpTransit Gotthard AG, 17.02.17).

RechteckSpanien: Talgo gründet Bahnbetriebsgesellschaft
Die Talgo-Gruppe hat spanischen Medien zufolge beschlossen, mit der Renfe zu den gleichen Bedingungen im eigenen Kerngeschäft zu konkurrieren. Dazu wurde die Tochtergesellschaft Motion Rail gegründet. Wie im Handelsregister (Registro Mercantil) veröffentlicht wurde, wird die neue Tochtergesellschaft "eigene Aktivitäten eines Eisenbahnunternehmen und insbesondere die Nutzung aller Arten von Aktivitäten im Schienenpersonenverkehr und Güterverkehr" entwickeln. Hinzu kommen "weitere mit dem Bahntransport verbundene Aktivitäten".
Motion Rail wurde mit einem Kapital von nur 60.000 Euro gegründet und die angegebenen Vorstandsmitglieder sind identisch mit denen des höchsten Organs der Talgo-Gruppe. So übernimmt Talgo-Präsident Carlos de Palacio die Präsidentschaft von Motion-Rail und sein Geschäftsführer wird mit José María Oriol der gleiche wie der der Muttergesellschaft sein.
Talgo hatte bekanntlich vor kurzem den Wettbewerb zur Erneuerung des AVE-Fuhrparks der Renfe gewonnen. Der Auftrag umfasst den Bau von bis zu 30 Hochgeschwindigkeitszügen und die technische Wartung der neuen Flotte für 40 Jahre. Der Zuschlag für 1,495 Mrd. Euro lag bei bis zu 43% der maximalen Gebotspreises, so dass die Renfe mehr als 1,100 Mrd. Euro durch den Kauf der AVE-Züge sparen konnte.
In jedem Fall haben der Renfe nahestehende Quellen versichert, dass die Entscheidung zur Gründung von Motion Rail die Absicht des Vorstands unterstreicht "nicht der aktuellen und zukünftigen Entwicklung der Eisenbahn-Geschäfts hinterher zu hinken." Andere ähnliche Unternehmen wie CAF hätten bereits eine Betriebsgenehmigung für den Personenverkehr erhalten. Talgo hat noch keine ähnliche Lizenz, verdeutlicht aber jetzt die Absicht, in Zukunft auf dem ab 2020 vollständig liberalisierten Markt bestehen zu können.
Der nächste Schritt der neuen Tochtergesellschaft von Talgo wird sein, die entsprechenden Lizenzen beim Entwicklungsministerium zu beantragen. Zu den Besitzern solcher Lizenzen gehören Baufirmen (ACS, Ferrovial, Acciona und Comsa) und Busunternehmen (Alsa und Avanza). Die Gruppe Planeta zeigt ebenfalls Interesse (WKZ, Quelle Cinco Días, 17.02.17).

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