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LOK Report – News von Dienstag, 14.02.17

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
Henschel trotz voller Auftragsbücher insolvent
Absatzlinie
Land Niedersachsen will wieder
bei der OHE einsteigen

Absatzlinie
Frankreich: Senatoren wollen
Gesetz zum Wettbewerb vorlegen

Absatzlinie

Österreich: 30 Milliarden Euro für
Bahn, Straße, Internet, Forschung

Absatzlinie

Kommt die Verbindung Salamanca
- Barca d'Alva – Porto wieder?

Absatzlinie

SBB legt Strategie 2020 vor

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Hanno Fabian

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Industrie

RechteckHenschel: Trotz voller Auftragsbücher insolvent
Das mit knapp 200 Bediensteten heute ausschließlich im Getriebebau tätige Traditionsunternehmen Henschel in Kassel hat jetzt Insolvenz angemeldet. Und das bei vollen Auftragsbüchern. Doch mit der Abnahme der Produkte und Bezahlung offener Rechnungen hapert es. Weshalb das Land Hessen für drei Monate die Gehälter garantiert. Das Unternehmen hofft, danach wieder auf eigenen Beinen zu stehen.
Ob das so sein wird, lässt sich nicht sagen, es bestehen aber gute Aussichten sagen Insider. Henschel-Lokomotiven aller Leistungsklassen sind noch heute bei zahlreichen Werks- und Zechenbahnen und natürlich Museumsbahnen im Einsatz. Sie gelten als langlebig und robust.
Ein Privatmann hat sich die Rechte am Henschelstern erworben und kann diese bedarfsweise vergeben. Natürlich besteht nicht die Gefahr, dass eine Museumsbahn an ihrer Lok den Stern entfernen muss und die bunte Farbpalette der noch aktiven Henschelloks betroffen ist (WR, 14.02.17).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: AERO-TRAM schließt Messungen in Karlsruhe ab

Die Bahn mit dem Instrumentenpaket über dem Führerhaus und dem AEROTRAMSchriftzug hat insgesamt 6228 Messfahrten hinter sich. (Patrick Langer, KIT).
Rund 200.000 Kilometer hat die AERO-TRAM seit 2009 zurückgelegt – die Strecke entspricht einer fünfmaligen Erdumrundung. Auf insgesamt 6228 Messfahrten auf den Linien S1 und S2 des kvv-Netzes hat die mit einem Instrumentenpaket ausgestattete Stadtbahn Daten zur Schadstoffkonzentration gesammelt. Ein Ergebnis: Beim Übergang von der Karlsruher Innenstadt ins Umland nimmt die Stickoxid-Konzentration um rund 70 Prozent ab. Nun endete das Projekt von Klimaforschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Kooperation mit der Karlsruher Verkehrsbetriebe GmbH (VBK).
Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon: Die Luftqualität sorgt in städtischen Ballungsräumen immer wieder für heftige Diskussionen. Wichtige Grundlage für das Entwickeln passender Maßnahmen sind fundierte wissenschaftliche Daten. Nach Abschluss des AEROTRAM- Projekts steht den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Department Troposphäre (IMK-TRO) nun ein umfangreicher Datensatz zur Verfügung, der es ermöglicht, die Luftbelastung der Karlsruher Innenstadt sowie des Umlands in Abhängigkeit von Wetterbedingungen Jahreszeiten und Verkehrsaufkommen darzustellen und zu interpretieren. "Beispielsweise treten vor allem im Winter Wetterlagen auf, bei denen sich Luftmassen kaum austauschen. Das führt dazu, dass die Konzentrationen direkt ausgestoßener Luftschadstoffe wie Rußpartikel und Stickoxide in dieser Jahreszeit besonders hoch sind. Dagegen erreicht Ozon seine höchste Konzentration im Sommer, weil es bei photochemischen Prozessen entsteht, also solchen, für die Sonnenlicht erforderlich ist", erläutert Projektleiter Dr. Bernhard Vogel. Darüber hinaus arbeitet das Team daran, die Karlsruher Messergebnisse mit einem am KIT entwickelten Computermodell auf andere Städte abzubilden, für die keine vergleichbaren mobilen Messungen vorliegen. "Für das große Interesse an diesem gemeinsamen Forschungsprojekt sind wir dem VBK sehr dankbar. Die Erfordernisse der Forschungsarbeit mit denen eines reibungslosen Stadtbahnverkehrs zu koordinieren, war nicht immer einfach, hat dank des tollen Engagements aller Beteiligten aber bestens funktioniert", so Vogel.
"Als kommunales Verkehrsunternehmen stehen wir mit unseren Angeboten für eine nachhaltige Mobilität, die die Umweltbelastung in Ballungsräumen reduziert und die Lebensqualität der Menschen erhöht. Deshalb haben wir dieses Projekt gerne unterstützt und hoffen, dass die nun gewonnen Daten den Wissenschaftlern am KIT wichtige Erkenntnisse zur Luftbelastung um Karlsruhe liefern. So können dann passende Gegenmaßnahmen entwickelt werden", sagt Alexander Wetzl, Projektmanager für Forschung und Entwicklung bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe.
"Zum ersten Mal in Deutschland haben wir in einem städtischen Ballungsraum mit einem Tram-System hochaufgelöste räumliche Verteilungen von Partikel- und Stickoxiden – wie sie etwa im Straßenverkehr oder bei Verbrennungsprozessen entstehen – kontinuierlich über einen so langen Zeitraum gemessen", sagt Bernhard Vogel. Mit Partikeln sind hier kleinste Schwebeteilchen (Aerosole) wie Ruß oder Staub gemeint, die aus vielfältigen natürlichen und vom Menschen verursachten Quellen stammen und die Wolkenbildung beeinflussen können.
Hohe Stickoxid- und Partikelwerte haben die Forscher in der Karlsruher Innenstadt vor allem an den Verkehrsknotenpunkten gemessen, etwas am Mühlburger Tor/Kaiserallee. Die Messungen mit der AERO-TRAM ergaben auch, dass beide Werte beim Einfahren in die Fußgängerzone (Kaiserstraße, Markplatz) schnell stark zurückgehen, im Mittel aber über den Werten des städtischen Umlands bleiben. Die Forscher stellten zudem fest, dass Partikelanzahl und Stickoxidkonzentrationen von der Windrichtung weitgehend unabhängig sind, bei geringen Windgeschwindigkeiten aber im Mittel um 50 Prozent höher sind als bei starkem Wind.
Die Daten zeigen weiterhin, dass im Vergleich zu den Partikelzahlen die Stickoxid-Konzentration beim Übergang von der Innenstadt zum Umland wesentlich schneller sinkt. So betrug die Abnahme beim Stickoxid 70 Prozent, während der Rückgang der Teilchenkonzentration nur 50 Prozent betrug. "Wir haben auch ein Gebiet in ländlicher Umgebung gefunden, in dem sich die Partikelzahlen wieder erhöhten und Werte erreichten, die mit dem Stadtbereich vergleichbar sind. Die Stickoxidwerte stiegen dort aber nicht an. Solche Hotspots können wir mit weit verteilten Messstationen nicht erfassen", so Vogel. Die Quelle der hohen Partikelzahlen konnten die Wissenschaftler Industrieemissionen in etwa fünf bis zehn Kilometern Entfernung zuordnen. Aufgrund dieser Ergebnisse fand im Gebiet dieser erhöhten Partikelkonzentrationen Jahr 2016 ein Anschlussexperiment statt (http://www.imk-aaf.kit.edu/156.php). Dieses hatte zum Ziel, die chemische Zusammensetzung der Partikel detailliert zu erfassen. Die Auswertung dieser Kampagne dauert noch an (WR, 14.02.17).

RechteckNiedersachsen: Land will wieder bei der OHE einsteigen
Der Verkauf der dem Land Niedersachsen gehörenden Gesellschaftsansteile der OHE vor einigen Jahren durch den damaligen FDP-Verkehrsminister soll offenbar rückgäng gemacht werden. Das Niedersächsische Verkehrsministerium untersucht derzeit die Möglichkeit, sich im Celler Unternehmen wieder einzukaufen um über die Infrastruktur des Streckennetzes zu verfügen. Dann könnten OHE und EVB, deren Anteile noch in der Hand des Landes sind, zusammen gehen, was Vorteile für ein fast zusammenhängendes Netz vor allem im Güterverkehr als Entlastung zu den Hauptstrecken Hannoer - Hamburg und Hannover - Bremen zu Folge hätte.
Das lästige Kopfmachen in Soltau wäre mit dem Bau einer kurzen Verbindungskurve möglich, für deren Bau im Industriegebiet mit keinen Protesten zu rechnen ist (WR, 14.02.17).

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Tanago

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckArbeiten an der Dampflok „Lipperland“ beginnen jetzt mithilfe der NRW-Stiftung

Fotos Peter Wehowsky.
Der Historische Verein zur Erhaltung der Eisenbahn in Lippe e.V. (HVEEL) setzt die Dampflokomotive „Lipperland“ instand und wird sie wieder fahrtüchtig machen. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützt dieses Vorhaben und hat dafür den Zuschuss auf 70.000 Euro erhöht. Zusätzlich verdoppelt die NRW-Stiftung alle hierfür vom Verein eingeworbenen Gelder bis zu einer Höhe von 20.000 Euro. Als Vorstandsmitglied der Stiftung überreichte Dr. Ute Röder jetzt diese gute Nachricht schriftlich dem Vereinsvorsitzenden Matthias Sievers.
Seit bei einer TÜV-Überprüfung 1999 Mängel an der Dampflok mit Baureihenbezeichnung 93.1410 festgestellt wurden, steht die „Lipperland“ still. Das soll sich nun mit Hilfe von zahlreichen Unterstützern ändern. Matthias Sievers erteilte nun den offiziellen Startschuss für die Arbeiten. "Die Unterstützung der beteiligten Fachbetriebe sowie der Verkehrsbetriebe Extertal (VBE), die für die gesamten Zeitraum kostbaren Werkstattraum zur Verfügung stellt, möchten wir ausdrücklich erwähnen", so Sievers.
Zum Auftakt der Restaurierungsarbeiten hob nun ein Autokran den 20 Tonnen schweren Dampflokkessel aus der „Lipperland“. Anschließend rollte der Kessel dann über den Gleisanschluss in die Werkstatt der VBE, wo er zukünftig von einer Fachfirma restauriert wird. "Für dieses national wichtige Projekt habe ich mich gerne eingesetzt", erläuterte MdB Cajus Caesar und verwies auf 170.000 Euro Fördergelder aus dem Denkmalschutzmittelsonderprogramm des Bundes. Der Kreis Lippe stellt 12.500 Euro aus dem Kreishaushalt bereit.
Dr. Ute Röder verwies auf das große Engagement der Museumseisenbahner: "Der Verein trägt mit seinen vielseitigen Projekten ehrenamtlich zur Regionalentwicklung bei. Deshalb engagiert sich die NRW-Stiftung sehr gerne in Nordlippe". Der HVEEL plant die Lok in den kommenden drei Jahren wieder fahrtüchtig zu machen und sie für Museumsfahrten der Landeseisenbahn Lippe (LEL) erneut auf die Schiene zu setzen. Dazu müssen demnächst verschiedene Arbeiten am Kessel, am Fahrwerk und an der Dampfmaschine durchgeführt werden.
Einen Großteil der Arbeiten wollen die Vereine in Eigenleistung durchführen und rechnen mit über 5.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Dieses Engagement werde ich auch weiterhin gerne begleiten und unterstützen", so MdL Jürgen Berghahn, der zuvor Grüße aus der Landeshauptstadt überbrachte.
Bürgermeisterin Monika Rehmert sprach auch stellvertretend für Ihre Amtskollegen für die LEADER-Region Nordlippe Ihre Anerkennung und Freude für das Projekt aus: "Endlich geht es los. Und das ist gut für Nordlippe". Denn zukünftig wird die Dampflok in das Vereinsprojekt „Smart Railway“ eingebunden und gemeinsam mit Diesel-, Elektroloks und Solar-Draisinen alte und erneuerbare Energien erlebbar machen. Die NRW-Stiftung beteiligte sich bereits in den 1990er Jahren an einer Hauptuntersuchung der Lok und an der Aufarbeitung des Fahrwerks. Der Verein HVEEL benötigt für die Dampflok "Lipperland" weitere Unterstützung. Das Spendenkonto lautet IBAN: DE98 4765 0130 00422 120 01 bei der Sparkasse Paderborn-Detmold (Pressemeldung Landeseisenbahn Lippe, 14.02.17).

RechteckMeerbahnfreunde bauen Museumsgleis in Stolzenau

Im Auftrag der Kommune Stolzenau haben die Steinhuder Meer-Bahnfreunde vor dem ehemaligen Meerbahnhof der bereits 1935 stillgelegten Strecke - Rehburg - Uchte ein kurzes normalspuriges Museumsgleis gelegt und darauf einige Fahrzeuge gestellt, darunter eine zweiachsige Diesellok und Güterwagen. Die Meer-Bahnfreunde sind auch weiter aktiv in ihren Betriebsstandorten Wunstorf und Steinhude.
In Steinhude ist von ihnen schräg gegenüber des leider vor einigen Jahren abgebrochenen Bahnhofs ein Museumsbahngleis mit einem original Meer-Bahnwagen, Lok und Bahnsteig entstanden auf dem Hof eines eisenbahnbegeisterten Landwirts. Dazu sind einige Meter Lorenbahngleis mit Diesellok auf dem Hof vorhanden, so dass auch Fahrbetrieb geboten wird.
Weiter arbeiten die Meer-Bahnfreunde an ihrem Plan, die Bokeloher Normalstrecke der OHE, früher StmB Richtung Steinhude zu verlängern, um Umsteigern aus dem Raum Nienburg/Rehburg eine Alternative zu bieten. Flächen für Parkplätze sind genügend vorhanden. Diese Verbindung würde sowohl für Berufspendler als auch für Ausflügler zum Meer dienen können und sicher viele Fahrgäste an sich binden, sind die Meer-Bahnfreunde sicher. I
n der alten Betriebsleitung mit Lokschuppen an der Hindenburgstraße in Wunstorf ist unabhängig von diesen Bestrebungen seit zwei Jahren eine Lokführerschule erfolgreich tätig, bei der jüngst eine erste Frau ihr Patent erworben hat (WR, 14.02.17).

RechteckRuhrtalBahn: neuer Fahrplan für die Fahrsaison 2017

Die zwölfte Fahrsaison der RuhrtalBahn steht bevor. Der gedruckte Fahrplan wird in den kommenden Tagen ausgelegt, unter www.ruhrtalbahn.de ist der Download seit Jahresbeginn möglich. Bei Einsendung eines mit 0,85 € frankierten Rückumschlages an die RuhrtalBahn, Honigsberger Straße 26 in 45472 Mülheim erfolgt der persönliche Versand in den nächsten Tagen.
Grundsätzlich bleibt der Fahrplan unverändert. Sowohl der Museumszug mit der Dampflokomotive wie auch der Schienenbus fahren 2x (freitags) bzw. dreimal (sonntags und an den meisten Feiertagen) zwischen dem Eisenbahnmuseum Bochum- Dahlhausen und Hagen Hbf hin- und her. Allerdings ist die Fahrsaison im August aufgrund von Bauarbeiten an der Strecke unterbrochen, wird dafür aber bis Ende Oktober verlängert. Die Fahrpreise bleiben im vierten Jahr hintereinander unverändert! Der erste Fahrtag ist am Sonntag, den 2. April (Pressemeldung RuhrtalBahn, 14.02.17).

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LOK Report

Mit der Kamera notiert

RechteckDuchcov




Aus Teplice (Teplitz im Böhmen) fuhr ich mit den Zug nach Duchcov (Dux). Der neue Bahnhof wurde durch die Braunkohlemine zwischen Duchocov und Most (Brüx) im Jahre 1968 erbaut. Der alte Bahnhof im Stadtzentrum ist seit Mai 1968 ohne Personnenverkehr. Das Stadtrath sagte Anfang Februar: "Bahnhof ist eine Ruine und muß niedergelassen werden".
Am alten Bahnhof ist noch ein Viadukt, an dem am 4. Februar 1931 vier Demonstranten gegen Hunger durch die Polizei erschossen wurden.
Foto zeigen Os 6822 ETw 440 007-3 im Duchov mit Tw-Führer, Bhf Duchcov, alter Bahnhof Duchcov, Viadukt am alten Bhf Duchcov, Bahnhofstrasse, Markt mit Schloßkirche (Martin Kubík, 14.02.17).

RechteckDüren

Am Freitag war ich im Aachener Hauptbahnhof unterwegs und konnte neben dem dortigen Werk die Lok 120 207-6 zusammen mit einer Schwesterlok, deren Nummer ich nicht sehen konnte, abgestellt sehen. Am Dürener Bahnhof habe ich unter anderem Fotos der 120 206-8 gemacht, von der in der aktuellen Ausgabe berichtet wurde, das diese nach einem Unfall mit einem PKW in Hennef abgestellt sei. Nun ist die Lok wieder repariert und befindet sich wieder im Einsatz (Christian Radtke, 14.02.17).

RechteckSechtem

Erst passierte am 13.02.16 ein MRCE-Vectron mit einem Auto-Ganzzug in Richtung Norden. Es folgte dann die 183 500 der MGW im Auftrag offenbar von Siemens mit der Überführung eines englischen Elektrotriebzuges in Richtung Süden (ca. 10:30 Uhr). Solche Fuhren sieht man montags hier immer einmal wieder vorbeifahren. Eigentlich hätte ich auf den Siemens-Eurosprinter-Prototyp gehofft gehabt, der diese Tour in der Vergangenheit öfters übernommen hat (Hanno Fabian, 14.02.17).

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Farrail Tours

Europa

RechteckBelgien: SNCB schließt Eisenbahn-Cluster "Bemobex"
Drei Jahre nach der Gründung wird das Eisenbahn-Cluster "Bemobex" (Belgian mobility export) durch den Rückzug des Hauptanteilnehmers SNCB geschlossen. "Dies ist eine einmütige Entscheidung aller Partner, um das Abenteuer zu beenden, weil es nicht mehr möglich war, belgisches Know-how in Bahnangelegenheiten zu fördern", erläuterte ein Verantwortlicher der SNCB gegenüber der Zeitung L'Echo.
Ursache des Rückzugs der SNCB dürfte die Forderung des Ministers für Mobilität, François Bellot (MR), sein, die SNCB dürfe ihre Kraft nicht auf verschiedene Projekte verteilen, sondern habe sich hauptsächlich auf ihre Haupttätigkeit der Personenbeförderung in Belgien zu komzentrieren.
Die Entscheidung der SNCB, sich aus dem Cluster zurück zu ziehen, entspricht einem tödlichen Schlag für Bemobex. Die Initiative zur Schaffung von Bemobex kam durch die Engineering-Tochter der SNCB, Transurb Technirail zustande. Ziel war es, belgische Unternehmen der Mobilität in einer Wertschöpfungskette von Schiene und Nahverkehr zusammen zu führen, um mehr internationale Aufträge zu gewinnen, vor allem in den afrikanischen Ländern und in Asien. Zuletzt nahmen 23 Unternehmen in den drei Regionen des Landes teil, darunter Alstom, CMI, Besix, Tractebel Engineering, Infrabel, SNCB, TEC, De Lijn, Stib und Vanhool (WKZ, Quelle L"Echo, 14.02.17).

RechteckFrankreich: Senatoren wollen ein Gesetz zum Wettbewerb vorlegen
Der von der EU ab 2023 geforderte Wettbewerb erfordert ein Gesetz in relativ kurzer Zeit, insbesondere um vorher ab etwa 2020/21 Erfahrungen auf einem Versuchsstatus machen zu können. Wie das Wirtschaftsblatt Les Echos nun berichtet, könnte das Gesetzgebungs-verfahren für Ausschreibungen auf dem bisher von der SNCF erbrachten TER-Markt noch in diesem Jahr gestartet werden. Zwei Senatoren, Hervé Maurey (Eure, Region Normandie) und Louis Nègre (Alpes-Maritimes, Region Provence-Alpes-Côte d'Azur), wollen im Herbst ein entsprechendes Gesetz vorlegen.
Der Wunsch einiger Regionen, experimentelle Erfahrungen im Wettbewerb zu gewinnen, scheiterte bisher am rechtlichen Rahmen, der zwangsläufig die Annahme eines Gesetzes enthalten muss. Dazu gehören die Festlegung der Modalitäten zur Übertragung der SNCF-Mitarbeiter an einen neuen Betreiber oder des Zugangs zu den Stationen und der Infrastruktur.
Um im Zeitraum 2020/21 mit Versuchen starten zu können, müsste der Gesetzestext noch in diesem Jahr vorliegen. Da derzeit noch nicht feststeht, welche Meinung die nächste Regierung, wer auch immer das sein wird, zum Wettbewerb haben wird, haben sich Hervé Maurey und Louis Nègre entschlossen, einen Gesetzentwurf vorzubereiten, der dem Parlament im Herbst diesen Jahres vorgelegt werden soll. Die Anhörungen könnten dann im März 2017 beginnen. Das Ziel ist es, den Gesetzestext bereits vor dem Sommer zur Diskussion zu stellen, um ihn bis September überprüfen zu können. "Dies erlaubt es, sich rechtzeitig mit diesem Hauptprojekt zu befassen, unabhängig von den wichtigsten Vorlagen, die die nächste Exekutive binden werden", sagen die Senatoren (WKZ, Quelle Les Echos, 14.02.17).

RechteckItalien: Ankauf von 124 Dieselbussen muss dringend überdacht werden
Am 8. November 2016 hat das Land den Ankauf von "124 schadstoffarmen Bussen" angekündigt ohne die Antriebswahl zu benennen, aber es ist offenkundig, dass diese Busse mit Dieselantrieb sind.
Die Umweltorganisationen Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol, Italia Nostra Bozen, Legambiente Bozen, WWF Bozen sowie Umwelt&Gesundheit sind überzeugt, dass dies ein Schritt rückwärts ist gegenüber den Ankündigungen, die am Anfang des 21. Jahrhunderts gemacht wurden, als man den Erdgasantrieb auf die ganze städtische Flotte erweitern wollte.
Es gibt zahlreiche Beispiele in Italien und im Ausland von Erdgasbus-Ankäufen und demzufolge scheint die Entscheidung der Landesregierung besonders unlogisch zu sein. Diese ist außerdem auch im krassen Widerspruch mit dem Klimaplan 2050, der mit Beschluss vom 20.06.2011 genehmigt wurde und als solcher auch bindend ist. Für das Jahr 2025 ist nämlich vorgesehen, dass keine Dieselbusse im Stadtbereich mehr verkehren sollten. Ein offensichtlicher Widerspruch dazu ist der Ankauf von Dieselbussen im Jahr 2017. Diese Busse, die max. 12 Jahre im Dienst sein werden, würden dann bis 2029 verkehren. 
Die Entscheidung für den Dieselantrieb verhindert auch die Verwendung von alternativen Kraftstoffen wie Bioerdgas, womit man CO2-frei fahren würde, und Hydromethan, ein Gemisch von Wasserstoff und Erdgas bzw. Bioerdgas, das die Schadstoffemissionen weiter senken würde. Erdgasbusse erzielen schon jetzt eine Reduzierung von 10% der CO2-Emissionen, was z.B. für die Gemeinde Bozen, die einen CO2-Plan hat, sicherlich von Interesse wäre.
Die Gründe für den Diesel- und gegen den Erdgasantrieb werden von Daten widerlegt, die das Land selbst mitgeteilt hat. Die Verwendung von 38 Erdgasbussen könnte für die SASA eine Ersparnis von ca. 200.000 Euro jährlich ermöglichen, während die Emissionen von Euro 6-Erdgasbussen wesentlich geringer sind als jene der entsprechenden Dieselbusse, insbesondere was die Stickoxid- und die Feinstaubemissionen betrifft, wie eine kürzlich vorgestellte Studie der französischen Ankaufzentrale für den ÖPNV (Catp) bewiesen hat.
All dies vorausgeschickt, wird die Landesregierung ersucht, ihre Entscheidung vom 8. November 2016 zu revidieren. Demzufolge sollen für die städtische Busse der SASA nur Busse mit Erdgasantrieb angekauft werden. Auch die Gemeinden von Bozen, Meran und Leifers sollen der SASA-Führung entsprechende verbindliche Anweisungen erteilen. Bezüglich der Überlandbusse sollte man die Verwendung von Erdgasbussen vorsehen insofern die logistischen und technischen Voraussetzungen dies ermöglichen (Pressemeldung Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol, Italia Nostra Bozen, Legambiente Bozen, WWF Bozen sowie Umwelt&Gesundheit, 14.02.17).

RechteckItalien: Brennerautobahn - Der Staat ist am Zug
Messungen, die in Bozen und Brixen sowie an anderen Orten entlang der A22 durchgeführt wurden, ergaben, dass die Stickstoffdioxyd-Grenzwerte überschritten werden. Die Landesagentur für Umwelt hat deshalb 2010 in Absprache mit den Gemeinden Bozen und Brixen zahlreiche Maßnahmen ausgearbeitet und umgesetzt. Zu diesen gehört die Erneuerung des öffentlichen Fuhrparks, die Kontrolle der Stickstoffdioxyd-Emissionen bei Heizanlagen, der Ausbau des Radwegenetzes und die Verkehrsbeschränkungen in den Städten Bozen und Brixen, die Einführung des KlimaHaus-B-Standards 2012 und die Einführung des KlimaHaus-A-Standards 2017 sowie die Nutzung der Abwärme der Müllverbrennungsanlage in Bozen durch den Ausbau des Fernwärmenetzes.
"In diesen Bereichen haben wir als Land und als Gemeinden die Möglichkeit, konkrete Maßnahmen umzusetzen, und das ist auch geschehen", betonte Umweltlandesrat Richard Theiner. "Wenn man aber die Luftqualität entlang der Brennerroute nachhaltig verbessern will, dann braucht es Maßnahmen, welche die Brennerautobahn betreffen. Aber dafür sind uns leider die Hände gebunden, denn für die A22 ist ausschließlich der Staat zuständig."
Bereits 2011 hat die Landesregierung deshalb die Einberufung eines technisches Komitees gefordert, das dann im November 2013 ins Leben gerufen wurde. In diesem Komitee, das beim Präsidium des Ministerrates in Rom angesiedelt ist, sitzen neben der Landesumweltagentur auch Vertreter mehrerer Ministerien (Umwelt, Verkehr, Gesundheit, Innenministerium). "Das Komitee hat sich seitdem mehrmals getroffen, jedoch konkrete Entscheidungen gab es bisher keine", beklagte der Direktor des Amtes für Luft und Lärm, Georg Pichler, der die Landesumweltagentur im Komitee vertritt.
Das ist auch der Grund, wieso Landesrat Theiner und Landeshauptmann Arno Kompatscher mehrere Schreiben an den Vorsitzenden des Komitees und an Verkehrsminister Graziano Delrio geschickt haben, in denen sie eine rasche Bearbeitung und Genehmigung der vorgeschlagenen Maßnahmen fordern. Etwa eine Abänderung des Straßenverkehrskodex, damit neben Maßnahmen der Verkehrssicherheit auch Maßnahmen aus Umweltschutzgründen, wie zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen, möglich werden.
Um nicht untätig abzuwarten, hat die Landesregierung gemeinsam mit der Autobahngesellschaft, der Provinz Trient, der UNI Trient, dem TIS und der Firma CISMA im September 2016 ein EU-Projekte namens BrennerLEC (lower emissions corridor) gestartet. Dabei wird auf der Autobahn eine Pilotstrecke ausgewiesen, um eine dynamische Steuerung der Geschwindigkeit zu testen. Ziel des Projektes ist zum einen die Verbesserung der Luftqualität und zum andere die Reduzierung der Staugefahr. Die ersten Tests sind bereits angelaufen (Pressemeldung Autonome Provinz Bozen - Südtirol , 14.02.17).

RechteckÖsterreich: 30 Milliarden Euro in Bahn, Straße, Breitband und Forschung
Das Infrastrukturministerium investiert bis 2022 über 30,6 Milliarden Euro in Schiene, Autobahn und Schnellstraße, Breitbandnetz sowie Forschung und Entwicklung. Mit 16,4 Milliarden Euro wird mehr als die Hälfte davon für eine moderne Bahninfrastruktur aufgewendet. 7,8 Milliarden Euro entfallen für den Ausbau des höherrangigen Straßennetzes. Eine Milliarde Euro stehen für den Breitbandausbau bereit. Mit fünf Milliarden Euro fördert das Ministerium verstärkt Forschung und Entwicklung in zukunftsträchtigen Feldern, etwa Industrie 4.0, Energie und Mobilität der Zukunft. "Mit unseren Investitionen machen wir Österreich fit für die Zukunft. Wir nehmen in den kommenden Jahren über 30 Milliarden Euro in die Hand: für eine zuverlässige Bahn, sichere Straßen und schnelles Internet. Und wir fördern die Entwicklung neuer Technologien, um unsere Betriebe an die Weltspitze zu bringen. So kurbeln wir unsere Wirtschaft an, und wir schaffen und sichern insgesamt bis zu 435.000 Arbeitsplätze", sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. Die Investitionen in die Infrastruktur lösen eine Wertschöpfung in der Höhe von 30,7 Milliarden Euro aus.
Der größte Anteil der Investitionen entfällt mit 16,4 Milliarden Euro auf die Bahn. Der Brennerbasistunnel mit 2,5 Milliarden Euro, die Koralmbahn auf der Strecke Graz - Klagenfurt mit 2,3 Milliarden Euro sowie der Semmeringbasistunnel mit 1,7 Milliarden Euro sind dabei die größten Projekte. Durch den Ausbau der Südstrecke ergibt sich für die Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer ein enormer Zeitgewinn: Für die Route Wien - Klagenfurt braucht man künftig mit dem Zug statt vier Stunden nur mehr 2 Stunden 40 Minuten. Neben den großen Tunnelprojekten treibt das Verkehrsministerium unter anderem den viergleisigen Ausbau auf der Strecke Linz - Wels voran und investiert hier rund 430 Millionen Euro. Für den "Marchegger Ast", die Bahnverbindung zwischen Wien und Bratislava, stehen 480 Millionen Euro zur Verfügung. Der zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie zwischen Wien und Wiener Neustadt ist mit 471 Millionen Euro dotiert.
Insgesamt 7,8 Milliarden fließen bis 2022 in das Autobahn- und Schnellstraßennetz. In den Ausbau der Wiener Außenringschnellstraße zwischen Schwechat und Süßenbrunn investiert das Infrastrukturministerium 1,9 Milliarden Euro. Die S1 entlastet die Ortskerne von Wien-Donaustadt und des Marchfelds vom Schwerverkehr und bindet die Seestadt Aspern an das Autobahnnetz an. Weitere große Bauvorhaben bis 2022 gibt es auf der A26 Linzer Autobahn, dem Linzer Westring, mit 645 Millionen Euro und der S7 Fürstenfelder Schnellstraße bis zur Staatsgrenze bei Heiligenkreuz mit 488 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt wird auf Tunnelsicherheit gesetzt. Dazu gehört etwa der Bau einer zweiten Röhre im Gleinalmtunnel auf der A9 Pyhrn-Autobahn, in den das Infrastrukturministerium 260 Millionen Euro investiert. Für die Sanierung der Tunnelkette Klaus, ebenfalls auf der Pyhrn-Autobahn, stellt das Infrastrukturministerium 180 Millionen Euro bereit. Der Karawankentunnel auf der A11 (Karawankenautobahn) bekommt eine zweite Röhre, inklusive Sanierung betragen die Kosten 185 Millionen Euro.
Für die Förderung von Forschung und Entwicklung stehen mit rund fünf Milliarden Euro deutlich mehr Gelder bereit als in den Jahren zuvor. Das Infrastrukturministerium investiert in den kommenden Jahren etwa 800 Millionen Euro im Jahr statt bislang rund 500 Millionen Euro. "Wir fördern gezielt in zukunftsträchtigen Forschungsfeldern, etwa beim Umstieg auf die digitalisierte Produktion. Damit unterstützen wir unsere Betriebe, ihre Stärken weiter auszubauen oder neue Nischen zu besetzen", sagt Leichtfried. Rund um die Digitalisierung der Produktion - Stichwort Industrie 4.0 - investiert das Infrastrukturministerium rund 200 Millionen Euro im Jahr. Damit werden unter anderem Pilotfabriken finanziert, in denen Unternehmen neue Produktionstechniken testen können, ohne ihren laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Für das Forschungsfeld Energietechnologien und umweltfreundliche Städte stehen weitere 100 Millionen jährlich bereit. In die Entwicklung neuer Mobilitätstechnologien werden jährlich rund 60 Millionen Euro investiert. Gefördert werden etwa Elektro-Mobilität sowie Laborstrecken und Technologieentwicklung rund ums automatisierte Fahren. Mit der Initiative "Silicon Austria" stärkt das Infrastrukturministerium den Mikroelektronikbereich in Österreich mit 110 Millionen Euro. Herzstück dabei ist ein eigenes Forschungszentrum, das 2017 seine Arbeit aufnehmen wird.
Von der Breitbandmilliarde hat das Infrastrukturministerium bislang Förderzusagen in der Höhe von 204 Millionen Euro vergeben. Für 2017 sind Ausschreibungen mit einem Volumen von etwa 200 Millionen Euro vorgesehen. Von den bisherigen Zuschlägen profitieren rund 560.000 Österreicherinnen und Österreicher in 813 Gemeinden. Bis 2020 wird jeder Haushalt und jeder Betrieb Zugang zu mindestens 100 Mbit pro Sekunde schnellen Datenverbindungen haben. Die Förderungen aus der Breitbandmilliarde werden durch Investitionen der privaten Netzbetreiber in derselben Höhe verdoppelt (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 14.02.17).

RechteckÖsterreich: Probahn fordert, Urteil vom Verwaltungsgerichtshof anzuerkennen
Der Verwaltungsgerichtshof stoppt zu Recht den Bau der dritten Piste des Wiener Flughafens mit der Begründung "Der Schutz der Gesundheit ist wichtiger als der Wirtschaftsstandort". Das Gerichtsurteil ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit aus, dass die Lebensqualität der Menschen vor wirtschaftlichen Interessen steht. Umso verwunderlicher sind die Stellungnahmen der politisch Verantwortlichen, aber auch von Juristen, die dieses Urteil nicht akzeptieren wollen. Der Beschuss des Pariser Klimaschutzabkommens wird vollends ignoriert.
Es stellt sich die Frage, warum die Bundesregierung den Flugverkehr – entgegen dem langfristigen Erhalt der Lebensgrundlagen – weiter begünstigt. Von einer starken Subvention des Flugverkehrs muss ausgegangen werden.:
1. Flugverkehr ist von der Mineralöl- und Umsatzsteuer befreit, im Gegensatz zum Bahn- und Busverkehr.
2. Die vor einigen Jahren als Lenkungseffekt eingeführte Flugticket-Steuer wurde wieder halbiert.
Die überparteiliche Fahrgastvertretung probahn ÖSTERREICH fordert von der Bundesregierung, den nationalen und internationalen Bahnverkehr stark zu forcieren – statt weiterhin juristische Wege zu finden, um die dritte Flughafen-Piste doch noch durchzudrücken.
Die Maßnahmen, den Bahnverkehr zu favorisieren, liegen auf der Hand:
• Ein erster wichtiger Schritt wäre die Verlängerung der Pressburger Bahn, die an der Staatsgrenze (Wolfsthal) nur 4 km vor Bratislava endet. Damit verbunden, sollte der Flughafen Wien mit dem Flughafen Bratislava kooperieren. Ob ein Fluggast in Wien oder Bratislava landet, ist wohl nicht entscheidend.
• Eine EU-weite Kooperation der Bahnunternehmen wäre als echte Alternative rasch einzuleiten
• Dichte Taktverkehre zwischen den Hauptstädten Europas
• Forcierung des internationalen Zugverkehrs
• Schaffung eines europaweit einheitlichen Ticketing-Systems
• Abbau der schikanösen Transportvorschriften und -bedingungen zwischen den Ländern Europas (Stichwort: Italienverkehr)
• Einhergehen müssen mit dieser Strategie Wege zur Kostenwahrheit zwischen Flug- und Bahnverkehr. Die Steuerbegünstigung des Flugverkehrs begünstigt vermehrt internationale Konzerne, der Bahnverkehr fördert hingegen die heimische Bahnindustrie.
Von Verkehrsminister Jörg Leichtfried erwartet sich probahn ÖSTERREICH, sich verstärkt für den Öffentlichen Verkehr einzusetzen und keinesfalls parteilich für den Flugverkehr aufzutreten (Pressemeldung Pro bahn Österreich, 14.02.17).

RechteckPortugal: Kommt die Verbindung Salamanca - Barca d'Alva – Porto wieder?
Die portugiesische Infrastrukturgesellschaft IP (Infraestruturas de Portugal) erwägt die im Jahr 1988 stillgelegte Verbindung zwischen Pocinho auf portugiesischer Seite und Fuente de San Esteban auf spanischer Seite über den Grenzübergang Barca d'Alva / La Fregeneda zu reaktivieren. Neben der Wiederinbetriebnahme des Netzes mit einer Länge von etwa 110 km soll auch eine Elektrifizierung erfolgen.
Die möglichen Kosten werden auf portugiesischer Seite mit rund 43 Mio. Euro und auf der spanischen Seite mit zwischen 87 Mio. Euro (ohne Elektrifizierung) und 119 Mio. Euro (einschl. Elektrifizierung) veranschlagt. Ziel ist es, die derzeit längeren Wege über die Linho do Minho oder über die Linha do Beira Alta zu verkürzen (hd, Quelle Revista ViaLibre), 14.02.17).

RechteckSchweiz: BLS möchte Regio-Express-Netz ausweiten
Im Rahmen der Erneuerung eines Grossteils der Fernverkehrs-Konzession finden momentan Gespräche unter der Führung des Bundesamts für Verkehr statt. Die BLS bringt ein Angebotskonzept in die Diskussion ein: Sie möchte ihr Regio-Express-Netz ausweiten und gewisse Fernverkehrs-Linien betreiben. Das Konzept entlastet das Gesamtsystem des öffentlichen Verkehrs.
Ein Grossteil der Konzession für den Betrieb von Fernverkehrszügen läuft auf den Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2017 aus. Im Zusammenhang mit dieser Konzessionserneuerung führt das Bundesamt für Verkehr Gespräche, bei denen auch die BLS involviert ist.
Die BLS begrüsst die laufenden Gespräche und stellt ein Angebotskonzept zur Diskussion, mit dem die Fahrgäste im Gegensatz zum heutigen Fahrplan von mehr und attraktiveren Verbindungen profitieren. Auch wird dadurch das Gesamtsystem des öffentlichen Verkehrs entlastet. Das Konzept sieht vor, dass die BLS attraktivere Regio-Express-Linien schafft und gewisse Fernverkehrslinien in ihrem Marktraum betreibt.
Zu ihrem Angebotskonzept äussert sich die BLS während den laufenden Gesprächen nicht detaillierter. Die BLS setzt alles daran, dass die Gespräche zu einem positiven und konstruktiven Abschluss kommen (Pressemeldung BLS, 14.02.17).

RechteckSchweiz: SBB Strategie 2020 - Selbstfahrende Züge und sprechende Fahrpläne

Mit ihrer Strategie 2020 stellt die SBB die Weichen für die Mobilität der Zukunft. Die SBB will eine starke Bahn bleiben sowie ein vertrauenswürdiger Mobilitätsdienstleister und Entwicklungspartner sein. Sie kombiniert die Stärken der Bahn mit dem Potenzial neuer Technologien. Daraus resultieren Innovationen wie neue Services für die Reise von Tür zu Tür, digitale Bahnhöfe, intelligente Güterwagen oder auch Kapazitätssteigerungen dank weiterentwickelter Bahntechnik. An einer Medienveranstaltung hat die SBB Innovationsprojekte aus Personenverkehr, Immobilien, Güterverkehr und Infrastruktur gezeigt.
Die Mobilität erlebt einen tief greifenden und umfassenden Wandel. Neue Kundenbedürfnisse, Digitalisierung, neue Mobilitätsanbieter und regulatorische Entwicklungen verändern Märkte und Geschäftsmodelle. Andere Verkehrsträger holen auf – beim Preis und beim Umweltvorteil. Gefragt sind zunehmend individualisierte, intermodale, vernetzte und einfache Mobilitäts- und Logistiklösungen.
Aufgrund des sich schnell verändernden Umfelds hat die SBB ihre Strategie 2020 erarbeitet. 2015 und 2016 wurde sie mit Kunden, Mitarbeitenden, dem Eigentümer, Bestellern, Politik und vielen anderen Stakeholdern besprochen und präzisiert. Ende 2016 hat der Bund die SBB Strategie 2020 positiv zur Kenntnis genommen. Die SBB setzt auch in Zukunft auf die Stärken der Bahn: Hohe Effizienz und grosse Beförderungskapazität auf kleinen Flächen in Ballungszentren. Als vertrauenswürdiger Mobilitätsdienstleister unterstützt sie die Kunden auf der ganzen Mobilitätskette, dies sowohl digital als auch persönlich. Zudem stärkt die SBB ihre Funktion als Entwicklungspartnerin und baut Bahnhöfe und Areale zu Mobilitätsdrehscheiben, Dienstleistungszentren und attraktiven Destinationen aus. Sie ist Rückgrat und treibende Kraft im öffentlichen Verkehr der Schweiz und bringt die betriebswirtschaftliche Perspektive ein. Sie will den Anstieg der Gesamtsystemkosten reduzieren, damit der öffentliche Verkehr für die Kunden und die Besteller bezahlbar bleibt. Das entsprechende Programm «RailFit20/30» befindet sich in Umsetzung. Die SBB will Erträge und Auslastung steigern und stärkt die Führungs- und Leistungskultur. Zentral sind gezielte Investitionen und verstärkte Innovationen. Um die Innovationskraft zu steigern, stellt die SBB ein neues konzernübergreifendes Innovationsmanagement auf. Dabei will sie vermehrt mit Kunden und Partnern zusammenarbeiten. Zudem schafft sie einen mit 12 Millionen Franken dotierten Innovationsfonds. Aus Innovationen sollen möglichst rasch konkrete Angebote werden. Sollten diese sich nicht bewähren, wird sie die SBB aber auch wieder vom Markt nehmen.
Dank der Digitalisierung kann die Kapazität des Schweizer Bahnnetzes – das ohnehin schon am intensivsten genutzte Schienennetz der Welt – um bis zu 30 Prozent gesteigert werden. Hierzu treibt die SBB die Automatisierung der Fahrplanerstellung, des Bahnbetriebs sowie der Zugsteuerung voran und prüft auch die Möglichkeit von ferngesteuerten Zügen. Zudem konzipiert die SBB ein neues digitales Stellwerk. Dieses reduziert die Menge und Vielfalt an Sicherungsanlagen, was massiv Kosten spart.
Mit der Bahntechnik der Zukunft lässt sich das Bahnsystem effizienter nutzen. Ab 2025 erlaubt sie den Einsatz von mehr Zügen, einen dichteren Fahrplantakt, weniger Störungen, eine bessere Funkverbindung und eine genauere Kundeninformation im Störungsfall. Um dies zu erreichen, hat die SBB konzernübergreifende Initiativen gestartet.
Die SBB nutzt die Digitalisierung auch für den Unterhalt. Die Fahrbahn unterhält sie dank einem neu entwickelten System namens swissTAMP künftig vorausschauend und kostensparend. Der Einsatz dieses neuen Tools für die Zustandsanalyse und Unterhaltsplanung reduziert die Anzahl Störungen und steigert die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.
Neue Wege ist die SBB mit der neuen Version von SBB Mobile gegangen, indem die Kunden an der Entwicklung beteiligt wurden. Seither konnten über 150 000 neue User gewonnen werden, mittlerweile nutzen über 3 Millionen Kunden SBB Mobile regelmässig. Die App wird weiter entwickelt: Im ersten Quartal 2017 führt die SBB eine Sprachsteuerung mit einem sprechenden Fahrplan und einem Sprachroboter für weitergehende Auskünfte ein.
Die neue SBB Reiseplaner-App ermöglicht es den Kunden, eine Reise mit verschiedenen Verkehrsträgern zu vergleichen, zu kombinieren und zu buchen. Im Laufe der nächsten Monate werden auch Taxi-Dienstleistungen und Uber gebucht werden können.
Ein weiteres zentrales Innovationsfeld ist die integrierte Mobilität. Mit «SBB Green Class» baut die SBB einen einfachen und umweltfreundlichen Tür-zu-Tür-Service auf und untersucht zusammen mit der ETH das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Aus den Resultaten gewinnt die SBB wichtige Erkenntnisse über Anforderungen der Kunden für die kombinierte Mobilität von Tür zu Tür. Dies im Hinblick auf die mögliche Einführung ähnlicher Produkte.
Die Bahnhöfe entwickelt die SBB zu vernetzten, multimodalen Mobilitätshubs, das heisst Verkehrsknoten, Destinationen und Dienstleistungszentrum in einem. Digitale Generalanzeiger, Bildschirme mit den aktuellsten Informationen über den Zugverkehr, ePanels für die Fremdwerbung, Billettautomaten mit Touchscreen und Gratis-WiFi sind heute bereits vorhanden. Um die Servicequalität im Bahnhof weiter zu erhöhen, arbeitet die SBB mit Technologieunternehmen und Partnern wie Google oder der ETH Zürich zusammen. Neben der virtuellen Besichtigung des Bahnhofs via Google Streetview, soll in Zukunft mittels «Internet of Things» auch die Bahnhofinfrastruktur wie Rolltreppen, Lifte und Licht digital gesteuert werden.
Die Digitalisierung nutzt die SBB auch im Güterverkehr: So rüstet sie die Wagen mit verschiedenen Sensoren aus. Die Instrumente ermitteln Temperatur, Erschütterung und die Position des Wagens. Damit nimmt die SBB das Bedürfnis der Transportkunden auf, die wissen wollen, in welchem Zustand ihre Ware ist, wo sie sich gerade befindet und ob sie pünktlich ankommt. Zudem wird SBB Cargo die Bahnproduktion bis 2018 dank einer automatischen Kupplung der Wagen ein Stück weit automatisieren (Pressemeldung SBB, 14.02.17).

RechteckSchweiz: Mehrwert für Kunden, ja – aber
Die SBB wollen für die Kundschaft Mehrwerte schaffen, die Effizienz steigern, einen sprechenden Fahrplan einführen, ja sogar mit Zügen ohne Lokführer fahren und intelligente Güterwagen einführen. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs findet alle diese Ziele lobens- und erstrebenswert. Wie überall, steckt auch hier der Teufel im Detail.
Nichts gegen durchgehende Mobilitätsketten von Haus zu Haus. Dabei sei aber den SBB in Erinnerung gerufen, dass zu einer funktionierenden Mobilitätskette auch die Zugs-Anschlüsse gehören. Heute werden Anschlüsse wegen einer Verspätung von einer oder zwei Minuten gebrochen. Die Fahrzeit verlängert sich und schon ist die schöne Mobilitätskette gerissen.
Pro Bahn Schweiz wendet sich nicht gegen Effizienzsteigerungen oder das Ausschöpfen von Kostenreduktionen. Es darf aber nicht vorkommen, dass diese Anstrengungen einseitig zu Lasten der Arbeitsplätze – beispielsweise an den Schaltern oder beim Zugspersonal – gehen. Dass ein Verzicht auf Lokführer hier einen entscheidenden Beitrag leisten würde, sei ausdrücklich anerkannt. Für Pro Bahn Schweiz ist und bleibt das ein Wunschtraum. Wie im Flugzeug, braucht es auch bei der Bahn einen Menschen im Cockpit, der bei unvorhergesehenen Zwischenfällen eingreifen kann.
Ins gleiche Kapital gehören Kapazitätssteigerungen. Was bringt eine um fast einen Drittel erhöhte Kapazität, wenn dann wegen einer Panne an einem einzelnen Zug gleich das ganze System zusammenbricht? Kapazitätssteigerung ja – aber mit Augenmass, dabei sollen die Segnungen des technischen Fortschritts durchaus genutzt werden. Es braucht dazu keine zweistelligen Steigerungsraten, vielmehr soll hier das Motto „langsam aber sicher“ gelten.
Ein grosses Fragezeichen setzt Pro Bahn Schweiz zur Zusammenarbeit mit Uber. Diese Unternehmung behauptet, ihre Fahrer seien selbständige Unternehmer. Sie sind es aber nicht – es wird genauestens vorgeschrieben, was sie zu tun haben. Es bestehen also Dienstverhältnisse. Mit der Masche von Uber können zwar Spesen reduziert werden, dies geht zu Lasten der Mitarbeiter. Vollständige Mobilitätsketten: ja bitte – aber mit Unternehmungen, welche zu ihrer Verantwortung als Arbeitgeber stehen. Diese Zusammenarbeit soll aufhören, bevor sie angefangen hat (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 14.02.17).

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