Archiv – News von Montag, 08.04.13
| Zurück zur Übersicht |
![]() |
TOP-Themen |
![]()
Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie
Verkehrspolitik
Allianz pro Schiene: Wer wird Bahnhof des Jahres 2013?
Der Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“ startet ins nächste Jahr. Ab sofort sind Bahnreisende und Bürger aufgerufen, aus einer Liste von 5400 Bahnhöfen in ganz Deutschland ihren Favoriten auszuwählen. Die Jury wird mit den Einsendungen im Gepäck den zwanzig Lieblings-Bahnhöfen der Reisenden einen Besuch abstatten. Nach den Incognito-Tests sollen dann im August die Sieger feststehen.
Im Vorjahr hatten bereits 2400 Bahnkunden einen Bahnhof nominiert. Die Allianz pro Schiene rechnet für 2013 mit einem starken Anstieg der Bürger-Beteiligung. „Bahnhöfe gehen uns alle an“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Samstag in Berlin. „Viele Briefe enthalten lange liebevolle Begründungen, warum der Einsender seinen Bahnhof für preiswürdig hält. Für die Jury ist das Gold wert. Es bringt uns auf die rechte Fährte“.
Der Wettbewerb Bahnhof des Jahres geht 2013 ins zehnte Jahr. Ausgezeichnet wird jeweils ein Großstadt- und ein Kleinstadtbahnhof. Die Siegerbahnhöfe der Vorjahre waren Bremen und Aschaffenburg (2012), Leipzig und Halberstadt (2011), Darmstadt und Baden-Baden (2010), Erfurt und Uelzen (2009), Karlsruhe und Schwerin (2008), Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech (2007), Hamburg Dammtor und Oberstdorf (2006), Mannheim und Weimar (2005) und Hannover und Lübben (2004). Seit dem vergangenen Jahr vergibt die Jury zusätzlich auch den Sonderpreis Tourismus an Bahnhöfe, die saisonal stark gefordert sind: diese Auszeichnung ging 2012 an das sächsische Bad Schandau (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 08.04.13).
SPD: Strecke Marktredwitz - Pilsen aus dem TEN-Kernnetz gestrichen
Der Europäische Ministerrat hat die Bahnstrecke zwischen Marktredwitz und der tschechischen Grenze aus dem Kernnetz der Transeuropäischen Verkehrsnetze gestrichen. Dazu erklärt der Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert, Mitglied des Verkehrsausschusses:
"Der Ausbau zwischen Marktredwitz und Pilsen, der bis spätestens 2030 erfolgen sollte, wird auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Die Strecke gehört jetzt zur Kategorie 'ferner liefen'. Neuer Zeithorizont: 2050. Es ist mir unverständlich, dass sowohl die tschechischen Minister Zbyněk Stanjura und Miroslav Kalousek sowie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei der Infrastruktur den Eisernen Vorhang faktisch wieder aufbauen wollen. Tschechien will keine Mittel für den Ausbau zur Verfügung stellen. Und Ramsauer ist bei der Schandtat gleich mit dabei und streicht die Unterstützung auch auf deutscher Seite. Ich appelliere eindringlich an Peter Ramsauer, Zbyněk Stanjura und Miroslav Kalousek: Ostbayern darf nicht dauerhaft abgehängt werden! Das schadet auch der Metropolregion Nürnberg. Seit der Reise der Landesgruppe Bayern in der SPD-Bundestagsfraktion vor gut eineinhalb Jahren habe ich bereits das Aus befürchtet: Beim Gespräch mit dem stellvertretenden Verkehrsminister erfuhr ich schon damals, dass die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Markredwitz von deutscher Seite nicht mehr vorgesehen sei. Scheinheilige Beteuerungen aus dem Ministerium haben sich nun als Lüge herausgestellt." (Pressemeldung Büro Martin Burkert, MdB, 08.04.13).
Industrie
Xrail: Sassan Rabet zum neuen CEO ernannt
Xrail, die europäische Allianz zur Stärkung des internationalen Einzelwagenverkehrs, gab am 04.04.13 die Ernennung von Sassan Rabet zum neuen CEO bekannt. Sassan Rabet, derzeit stellvertretender CEO von Xrail, tritt die Position zum 1. Mai 2013 an. «Wir hätten keine besser geeignete Person für diese Aufgabe finden können», so Ferdinand Schmidt, Vorsitzender des Aufsichtsrates von Xrail. «Wir sind davon überzeugt, dass Herr Rabet, der bereits verschiedene Führungspositionen bei SBB Cargo innehatte, mit seiner langjährigen Erfahrung im Schienengüterverkehr der Richtige für die künftigen Weichenstellungen bei der Xrail Allianz ist.»
«Ich freue mich darauf, die Xrail Allianz weiter voranzubringen und in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Bahnen einen Beitrag zu einer deutlichen, nachhaltigen Stärkung des Einzelwagenverkehrs in Europa zu leisten», so Sassan Rabet.
Der Führungswechsel bei Xrail erfolgt zum 1. Mai 2013. «Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei Günther J. Ferk zu bedanken. Er hat sich 2008 der Herausforderung gestellt, die Allianz zur Stärkung des Einzelwagenverkehrs aufzubauen und Xrail seither geleitet», fährt Ferdinand Schmidt fort. «Unter der Führung von Herrn Ferk konnte sich Xrail erfolgreich in der europäischen Bahnlandschaft etablieren. Die Umsetzung der Allianzstandards bei den sieben beteiligten Bahnen führt für die Kunden zu höherer Zuverlässigkeit und Transparenz im internationalen Einzelwagenverkehr».
«Im Namen aller Allianzpartner wünsche ich Herrn Ferk alles Gute für die Zukunft. Der Wechsel an der Spitze von Xrail ändert nichts an unseren Zielen. Wir werden die aktuelle Strategie weiterverfolgen, durch Qualitätssteigerungen und größere Transparenz im internationalen Einzelwagenverkehr Mehrwerte für unsere Mitglieder und die Kunden zu schaffen», so Ferdinand Schmidt weiter.
Sassan Rabet, Jahrgang 1972, hat einen Master in internationaler Politik und Management. Er arbeitet seit 2001 im Bahnsektor und war dort vor seinem Wechsel zu Xrail in den Bereichen Strategie, Unternehmensentwicklung, Produktmanagement und Optimierung von Geschäftsprozessen tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder (Pressemeldung SBB, 08.04.13).
Aus den Ländern
Baden-Württemberg: Stundentakt nach Zürich nicht zu Lasten der S-Bahn
„Der Stundentakt nach Zürich und der IC-Halt in Böblingen sind wichtig für eine attraktive Anbindung der Region Stuttgart“, begrüßt Wirtschaftsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler im Grundsatz die kürzlich vorgestellten Pläne des Landes und der Deutschen Bahn AG. Danach soll es auf der Gäubahn ab Dezember 2017 ein kombiniertes Nah- und Fernverkehrsangebot nach Zürich geben.
Wurmthaler hat in einem Brief an den Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums, Hartmut Bäumer, allerdings deutlich gemacht, dass die geplanten Veränderungen keine Engpässe bei der Gleisbelegung nach sich ziehen dürften, die zu Lasten der S-Bahn gehen könnten. Er bat außerdem darum, anhand von Fahrplänen Auskunft über die konkreten Auswirkungen der Pläne auf die S-Bahn-Linie 1 zu erhalten. „Wir befürchten, dass durch die vorgestellten Pläne, der Taktfahrplan der S-Bahn aus den Fugen geraten könnte. Das ist auf der längsten und am stärksten nachgefragten S-Bahn-Linie nicht hinnehmbar und den Fahrgästen kaum zu vermitteln“, so Wurmthaler.
„Der Taktfahrplan der S-Bahn darf nicht zerlöchert werden wie ein Schweizer Käse“. Denn der verlässliche Taktfahrplan sei ein wichtiges Qualitätsmerkmal und entscheidend für die Akzeptanz der S-Bahn. Die Aufrechterhaltung des S-Bahn-Takts – sollte wie bisher auch - bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) weiterhin eine hohe Priorität haben, weil nur so die Funktion der S-Bahn als Rückgrat des Schienenpersonennahverkehrs in der Region Stuttgart erfüllt werden kann (Pressemeldung VRS, 08.04.13).
Baden-Württemberg: Zulassung für Baureihe 430 erteilt
Seit Ende März liegt der Deutschen Bahn die uneingeschränkte Serienzulassung für die Fahrzeuge der Baureihe 430 vom Eisenbahnbundesamt (EBA) vor. Die Fahrzeugbestellung ist Teil des Verkehrsvertrags zwischen DB Regio und dem Verband Region Stuttgart.
Bevor die Fahrzeuge bei der S-Bahn Stuttgart eingesetzt werden können, durchläuft jeder Triebzug ein umfangreiches Qualitätsprüfungs- und Abnahmeverfahren. Die Abnahmen erfolgen durch Ingenieure und Fachleute der DB im Werk des Fahrzeugherstellers. Bei einwandfreier Funktion erhalten die Fahrzeuge eine Abnahmebescheinigung und werden im Anschluss in das Werk der S-Bahn Stuttgart nach Plochingen überführt.
Nach derzeitigem Planungsstand können die neuen ET 430 ab Mai dann sukzessive im Austausch mit den derzeitigen Fahrzeugen der Baureihe 420 bei der S-Bahn Stuttgart eingesetzt werden. Damit stehen den Fahrgästen noch vor Beginn des neuen Verkehrsvertrages zum 1. Juli 2013 die ersten Neufahrzeuge zur Verfügung (Pressemeldung Deutsche Bahn, 08.04.13).
Hessen: Planfeststellung „Überholungsgleis Geisenheim“ zurückgezogen
Im Rahmen des Projektes „Elektronisches Stellwerk (ESTW) Rechte Rheinstrecke“ sollten in Geisenheim ein Überholungsgleis und in Oestrich-Winkel zwei Weichenverbindungen neu gebaut werden. Vorhandene Gleisanlagen in Hattenheim und Oestrich-Winkel sollten zurückgebaut werden. Die DB hat das Bauvorhaben jetzt auf den Prüfstand gestellt. Dabei ist es gelungen, sowohl die Beeinträchtigungen für die Anwohner in Oestrich-Winkel und Geisenheim zu reduzieren als auch die Wirtschaftlichkeit des Projektes zu verbessern. So konnte eine Alternative, die ohne den Neubau von Gleisanlagen auskommt, erarbeitet und mit der Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahnbundesamt, abgestimmt werden.
„Wir sind uns sicher, eine gute Lösung gefunden zu haben, die sowohl den Anforderungen des Bahnbetriebs als auch den Interessen der Bürger gerecht wird“, erklärt Dr. Mustapha Ezzaki, Leiter der Produktionsdurchführung der DB Netz AG in Mainz. Der Bau eines Überholungsgleises in Geisenheim und der neuen Weichenverbindungen in Oestrich wird nicht weiterverfolgt. Als Ersatz soll das bereits bestehende Überholungsgleis im Bahnhof Oestrich-Winkel wieder genutzt werden. Das 2011 eingeleitete Planfeststellungsverfahren „Überholungsgleis Geisenheim“ wird von der DB zurückgezogen.
Im Bahnhof Hattenheim wird das vorhandene Überholungsgleis mittig durch den Bahnübergang Waldbachstraße gekreuzt. Ein im Überholungsgleis stehender Zug würde den Bahnübergang längere Zeit blockieren. Um die dadurch entstehende Behinderung des innerörtlichen Straßenverkehrs zu vermeiden, wird auf das Überholungsgleis im Bahnhof Hattenheim zukünftig verzichtet. Die bestehenden Weichenverbindungen in den Bahnhöfen Oestrich-Winkel und Hattenheim bleiben unverändert erhalten.
Mit dem Neubau des ESTW wird die über 50 Jahre alte Signaltechnik an der rechten Rheinstrecke erneuert. Dadurch wird die Verfügbarkeit der Anlagen in Zukunft gesichert und Zugverspätungen durch Signalstörungen reduziert. Die Kapazität der Strecke wird durch die digitale Stellwerkstechnik nicht erhöht (Pressemeldung Deutsche Bahn, 08.04.13).
Sachsen: Vorzugsvariante für Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz – Leipzig
Die Planungen für den Ausbau und die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig werden konkreter: Die DB Netz AG und das SMWA haben mit der Streckenführung über Bad Lausick die Vorzugsvariante festgelegt, für die nun die Vorplanung erstellt werden soll. Fernverkehrszüge können die Innenstädte von Chemnitz und Leipzig auf dieser Strecke in rund 50 Minuten miteinander verbinden.
„Die wesentlichen Vorteile dieser Variante sind die konkurrenzfähige Reisezeit sowie die fahrgastfreundlichen Umsteigebeziehungen zu den übrigen Fernverkehrslinien im Leipziger Hauptbahnhof“, so Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok.
„Zudem erlaubt der Ausbau dieser Strecke darüber hinaus auch den perspektivischen Einsatz moderner, elektrisch angetriebener Fahrzeuge im Schienenpersonennahverkehr zwischen Leipzig, Bad Lausick, Geithain und Chemnitz.“
Die Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig soll fernverkehrstauglich ausgebaut werden, um Chemnitz – und damit die dynamisch wachsende Region Südwestsachsen – besser an den Schienenfernverkehr anzuschließen. Den Vertrag zur vorlaufenden Variantenauswahl für den Ausbau und die Elektrifizierung hatten Staatsminister Morlok und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Sachsen, Artur Stempel, am 4. Januar 2013 unterzeichnet.
Auf Grundlage der jetzt getroffenen Variantenentscheidung bereiten der Freistaat Sachsen und die Deutsche Bahn AG nunmehr die konkrete Planungsvereinbarung vor. Diese soll bis Mitte 2013 unterzeichnet werden. Die Vorplanung einschließlich einer belastbaren Kostenschätzung für das Ausbauvorhaben soll im Sommer 2014 vorliegen (Pressemeldung Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, 08.04.13).
Sachsen: Die Linke zur zu Vorzugsvariante Chemnitz - Bad Lausick - Leipzig
Zur Festlegung der Strecke Leipzig – Bad Lausick – Chemnitz als der Vorzugsvariante von DB AG und SMWA erklärt Enrico Stange, Sprecher für Landesentwicklung und Infrastruktur der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:
Was der Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr heute kurz und knapp als Vorzugsvariante für einen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz über Bad Lausick und Geithain präsentiert, ist eher ein verspäteter Aprilscherz, denn ein konkurrenzfähiges Zukunftsprojekt. Selbst wenn eine Reisezeit von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof von annähernd 50 Minuten erreicht würde – die tatsächliche Konkurrenz zur Bahn bewegt sich auf der Straße, auf einer bei Betriebsaufnahme der ausgebauten Bahnstrecke längst fertig gestellten und von Pendlerinnen und Pendlern sowie anderen Reisenden dann angenommenen Bundesautobahn mit wesentlich geringerer Reisezeit und der umgehenden Chance, an den eigentlichen Zielort zu gelangen.
Ob ein Reisezeitgewinn von unter 10 Minuten einen millionenschweren Ausbau rechtfertigt, steht zudem zu bezweifeln. Darüber hinaus benötigen die Fahrgäste auf einer angenommenen Bahn-Fernverkehrslinie nicht nur fahrgastfreundliche Umsteigeverbindungen im Hauptbahnhof Leipzig. Die sind jetzt schon zumeist Realität für den übergroßen Anteil der Nahverkehrsverbindungen nach Leipzig wie für die Fernverkehrsanbindungen. Was wirklich wichtig wäre, sind fahrgastfreundliche Umsteigeverbindungen an den Zwischenhalten Bad Lausick und Geithain und die Weiterführung mit schnellen Bahn-Nahverkehrsangeboten nach Borna und Grimma.
Zu diesem Thema allerdings hält Sven Morlok nur Kürzungen und ab 2015 mit der neuen ÖPNVFinVO Schienenpersonennahverkehr-Abbestellungen bereit, wovon wahrscheinlich auch die Verbindung Borna-Frohburg-Geithain betroffen sein wird.
Zwischen Bad Lausick und Borna oder Grimma bestehen keinerlei Bahnanbindungen. Deshalb würde eine Streckenführung über Borna und Geithain die Bedürfnisse der Region besser berücksichtigen.
Dem Fass den Boden schlägt jedoch ein weiterer „Vorzug“ der Vorzugsvariante aus. Denn mit der Ankündigung, der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke machten einen perspektivischen Einsatz elektrisch getriebener Nahverkehrszüge möglich, offenbaren vor allem der „Partner“ Deutsche Bahn AG, aber auch Minister Morlok, welch’ schräger Geist dahinter steht. Wenn also der DB AG künftig die Bedienung durch eigenwirtschaftlichen Fernverkehr zu teuer wird und sich für sie viel mehr Geld durch Trassen- und Stationspreise im Nahverkehr verdienen lässt, den Zweckverbände und Fahrgäste bezahlen müssen, liegt es auf der Hand, was das Ende von dem Lied sein wird: Chemnitz wird wieder nur durch Nahverkehr erreichbar sein, zwar etwas schneller, aber der Deutsche Bahn Konzern wird mehr Geld verdienen.
Sinnvolle Alternativen sehen anders aus: Mit dem Ende dieses Jahres in Betrieb gehenden Mitteldeutschen S-Bahn-Netz (MDSB) werden elektrisch getriebene Fahrzeuge Richtung Borna, Altenburg, Zwickau eingesetzt. Das MDSB zeigt, wie vernetzte Verkehre tatsächliche Mobilität in den ländlichen Raum bringen können. diese Chance zu nutzen und auszubauen, wäre Gebot der Stunde. Und ein neuer Bahn-Fernverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz muss dringend die Mobilitätsbedürfnisse zwischen Leipzig und Chemnitz beachten, sonst wird er für die Region wertlos (Pressemeldung Die Linke, 08.04.13).
![]()
Anzeige
![]() |
![]()
Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur
Blues-Train am Hauenstein




In Zusammenarbeit mit dem 14. Blues-Festival Basel fuhr das Team Modern Steam Hauenstein am 6. und 7. April je zwei Zugpaare über die Hauensteinlinie Sissach Läufelfingen - Olten. Eingesetzt wurden die Mallet-Lokomotive Ed 2x2/2 196 und die E 3/3 Nr. 2 der Dampfgruppe Balsthal.
Ebenfalls am 6. April fand die Mitgliederversammlung des Vereins TEE-Classics in Sissach statt; in diesem Zusammenhang war auch die TEE-farbene Re 4/4 I 10034 vor Ort. Den Rangierdienst in Sissach besorgte Tm 237 911, eine Deutz-Lokomotive, die von der Chemischen Fabrik Uetikon beschafft wurde und sich seit 2002 im Besitz der Eurovapor (Sektion Balsthal) befindet.
Im Lokschuppen Sissach fanden sich noch zwei historische Fahrzeuge, es handelt sich um die beiden Ae 4/7 10943 und 10948, die wahrscheinlich im Besitz der Classic Rail AG stehen (Reinhard Reiß, www.reissweb.net, 08.04.13).
Dresdner Dampflokfest




Vom 05.04. bis 07.04 findet in Dresden das alljährige Dampflokfest statt. In diesem Jahr waren neben einigen Gastlokomotiven wie z.B. 118 770,44 1486 und 41 096 auch die in Dresden beheimateten Loks wieder ausgestellt. Im Dresdner Hauptbahnhof wurde V240 001 und 17 1055 neben zwei historischen Reisezugwagen ausgestellt (Sylvio Scholz, 08.04.13).
Großer Bahnhof für Kh 101 im Zillertal




Zwischen 1924 und 1930 baute Krauss/Linz drei leistungsstarke Schmalspurlokomotiven der Achsfolge E. Als Bezeichnung wurde Kh - nach dem ersten Einsatzort (Kühnsdorf = K) + Heißdampf (h) gewählt. Die erste Lok dieser Baureihe beschafften die Bundesbahnen (zunächst Kh 1, später 499.01), es folgten zwei Loks bei den Steiermärkischen Landesbahnen (Kh 101 und Kh 111).
Bis heute sind alle drei Loks dieser Baureihe erhalten geblieben. 499.01 bei der Gurktal Museumsbahn, Kh 101 bei den Steiermärkischen Landesbahnen - betreut vom Club U 44 für die Strecke Weiz - Birkfeld und Kh 111 beim Club 760.
Lediglich die Kh 101 ist seit Jahrzehnten die einzige betriebsfähige Vertreterin dieser mächtigen Schmalspurbaureihe. Nach langjährigen Einsätzen in der Oststeiermark war es an der Zeit die Lok einer umfassenden Aufarbeitung zu unterziehen. Der Club U44 nahm diese Bürde auf sich und beauftrage die äusserst kompetente Werkstätte der Zillertalbahn mit den erforderlichen Arbeiten. Nach einer internen Abnahmefahrt am 18. März 2013 konnten sich Schmalspur-und Dampflokfreunde aus Österreich, Deutschland und der Schweiz am 6. April 2013 über den einmaligen Einsatz der schmucken "Steirerin" im Tiroler Zillertal freuen. Problemlos traktionierte die Kh 101 den Sonderzug von Jenbach nach Mayrhofen und zurück.
Höhepunkt war sicherlich die - noch nie vorher praktizierte - Parallelfahrt mit einem zweiten Dampfzug zwischen Kaltenbach-Stumm und Aschau.
In der KW 15 wird die Kh 101 mittels des SLB Schmalspurtransportwagens nach Weiz zurückkehren. Die - als Aushilfe für die Feistritztalbahn - in Weiz stationierte Zillertalbahn Lok 2 " Zillertal" (Bj.1900; Krauss/Linz) kehrt im Gegentransport zunächst nicht nach Tirol zurück, sondern wird die nächste Zeit im Salzburger Pinzgau als zweite betriebsfähige Dampflok (SLB U2) eingesetzt werden (Foto Gunter Mackinger, 08.04.13).
Sächsische I K Nr. 54 nach Triebwerksschaden in Reparatur
Die Sächsische I K Nr. 54, der durch Spenden, Sponsoren und in zahllosen unentgeltlichen Arbeitsstunden zwischen 2006 und 2009 entstandene Nachbau der ersten sächsischen Schmalspurdampflokomotive hat am 30.03.2013 einen Triebwerksschaden erlitten. Passagiere, das Personal, andere Fahrzeuge bzw. die Gleisanlagen kamen nicht zu schaden. Der Bauprojektleiter der I K Nr. 54, Jörg Müller, führt die Ursache auf die Ermüdung von Material im Bereich der Treibachse zurück. Mehrere beschädigte Teile sind nun neu anzufertigen, damit die Lok anschließend ihren Betrieb fortsetzen kann. Darüber hinaus werden geeignete Maßnahmen zur besseren Baufestigkeit ergriffen.
Die Beschädigung auf der linken Triebwerksseite entstand während einer Fahrt zwischen Oschatz und Mügeln. Die für das Osterwochenende mit der Lok geplanten Zugfahrten mussten daraufhin von einer anderen Lok der Döllnitzbahn übernommen werden. Die noch am Wochenende nach Jöhstadt überführte Lok wurde sofort von einer eigens einberufenen Untersuchungsgruppe unter der Leitung des Bauprojektleiters mit Unterstützung von Dampflokexperten weiterer Bahnen begutachtet und der entstandene Schaden analysiert. Nach den Angaben von Jörg Müller hatte sich die Presspassung des Treibzapfens gelöst. „Durch eine Verdrehung des Zapfens veränderte sich die Geometrie in der äußeren Steuerung. Damit hatten die Schwingstangen nicht mehr ausreichend Bewegungsfreiheit, wurden verbogen und anschließend vom Treibzapfen abgeschert.“
Um die Schadensursache endgültig auszuschließen, wurden durch den Chefkonstrukteur und ebenfalls Mitglied der Untersuchungsgruppe, André Dörfelt, geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Bauteilfestigkeit und Betriebssicherheit festgelegt, die im Rahmen der Instandsetzung umgesetzt werden sollen.
Dauer und Aufwand für die Instandsetzung sind in den nächsten Tagen mit verschiedenen Werkstätten und Lieferanten abzusprechen. Davon hängt ab, wann die Lok wieder in Betrieb genommen werden kann. VSSB und IG Preßnitztalbahn befinden sich in enger Abstimmung zur technischen und finanziellen Umsetzung. „Ohne heute schon einen genauen Termin benennen zu können, ist der Vorsitzende des VSSB, Dr. Andreas Winkler, überzeugt: „Die I K wird wieder fahren! Wer ein solch einmaliges Projekt realisieren kann, eine historische Dampflok komplett neuzubauen, der kann sie auch reparieren.“
Die Sächsische I K Nr. 54 hat in den über 1.300 Tagen seit ihrer Indienststellung bereits auf zahlreichen Strecken und Stationen in Sachsen und sogar bei einem Besuch in Baden-Württemberg viele tausende Menschen erfreut. Durch die intensive Betreuung der Lok durch das I K-Team konnten bisher alle Einsätze ohne Störungen abgesichert werden. Winkler abschließend: „Wenn viele Menschen, die mit ihr gefahren sind, oder auch die vielen Eisenbahnfotografen, einen kleine Spende geben, werden bald die benötigten Mittel für eine Reparatur zusammen sein.“ (Pressemeldung Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen, Interessengemeinschaft Preßnitztalbahnm 08.04.13).
![]()
Anzeige
![]() |
![]()
Mit der Kamera notiert
Oldenburger Brücke wird abgerissen


Die marode Brücke an der Elsfelther Straße über die stillgelegte Braker Bahn der ehem. Strecke Oldenburg - Brake wird ab Montg, 8. April 2013, abgerissen. Wie die Nordwest-Zeitung in ihrer Onlineaushabe mitteilte wird laut Mitteilung der Stadt Oldenburg die Straße an dieser Stelle für den Durchgangsverkehr sowie für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Für den regionalen Verkehr wird eine großräumige Umleitungsstrecke eingerichtet.
Geplant ist, den Geländeeinschnitt nach dem Abriss aufzufüllen und die Straße neu zu bauen. Voraussichtlich Anfang Juli soll alles fertig sein.
Noch findet man einige Überreste der Eisenbahnstrecke: Im Bahnhof Oldenburg-Ohmstede liegen noch einige Gleise, die sind aber seit vielen Jahren zugewachsen. Am Bahnübergang in Ohmstede kann man den Verlauf der Strecke nur erahnen, da die Trasse durch einen Industriebetrieb als Straße bzw. beotonierte Lagerfläche genutzt wird (Geert Bockstiegel, 08.04.13).
Tirol


Am Donnerstag den 04.04.2013 war ein sonniger Tag in Tirol angesagt, was ja in diesem Frühjahr eher eine seltene Ausnahme war. In Brixlegg angekommen, war am frühen Morgen 1047 003 mit Ihrem REX von Innsbruck nach Salzburg unterwegs. Auf der Arlbergbahn bei Innsbruck gab es einen Sonderzug mit 1041 202 von Graz nach Buchs SG (Christian Knögel, 08.04.13).
![]()
Anzeige
|
|||
| So
lernen Sie den LOK Report kennen: |
|||
![]()
Europa
Österreich: Überragender Sieg der FSGvida mit knapp 90 Prozent
Die Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida (FSGvida) geht mit fast 90 Prozent erneut als überragender Sieger aus den Betriebsratswahlen in den Absatzgesellschaften des ÖBB-Konzerns hervor. Von 3. bis 5. April 2013 waren rund 17.000 EisenbahnerInnen in den ÖBB-Konzernfirmen ÖBB Personenverkehr AG, ÖBB Rail Cargo Austria AG, ÖBB Technische Services GmbH (Werkstätten), ÖBB Produktion GmbH (LokführerInnen), ÖBB Holding AG sowie Shared Service Center GmbH aufgerufen, ihre Belegschaftsvertretung zu wählen. Die Wahlbeteiligung betrug über 81 Prozent.
"Es freut mich sehr, dass ich den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern für ihr großes Vertrauen, das sie bei den Betriebsratswahlen erneut in die FSGvida gesetzt haben, herzlich danken kann", kommentiert FSGvida-Spitzenkandidat, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman Hebenstreit das Ergebnis.
Die hohe Wahlbeteiligung sei Ausdruck des hohen Demokratiebewusstseins der EisenbahnerInnen. Der erfolgreiche Kampf der FSGvida gegen die immer wieder in der öffentlichen Diskussion auftauchenden Teilprivatisierungsbestrebungen sowie gegen das ÖBB- und EisenbahnerInnen-Bashing sei von der Belegschaft an den Wahlurnen belohnt worden.
Auch der Einsatz für die Sicherung der Arbeit und des Know-hows im Konzern, für die Schaffung neuer Eisenbahnlehrberufe sowie für Verbesserungen bei Arbeits-, Ausbildungs- und Einkommensbedingungen sei von der Belegschaft entsprechend honoriert worden, sagt Hebenstreit: "Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner wissen, auf wen sie sich verlassen können."
Bundesweit wurden bei den Betriebsratswahlen von den zur Wahl angetretenen Listen folgende Ergebnisse erzielt:
• Fraktion Sozialdemokratische GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida (FSGvida): 11.319 Stimmen bzw. 89,03 Prozent
• Unabhängige GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida (UGvida): 38 Stimmen bzw. 0,3 Prozent
• Unabhängiger LokführerInnen Vereinigung / Unabhängige GewerkschafterInnen (ULV/UG-vida): 606 Stimmen bzw. 4,77 Prozent
• Gewerkschaftlicher Linksblock in der Gewerkschaft vida (GLBvida): 111 Stimmen bzw. 0,87 Prozent
• Sonstige/Namenslisten: 639 Stimmen bzw. 5,03 Prozent
Zudem wurde auch im Bereich der Privatbahnen in einigen Unternehmen gewählt. Bei der Graz-Köflacher Bahn (GKB) und bei der Raaberbahn (GYSEV) erzielte die FSGvida jeweils 100 Prozent der WählerInnenstimmen. Zeitgleich wurden auch beim neuen ÖBB-Caterer "Henry am Zug" erstmals erfolgreich Betriebsratswahlen abgehalten (Pressemeldung Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter, 08.04.13).
Schweiz: Petition für eine attraktive Zu(g)kunft in der Ostschweiz
Eine Petition der Ostschweizer Verbände für den öffentlichen Verkehr bittet die Ostschweizer Kantone innerhalb der eigenen Region noch mehr Verkehr von den Strassen auf die Bahn zu verlagern. Im Kanton Zürich ist diese Verlagerungspolitik erstaunlich erfolgreich. In der übrigen Schweiz waren bisher kürzere Fahrzeiten in die Metropole Zürich das Hauptziel der Verkehrspolitik. Das verursacht mehr Verkehr und ausserdem hohe Belastungen der privaten und öffentlichen Kassen, der Umwelt sowie Überlastungen auf der Bahn und der Nationalstrassen.
Die Petition der Ostschweizer Sektionen der „Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr“, der „Pro Bahn Schweiz“ und des „VCS Verkehrsclub der Schweiz“ sowie des „VCL Verkehrsclub Liechtenstein“ ist an die Regierungs-Konferenz der Ostschweizer Kantone und ihre Regionalkonferenz öffentlicher Verkehr gerichtet. Sie fordert, die Angebots- und Ausbauplanungen für die ganze Ostschweiz wirksamer zu koordinieren und zu fördern. Mit Konzepten für den Gesamt- und für den Bahnverkehr ist ein grösserer Anteil des Güter- und Personenverkehrs von der Strasse auf die Bahn zu verlagern. Besonders zu fördern ist der Bahnverkehr über die Landesgrenzen.
Im Bahngüterverkehr ist für einen wirksameren Lärmschutz, für ausreichende Trassen, für Anschlussgleise, Container-Terminals und andere Anlagen zu sorgen.
Im Personenverkehr sind S-Bahnen und Schnellzüge im Halbstundentakt notwendig sowohl innerhalb der Ostschweiz wie auch in die und aus den Nachbarregionen. Besondere Förderung verdient das „Ostschweizer-Bahn-Y“ mit umsteigefreien Schnellzugsverbindungen auf der Linie Schaffhausen-Rorschach-Buchs-Chur.
Für die Verlagerungspolitik sollen die Kantone innerhalb und ausserhalb der Ostschweiz bei Bürgerinnen und Bürgern sowie bei den zuständigen Behörden und Verbänden werben. Das Verkehrswachstum, die Belastungen der öffentlichen und privaten Kassen, der Umwelt, die Staus auf den Strassen und die Stehplätze in den Zügen lassen sich mit dieser Verkehrspolitik langfristig zu vermindern. Eine zweispurige Bahnlinie bewältigt mit dem heutigen Stand der Technik gleich viel Verkehr wie eine sechsspurige Autobahn, wenn alle Züge etwa gleich schnell fahren. Im Kanton Zürich wächst der Verkehr nicht mehr und es werden schon mehr als die Hälfte der gefahrenen Personen-Kilometer mit Bahn und Bus bewältigt. In der übrigen Schweiz ist es erst ein Drittel (Pressemeldung VCS Verkehrs-Club der Schweiz, 08.04.13).







