Archiv – News von Mittwoch, 08.05.13
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TOP-Themen Y-Trasse: Abbruch oder nur kommunikative Panne? Alstom zeigt solide Leistung VCD beklagt Verspätungen und nicht erreichte Anschlusszüge Süddeutsche zu Verzögerungen bei Zulassungsprozessen der MVG Dritter Aufruf über TCSP-Projekte Vectron erhält Schweden-Zulassung Foto links: Sebastian Schrader |
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Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie
Verkehrspolitik im Bund
VCD: Bahntest beklagt Verspätungen und nicht erreichte Anschlusszüge
Infografik: Marc Venner.
Um Bahnfahren attraktiv zu machen, müssen neben Pünktlichkeit und guten Anschlüssen Service und Qualität stimmen. Die Deutsche Bahn AG hat das erkannt und 2010 eine Kunden- und Qualitätsinitiative gestartet. 330 Millionen Euro werden bis 2015 investiert, um die Bereiche Verlässlichkeit, Qualität und Service sowie die Kundeninformation zu verbessern.
2011, ein Jahr nach Beginn der Qualitätsoffensive, hat der ökologische Verkehrsclub VCD erstmals die Erfolge getestet und klaren Handlungsbedarf bei den Kernpunkten Pünktlichkeit, Sauberkeit und Informationen festgestellt. Im Winterhalbjahr 2012/2013 testete das unabhängige Hamburger Forschungsinstitut Quotas im Auftrag des VCD dieses erneut. Das zentrale Ergebnis lautet: Bahnreisende beurteilen das Angebot der Deutschen Bahn im Fernverkehr überwiegend positiv. Zugverspätungen mit der Folge von verpassten Anschlusszügen bleiben jedoch ein großes Problem. Spezielle Winterproblematiken konnten hingegen nicht festgestellt werden.
Obwohl die Zugverspätungen im Vergleich zu 2011 abgenommen haben, wurden die Anschlusszüge im Falle einer Verspätung seltener erreicht, so das Ergebnis des VCD Bahntest.
In den Hauptverkehrszeiten verpassten 44 Prozent der Reisenden wegen einer Zugverspätung ihren Anschlusszug.
Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD: „Wenn fast jeder dritte Fernverkehrszug verspätet ankommt und Reisende dadurch ihre Anschlusszüge nicht erreichen, hat der Bahnverkehr ein Problem. Reisen mit der Bahn ist nur dann attraktiv und eine Alternative zum Pkw, wenn die Reisekette von Tür zu Tür zuverlässig funktioniert.“ Eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren sind ausgebaute Bahnhöfe mit genügend Gleiskapazitäten. Darüber hinaus sind die kontinuierliche Instandhaltung der Infrastruktur sowie robuste und wetterunabhängige Züge in ausreichender Zahl entscheidend.
Das Problem der veralteten Fahrzeugflotte der Deutschen Bahn spiegelt sich zudem in der Beurteilung des Zustands der IC/EC-Züge wieder. Dieser wird wie schon im Bahntest 2011, mit einem „befriedigend“ bewertet. Heidi Tischmann, Referentin für Verkehrspolitik: „Mit ihren teilweise bis zu 40 Jahre alten Intercityzügen mutet die DB AG ihren Fahrgästen einiges zu, vor allem im Hinblick darauf, dass sich bis Ende 2014 an dieser Situation nichts verbessern wird. Die Deutsche Bahn hat viel zu spät neue Züge bestellt. Umso wichtiger ist es, dass die Züge, speziell die Toiletten, häufiger gereinigt werden, auch während der Fahrt.“
Vorsorglich reduzierte Zuggeschwindigkeiten im Winter, Verspätungen und ein schlechter Gesamteindruck vom Zugmaterial werden dessen ungeachtet noch bis Ende 2014 das Bild im Fernverkehr bestimmen. Erst danach ist zu erwarten, dass neue Züge in ausreichender Zahl zum Einsatz kommen können. Für diesen Missstand ist allerdings nicht allein das Unternehmen DB AG verantwortlich. Auch die Bahnindustrie trägt dazu bei, weil sie bestellte Züge teilweise nicht fristgerecht liefert und das Eisenbahn-Bundesamt durch Verzögerungen bei der Zulassung.
Michael Ziesak kritisiert: „Die Zulassungspraxis für Züge in Deutschland ist ein Desaster. Wenn fertige Züge auf Abstellgleisen stehen und nicht fahren dürfen, leidet der Wirtschaftsstandort Deutschland, der Verkehrsträger Bahn und nicht zuletzt die Bahnreisenden. Wünschenswert ist ein einheitliches Zulassungsverfahren in ganz Europa, das praktikabel und transparent ist und die Zeitspanne zwischen Auftragsvergabe und Inbetriebnahme von Zügen extrem verkürzt. Hier muss die Bundesregierung endlich handeln.“
Die weiteren Beurteilungen, zu Informationen bei Abweichungen vom Fahrplan während der Fahrt (Note 2,6) sowie zur Akustik der Durchsagen in den Bahnhöfen (Note 2,5), fallen im »VCD Bahntest 2013« besser aus als im Jahr 2011. Dennoch muss beides weiter optimiert werden. Heidi Tischmann betont: „Reisende müssen über die Gründe einer Fahrplanabweichung noch besser informiert werden. Das liegt auch im Interesse des Unternehmens, denn Reisende haben mehr Verständnis für außerplanmäßige Stopps, Umleitungen oder Verspätungen, wenn sie den Grund dafür wissen. Damit das Zugpersonal ihre Fahrgäste informieren kann, muss es wiederum selbst über die Gründe einer Fahrplanabweichung in Kenntnis gesetzt sein. Der Informationsfluss innerhalb des integrierten Konzerns DB muss besser werden.“
Basis der Ergebnisse des »VCD Bahntest 2013« bildete die Befragung eines Panels des Hamburger Forschungsinstituts Quotas. Dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer protokollierten über einen Zeitraum von vier Monaten bundesweit 1035 Fahrten im DB-Fernverkehr (Pressemeldung VCD, 08.05.13).
Industrie
Alstom: Solide kommerzielle und operative Leistung und positiver Cashflow
Vom 1. April 2012 bis zum 31. März 2013 verbuchte Alstom einen Auftragseingang im Wert von 23,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 10% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Wie bereits angekündigt, verzeichnete Alstom im vierten Quartal bedeutende neue Vertragsabschlüsse im Gegenwert von 6,6 Milliarden Euro. Dadurch konnte die Gruppe im zehnten Quartal in Folge eine Book-to-Bill-Ratio von größer als 1 verbuchen. Der Umsatz (20,3 Milliarden Euro) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2% an. Das Betriebsergebnis belief sich auf 1.463 Millionen Euro. Dadurch erhöhte sich die Gewinnspanne auf 7,2%. Das sind 10 Basispunkte mehr als in der Vergleichsperiode des letzten Jahres. Das Nettoergebnis wuchs von 732 Millionen Euro in 2011/12 um 10% auf 802 Millionen Euro. Der freie Cashflow erholte sich und lag im Geschäftsjahr 2012/13 mit 408 Millionen Euro im Plus.
Bei der nächsten Hauptversammlung der Aktionäre wird Alstom die Ausschüttung einer Dividende von 0,84 Euro je Aktie vorschlagen. Damit liegt die Dividende 5% höher als im vergangenen Geschäftsjahr.
„Im Geschäftsjahr 2012/13 lieferte der Konzern eine gute Vertriebsleistung ab. Dies beweisen die Auftragseingänge, die in jedem Quartal des Jahres über dem Umsatz liegen. Trotz der geringeren Einkünfte bei den Großprojekten im Bereich Erneuerbare Energien und der Verzögerung diverser Projekte durch die Kunden im Sektor Grid ist der Umsatz gestiegen. Die Gewinnspanne hat sich gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr vergrößert. Dies ist in erster Linie auf solide Auftragserfüllung und Kostenoptimierung zurückzuführen. Der Freie Cashflow konnte wieder deutlich in die Pluszone getragen werden, nachdem er zwei Jahre lang im Minusbereich gelegen hatte. Aufgrund unserer attraktiven Fundamentaldaten auf allen Endmärkten haben wir dort langfristig gute Aussichten. Auf kurze Sicht ist jedoch mit einer Beeinträchtigung unserer Performance zu rechnen, da die Produktionsmengen wegen des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes geringer ausfallen dürften als erwartet. Vor diesem Hintergrund rechnen wir jetzt mit einem organischen Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich, mit einer stabilen Gewinnspanne für das Geschäftsjahr 2013/14 und im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahre dann mit einem allmählichen Anstieg der Gewinnspanne auf etwa 8%. Die Erzeugung von mehr Liquidität steht weiterhin ganz oben auf unserer Aufgabenliste, und wir erwarten für diesen Zeitraum einen Jahr für Jahr positiven freien Cash Flow“, erklärte Patrick Kron, Vorsitzender und CEO von Alstom (Pressemeldung Alstom, 08.05.13).
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Aus den Ländern
Bayern: Fugger-Express knackt die 50-Millionen-Marke
Mit einem großen Blumenstrauß und einem DB-Reisegutschein im Wert von 250 Euro hat die Geschäftsleiterin von DB Regio Allgäu-Schwaben, Bärbel Fuchs, am 06.05.13 den 50-millionsten Fahrgast im Fugger-Express (FUX) begrüßt. Markus Eser hält der DB seit 25 Jahren die Treue, er pendelt täglich von Meitingen nach Augsburg. „50 Millionen Fahrgäste in vier Jahren FUX sind für uns ein großer Erfolg. Die Zuwachszahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass das Angebot von den Reisenden sehr gut angenommen wird“, sagte Fuchs. Allein im Jahr 2012 nutzen 13 Millionen Reisende den Fugger-Express, 5,1 Prozent mehr als 2011.
Der Fugger-Express fährt aufgrund der stetig gestiegenen Fahrgastzahlen inzwischen mit deutlich mehr Kapazität als in den Anfangszeiten. Acht zusätzliche Züge sind seit Inbetriebnahme im Einsatz. Das Sitzplatzangebot stieg in der Hauptverkehrszeit um 34 Prozent. Zwischen Augsburg und München besteht ein ganztägiger Halbstundentakt bis 21 Uhr, in der Hauptverkehrszeit fahren die Züge nahezu viertelstündlich. DB Regio Allgäu-Schwaben verbesserte gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Freistaat den Schienenpersonennahverkehr plant, finanziert und kontrolliert, kontinuierlich das Zugangebot. Bärbel Fuchs: „Wir verfolgen sehr genau, ob der große Zuspruch zu Engpässen bei einzelnen Zügen führt und stehen in engem Kontakt mit der BEG, um gegebenenfalls das Angebot nachbessern zu können.“
Glücklich zeigte sich die Geschäftsleiterin von DB Regio Allgäu-Schwaben mit der Kundenzufriedenheit beim Fugger-Express. Jährlichen Befragungen zufolge hat sie in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Im zweiten Halbjahr 2012 kletterte der Wert auf 74 von 100 möglichen Punkten – ein vergleichsweise hoher Wert bei Regionalzügen. Nach der Inbetriebnahme 2008 hatte die Gesamtzufriedenheit der Kunden noch bei 66 Punkten gelegen. „Die Meinung der Fahrgäste ist uns wichtig. Wir wollen wissen, wo wir noch besser werden müssen“, so Fuchs.
Nachbessern will man demnächst bei der Größe der Sitzabstände und der Gepäckablagen. In Absprache mit der BEG will DB Regio Allgäu-Schwaben in diesem Bereich für noch mehr Reisekomfort in den Zügen des Fugger-Express sorgen (Pressemeldung Deutsche Bahn, 08.05.13).
Bayern: Verzögerungen bei Zulassungsprozessen für U-Bahn und Tram
Die Fahrgäste leiden in München schon seit langem unter Kapazitätsproblemen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und warten sehnlichst auf neue Fahrzeuge, die den akuten Wagenmangel lindern. Bereits im Fahrplan versprochene Taktverdichtungen konnten in der Vergangenheit nicht verwirklicht werden.
"Mit Entsetzen haben wir einen Bericht (Regierung stoppt neue Tram- und U-Bahnen der Süddeutschen Zeitung ) zur Kenntnis genommen, der sich kritisch mit der Zulassung der neuen Züge bei der Münchner U-Bahn und der Trambahn auseinandersetzt", sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.
"Wir appellieren an die Verantwortlichen beim Verkehrsunternehmen, dem Hersteller und der Aufsichtsbehörde, alles Notwendige zu tun, damit die Fahrzeuge rechtzeitig zum Fahrplanwechsel zur Verfügung stehen!"
Leider sind die Erfahrungen in der Vergangenheit mehr als schlecht. Sowohl bei den U-Bahnzügen vom Typ C wie auch bei der Vario-Trambahn kam es zu erheblichen Verzögerungen im Zulassungsprozeß. Wenn die Regierung von Oberbayern zusagt, daß bei Vorlage aller Unterlagen, die Zulassung innerhalb von 5 Monaten erteilt wird, muß die MVG nun eine rechtzeitige Übergabe von vollständigen und richtigen Unterlagen sicherstellen. Das sollte ja auch nach der zumindest bei der U-Bahn langen Vorlaufzeit zu schaffen sein. "Wir wollen im Herbst keine Schuldzuweisungen, sondern sichere Fahrzeuge auf den Gleisen fahren sehen", sagt Nagel abschließend (Pressemeldung Aktion Münchner Fahrgäste, 08.05.13).
Berlin: Präsentation der Reihe IK
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BVG und Stadler stellten am 07.05.13 in der Betriebsschule U-Bahn in Berlin Moabit das Mock-Up für die neue U-Bahn-Baureihe IK vor. BVG-U-Bahn-Bereichsleiter Hans-Christian Kaiser präsentiert voller Stolz das Modell (Sebastian Schrader, 08.05.13).
Niedersachsen: Die Y-Trasse wird nicht gebaut
Für den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel steht fest, dass die projektierte Y-Trasse nicht gebaut wird. „Die vorgeschlagene neue Neubaustrecke Ashausen – Unterlüß hat so viele Vorteile, dass ich es für sehr wahrscheinlich halte, dass sich Bundesregierung und Bundestag am Ende für diese neue Variante entscheiden werden.“
So bewertete der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel den Alternativvorschlag der Deutschen Bahn zur Y-Trasse, über den der Parlamentarier nach eigenen Angaben aus Kreisen des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn unterrichtet worden war. Die Details der Variantenuntersuchung werden dem Land Niedersachsen am Dienstag vorgestellt.
Nach Grindels Wortenhat die Variante Ahausen – Unterlüß viele Vorteile: „Sie ist mit 2,5 Milliarden Euro die mit Abstand günstigste Variante. Alle anderen sind zwischen 700 Millionen und über eine Milliarde Euro teurer. Es werden mit rund 5500 Wohneinheiten im Verhältnis zu 52000 Einheiten beim Ausbau der Bestandsstrecke Ashausen – Celle oder 25000 Einheiten beim Güterverkehrs-Y die wenigsten Menschen betroffen. Außerdem sind deutlich weniger Naturschutzgebiete betroffen. Außerdem sind deutlich weniger Naturschutzgebiete betroffen.“
Grindel verweist darauf, dass die Strecke Ashausen – Unterlüß bei Uelzen auf die Amerikalinie trifft und die Strecke zwischen Uelzen und Stendal ohnehin ausgebaut werde. Daher könne vor der Vollendung des Neubaus bereits auf einem Teil der Strecke erheblicher Güterverkehr aufgenommen werden, der zwischen Ashausen und Uelzen und anschließend bei Stendal in Richtung Süden abgefahren werden könne.
„Die Entlastungswirkung tritt also bereits nach einem Teil der Neubaumaßnahme ein, was angesichts der wieder schnell wachsenden Umschlagszahlen im Hamburger Hafen von großer Bedeutung ist“, sagte Grindel.
Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass über die Y-Trasse am Ende nicht allein im Bundesverkehrs- sondern auch im Bundesfinanzministerium entschieden wird (Pressemeldung Reinhard Grindel, Böhmezeitung, 08.05.13).
Niedersachsen: Olaf Lies zu aktuellen Planalternativen der Bahn zur Y-Trasse
Die Bahn AG hat Vertretern des niedersächsischen Verkehrsministeriums und des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin Alternativpläne zur so genannten Y-Trasse vorgestellt. Hierzu erklärt der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD): „Wir freuen uns darüber, dass die Bahn AG jetzt ihre Bringschuld eingelöst und Alternativen zur Y-Trasse vorgestellt hat. Sich von vornherein ausschließlich auf die bisherige Planung zu stützen, war immer falsch. Dies wäre den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in Niedersachsen auch nicht zu vermitteln gewesen.
Leider ist der Neustart mit einer kommunikativen Panne verbunden. Es ist mehr als unglücklich, dass einzelne Bundestagsabgeordnete offenbar vorab Einblick in die Pläne bekommen und sie gestern auch schon in Ihrem Sinne öffentlich kommentiert haben. Ich fordere die Bahn ausdrücklich auf, ein transparentes und für die Menschen nachvollziehbares Verfahren zu planen und dieses auch zu kommunizieren. Bedenken und Einwände der Menschen müssen ernsthaft geprüft werden.
Ich will für das künftige Verfahren auf mehrere Punkte hinweisen, die aus Sicht des Landes Niedersachsen von hoher Bedeutung sind:
1)
Von zentraler Bedeutung aus niedersächsischer Sicht ist die Hafenhinterlandanbindung, insbesondere die Anbindung des JadeWeserPorts.
2)
Hohe Priorität hat für Niedersachsen wirtschafts- und verkehrspolitisch der Güterverkehr. Es ist ausdrückliches Ziel der niedersächsischen Landesregierung, mehr Gütertransporte auf die Schiene zu bringen.
3)
Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger muss der bestmögliche Lärmschutz gewährleistet werden. Außerdem sind Natur- und Umweltschutzbelange besonders zu berücksichtigen. Ein Projekt dieser Größenordnung braucht die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger. Auf der anderen Seite dürfen gerade gewählte Politiker Infrastrukturprojekte von herausragender Bedeutung nicht allein nach dem Sankt-Florians-Prinzip bewerten.
4)
Während der Bauphase dürfen bestehende Strecken nicht über Gebühr beeinträchtigt werden. Es wäre nicht hinzunehmen, wenn wegen des Ausbaus bestehender Strecken der Schienenverkehr zum Beispiel zwischen Hamburg und Hannover für mehrere Jahre erhebliche Einschränkungen erleben würde.
5)
Die beste Lösung darf nicht an eventuell höheren Kosten scheitern.
Das weitere Verfahren liegt in erster Linie in den Händen der Bahn AG und des Bundesverkehrsministeriums. Das Land Niedersachsen wird den kommenden Prozess begleiten und sich konstruktiv einbringen." (Pressemeldung Land Niedersachsen, 08.05.13).
NRW: Richtfest für neues DB Regio-Werk in Köln-Deutz
DB Regio NRW feierte am 07.05.13 gemeinsam mit dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) und zahlreichen Gästen das Richtfest für das neue Instandhaltungswerk in Köln-Deutz. Ab Ende des Jahres werden dort die neuen Fahrzeuge des sogenannten „Kölner Dieselnetzes“ gewartet, zu dem sechs Regional-Linien im Kölner Umland zwischen Eifel, Ahrtal und Bergischem Land gehören. In den Neubau investiert DB Regio NRW über 12 Millionen Euro.
„Durch das neue Werk werden die Wartungsabläufe der Züge deutlich effizienter. Unser Werkstatt-Team kann die Fahrzeuge also schneller wieder auf die Schiene bringen“, betont Peter Alsbach, Sprecher Verkehrsbetrieb Rheinland von DB Regio NRW: „Die moderne Anlage ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem wir den Nahverkehr im Rheinland zukunftsfähig machen. Wir investieren außerdem in neue Züge mit mehr Sitzplätzen und Komfort und erhöhen den Takt auf mehreren Linien.“
Mitte Dezember 2013 übernimmt DB Regio NRW den Betrieb des Kölner Dieselnetzes für weitere zwanzig Jahre. 2011 hatte das Unternehmen die europaweite Ausschreibung der jährlich 7,2 Millionen Zugkilometer umfassenden Leistungen gewonnen. „Das Kölner Dieselnetz ist das größte Ausschreibungsprojekt des NVR in den vergangenen Jahren und wird für viele tausende Fahrgäste Verbesserungen mit sich bringen. Dass die DB Regio NRW eigens eine neue Werkstatt für die Wartung der Fahrzeuge baut, zeigt uns, dass wir einen fortschrittlichen Partner an unserer Seite haben, der schon heute an morgen denkt“, so NVR-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.
Die neue Werkstatt auf dem historischen Bahngelände „Köln-Deutzerfeld“ ist speziell für die Wartung der Neufahrzeuge ausgelegt, die ab Fahrplanwechsel im Dezember zum Einsatz kommen werden. DB Regio NRW schafft insgesamt 56 Fahrzeuge der Typen Coradia LINT 54 und 81 des Herstellers Alstom an, in die das Unternehmen rund 312 Millionen Euro investiert. Die neuen Züge verfügen entweder über 180 oder 300 Sitzplätze sowie Ausstattungen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Die bis zu 81 Meter langen Fahrzeuge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h (Pressemeldung Deutsche Bahn, 08.05.13).
Sachsen-Anhalt: Evaluierung des Verkehrsverbundes Marego
Land Sachsen Anhalt, vertreten durch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, vertreten durch die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH hat im Amtsblatt der Europäischen Union Gutachterleistungen zur Evaluierung des Verkehrsverbundes marego sowie zur Erlösermittlung im SPNV-Netz ENORM ausgeschrieben (2013/S 088-149869).
Auf Basis der Ergebnisse einer im Jahr 2013 durchgeführten Verkehrserhebung im Gebiet des Verkehrsverbundes marego sowie angrenzender Gebiete sind Gutachterleistungen verschiedener nachfolgend aufgeführter Zielstellungen zu erbringen:
• Bewertung der Nachfrage- und Erlösentwicklung des Verkehrsverbundes marego seit Verbundstart im Dezember 2010 inkl.
• Berechnung der den Verkehrsunternehmen zustehenden Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverluste sowohl für die vergangenen als auch ggf. für folgende Jahre.
• Berechnung der entstehenden Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverluste in den Landkreisen Stendal und Altmarkkreis Salzwedel bei Ausweitung des Verkehrsverbundes
• Prüfung der monetären Auswirkungen einer Ausweitung des Tarifes des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) bis Könnern (Überlappung der Verbundgebiete marego und MDV)
• Ermittlung der Fahrgelderlöse aus der Anwendung des Tarifes der Deutschen Bahn AG (BB DB) im SPNV-Netz ENORM inkl. Aufteilung der Erlöse auf die beteiligten Aufgabenträgergebiete (WKZ, Quelle EU-Amtsblatt, 08.05.13).
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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur
30 Jahre CFTR







Die Museumsbahn CFTR im elsässischen Ried (www.ried-express-cftr.fr) feierte am 5. Mai ihren 30. Geburtstag mit einer Parade ihrer kompletten Lokomotivsammlung im Bahnhof Algolsheim.
Unter den Dampfloks auch zwei Original-Elsässerinnen - 030 TB 130 und 134 von Graffen-staden aus dem Jahr 1900 - sowie die kleine Cockerill-Kastenlok 020 T 2850 und die mächtige 141 TB 424, die beide ihren 100. Geburtstag unter Dampf begehen konnten!
Bei den Diesels musste die jüngste (V22 von VEB Babelsberg 1972) die älteste A1A A1A 62029 von Baldwin aus dem Jahr 1946/47 ausführen. Originell auch der dieselelektrische Moyse-Traktor (1953), der mit den Dampfloks um die Wette rauchende Breuer-Traktor sowie der Saviem-Traktor auf Michelin-Rädern.
Der Verein ABFD aus Dijon war mit seinem 'Picasso' X 4039 zu Gast. Infos auch bei http://cftr.evolutive.org und bei www.141tb424.fr (Jürgen Recknagel, 08.05.13).
Bukower Kleinbahn


Am vergangenen Sonntag wurde statt mit dem Triebwagen der Baureihe 279 im Nachmittagsbetieb mit einer der beiden ehemaligen E-Loks aus Strausberg gefahren. Am 9.5. besteht nochmal die Möglichkeit sich die dazu nötigen Rangierarbeiten in Buckow und Müncheberg anzuschauen (Tobias Domann, 08.05.13).
Molli bei Sonnenschein




Mit steigenden Temperaturen befördert der Molli wieder mehr Gäste, was sich natürlich in den steigenden Wagenzahlen an Mollis Haken widerspiegelt. Viel mit viel Dampf und Qualm und Tempo ziehen die Loks der Bäderbahn zuverlässig die Wagen zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn (Thilo Wagner, 08.05.13).
Pinzgauer Lokalbahn - SLB
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Von den 2-achsigen Nostalgiewagen werden derzeit sechs in den PLB-Nostalgiefarben moosgrün / schwarz (Rahmen) / weißaluminium (Dach) lackiert, welche somit rechtzeitig mit Beginn der heurigen Dampfzug-Sommersaison am 30.05.2013 im neuen Glanz erstrahlen. Bereits am 03.05.2013 präsentierten sich die ersten beiden Wagen im neuen Farbkleid.
Die Dampfzüge verkehren bis einschl. 26.09.2013 an Donnerstagen, zusätzlich von 09. Juli bis 27. August 2013 auch an Dienstagen.
Plandampflok ist wieder die Stammlok Mh.3, ein Buffetwagen ist ebenso im Zugverband (Thomas Oberkalmsteiner, Pinzgauer Lokalbahn, 08.05.13).
Wagen 9 in Potsdam vorgestellt






Am 06.05.13 wurde in Potsdam der Lindner-Wagen 9 der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt. Dazu gab es eine Sonderfahrt für geladene Gäste vom Platz der Einheit/Nord zur Glienicker Brücke. Mit dabei waren der Geschäftsführer der ViP, Oliver Glaser, Oberbürgermeister Jann Jakobs und der ehem. Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe (Michael Dietrich, www.strassenbahn-potsdam.de, 08.05.13).
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Mit der Kamera notiert
Berlin


Als Nachtrag zum Beitrag von Michael Dittrich am 03.05.2013 hier der noch nicht gezeigte GT6U 1527 mit ebenfalls weißer Anzeige (Holger Grunow, www.tradibahner.de, 08.05.13).
Řevnice


Die Fotos zeigen Regionalzug Os 8847 aus Beroun nach Prag und SC Pendolino 515 aus Františkovy Lázně (Franzensbad ) über Plzeň (Pilsen) nach Prag. Beide Aufnahmen wurden vom Felsen am Dorf Rovina an der KBS 171 zwischen Řevnice und Zadní Třebaň fotografiert (Martin Kubik, 08.05.13).
Unstrutbahn

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Am 01.05.2013 gab es auf der Unstrutbahn wieder Personenverkehr über Wangen (Unstrut) hinaus bis nach Roßleben. Vereinzelte, durch die IG Unstrutbahn e.V. bei der Burgenlandbahn bestellten RB befuhren dazu den eigentlich ruhenden Streckenabschnitt der Unstrutbahn bis in thüringische Roßleben. Anlass war der Freyburger Weinfrühling und der Unstrutradwegtag. Hier zu sehen sind die Triebwagen 672 902 und 672 910 der Burgenlandbahn als RB 34868 (Naumburg (S) Ost - Roßleben), unterhalb der "Arche Nebra" bei Wangen und der Gegenzug RB 34873 im Bahnhof Roßleben (Frank Thomas, www.unstrutbahn.de, 08.05.13).
Wien
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Ein für DB Regio bestimmter Neubaudieseltriebwagen der Type 620 befand sich am 06.05.13 auf dem Weg nach Wien. Der Grund lag in einer Überstellfahrt zum Klima-Windkanal der RailTec Arsenal, wohin der deutsche Gast geschleppt wurde (Raimund Wyhnal, 08.05.13).
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Weitere Informationen und Anmeldung unter www.interregiorail.eu
sippel@bag-spnv.de
Tel. +49 - 30 - 81 61 60 99-3
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Europa
Belgien: Überhöhte Geschwindigkeit führte zum Zugunglück von Wetteren
Einem Bericht der belgischen Zeitung De Morgen zufolge führte zu hohe Geschwindigkeit zum Unglück von Wetteren. Der Lokführer soll ein Langsamfahrsignal an einer Baustelle ignoriert haben und mit 80 anstatt mit 40 km/h gefahren sein. Erst als etwa kurz vor dem Gleiswechsel ein zweites Signal 40 km/h signalisierte, bemerkte er seinen Fehler und leitete den Bremsvorgang abrupt ein, der auf der Weiche zur Entgleisung führte.
Der Staatssekretär für Mobilität, Melchior Wathelet, gab vor dem Parlament bekannt, dass der Lokführer alle benötigten Zertifikate besaß. Mehrere Abgeordnete fordern einen parlamentarischen Sonderausschuss zur Sicherheit der Bahn.
Der Lokführer gehörte zu DB Schenker Rail Nederland.
SNCB Logistics bestätigte, dass der niederländische Lokführer unter ihrer Lizens den Zug fuhr. (WKZ, Volker Starrock, Quellen De Standaard und De Morgen, 08.05.13).
Frankreich: Dritter Aufruf über 450 Mio. Euro zur Einreichung von TCSP-Projekten
Wie schon im Oktober 2012 angekündigt, hat der Staatsminister für Verkehr, Frédéric Cuvillier, am 07.05.06 eine dritte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen neuer TCSP-Projekte (Transports en commun en site propre, Projekte des öffentlichen nachhaltigen Transports) veröffentlicht.
Der Aufruf "Transports collectifs et mobilité durable" umfasst staatliche Unterstützung über 450 Mio. Euro für regionale Projekte in Frankreich außerhalb der Ile-de-France und in Übersee für folgende Nahverkehrsprojekte:
• U-Bahn, Straßenbahn, Tram-Train, Bus mit hohem Qualitätsniveau (Spurbusse = Bus à haut niveau de service = BHNS), Schiffsverkehr, Bergbahn.
• Investitionen im Zusammenhang mit dem Fahrrad.
• Innovative Maßnahmen im Bereich der nachhaltigen Mobilität.
Die Anträge sind spätestens bis zum 15. September 2013 einzureichen. Die genehmigten Anträge werden im Dezember 2013 bekannt gegeben, so dass die Projekte vor Ende 2016 beginnen können (WKZ, Quelle Ministère de l'Ecologie, du Développement durable et de l'Energie, 08.05.13).
Schweden: Vectron erhält Zulassung

Der Vectron hat die unbefristete Zulassung in Schweden erhalten. Dies ist nach Polen, Rumänien, Deutschland und Österreich die fünfte Länderzulassung in Europa.
Für Schweden lag bisher eine vorläufige Zulassung vor. Für weitere Länder wie z.B. Italien, die Niederlande, Norwegen und die Schweiz laufen die Zulassungsarbeiten ebenfalls.
Der Vectron hatte im März 2012 nach erfolgreicher Wintererprobung in Nordschweden, u.a. auf der Erzbahn nach Kiruna, eine vorläufige Zulassung für das schwedische Netz erhalten. Anschließend war das Fahrzeug bis Oktober 2012 im kommerziellen Einsatz und hat dabei über 100.000 Kilometer zurückgelegt.
Mit Wirkung vom 30. April 2013 wurde nun die unbefristete Zulassung erteilt. Nach Überstellung von Schweden nach Norwegen wurden dort Test- und Zulassungsfahrten durchgeführt. Anschließend fand ein Betriebseinsatz im Güterverkehr auf der Strecke Oslo – Bergen mit 22 ‰ Steigung statt. Die Zulassung für Norwegen wird in den nächsten Monaten erwartet (Pressemeldung Siemens, 08.05.13).
Schweiz: SBB sieht Handlungsbedarf in der Umsetzung der Billetpflicht
Die Billettpflicht im Fernverkehr hat sich grundsätzlich bewährt und wird von der Mehrheit der Reisenden akzeptiert. In der Umsetzung sieht die SBB jedoch Handlungsbedarf und hat daher Sofortmassnahmen beschlossen. Im Gebiet des Z-Pass wird zudem die Wahl der Reiserouten an den Automaten sowie für Online- und Mobile-Tickets vereinfacht. Überdies wird im Gebiet des ZVV eine kostenlose Helpline an den Automaten angeboten.
Die Branche des öffentlichen Verkehrs hat per Fahrplanwechsel im Dezember 2011 die Billettpflicht im Fernverkehr eingeführt. Grund dafür war die zunehmende Auslastung der Züge, was dazu geführt hat, dass vielen Kundinnen und Kunden auf dem Zug gar kein Billett mehr verkauft werden konnte. Allein der SBB sind deshalb pro Jahr gut 20 Millionen Franken an Einnahmen entgangen. Die Erfahrungen der ersten eineinhalb Jahre haben gezeigt, dass die Kundinnen und Kunden Verständnis haben, dass vor der Reise ein Billett gelöst werden muss. Doch bei der Umsetzung sieht die SBB Handlungsbedarf und hat daher Sofortmassnahmen beschlossen.
„Es ist richtig, dass alle unsere Kundinnen und Kunden vor der Abfahrt ein Billett lösen müssen“, erklärt dazu Andreas Meyer, CEO der SBB. „Ich möchte aber nicht, dass langjährige und treue Kunden für ein einzelnes Missgeschick in jedem Fall gebüsst werden. Gerade sie haben eine angemessene Kulanz verdient. Einzelne Regeln sind zu kompliziert, das müssen wir korrigieren.“
Ab 1. Juni 2013 gilt im gesamten öffentlichen Verkehr, was die SBB schon länger praktiziert: Reisende, die ein Online- oder Mobile-Ticket gelöst haben, dieses aber nicht vorzeigen können (z.B. Akku leer, Online-Ticket vergessen, etc. ), können dies nachträglich erledigen. Die Reisenden erhalten dazu vom Inkassocenter eine Rechnung über CHF 30.-. Diese Billette müssen zudem erst bei der effektiven Abfahrt des Zuges gelöst sein und nicht wie bisher bei der fahrplanmässigen Abfahrt des Zuges.
Im Gebiet des Z-Pass haben seit der Einführung im Dezember 2012 zahlreiche Kundinnen und Kunden unbewusst ein lediglich teil-gültiges Billett gelöst. Der Grund: Auf den Billetten sind lediglich Zonennummern für die angebotenen Via-Verbindungen aufgelistet. Grundsätzlich bedeutet diese Systemumstellung mehr Flexibilität durch zusätzliche Wahlmöglichkeiten. Durch die Vielzahl von Billettvarianten wurde die Wahl des korrekten Fahrausweises allerdings teilweise zu komplex und damit nicht kundenfreundlich. Die SBB hat entschieden, per sofort auf Forderungen zu verzichten, wenn ein Reisender in guter Absicht ein Billett mit einem falschen Reiseweg löst.
In den nächsten Monaten werden in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) die Auswahl der Reisewege im Gebiet des Z-Pass auf die am häufigsten genutzten Varianten reduziert. Ab sofort wird zudem an sämtlichen Billettautomaten im Gebiet des ZVV die Telefonnummer einer Gratis-Helpline publiziert, welche die Reisenden bei Fragen in Anspruch nehmen können. Ein Support-Mitarbeiter der SBB kann bei Bedarf direkt auf den Bildschirm des betreffenden Automaten zugreifen und die Kunden unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet zudem der flexiblere Handlungsspielraum, den die SBB dem Zugpersonal gewährt. So haben die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter die Möglichkeit, in begründeten Einzelfällen vermehrt Kulanz walten zu lassen
Nebst diesen Sofortmassnahmen initiiert die SBB weitere, auf Langfristigkeit ausgelegte und für die Kundinnen und Kunden spürbare Verbesserungen der Servicequalität. Das Unternehmen hat deshalb eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, welche in Absprache mit Vertretern von Pro Bahn Schweiz und den Sozialpartnern die Ausgestaltung der Billettpflicht untersucht und weitere Verbesserungen prüft.
„Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass diese Themen in der gesamten öV-Branche weiterentwickelt und einzelne komplizierte Regeln des öV-Systems beseitigt werden“, so Andreas Meyer, CEO der SBB. „Die Massnahmen werden zwar nicht vom ersten Tag an zu spürbaren Verbesserungen führen, aber dazu beitragen, die Unsicherheit und Unzufriedenheit vieler Kundinnen und Kunden abzubauen.“
• Das Online- und Mobile-Billett muss erst bei der effektiven Abfahrt des Zuges gelöst sein und nicht wie bisher bei der fahrplanmässigen Abfahrt des Zuges.
• Reisende, die ein Online- oder Mobile-Ticket gelöst haben, dieses aber nicht vorzeigen können (z.B. Akku leer, Online Ticket vergessen, etc. ), können dies nachträglich erledigen. Die Reisenden erhalten dazu vom Inkassocenter eine Rechnung über CHF 30.-.
• Z-Pass: In den nächsten Monaten wird die Auswahl der Reisewege im Gebiet des Z-Pass auf die am häufigsten genutzten Varianten reduziert.
• Z-Pass: SBB verzichtet auf Forderungen, wenn ein Reisender in guter Absicht ein Billett mit falschen Reiseweg gelöst hat.
• ZVV: Ab sofort wird an sämtlichen Billettautomaten im Gebiet des ZVV die Telefonnummer einer Gratis-Helpline publiziert (Pressemeldung SBB, 08.05.13).
Schweiz: Gute Aussichten für mehr Augenmass
Die SBB wollen verschiedene Verbesserungen in Zusammenhang mit der Billettpflicht anbringen. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs nimmt mit grosser Befriedigung von diesen Massnahmen Kenntnis. Sie stellen Schritte in die richtige Richtung dar und werden zweifellos dazu beitragen, das Klima in den Zügen zu verbessern.
Wohl ist das Ziel damit noch nicht erreicht, es gilt, in diesem Zusammenhang noch verschiedene Fragen zu klären und Probleme zu lösen. Als Beispiel seien die Retourbilette erwähnt, die zu Hause ausgedruckt werden können und wo das Rückfahrdatum nur am eingetragenen Tag gültig ist. Demgegenüber ist ein normales Retourbillet ab Ausgabedatum 10 Tage lang gültig und die Rückfahrt kann frei gewählt werden.
Pro Bahn Schweiz wird die Entwicklung in dieser Angelegenheit weiterhin verfolgen und ist auch gerne zur Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der SBB bereit, damit Lösungen gefunden werden, die im Interesse der ehrlichen Kundinnen und Kunden liegen (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 08.05.13).
Schweiz: Toleranz im Billet-Graubereich
Nach langem öffentlichem Druck hebt die SBB die offensichtlichsten Missstände bei den Billett-Verstössen auf. Der SEV begrüsst insbesondere die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die die Handhabung der Billettpflicht überprüft. Das Ziel sind einfache Regeln, die für Personal und Passagiere verständlich und gut handhabbar sind.
Seit der Einführung vor anderthalb Jahren kritisiert die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV die Anwendung der Billettpflicht. Dabei ist er im Grundsatz einverstanden mit der Regel, dass alle Reisenden ein gültiges Billett mitführen müssen, das sie vor Abfahrt des Zuges gekauft haben. Die Umsetzung war jedoch problematisch und wurde dem Personal nicht einfach gemacht. Die Probleme im Zürcher Verkehrsverbund mit unverständlichen Automaten hatten zu einer Zuspitzung geführt.
Für den SEV ist die Lockerung der strengsten Vorschriften ein Schritt in die richtige Richtung. «Das Zugpersonal ist gut geschult und deshalb fähig, jeweils situativ richtig zu reagieren», betont SEV-Vizepräsident Manuel Avallone. Reisende, die gutwillig versucht haben, einen gültigen Fahrausweis zu erwerben, aber an der Technik oder andern Umständen gescheitert sind, sollten nicht wie Betrüger behandelt werden.
«Wir stehen für die Mitwirkung zur Verfügung, damit die SBB mit dem fachkundigen Personal zusammen die angemessene Anwendung der Vorschriften überprüfen kann», ergänzt Avallone mit Blick auf die von der SBB angekündigte Arbeitsgruppe. Der SEV setzt sich für eine Praxis ein, die dem Personal den nötigen Spielraum gibt und den Passagieren das korrekte Reisen so einfach wie möglich macht (Pressemeldung SEV, 08.05.13).











