LOK Report – News von Donnerstag, 23.05.13
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Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie
Verkehrspolitik des Bundes
Bundestag: Ortstermin zum Ausbau Südbahn oder Hannover - Minden
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages führt am Mittwoch, 29. Mai 2013 einen Ortstermin in Bad Oeynhausen und Hameln durch. Anlass der Besichtigung sind mehrere Petitionen.
Die Schwerpunktthemen des Ortstermins sind zum Einen die Lärmbelästigung an Schienenwegen und zum Anderen Fragen zur Streckenführung der Deutschen Bahn.
An der Bahnstrecke Osnabrück-Bünde-Minden-Hannover werden von einigen Petenten Schallschutzmaßnahmen, insbesondere eine Schallschutzwand im Bereich Bad Oeynhausen zwischen km 77,3 und km 83, gefordert. Den Bereich, an dem die geforderte Lärmschutzwand errichtet werden soll, werden sich die Vertreter des Petitionsausschusses gemeinsam mit den Petenten und den Vertretern der zuständigen Behörden ansehen.
Weitere Petitionen zielen darauf ab, auf den Ausbau der Bahnstrecke Löhne-Hameln-Elze (Südbahnstrecke) zu verzichten und stattdessen den gesetzlich beschlossenen Aus- und Neubau der Strecke Minden-Hannover zu vollziehen.
Zur Erörterung dieser Petitionen werden die Teilnehmer der Veranstaltung mit der Nordwestbahn von Bad Oeynhausen Süd nach Hameln fahren. Der Petitionsausschuss macht sich vor Ort unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden des Petitionsausschusses, Abg. Gero Storjohann (CDU/CSU), gemeinsam mit den Abgeordneten Stefan Schwartze (SPD), Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Ute Koczy (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), ein Bild von der Situation und hört hierzu sowohl Petenten als auch die Vertreter der zuständigen Behörden.
Erst in einer späteren Sitzung wird der Petitionsausschuss über die Petitionen unter Einbeziehung der vor Ort gewonnenen Erkenntnisse beraten und dem Deutschen Bundestag Beschlussempfehlungen zu den betreffenden Petitionen vorlegen (Pressemeldung Bundestag, 23.05.13).
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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur
18. Weimarer Eisenbahnfest am 25./26. Mai 2013


Am 25./26. Mai 2013 veranstaltet der Thüringer Eisenbahnverein e. V. auf dem Gelände des Bahnbetriebswerkes Weimar das 18. Weimarer Eisenbahnfest, welches in diesem Jahr unter dem Motto "Elektrolokomotiven der Deutschen Reichsbahn" steht. Neben den in Weimar beheimateten Museumsfahrzeugen werden auch wieder viele Gastfahrzeuge anderer Eisenbahnunternehmen und Eisenbahnvereine präsentiert. So wird u. a. die Schnellzugdampflok 03 2155 der WFL GmbH aus Nossen präsentiert.
Aber auch E-Loks aus den 70er und 80er der ehemaligen Reichsbahn rollen extra aus Karsdorf, Halle und Delitzsch an. Das Lager der Länderbahndrehscheibe wurde im Dampflokwerk Meiningen generalüberholt und es wurde mit Entrostungsarbeiten begonnen. Auch gingen die Arbeiten am Lokschuppendach und -toren weiter. Es wurde damit begonnen, die sanitären Einrichtungen zu erneuen und auch an dem zweigrößten Schatz des Verein, der E-Lok E 18 24 aus dem Jahre 1936, gingen die Arbeiten weiter. Es wurde damit begonnen, die Lok neu zu verblechen und es wurden neue Träger eingeschweißt.
Desweiteren gibt es die größte Ausstellung mit über 40 verschiedenen Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven in diesem Jahr in Thüringen, Führerstandsmitfahrten, Pendel- und Schnupperfahrten sowie eine große Modellbahnbörse.
Geöffnet ist das Fest im Eisenbahnmuseum Weimar jeweils von 9 bis 17 Uhr, für Fotofreunde bereits ab 8 Uhr. Zu erreichen ist das Gelände über die Eduard-Rosenthalstraße, mit der Stadtbuslinie 3 in Richtung Tiefurt oder mit dem Pendelzug vom Weimarer Hauptbahnhof, welcher ab 9.40 Uhr stündlich verkehrt.
Darüber hinaus findet am 25.05.2013 die diesjährige Thüringenrundfahrt statt. Die Dampflok 03 2155 zieht eine nostalgischen Reichsbahnzug von Weimar über Erfurt, Mühlhausen und Leinefelde nach Nordhausen und zurück via Sonderhausen, Greußen und Erfurt/Nord nach Weimar. Es sind noch wenige Restfahrtkarten verfügbar. Die Abfahrtszeiten sind im Weimarer Hautpbahnhif um 13.06 Uhr, im Bahnmuseum startet der Zug bereits um 12.45 Uhr (Steffen Kloseck, Thüringer Eisenbahnverein, 23.05.13).
Pollo am 1. Mai







In diesem Jahr feiert Pollo ihr 20-jähriges Jubiläum mit verschiedenen Gastlokomotiven. Mit der 99 4511, einer Lok, die hier früher zu Hause war, und der 99 608 fand am 1. Mai eine sehr gelungene Aktion statt. Bei Kaiserwetter fuhren die Loks mit verschiedenen Garnituren. Marcus Dettenberg hatte die Züge minutiös vorbereitet.
Pollo ist der Spitzname der 750-mm-Schmalspurbahnen der ehemaligen Kreise Ost- und Westpriegnitz, einer Landschaft im Nordwesten Brandenburgs zwischen Berlin und Hamburg. Die ersten Strecken des ausgedehnten Netzes mit dem Betriebsmittelpunkt in Lindenberg wurden 1897 eröffnet. Nach der etappenweisen Stilllegung zwischen 1967 und 1971 erfolgte der restlose Abbau aller Gleise.
Dem Prignitzer Kleinbahnmuseums Lindenberg e.V. gelang es, das 9 Kilometer lange Teilstück von Mesendorf bis Lindenberg wieder aufzubauen und als Museumsbahn in Betrieb zu nehmen (Ad van Sten, 23.05.13).
Waldeisenbahn Muskau




Bei der Waldeisenbahn Muskau waren am 19.05.13 die 99 3462, 99 3312-8 und 99 3317-7 im Einsatz. Die 99 3462 ist zur Naßdampflok geworden, weil man die defekten Überhitzerelemente vor einiger Zeit ausgebaut hat (Thomas Splittgerber, 23.05.13).
Zeitreise Sauschwänzlebahn





Am Pfingstmontag gab es auf der Sauschwänzlebahn eine Zeitreise in die Vergangenheit. Nicht nur das die preußische Dampflok P8 "Posen 2455" von 1919 den Zug auf der Museumsbahn im Wutachtal bespannte, sondern es waren auch zahlreiche Reisende in historischen Gewändern auf dem Bahnsteig und im Zug anzutreffen. Mit Leikastenorgel oder Bauchladen, die gute alte Dampfzeit war dank der Modelagentur "Sissis-Erben" zum greifen nahe (Harald Becker, 23.05.13).
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Mit der Kamera notiert
Trento




Am Pfingstwochenende hält die Arbeitslok des Bahnbauunternehmens "Ing. De Aloe Costruzioni srl" am Eingang zur Valsuganastrecke im Bhf Villazzano (Gemeindegebiet Trento) Arbeitsruhe. Über die zum Teil technikgeschichtlich interessanten Fahrzeuge dieses Unternehmens aus Brescia und deren Wiedergabe auf youtube hatte der Lok-Report bereits berichtet (GK, 22.02.13).
Konstanz




Am Dienstag bereitete sich in Konstanz ein fabrikneuer FLIRT-Motorwagenzug auf die Abfahrt in Richtung Lombardei vor. Die fehlenden Wagenübergänge zu den ebenfalls fehlenden Mittelwagen waren mit Spanplatten abgedichtet (Andreas Heide, 22.02.13).
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Europa
Großbritannien: Eurotunnel befördert das einmillionste Haustier
Eurotunnel Le Shuttle beförderte am 22.05.13 das einmillionste Haustier durch den Kanaltunnel.
Der "Haustier-Reiseservice" (Pet Travel Scheme) wurde 2000 eingeführt und ermöglicht Hunden, Katzen und Frettchen die Einreise in das Vereinigte Königreich, vorausgesetzt, sie erfüllen die Regeln der DEFRA (Department for environment, food and rural affairs), wie Heimtierausweis, Tollwutimpfung oder Bandwurm-Behandlung.
Als Familienmitglieder können vier- und zweibeinige Haustiere während der 35-minütigen Fahrt mit ihrer Familie stressfrei den Kanaltunnel durchqueren (WKZ, Quelle Eurotunnel, 23.05.13).
Großbritannien: GB Railfreight kritisiert Trassengebühren für Biomasse
Nach der Vorstellung einer frachtspezifischen Ladungsgebühr für den Transport von Kohle für die Stromwirtschaft, Nuklearabfällen und Eisenerz im Januar dieses Jahres hatte das Office of Rail Regulation (ORR) im Februar auch eine Konsultation zur Einführung einer Gebühr für Biomasse gestartet, die ab April 2016 mit einem einen Höchstbetrag von 4,04 GBP pro kgtm erhoben werden sollte.
Dagegen hat GB Railfreight (GBRF), die als erste und einzige Güterbahn in Großbritannien regelmäßig Biomasse zwischen britischen Häfen und Kraftwerken transportiert, Widerspruch eingelegt. GB Railfreight berichtete dem Ausschuss, dass der sichere Schienengüterverkehr die einzige praktische und nachhaltige Lösung für den Transport von Biomasse sei, wenn das Vereinigte Königreich seine Kohlenstoff-Reduktionsziele erreichen wolle. GB Railfracht brachte drei Vorschläge ein:
• Jede Entscheidung über die Einführung der Trassenpreise für den Transport von Biomasse mit der Bahn sollte erst erfolgen, sobald der Markt gereift ist, wofür mindestens zehn Jahre in Anspruch genommen werden müssten. Die vorgeschlagene Einführung der Maut könnte negative Auswirkungen auf den Transport und damit auf Investitionen zur Ausführung von Biomasse-Projekten haben.
• DFT, ORR und DECC sollten Maßnahmen koordinieren, um eine Wechselbeziehung zwischen Biomasse-Subventionen und Umweltzertifikaten sicherzustellen (z. B. Renewable Obligation Certificates, ROCs).
• Eine strategische Güterverkehrsnetz-Finanzierung sollte bessere Verbindungsgänge zwischen den Tiefsee-Häfen und Kraftwerken erlauben und die Kapazität der britischen Häfen für "Capesize"-Schiffe ausgebaut werden (WKZ, Quelle GB Railfreight, 23.05.13).
Schweiz: Bundesrat beschliesst Bau eines 4-Meter-Korridors durch den Gotthard
Sattelauflieger mit 4 Metern Eckhöhe müssen auf der Eisenbahnachse Basel–Gotthard–Chiasso/Luino-Norditalien befördert werden können. Der Bundesrat hat heute seine Botschaft zuhanden des Parlaments über die Vorlage zur Realisierung und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors auf den Zulaufstrecken zur NEAT am Gotthard verabschiedet. Dieses mit 940 Millionen Franken veranschlagte Projekt ist ein wichtiges Element der schweizerischen Verlagerungspolitik.
Die Transportbranche setzt immer mehr Sattelauflieger mit einer Eckhöhe von 4 Metern ein. Zurzeit können Fahrzeuge dieser Grösse jedoch nur auf der Lötschberg-Simplon-Achse befördert werden, die nahezu vollständig ausgelastet ist. Der Umbau des Streckenabschnitts Basel–Gotthard–Chiasso/Luino-Norditalien zu einem durchgehenden 4-Meter-Korridor bis ins Jahr 2020 soll Abhilfe schaffen. Mit dieser Massnahme wird der kombinierte Verkehr durch die Alpen und folglich die Verkehrsverlagerung gestärkt. Prognosen zufolge werden bis zu 160 000 zusätzliche Sattelauflieger jährlich von der Strasse auf die Schiene verlagert werden können. Gleichzeitig leistet die Schweiz auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung der europäischen Güterverkehrskorridore und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schiene.
Der Umbau der Gotthardachse zu einem 4-Meter-Korridor bis ins Jahr 2020 erfordert den Ausbau von 20 Tunnels. Das grösste Teilprojekt ist der Umbau des Bözbergtunnels im Kanton Aargau. Allein dafür wird mit Kosten von 350 Millionen Franken gerechnet. Insgesamt sind zwischen Basel und der Alpensüdseite 170 Ausbaumassnahmen (Tunnelanpassungen, Perrondächer, Fahrstromanlagen, Signalanlagen und Überführungen) notwendig. Mit den vorgeschlagenen gesetzlichen Neuerungen soll der Bund zusätzlich die Möglichkeit erhalten, mit Darlehen oder A-fonds-perdu-Beiträgen die Arbeiten auf den Zulaufstrecken zur NEAT in Italien zu finanzieren. Diese Arbeiten im südlichen Nachbarland sind unverzichtbar, damit der 4-Meter-Korridor seine volle Wirkung entfalten kann und die Transporte zu den Terminals in Italien geführt werden können. Der Bundesrat soll die Befugnis erhalten, mit Italien eine Finanzierungsvereinbarung über die erforderlichen Ausbauten des Lichtraumprofils zwischen Chiasso und Mailand sowie auf der italienischen Seite der Luino-Strecke zwischen Ranzo und Gallarate/Novara abzuschliessen. Dazu wird ein Kredit in Höhe von 230 Millionen Franken beantragt. Die Gesamthöhe der für die Erstellung des 4-Meter-Korridors erforderlichen Kredite beläuft sich auf 940 Millionen Franken.
Der Bundesrat schlägt vor, den Ausbau zunächst über den FinöV-Fonds und später über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) zu finanzieren. Die verfügbaren Mittel reichen aus, um den 4-Meter-Korridor zusätzlich zu den bereits beschlossenen und in der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) vorgesehenen Projekten zu realisieren. Die erforderliche Rechtsgrundlage wird mit einem Bundesgesetz über den Bau und die Finanzierung eines 4-Meter-Korridors auf den Zulaufstrecken zur NEAT am Gotthard und einem Bundesbeschluss über den entsprechenden Gesamtkredit geschaffen.
Mit seiner Botschaft erfüllt der Bundesrat mehrere parlamentarische Vorstösse, die den vollständigen Ausbau der Gotthardachse forderten. Ziel ist, dass der 4-Meter-Korridor kurz nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels in Betrieb genommen werden kann. Die grosse Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmenden hatte den Vorschlag des Bundesrats befürwortet (Pressemeldung Bundestag, 23.05.13).








